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Katastrophenvorsorge in einer neu gebauten japanischen mansion – der komplette Leitfaden zu erdbebensicherer, gedämpfter und schwingungsisolierter Bauweise, häuslicher Zuflucht und Bevorratung

Japans Wohntürme sind erdbebensicher gebaut – doch in hohen Stockwerken schwankt es länger, und Aufzug, Wasser und Abwasser fallen aus. Dieser Leitfaden erklärt internationalen Investoren die drei japanischen Bauweisen (耐震・制震・免震), die langperiodische Bodenbewegung, das Prinzip der häuslichen Zuflucht und die konkrete Bevorratung – auf Basis von Primärquellen japanischer Behörden.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 7 Min. Lesezeit

Katastrophenvorsorge in einer neu gebauten Eigentumswohnung – auf Japanisch mansion (マンション, im japanischen Immobilienmarkt kein herrschaftliches Anwesen, sondern ein mehrgeschossiges Stahlbeton-Wohngebäude mit Eigentumswohnungen, vergleichbar mit einer deutschen Eigentumswohnanlage) – ruht auf zwei Grundpfeilern: „die Erdbebenfestigkeit des Gebäudes nicht zu überschätzen“ und „sich so auszurüsten, dass eine häusliche Zuflucht (在宅避難, das Ausharren in der eigenen Wohnung statt der Flucht in eine Notunterkunft) möglich ist“. Anders als in Deutschland, wo Erdbeben für Immobilienentscheidungen kaum eine Rolle spielen, ist Japan eines der seismisch aktivsten Länder der Welt, weshalb der Baubestand darauf ausgelegt ist. Eine japanische mansion ist statisch meist erdbebensicherer als ein Einfamilienhaus, doch in höheren Stockwerken schwankt das Gebäude stärker und länger, und es treten wohnanlagentypische Probleme wie Aufzugsstillstand, Wasserausfall und blockierte Abwasserleitungen auf. Dieser Artikel ordnet die Katastrophenvorsorge einer Neubauwohnung so, dass internationale Investoren eine fundierte Entscheidung treffen können – vom Unterschied zwischen erdbebensicherer, gedämpfter und schwingungsisolierter Bauweise über die Aufgaben vor und nach dem Einzug bis zur Bevorratung für die häusliche Zuflucht.

Die Kernpunkte dieses Artikels

  • Für die Erdbebenauslegung japanischer mansion-Bauten gibt es drei Typen – erdbebensichere Bauweise (耐震, das Gebäude widersteht der Erschütterung aus eigener Kraft), gedämpfte Bauweise (制震, Dämpfer absorbieren die Bebenenergie) und schwingungsisolierte Bauweise (免震, das Bauwerk wird vom Untergrund entkoppelt) – die sich in Schwingungsverhalten, Kosten und geeigneter Lage unterscheiden. In Deutschland ist eine solche Klassifikation im Wohnungsbau unbekannt, weil kein vergleichbares Erdbebenrisiko besteht.
  • In hohen Stockwerken schwankt das Gebäude durch die von der Japanischen Meteorologischen Behörde so genannte „langperiodische Bodenbewegung“ (長周期地震動, langsame, langwellige Erschütterungen aus großen Beben) stärker und länger als am Boden, wodurch das Risiko steigt, dass Möbel verrutschen oder umkippen. Für deutsche Leser ist wichtig: Dieses Phänomen betrifft gerade die Hochhäuser, die man intuitiv für am sichersten hält.
  • Nach einer Katastrophe kommt es leicht zu Aufzugsstillstand, Wasserausfall und blockierter Abwasserentsorgung; der Schwerpunkt der Vorsorge liegt daher nicht auf der Flucht, sondern auf der „häuslichen Zuflucht“ (在宅避難, dem Ausharren vor Ort). Das unterscheidet sich vom mitteleuropäischen Reflex, im Ernstfall das Gebäude zu verlassen.
  • Als Richtwert für die Bevorratung gelten pro Person 3 Liter Wasser pro Tag für mindestens 3 Tage, bei Vorsorge für Großkatastrophen für eine Woche (Japanisches Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei). Eine Notfalltoilette ist ebenfalls unverzichtbar.
  • Von der Prüfung der Fluchtorte und der Möbelbefestigung vor dem Einzug bis zum Erfassen des Katastrophenschutzsystems der Eigentümergemeinschaft nach dem Einzug ist zeitlich festgelegt, was zu tun ist.

