Das erste Stadtumgestaltungsprojekt im Gebiet Jingu Gaien ist eine groß angelegte Neuentwicklung, die sich in Shinjuku-ku Kasumigaoka-machi sowie rund um Minato-ku Kita-Aoyama 1-chome und 2-chome fortentwickelt. Im Zentrum des Plans stehen der Neubau und der Standorttausch des derzeitigen Meiji Jingu Baseball Stadiums und des Chichibunomiya Rugby Stadiums; ergänzt wird dies durch Büro-, Einzelhandels- und Beherbergungsnutzungen sowie durch die Entwicklung von Plätzen, Fußgängerbereichen, Grünflächen und Katastrophenschutzfunktionen, um den gesamten Außenbereich von Gaien schrittweise zu erneuern.
Als Teilnehmer-Genossenschafter, die in den veröffentlichten Unterlagen bestätigt werden können, sind Meiji Jingu, der Japan Sport Council, Mitsui Fudosan und Itochu genannt. Nach Angaben der Stadt Tokio ist der Baubeginn für 2025 vorgesehen, die Fertigstellung wird um das Jahr 2036 erwartet. Zu den großen Merkmalen des Plans gehört außerdem ein rund 185 m hoher Büro- und Hotel-Hochhausturm.
Gleichzeitig ist das Vorhaben nicht nur ein einzelner Gebäudeneubau, sondern auch ein Projekt, bei dem neu geordnet werden soll, wie der stark öffentlich geprägte Außenraum von Jingu Gaien künftig genutzt wird. Die Wegeführung für Sportstättenbesucher, das alltägliche Spazieren und Umhergehen, die Belebung entlang der Straßen, Plätze und Fußgängerbereiche als Aufenthalts- und Notfallflächen sowie der Umgang mit der bestehenden Grünlandschaft werden dabei gemeinsam verhandelt. Damit gehört das Projekt zu den Vorhaben im innerstädtischen Umbau, bei denen die Neuordnung des gesamten Raums besonders stark im Vordergrund steht.
Planübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Projektname | Erstes Stadtumgestaltungsprojekt im Gebiet Jingu Gaien |
| Standort | Shinjuku-ku Kasumigaoka-machi, rund um Minato-ku Kita-Aoyama 1-chome und 2-chome |
| Ausführende Stelle | Im Umfang der veröffentlichten Materialien nicht bekannt gegeben |
| Projektträger | Im Umfang der veröffentlichten Materialien nicht bekannt gegeben |
| Teilnehmer-Genossenschafter | Meiji Jingu, Japan Sport Council, Mitsui Fudosan, Itochu |
| Projektkooperationspartner | Im Umfang der veröffentlichten Materialien nicht bekannt gegeben |
| Gebietsfläche | ca. 17,5 ha |
| Grundstücksfläche | Im Umfang der veröffentlichten Materialien nicht bekannt gegeben |
| Gesamtgeschossfläche | Im Umfang der veröffentlichten Materialien nicht bekannt gegeben |
| Höhe | bis zu ca. 185 m |
| Geschosszahl | Im Umfang der veröffentlichten Materialien nicht bekannt gegeben |
| Hauptnutzung | Sportanlagen, Büro, Einzelhandel, Beherbergung, Plätze, Fußgängerbereiche, Grünflächen, Katastrophenschutzfunktionen |
| Wohnungszahl | Im Umfang der veröffentlichten Materialien nicht bekannt gegeben |
| Städtebaulicher Beschluss | Im Umfang der veröffentlichten Materialien nicht bekannt gegeben |
| Genehmigung | Nach Angaben der Stadt Tokio soll die gestaffelte Entwicklung nach Erteilung der Ausführungszulassung voranschreiten |
| Baubeginn | Baubeginn für 2025 vorgesehen |
| Fertigstellung | Fertigstellung um 2036 erwartet |
| Projektkosten | Im Umfang der veröffentlichten Materialien nicht bekannt gegeben |
Das Gebiet liegt im Jingu-Gaien-Areal, das selbst in der inneren Stadt große Fußgängerströme aufnimmt. Es erstreckt sich über die Seite von Shinjuku-ku und die von Minato-ku und ist ein Bezirk, in dem bestehende Sportanlagen, Straßenräume, platzartige Freiräume und Grünflächen kontinuierlich ineinandergreifen. Daher ist für das Verständnis des Plans stärker als bei einer üblichen Einzelblock-Neuentwicklung die Frage grundlegend, wie die Kontinuität des öffentlichen Raums bei der Erneuerung erhalten bleibt.
