Barrierefreies Wohnen ist ein Zuhause, in dem Menschen aller Altersgruppen von Babys bis zu Seniorinnen und Senioren sicher, geschützt und komfortabel leben können. Wir erläutern die wichtigen Planungspunkte für jeden Raum und jede Ausstattung mit Blick auf eine mögliche spätere Pflege.
Was ist barrierefreies Wohnen?
Barrierefreies Wohnen ist ein Wohnkonzept, das so geplant ist, dass alle Menschen unabhängig von Alter oder körperlicher Verfassung sicher und beruhigt leben können. Es ist ein Konzept, das dem Universal Design nahekommt, barrierefrei wird jedoch vor allem im Wohnbereich verwendet.
Was sind die grundlegenden Punkte barrierefreien Wohnens?
- Stufen und Schwellen beseitigen:Das verringert das Sturzrisiko und erleichtert auch die Fortbewegung mit dem Rollstuhl
- Temperaturunterschiede vermeiden:Schutz vor Hitzeschock. Temperaturunterschiede zwischen Räumen erhöhen das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte
- Stürzen vorbeugen:Handläufe in Fluren, Treppen, Badezimmern und ähnlichen Bereichen anbringen
- Grundriss auf einer Ebene:Wohnbereich, Nassräume und Schlafzimmer im Erdgeschoss zusammenfassen
Worauf kommt es bei der Barrierefreiheit in den einzelnen Räumen an?
Eingang und Flur
Schwellen beseitigen und eine Rampe installieren. Der Flur sollte breit genug für einen Rollstuhl sein, außerdem sollten Handläufe angebracht werden.
Wohn- und Essbereich
Hier passieren besonders häufig Sturzunfälle. Beseitigen Sie Höhenunterschiede und wählen Sie rutschhemmende Bodenbeläge.
Küche
Empfehlenswert ist eine höhenverstellbare Küche, in der sich auch im Sitzen arbeiten lässt. Geschirrschränke sollten nicht zu hoch montiert werden.
Badezimmer und Waschbecken
Bringen Sie Handläufe an den Wänden und in der Badewanne an und verwenden Sie rutschhemmende Bodenmaterialien. Am Waschbecken sollte zudem ausreichend Platz (1,500mm) für ein Wenden mit dem Rollstuhl vorhanden sein.
Toilette
Wenn Schlafzimmer und Toilette näher beieinander liegen, wird die nächtliche Bewegung erleichtert und zugleich ein Hitzeschock vermieden.
Türen und Beleuchtung
Verwenden Sie Schiebetüren und platzieren Sie Lichtschalter so, dass sie auch vom Rollstuhl aus gut erreichbar sind. Auch Bewegungsmelder-Beleuchtung ist sinnvoll.
FAQ
Q. Muss ein barrierefreies Zuhause zwingend ein Neubau sein?
Auch bestehende Häuser lassen sich durch Umbauten barrierefrei gestalten. Wenn dies jedoch bereits beim Neubau eingeplant wird, können die Kosten niedriger ausfallen.
Q. Gibt es Zuschüsse für barrierefreie Umbauten?
Es gibt Leistungen wie die Übernahme von Wohnraumanpassungskosten über die Pflegeversicherung sowie eigene Förderprogramme einzelner Kommunen.
Q. Sollten auch junge Haushalte barrierefreies Wohnen in Betracht ziehen?
Ja. Es bietet den Vorteil, sich auf künftige Veränderungen des Lebensstils einstellen zu können und spätere Umbaukosten zu reduzieren.