Welche Erdbebenrisiken sind in einer neu gebauten mansion einzukalkulieren?

Ausgangspunkt jeder Katastrophenvorsorge für eine Neubau-mansion ist es, den Trugschluss „eine mansion ist ja sicher“ abzulegen. Eine Neubauwohnung, die dem geltenden japanischen Baustandardgesetz (建築基準法, das japanische Bauordnungsrecht, das nach schweren Beben mehrfach verschärft wurde) entspricht, ist so ausgelegt, dass sie kaum einstürzt – doch die Erschütterung selbst verschwindet dadurch nicht. Anders als deutsche Investoren es aus einem erdbebenfreien Markt gewohnt sind, bleibt selbst bei unversehrtem Gebäude das Risiko, dass das tägliche Leben zum Stillstand kommt. Vier Punkte werden bei einem Erdbeben zum Problem.

Der erste sind die für hohe Stockwerke typischen Schwingungen. Die Japanische Meteorologische Behörde bezeichnet die bei großen Beben entstehenden langwelligen Schwingungen als „langperiodische Bodenbewegung“ und erklärt, dass Hochhäuser dadurch stark und über lange Zeit weiterschwingen können. Selbst mehrere Hundert Kilometer vom Epizentrum entfernt kann es zu starken, langen Schwingungen kommen; Möbel können demnach nicht nur umstürzen oder herabfallen, sondern sich weit verschieben und Menschen treffen (Japanische Meteorologische Behörde (気象庁, Japan Meteorological Agency, JMA) „Über die langperiodische Bodenbewegung / 長周期地震動について“ / Stand Juli 2026). Für deutsche Leser sei betont: Das Risiko der Hochhäuser liegt hier gerade nicht im Einsturz, sondern in der langen, weit ausschlagenden Bewegung der oberen Etagen.

Der zweite Punkt ist der Stillstand des Aufzugs. Bei Erkennung eines Bebens hält er automatisch an, und die Wiederinbetriebnahme dauert. In hohen Stockwerken wird das Treppensteigen zur erheblichen Belastung, und auch das Hinauftragen von Wasser und Lebensmitteln sowie das Hinabtragen von Müll wird schwierig. Die ersten Schritte im Fall eines Eingeschlossenwerdens im Aufzug haben wir im Leitfaden zum Verhalten beim Eingeschlossensein im Aufzug und zur Erdbebenvorsorge ausführlich zusammengestellt.

Der dritte Punkt ist die Unterbrechung der Versorgungsleitungen. Fällt bei Stromausfall die Pumpe aus, kommt es – außer bei der Bauweise mit Hochbehälter – zum Wasserausfall. Zudem darf die Abwasserableitung so lange gesperrt werden, bis Schäden an den Leitungen geprüft sind, sodass die Toilette unter Umständen nicht benutzbar ist. Der vierte Punkt ist die für Mehrfamilienhäuser typische Kettenreaktion, bei der die Störung in einer einzigen Wohnung auf das Ganze übergreift. Ein Wasseraustritt aus einer oberen Etage oder der Ausfall gemeinschaftlicher Anlagen wirkt sich auf das Wohnen im gesamten Gebäude aus – anders als beim freistehenden Haus, das autark bleibt.

Wie unterscheiden sich erdbebensichere, gedämpfte und schwingungsisolierte Bauweise? Ein Vergleich der drei mansion-Strukturen

Kurz gesagt nimmt die Stärke der Schwingung in der Reihenfolge „schwingungsisoliert → gedämpft → erdbebensicher“ ab, und entsprechend steigen Kosten und Wartungsaufwand. Die richtige Sichtweise ist nicht, welche Bauweise überlegen ist, sondern welche zu Gebäudehöhe, Lage und Budget passt. In Deutschland fehlt diese Unterscheidung im Wohnungsbau vollständig, weil kein Erdbebenschutz dieser Art gefordert ist – für internationale Investoren ist sie deshalb ein genuin japanisches Prüfkriterium. Wenn Sie im Prospekt einer Neubau-mansion oder in der Erläuterung der wesentlichen Vertragspunkte (重要事項説明, die gesetzlich vorgeschriebene Aufklärung des Käufers vor Vertragsschluss) die Bauweise prüfen, nutzen Sie die folgende Tabelle als Entscheidungsraster.