Bei der Nutzungsstruktur fällt auf, dass nicht nur publikumsstarke Einrichtungen wie das Baseball- und das Rugby-Stadion vorgesehen sind, sondern auch Büro-, Einzelhandels- und Hotelnutzungen. Das Vorhaben ist somit als Mischentwicklung zu lesen, die die Erneuerung von Sportanlagen mit städtischen Privatnutzungen verbindet und nicht nur auf die Nutzung bei Veranstaltungen, sondern auch auf Arbeit, Besuch und Aufenthalt im Alltagsbetrieb abzielt.
Bei der Zeitplanung ist eine langfristige, stufenweise Entwicklung vorgesehen: Baubeginn 2025 und Fertigstellung um 2036. Das liegt daran, dass der Bezirk unter laufender Nutzung der bestehenden Anlagen schrittweise erneuert werden muss. Die Neustrukturierung der Sportstätten mit Standorttausch, die Umstellung der Fußgängerbereiche und der Aufbau der privaten Nutzungen sind daher nicht in einem einzigen Schritt, sondern in mehrere Phasen gegliedert.
Besonderheiten des Plans
Der Kern des Plans ist die Erneuerung des Meiji Jingu Baseball Stadiums und des Chichibunomiya Rugby Stadiums. Es handelt sich nicht um einen bloßen Wiederaufbau am selben Ort, sondern um eine Neuanordnung der Flächennutzung im gesamten Gebiet durch einen Standorttausch der beiden Einrichtungen. Genau darin liegt das projektspezifische Merkmal, Sportanlagen-Erneuerung und die Umstrukturierung der umliegenden Blöcke gemeinsam voranzutreiben.
Zusätzlich zur Erneuerung der Anlagen ist ein rund 185 m hoher Büro- und Hotel-Mischturm in den Plan aufgenommen. Dass die Neugestaltung von Jingu Gaien nicht bei der Erhaltung und Erneuerung der Sportstätten endet, sondern als gemischte Stadtentwicklung mit Büro-, Einzelhandels- und Hotelnutzungen positioniert wird, wird schon aus der Nutzungszusammensetzung deutlich. Details wie Geschosszahl oder Gesamtgeschossfläche sind in den veröffentlichten Materialien im bestätigbaren Umfang nicht bekannt gegeben.
Auch die Neuordnung des öffentlichen Raums ist eine zentrale Säule des Vorhabens. Zu den Hauptnutzungen sind ausdrücklich Plätze, Fußgängerbereiche, Grünflächen und Katastrophenschutzfunktionen aufgeführt. Das deutet darauf hin, dass nicht nur die Besucherströme bei Großveranstaltungen, sondern auch alltägliches Flanieren, Verweilen und die Nutzung als temporärer Auffangraum im Katastrophenfall mitgedacht werden. Es handelt sich also um eine Neuentwicklung, die nicht Gebäude und Außenraum getrennt behandelt, sondern die Nutzung des gesamten Gebiets neu entwirft.
Im Umweltbereich wurde die mögliche Fällung von mehr als 1.000 Bäumen als Streitpunkt weithin bekannt. Danach soll es im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung durch die Stadt Tokio zu Überarbeitungen gekommen sein, doch die Frage, wie die Erneuerung einer ausgereiften Grünlandschaft mit der Einführung neuer Bauten in Einklang gebracht werden kann, bleibt ein zentraler Punkt. Die Qualität der neu gestalteten Grünflächen, die Kontinuität zur bestehenden Landschaft und die Veränderung der räumlichen Dichte, die Fußgänger wahrnehmen, sind neben der eigentlichen Anlagen-Erneuerung wesentliche Bewertungsmaßstäbe.
