Wohnanlagen bieten zwar eine gute Erdbebensicherheit, doch je höher die Etage, desto stärker fallen die Schwankungen aus, und es bestehen wohnungsspezifische Risiken wie Aufzugsausfälle und Unterbrechungen der Versorgungsinfrastruktur.Dieser Leitfaden erläutert, welche Katastrophenschutzmaßnahmen Sie vor und nach dem Einzug ergreifen sollten.
Welche Erdbebenrisiken sollten Sie in einer neu gebauten Wohnanlage einkalkulieren?
- Die Erschütterungen in oberen Etagen können mehr als zwei- bis dreimal so stark sein wie am Boden:Langperiodische Bodenbewegungen erhöhen das Risiko umstürzender Möbel
- Aufzugsausfall:Die Wiederinbetriebnahme kann Zeit in Anspruch nehmen, was die Fortbewegung insbesondere in oberen Etagen von Hochhausanlagen erschwert
- Unterbrechung der Versorgungsinfrastruktur:Entwässerungsanlagen können ausfallen, sodass Toiletten möglicherweise nicht nutzbar sind
Welche drei Erdbebenschutzkonstruktionen kommen in neu gebauten Wohnanlagen zum Einsatz?
| Konstruktion | Merkmale | Art der Bewegung |
|---|---|---|
| Erdbebensichere Konstruktion | Verwendet hochfeste Materialien für Wände, Stützen und Träger | Nimmt die Erschütterung direkt auf. Die Bewegung ist am stärksten |
| Schwingungsdämpfende Konstruktion | Absorbiert Erdbebenenergie durch Dämpfer | Die Bewegung wird in höheren Etagen stärker reduziert |
| Basisisolierte Konstruktion | Trennt Gebäude und Untergrund durch eine Gummischicht | Die Bewegung ist am geringsten. Häufig in hochwertigen Wohnanlagen |
Welche Punkte zur Katastrophenvorsorge sollten Sie vor dem Einzug prüfen?
- Evakuierungsorte prüfen:Ermitteln Sie auf der Katastrophenschutzkarte Ihrer Stadt oder Gemeinde die „ausgewiesenen Notfall-Evakuierungsorte“ und „ausgewiesenen Evakuierungsunterkünfte“
- Zwei bis drei Evakuierungsrouten festlegen:Meiden Sie Gefahrenstellen wie alte Gebäude, Betonblockmauern und Flüsse
- Die Katastrophenschutzausstattung der Wohnanlage kennen:Prüfen Sie die Standorte von Feuerlöschern, Sprinklern, Fluchtleitern und Notleuchten
Worin unterscheiden sich Einfamilienhäuser und Wohnanlagen bei der Katastrophenvorsorge?
- Wohnanlagen haben eine hohe Erdbebensicherheit, doch in oberen Etagen kann die gefühlte Bewegung stärker sein als die gemessene Intensität
- Schäden in einer einzelnen Einheit können die Versorgungsinfrastruktur der gesamten Wohnanlage beeinträchtigen
- Bei einem Aufzugsausfall wird der Weg zwischen Wohnung und Erdgeschoss umso schwieriger, je höher die Etage liegt
FAQ
Q. Welche Notfallvorräte sollten in einer Wohnanlage mindestens vorhanden sein?
Zur Grundausstattung gehören Wasser (3 Liter pro Person und Tag für 3 Tage), Notnahrung, tragbare Toiletten, Taschenlampen, ein tragbares Radio und eine mobile Batterie.
Q. Wie erfolgt die Evakuierung, wenn man in einer oberen Etage wohnt?
Wenn der Aufzug stillsteht, müssen Sie die Treppe benutzen. Prüfen Sie deshalb im Alltag die Lage des Treppenhauses und den Evakuierungsweg.
Q. Sind Katastrophenschutzmaßnahmen bei einer basisisolierten Wohnanlage nicht erforderlich?
Auch bei einer basisisolierten Konstruktion sind das Sichern von Möbeln und die Vorbereitung auf Versorgungsunterbrechungen notwendig. Grundlegende Katastrophenschutzmaßnahmen sollten unabhängig von der Bauweise umgesetzt werden.
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