Bauweise Funktionsprinzip Schwingungsverhalten Kostentendenz Wartung Geeignete Objekte
Erdbebensichere Bauweise (耐震) Wände, Stützen und Träger werden stark ausgeführt; das Gebäude widersteht der Erschütterung aus eigener Kraft Nimmt die Schwingung direkt auf. In oberen Etagen wird sie eher verstärkt Standard. Die Einführungskosten sind am niedrigsten Keine speziellen Vorrichtungen, geringer Aufwand Mittel- und niedriggeschossige mansion, kostenbewusste Objekte
Gedämpfte Bauweise (制震) Dämpfer (Schwingungsdämpfer) absorbieren die Bebenenergie Dämpft die Schwingung. Wirkt gut bei oberen Etagen und wiederholten Erschütterungen Höher als erdbebensicher, aber leichter als schwingungsisoliert Prüfung der Vorrichtungen nötig, aber vergleichsweise gering Mittel- und hochgeschossige mansion sowie Türme, Lagen mit Sorge vor langperiodischer Bodenbewegung
Schwingungsisolierte Bauweise (免震) Zwischen Gebäude und Untergrund werden Schichtgummilager o. Ä. eingesetzt, die die Schwingung entkoppeln Geringste Schwingung. Auch das Umkippen von Möbeln tritt seltener auf Höchste Einführungskosten Regelmäßige Prüfung der Isolationsebene und der Lager nötig Hochwertige mansion und Türme, Wohnungen mit dem Ziel minimaler Schwingung

Das Funktionsprinzip der schwingungsisolierten Bauweise sowie ihre Eigenheit, dass man bei starkem Wind trotz geringer Bebenschwingung mitunter ein Schwanken spürt, vertiefen wir im Leitfaden zu Merkmalen und Auswahl schwingungsisolierter Wohnhäuser. Da die Wahl der Bauweise nach dem Einzug nicht mehr geändert werden kann, prüfen Sie sie unbedingt bereits in der Phase, in der Sie einen Neubau in Erwägung ziehen. Zur grundsätzlichen Herangehensweise an die Erdbebenvorsorge einer gesamten mansion lesen Sie auch den Praxisleitfaden zur Erdbebenvorsorge und Verwaltung von mansion.

Die mansion-spezifischen Risiken und Gegenmaßnahmen im Überblick

Anders als beim freistehenden Haus rechnet die Katastrophenvorsorge einer mansion mit der Lage „das Gebäude ist heil, aber das Leben steht still“. Wenn Stromausfall, Wasserausfall und Aufzugsstillstand gleichzeitig eintreten, hilft es, vorab zu wissen, was dann zum Problem wird – so wird die Rangfolge der Vorsorge klar. Anders als deutsche Leser es gewohnt sind, wo bei Störungen rasch externe Hilfe und funktionierende Infrastruktur zur Verfügung stehen, muss man hier von tagelanger Selbstversorgung ausgehen. Die folgende Tabelle ordnet die mansion-spezifischen Risiken und die konkreten Gegenmaßnahmen.