Jingu Gaien ist zudem ein Ort, an dem sich Sport, Kultur und offene Räume über lange Zeit hinweg verdichtet haben. Rechtlich gibt es einzelne Eigentümer und Berechtigte, tatsächlich handelt es sich aber um einen stark öffentlich geprägten Ort, der Besucher aus einem weiten Einzugsbereich anzieht. Deshalb wird das Vorhaben nicht nur nach Gebäudehöhe oder Nutzung beurteilt, sondern auch unter Gesichtspunkten wie Landschaftsbild, Fußgängernetzwerk, Nutzung der Plätze und Wahrnehmung von den Straßenrändern aus.
Bezug zu umliegenden Projekten und Gebieten
Das Gebiet Jingu Gaien liegt in einem innerstädtisch sehr gut angebundenen Bereich, der von der Station Gaienmae der Tokyo Metro Ginza Line, der Station Aoyama-itchome mit Anschluss an die Tokyo Metro Hanzomon Line, Ginza Line und Toei Oedo Line sowie der Station Shinanomachi der JR Sobu Line umgeben ist. Es handelt sich nicht um eine einzelne Bahnhofsumfeld-Neuentwicklung, sondern um ein Gebiet, das Fußgängerstrom aus mehreren Bahnhöfen aufnimmt. Daher wirkt sich die Neuentwicklung nicht nur auf das einzelne Gebäude aus, sondern als flächenhafte Neustrukturierung von Wegen und Räumen, einschließlich Straßen und Plätzen.
Im Verhältnis zu den Straßen hat die Seite der Aoyama-dori einen Bezug zu Büro- und Einzelhandelsnutzungen, während auf der Seite der Gaien-Nishi-dori die Kontinuität zum Straßenraum eine wichtige Frage ist. Die Seite von Shinanomachi hat den Charakter eines Zugangswegs zu den bestehenden Sportanlagen und ist ein Bereich, in dem eine Konzentration von Besuchern zu erwarten ist. Das bedeutet, dass das Projekt im Gebiet Jingu Gaien nicht nur als innere Anordnung auf dem Grundstück verstanden werden kann, sondern zusammen mit der Frage, von welchem Bahnhof aus man über welche Straßen zu welchen Anlagen und Plätzen gelangt, also auf Stadtebene.
Besonders wichtig im Verhältnis zum Umfeld ist, dass Jingu Gaien kein geschlossener Block ist, sondern ein außenraumgeprägtes Gebiet, in dem Spaziergänge, Durchgang, Zuschauerbesuche und Veranstaltungsbesuche zusammenkommen. Nicht nur die Nutzer des neuen Stadions und des neuen Rugby-Stadions, sondern auch Besucher aus Richtung Aoyama, Beschäftigte in der Umgebung und Straßenraumnutzer teilen sich denselben Raum. Deshalb beeinflusst die Anordnung von Plätzen, Fußgängerbereichen und Grünflächen auch die Durchlässigkeit und Umlaufbarkeit über das Gebiet hinaus.
Das Vorhaben beschränkt sich zudem nicht auf die Erneuerung bestehender Sportanlagen, sondern ist ein Plan, bei dem die Kontinuität des öffentlichen Raums und die durch den Hochhausneubau entstehende Veränderung des Stadtbilds direkt das Bild des umliegenden Gebiets prägen. Jingu Gaien hat als Teil der urbanen Infrastruktur, die verschiedene Innenstadtbereiche verbindet, eine Funktion erfüllt. Auch die jetzige Neugestaltung ist daher weniger als reine Leistungsverbesserung einer einzelnen Anlage zu verstehen, sondern als Neudefinition der räumlichen Struktur des gesamten Außenbereichs von Gaien.
INA-Kurzkommentar
Die Neuentwicklung des Gebiets Jingu Gaien zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Erneuerung von Sportanlagen, die Einführung eines rund 185 m hohen Mischhochhauses und die Neuordnung von Plätzen und Fußgängerbereichen zusammenführt. Im Mittelpunkt der Bewertung steht nicht nur das bauliche Volumen, sondern vor allem die Frage, wie eine ausgereifte Grünlandschaft und ein stark öffentlich geprägter Außenraum erneuert werden. Obwohl es sich um eine innerstädtische Neuentwicklung handelt, entscheidet der Umgang mit Landschaftsbild und Umlaufbarkeit darüber, wie das gesamte Vorhaben wahrgenommen wird.