Risiko Was passiert Wichtigste Gegenmaßnahmen
Langperiodische Bodenbewegung (Schwingung in hohen Stockwerken) Durch starke, lange Schwingungen verschieben sich Möbel oder kippen um, was Verletzungen und blockierte Türen verursacht Möbel mit L-Winkeln an der Wand fixieren, Rollen arretieren, Glasflächen mit Splitterschutzfolie versehen
Aufzugsstillstand und Eingeschlossenwerden Die Wiederinbetriebnahme dauert; in hohen Stockwerken werden Auf- und Abstieg sowie Transport beschwerlich Treppenlage kennen, Vorrat für die häusliche Zuflucht anlegen, beim Eingeschlossensein alle Etagentasten drücken und Notruf absetzen
Wasserausfall (Ausfall der Speisepumpe) Fällt bei Stromausfall die Pumpe aus, kommt in den oberen Etagen kein Wasser mehr Trink- und Brauchwasser bevorraten, Wasserverteilstellen und die Bauweise mit Wasservorlagebehälter prüfen
Blockierte Abwasserableitung – Toilette nicht benutzbar Bis die Leitungsprüfung abgeschlossen ist, ist das Ableiten verboten. Leichtfertiges Spülen droht in die untere Etage zu lecken Notfalltoiletten (mobile Toiletten) nach Personenzahl × Tage bevorraten, Weisung der Eigentümergemeinschaft abwarten
Stromausfall (Beleuchtung, Kommunikation, Kochen) Beleuchtung, automatische Türverriegelung, Kochen und Informationsbeschaffung fallen aus Taschenlampe, Powerbank, tragbares Radio und Gaskartuschenkocher bereithalten

„Ich wusste nach der Katastrophe nicht, ob ich die Toilette spülen darf, und war ratlos“ – solche Stimmen sind nicht selten. In einer mansion gilt als Grundsatz, das Ableiten von Abwasser so lange zurückzuhalten, bis die Prüfung der Abwasserleitungen abgeschlossen ist. Gerade deshalb ist unter der Prämisse der „häuslichen Zuflucht“ – dem Ausharren zu Hause statt des Gangs in eine Notunterkunft – die Bevorratung von Notfalltoiletten unverzichtbar.

Checkliste für die Bevorratung zur häuslichen Zuflucht

In einer mansion ist die häusliche Zuflucht der Grundfall: Ist das Gebäude heil, bleibt man in der eigenen Wohnung, statt in eine Notunterkunft zu ziehen. Das Japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei nennt als Richtwert 3 Liter Trinkwasser pro Person und Tag für 3 Tage sowie Lebensmittel für ebenfalls 3 Tage und hält bei Vorsorge für Großkatastrophen einen Wochenvorrat für wünschenswert (Japanisches Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (農林水産省, Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries, MAFF) „Portal zur häuslichen Bevorratung / 家庭備蓄ポータル“ / Stand Juli 2026). Anders als in Deutschland, wo das Bundesamt für Bevölkerungsschutz ähnliche Empfehlungen gibt, aber selten als Alltagsroutine gelebt werden, ist die häusliche Bevorratung in Japan angesichts der Bebenhäufigkeit gängige Praxis. Da sich der Bedarf mit Personenzahl und Tagen ändert, bestimmen Sie die Menge Ihres Haushalts anhand der folgenden Übersichtstabelle.

Artikel Richtwert der empfohlenen Menge 3 Personen × 3 Tage 3 Personen × 7 Tage Anmerkung
Trinkwasser 3 L pro Person und Tag 27 L 63 L Zum Trinken und Kochen. Brauchwasser separat sichern
Grundnahrung (Alpha-Reis, Fertiggerichte usw.) 3 Mahlzeiten pro Person und Tag 27 Mahlzeiten 63 Mahlzeiten Auch nicht zu erhitzende Produkte wie Konserven und Hartkeks beimischen
Notfalltoilette (mobile Toilette) Richtwert 5 Nutzungen pro Person und Tag 45 Nutzungen 105 Nutzungen Wegen blockierter Ableitung reichlich. Auch Geliermittel und Geruchsschutzbeutel
Gaskartuschen Richtwert 1 Stück pro Tag etwa 3 Stück etwa 7 Stück Zusammen mit dem Gaskartuschenkocher. Auf Haltbarkeitsdatum achten
Beleuchtung, Strom, Information Nach Personenzahl + Reserve Taschenlampe, Powerbank, tragbares Radio, Batterien
Hygiene, Erste Hilfe 1 Set pro Haushalt Hausmedikamente, Erste-Hilfe-Material, Feuchttücher, Masken

Beim Bevorraten ist die „rollierende Bevorratung“ (ローリングストック, das schrittweise Aufbrauchen und Nachkaufen alltäglicher Lebensmittel) leichter durchzuhalten als der Sammeleinkauf besonderer Notrationen: Man kauft etwas mehr von den üblichen Lebensmitteln, verbraucht die ältesten zuerst und füllt wieder auf. Da Wasser und Grundnahrung schwer sind, empfiehlt es sich, in hohen Stockwerken die Last des einmaligen Hinauftragens zu bedenken und planvoll nachzufüllen. Verteilt man den Vorrat auf einen Ort nahe dem Eingang und auf die Wohnräume, lässt er sich im Katastrophenfall leichter erreichen.

Die Aufgaben vor und nach dem Einzug im zeitlichen Ablauf

Katastrophenvorsorge gelingt zuverlässig, wenn man festlegt, „wann was zu tun ist“. In einem Haushalt, der in eine bestimmte Neubau-mansion gezogen war, hatte man am Einzugstag die Möbel aufgestellt, die Befestigung aber aufgeschoben – und es blieb schließlich dabei. Der Zeitpunkt des Möbeltransports ist der am leichtesten anzugehende für die Befestigung. Wir haben die Aufgaben in drei Phasen geordnet: vor dem Einzug, unmittelbar nach dem Einzug und nach dem Einzug.

Zeitpunkt Aufgaben
Vor dem Einzug Bauweise (erdbebensicher, gedämpft, schwingungsisoliert) und Wasservorlagebehälter-System in der Erläuterung der wesentlichen Vertragspunkte prüfen / die kommunale Gefahrenkarte (ハザードマップ, die von der Gemeinde herausgegebene Karte zu Überschwemmungs-, Verflüssigungs- und weiteren Risiken) sowie die ausgewiesenen Notzufluchtsorte und Notunterkünfte erfassen / 2–3 Fluchtrouten annehmen
Unmittelbar nach dem Einzug (beim Transport) Möbel an der Wand fixieren (L-Winkel, Spannstangen) / hohe Möbel nicht im Schlafzimmer und nicht nahe an Türen aufstellen / Glasflächen mit Splitterschutzfolie versehen / Stellplatz für den Vorrat schaffen
Nach dem Einzug (frühzeitig) Standorte der gemeinschaftlichen Schutzeinrichtungen wie Feuerlöscher, Fluchtleiter und Sicherheitsleuchten prüfen / prüfen, ob die Eigentümergemeinschaft ein Katastrophenschutz-Handbuch und einen Katastrophenvorrat hat / die Methode zur Bestätigung der Sicherheit der Familie (Notfall-Nachrichtenbrett u. Ä.) abstimmen

Wenn Sie die gemeinschaftlichen Schutzeinrichtungen prüfen, halten Sie auch fest, dass die Trennwand des Balkons und die Fluchtluke zur Fluchtroute werden können. Stellt man zu viel auf den Balkon, kann man im Ernstfall nicht in die Nachbarwohnung fliehen. Die Grundlagen der Balkonnutzung finden Sie im Beitrag Verbote und richtige Nutzung des mansion-Balkons.

Wie unterscheidet sich das Denken zur Katastrophenvorsorge zwischen freistehendem Haus und mansion?

Der größte Unterschied zwischen freistehendem Haus und mansion liegt in der ersten Entscheidung: „fliehen oder vor Ort ausharren“. Beim freistehenden Haus überwiegt oft die Flucht ins Freie, um Einsturz- und Brandrisiken zu entgehen, während bei der mansion dank der hohen Erdbebenfestigkeit des Gebäudes die häusliche Zuflucht – das Bleiben in der eigenen Wohnung bei unversehrtem Gebäude – die realistische Wahl ist. Für deutsche Leser ist dieser Reflexwechsel zentral: Nicht das Verlassen, sondern das ausgerüstete Bleiben ist hier der Grundfall. Andererseits schwankt es in hohen Stockwerken stärker und länger, und man ist durch Aufzugsstillstand leicht isoliert – das ist die Schwachstelle.

Zudem teilt sich bei der mansion die Verwaltungshoheit zwischen Gemeinschaftseigentum und Sondereigentum. Die Entscheidung über die Wiederinstandsetzung gemeinschaftlicher Anlagen und die Wiederaufnahme der Abwasserableitung trifft die Eigentümergemeinschaft (管理組合, Kanri-kumiai, die gesetzlich vorgesehene Selbstverwaltungsorganisation aller Wohnungseigentümer, ähnlich einer deutschen Wohnungseigentümergemeinschaft, aber mit weitergehenden operativen Aufgaben) beziehungsweise die Hausverwaltung, sodass man in manchen Lagen nicht allein nach eigenem Ermessen handeln kann. Gerade deshalb führt es im Ernstfall zu Sicherheit, das Katastrophenschutzsystem der Eigentümergemeinschaft laufend zu kennen und ein Verhältnis aufzubauen, in dem die Bewohner untereinander Informationen teilen können. Katastrophenvorsorge funktioniert erst dann, wenn die Bewohner nicht alles dem Gebäude überlassen, sondern selbst aktiv vorsorgen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F. Welche Notfallausrüstung sollte man in einer mansion mindestens bevorraten?

Grundlage sind Wasser (3 Liter pro Person und Tag für mindestens 3 Tage), Notnahrung für 3 Tage, eine Notfalltoilette, eine Taschenlampe, eine Powerbank und ein tragbares Radio. Das Japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei hält zur Vorsorge für Großkatastrophen einen Wochenvorrat für wünschenswert. Da bei einer mansion leicht die Abwasserableitung blockiert, halten Sie Notfalltoiletten nach Personenzahl × Tage reichlich vor.

F. Wie sollte man sich bei einem Erdbeben verhalten, wenn man in einem hohen Stockwerk wohnt?

Während des Schwankens schützt man sich vor Ort und handelt erst, wenn die Schwingung abklingt. Da hohe Stockwerke durch die langperiodische Bodenbewegung stark und lange schwanken, entfernt man sich zunächst von Möbeln und schützt den Kopf. Nutzen Sie nicht den Aufzug, sondern die Treppe, und prägen Sie sich Treppenlage und Fluchtrouten laufend ein. Ist man eingeschlossen, drückt man alle Etagentasten und setzt über die Notruftaste einen Notruf ab.

F. Ist bei einer mansion in schwingungsisolierter Bauweise keine Katastrophenvorsorge nötig?

Auch bei Schwingungsisolierung sind Möbelbefestigung und Bevorratung nötig. Die Isolierung dämpft zwar die Gebäudeschwingung, doch Probleme der Versorgungsleitungen wie Stromausfall, Wasserausfall und Aufzugsstillstand lassen sich durch die Bauweise nicht verhindern. Bei starkem Wind kann man ein Schwanken spüren. Betrachten Sie die Sicherheit der Bauweise und die Vorsorge fürs Leben als zweierlei und führen Sie die grundlegende Katastrophenvorsorge unbedingt durch.

F. Darf man nach einer Katastrophe die Toilette der mansion spülen?

Grundsatz ist, nicht zu spülen, bis die Prüfung der Abwasserleitungen abgeschlossen ist. Erzwingt man das Spülen, droht aus der beschädigten Leitung ein Wasseraustritt in die untere Etage. Warten Sie die Weisung der Eigentümergemeinschaft oder der Hausverwaltung ab und behelfen Sie sich bis dahin mit der Notfalltoilette. Gerade deshalb entscheidet bei der häuslichen Zuflucht die bevorratete Menge an Notfalltoiletten über die Lebensqualität.

F. Worauf sollte man beim Kauf einer neu gebauten mansion unter dem Gesichtspunkt der Katastrophenvorsorge achten?

Prüfen Sie drei Punkte: Bauweise, Lage und gemeinschaftliche Einrichtungen. Klären Sie in der Erläuterung der wesentlichen Vertragspunkte, ob erdbebensicher, gedämpft oder schwingungsisoliert gebaut ist, ob ein Wasservorlagebehälter-System besteht und ob Notstromversorgung und Katastrophenvorrat vorhanden sind. Sehen Sie zugleich auf der kommunalen Gefahrenkarte die Annahmen zu Überschwemmung und Bodenverflüssigung und erwägen Sie den Abschluss einer Erdbebenversicherung. Die Beurteilung der Erdbebenfestigkeit einschließlich Bestandsobjekten ergänzen wir im verwandten Beitrag.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte