Wer in Japan in eine neue Wohnung zieht, steht bei der Wahl des Internetanschlusses vor einer Entscheidung, die westliche Mieter so kaum kennen: Das Erste, worauf Sie achten sollten, ist nicht der Tarif, sondern zwei bauliche Faktoren – die „Verkabelungsart des Gebäudes“ und der „Internet-Ausbaustatus“ der Wohnung. Ein kurzer Hinweis für internationale Leser vorab: Das japanische Wort „Mansion“ (マンション) bezeichnet kein Herrenhaus, sondern ein mehrstöckiges Wohngebäude aus Stahlbeton – also das, was in Deutschland eine Eigentumswohnung bzw. Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus wäre. Anders als in Deutschland, wo Sie Ihren Internetprovider meist frei wählen und die Leitung bis in die Wohnung technisch weitgehend gegeben ist, entscheiden in Japan diese beiden gebäudeseitigen Faktoren fast vollständig über die nutzbare Höchstgeschwindigkeit und darüber, ob überhaupt eine Installation nötig ist. Der Tarifvergleich kommt deshalb erst danach. Dieser Artikel ordnet für Sie – vom Unterschied zwischen Mansion-Tarif und Einfamilienhaus-Tarif über die Geschwindigkeitsunterschiede je nach gebäudeinterner Verkabelung und dem Vorgehen zur Statusprüfung bis zu den nötigen Geschwindigkeiten für Homeoffice, Video und Gaming – alle Entscheidungsgrundlagen, damit Sie ohne Umwege wählen können.
Die wichtigsten Punkte dieses Artikels
- Bei Internetanschlüssen in japanischen Mansion-Wohngebäuden bestimmen „Verkabelungsart“ und „Ausbaustatus“ nahezu vollständig die nutzbare Geschwindigkeit und die Frage, ob eine Installation erforderlich ist.
- Ist das Gebäude intern mit Glasfaser-Verkabelung (光配線方式) ausgestattet, sind laut Standard maximal 1 Gbit/s möglich; bei VDSL- und LAN-Verkabelung liegt die Obergrenze bei maximal 100 Mbit/s (die tatsächliche Geschwindigkeit schwankt je nach Umgebung).
- „Internet komplett ausgestattet“ (完備) heißt einfach einstecken, „Internet-kompatibel“ (対応) erfordert eine Einführungsinstallation, und „nicht installiert“ (未導入) bedeutet, dass Sie mit Erlaubnis des Eigentümers selbst einen Vertrag abschließen.
- Für überwiegendes Homeoffice genügen rund 30 Mbit/s effektiv; für 4K-Video oder Mehrpersonennutzung sollten mehrere Dutzend Mbit/s der Maßstab sein.
- Bei Geschwindigkeitsproblemen lässt sich oft durch Überprüfung des WLAN-Routers oder einen Wechsel der Verkabelungsart eine Verbesserung erreichen.
Die Wahl des Internetanschlusses in japanischen Mansion-Gebäuden entscheidet sich über „Verkabelungsart“ und „Ausbaustatus“
Um es vorwegzunehmen: Bei der Wahl des Internetanschlusses in einem japanischen Mansion-Wohngebäude ist der Anteil, der bereits durch die vorhandene Gebäudeausstattung festgelegt ist, sehr groß. Anders als bei einem Einfamilienhaus können Sie den Anbieter nicht immer frei wählen und die Geschwindigkeit nicht beliebig ausreizen. Das ist ein grundlegender Kontrast zu Deutschland, wo Mieter üblicherweise selbst einen Vertrag mit Telekom, Vodafone oder einem regionalen Anbieter abschließen. Zuerst prüfen sollten Sie deshalb nicht den Preis oder die Bekanntheit des Anbieters, sondern zwei Dinge: welche Verkabelung im Gebäude liegt und welchen Ausbaustatus die Wohnung hat.
Tatsächlich erleben wir bei Beratungen zu Mietobjekten immer häufiger, dass Interessenten schon bei der Besichtigung darauf achten, „ob das Internet schnell ist“. Laut dem Informationsgesellschafts-Weißbuch des japanischen Ministeriums für Innere Angelegenheiten und Kommunikation erreicht die Glasfaser-Haushaltsabdeckung in Japan rund 99,8 % (99,84 % zum Stand Ende März 2023) (Quelle: 総務省 (Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation, MIC) Informationsgesellschafts-Weißbuch, Ausgabe 2024 (令和6年版)). Mit anderen Worten: Weniger die Frage „Kommt Glasfaser an?“ als vielmehr, wie sie innerhalb des Gebäudes bis in die einzelnen Wohnungen verteilt wird, entscheidet heute über den Komfort. Im Unterschied zu Deutschland, wo die Debatte oft noch beim reinen Glasfaserausbau bis zum Haus (FTTH) ansetzt, liegt in Japans dicht verglasfaserten Städten der eigentliche Engpass in der „letzten Etage“ – der Verteilung von der Gemeinschaftsfläche bis zur Wohnungstür. Gerade deshalb ist es der erste Schritt zu einer Anschlusswahl ohne Fehlgriff, Verkabelungsart und Ausbaustatus vorab zu klären.
Was unterscheidet den Mansion-Tarif vom Einfamilienhaus-Tarif?
Grundlegend verschieden sind der Aufbau der Verkabelung und der Grad der Freiheit bei der Anbieterwahl. Beim Mansion-Tarif (マンションタイプ) wird die Leitung gebündelt bis zur Gemeinschaftsfläche (共用部) des Gebäudes eingeführt und von dort auf die einzelnen Wohnungen verteilt. Beim Einfamilienhaus-Tarif (戸建てタイプ) wird die Leitung vom Strommast direkt in die eigene Wohnung geführt, sodass Sie die Leitung im Prinzip exklusiv nutzen. Für deutsche Leser ist der Vergleich hilfreich: Der Mansion-Tarif ähnelt einem Sammelanschluss, den die Eigentümergemeinschaft für das ganze Haus vereinbart, während der Einfamilienhaus-Tarif dem gewohnten Einzelvertrag mit eigenem Hausanschluss entspricht. Die folgende Tabelle ordnet die Unterschiede.
| Vergleichspunkt | Mansion-Tarif | Einfamilienhaus-Tarif |
|---|---|---|
| Aufbau der Verkabelung | Einführung bis zur Gemeinschaftsfläche, dann Verteilung auf die Wohnungen | Direkte Einführung vom Strommast in die eigene Wohnung |
| Freiheit bei der Anbieterwahl | Meist beschränkt auf den im Gebäude bereits eingeführten Anbieter | Innerhalb des Versorgungsgebiets frei wählbar |
| Tendenz der Monatskosten | Durch gemeinsame Nutzung tendenziell günstiger | Durch Einzelvertrag tendenziell teurer |
| Stabilität der Geschwindigkeit | Bei vielen Nutzern im selben Gebäude nächtliche Einbrüche möglich | Leitung exklusiv nutzbar, kaum von Überlastung betroffen |
| Installation bis zur Freischaltung | Bei „komplett ausgestattet“ keine Installation nötig; bei „kompatibel“ ist eine Einführung in die Wohnung erforderlich | Einführungsinstallation von außen nötig (Eigentümererlaubnis vorausgesetzt) |
| Geschwindigkeitsobergrenze | Abhängig von der gebäudeinternen Verkabelungsart (siehe nächstes Kapitel) | Je nach Vertragstarif auch 1 Gbit/s bis 10 Gbit/s wählbar |
Entscheidend ist: Bei „Geschwindigkeit“ und „Kosten“ des Mansion-Tarifs wird die Obergrenze leicht durch die Gebäudeausstattung festgelegt. Wer bereits bei der Wohnungswahl Wert auf Homeoffice oder Gaming legt, sollte – mit derselben Priorität wie Grundriss und Miete – auch die im nächsten Kapitel behandelte Verkabelungsart prüfen; das erspart spätere Enttäuschungen. Für internationale Investoren, die in Japan Mietobjekte erwerben, ist dies zugleich ein Positionierungsfaktor: Ein Gebäude mit hochwertiger Verkabelung lässt sich anspruchsvollen Mietern leichter vermitteln als ein Objekt, dessen Geschwindigkeit baulich gedeckelt ist.
Die gebäudeinterne Verkabelungsart verändert die Höchstgeschwindigkeit|Vergleich von Glasfaser-, VDSL- und LAN-Verkabelung
Selbst bei gleicher „Glasfaser-Kompatibilität“ verändert sich die Höchstgeschwindigkeit stark, je nachdem, welche Verkabelungsart von der Gemeinschaftsfläche bis in die einzelnen Wohnungen führt. Bis zur Gemeinschaftsfläche liegt zwar Glasfaser, doch ob es von dort weiter über eine Telefonleitung oder über Glasfaser geht, kann die Obergrenze um das Zehnfache unterscheiden. Anders als in Deutschland, wo Mieter selten zwischen mehreren Inhaus-Verkabelungsarten unterscheiden müssen, ist diese Unterscheidung in Japan entscheidend. Wir vergleichen die drei typischen Verfahren.
| Verkabelungsart | Verkabelung von der Gemeinschaftsfläche bis zur Wohnung | Höchstgeschwindigkeit laut Standard | Merkmale / Erkennung |
|---|---|---|---|
| Glasfaser-Verkabelung (光配線方式) | Glasfaserkabel | max. 1 Gbit/s (je nach Tarif max. 10 Gbit/s) | Am schnellsten. Kennzeichen ist eine „Glasfaserdose (光コンセント / 光ローゼット)“ an der Wand |
| VDSL-Verkabelung (VDSL方式) | Telefonleitung (Kupfer/Metall) | max. 100 Mbit/s im Up- und Download | Man steckt eine Telefonleitung (Modularkabel) ins Modem. Häufig in älteren Gebäuden |
| LAN-Verkabelung (LAN配線方式) | LAN-Kabel | max. 100 Mbit/s (je nach Ausstattung auch Objekte mit 1 Gbit/s) | An der Wand befindet sich ein LAN-Port, in den das LAN-Kabel direkt gesteckt wird |
Die oben genannten Geschwindigkeiten sind lediglich die Höchstwerte laut Standard; die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von Gebäudeausstattung, Nutzungszeit und den Geräten in der Wohnung ab. Besonders die VDSL-Verkabelung nutzt Telefonleitungen und ist daher anfällig für den Einfluss von Entfernung und elektrischem Rauschen, sodass reale Messungen noch niedriger ausfallen können. Als Beleg für die Zahlen: Die Glasfaser-Verkabelung bietet max. 1 Gbit/s (bei Diensten wie FLET'S Hikari Cross auch max. 10 Gbit/s), VDSL- und LAN-Verkabelung dagegen max. 100 Mbit/s – ein standardbedingter Unterschied (siehe: NTT East (NTT東日本) offizielle Mitteilung).
Vorgehen, um die Verkabelungsart der eigenen Wohnung zu erkennen
Die Verkabelungsart lässt sich in der folgenden Reihenfolge prüfen. Auch schon vor Vertragsabschluss können Sie sie bei der Hausverwaltung oder dem Immobilienbüro erfragen.
- Sehen Sie sich die Anschlussdose an der Wand an. Ist eine Glasfaserdose vorhanden, handelt es sich um Glasfaser-Verkabelung; ist an einer Modular- (Telefon-)Buchse ein Modem angeschlossen, deutet dies auf VDSL-Verkabelung hin; ein LAN-Port spricht mit hoher Wahrscheinlichkeit für LAN-Verkabelung.
- Prüfen Sie in der Rubrik „Ausstattung“ der Objektunterlagen oder des Vermietungsplans die Anschlussart (Glasfaser, VDSL usw.).
- Ist es unklar, fragen Sie unter Angabe des Gebäudenamens bei Hausverwaltung, Eigentümer oder dem offiziellen Kontakt des einführenden Anbieters nach.
Übrigens hat NTT East die Neuanmeldung für VDSL- und LAN-Verkabelung (FLET'S Hikari Next Mansion-Tarif) im Jahr 2024 eingestellt und treibt die Umstellung auf die schnellere Glasfaser-Verkabelung (Verglasfaserung, 光配線化) voran (Quelle: NTT East (NTT東日本) offizielle Mitteilung). Auch Gebäude mit derzeitiger VDSL-Verkabelung können also künftig auf Glasfaser umgestellt werden; wenn Sie das interessiert, empfiehlt es sich, bei der Hausverwaltung nach geplanten Umbauten zu fragen. Eigentümer, die eine Glasfaser-Einführung in ihr Gebäude erwägen, finden ergänzend unter So führen Sie Glasfaser in ein Mansion-Gebäude ein weitere Informationen.
Wie prüft man den Internet-Ausbaustatus eines japanischen Mansion-Gebäudes?
Der Internet-Ausbaustatus gliedert sich in die drei Kategorien „komplett ausgestattet“, „kompatibel“ und „nicht installiert“, die jeweils unterschiedliche Formalitäten und Kosten mit sich bringen. In Vermietungsplänen steht dies als „Internet komplett ausgestattet (インターネット完備)“ oder „Internet-kompatibel (インターネット対応)“; der schnellste Weg ist daher, diese Kategorie zunächst in den Objektunterlagen zu prüfen. Für deutsche Leser gibt es dazu kein direktes Gegenstück – in Deutschland gilt schlicht, ob ein Anschluss vorhanden ist, während dieses dreistufige japanische Schema den genauen Ausbaugrad bis in die Wohnung abbildet.
| Kategorie | Zustand der Ausstattung | Beim Einzug erforderlich | Kostenrichtwert |
|---|---|---|---|
| Internet komplett ausgestattet (完備) | Die Leitung ist bis in jede Wohnung freigeschaltet | Durch Einstecken eines LAN-Kabels o. Ä. sofort nutzbar. Bei vielen Objekten kein Einzelvertrag nötig | Kostenlos oder in Miete/Nebenkosten enthalten |
| Internet-kompatibel (対応) | Glasfaser ist bis zur Gemeinschaftsfläche eingeführt | Anbieter wählen, Vertrag abschließen und Einführung in die Wohnung durchführen | Monatstarif + Installationskosten (Gratis-Kampagnen möglich) |
| Internet nicht installiert (未導入) | Keine Leitungsausstattung vorhanden | Mit Eigentümererlaubnis selbst Vertrag/Installation. Ist dies nicht möglich, Mobilfunkanschluss erwägen | Monatstarif + Installationskosten oder Monatstarif für einen stationären Router |
Vorgehen zur Statusprüfung, um nach dem Einzug keine Probleme zu haben
- Prüfen Sie die Kategorie im Vermietungsplan bzw. in den Objektunterlagen. Achten Sie auf die Angaben „komplett ausgestattet“ / „kompatibel“ und, wenn möglich, bis hin zur Anschlussart (Verkabelungsart).
- Bei „komplett ausgestattet“ prüfen Sie Geschwindigkeit und Anbieter. Da sich alle Wohnungen die Gemeinschaftsausstattung teilen, kann die effektive Geschwindigkeit nachts niedriger sein als erwartet. Fragen Sie nach Möglichkeit nach Messwerten oder Erfahrungen der Nutzer.
- Bei „kompatibel“ prüfen Sie, welche Anbieter Sie selbst beauftragen können, und den Installationstermin. Direkt nach dem Umzug sind Installationen stark ausgelastet, und bis zur Freischaltung können mehrere Wochen vergehen – organisieren Sie das daher frühzeitig.
- Bei „nicht installiert“ klären Sie mit dem Eigentümer, ob Vertrag und Installation möglich sind. Für Installationen, bei denen ein Loch in die Wand gebohrt wird, ist eine Erlaubnis zwingend. Wird keine erteilt, sind ein installationsfreier Home-Router oder ein mobiler Pocket-WLAN-Router eine Option.
„Komplett ausgestattet“ besticht durch Bequemlichkeit, doch sollte man sich bewusst sein, dass man Anbieter und Geschwindigkeit nicht selbst wählen kann. Wer der Geschwindigkeit höchste Priorität gibt, für den eignet sich mitunter eher ein „kompatibles“ Objekt, bei dem man den Anbieter selbst bestimmt, als ein „komplett ausgestattetes“. Anders als deutsche Mieter, die den Provider ohnehin gewohnheitsmäßig selbst wählen, tauschen japanische Mieter bei „komplett ausgestatteten“ Objekten diese Freiheit bewusst gegen Bequemlichkeit ein. Wenn Sie bei einem Objekt ohne Anbieterwahl das WLAN-Erlebnis verbessern möchten, hilft die Optimierung der Umgebung in der Wohnung, wie sie im kompletten WLAN-Leitfaden für Mansion-Gebäude vorgestellt wird.
Wie viel Geschwindigkeit braucht man je nach Zweck? Richtwerte für Homeoffice, Video und Gaming
Die nötige Geschwindigkeit variiert stark nach Zweck, und für die meisten alltäglichen Anwendungen genügen einige Dutzend Mbit/s effektiv. Man neigt zu dem Gedanken „je schneller, desto besser“, doch ein für den Zweck überdimensionierter Tarif ist Geldverschwendung. Wir ordnen die Richtwerte je Hauptzweck anhand der von den Anbietern veröffentlichten Werte.
| Zweck | Richtwert der nötigen effektiven Geschwindigkeit | Ergänzung |
|---|---|---|
| Websurfen · E-Mail · Social Media | ca. 10 Mbit/s im Download | Für die tägliche Nutzung genügen einige Mbit/s bis 10 Mbit/s |
| Videokonferenz (Homeoffice) | dauerhaft ab 10 Mbit/s (als Host ca. 20 Mbit/s) | Ein Zoom-HD-Gespräch 1:1 benötigt 1,2 Mbit/s im Up-/Download, ein HD-Gruppengespräch als Richtwert 2,6 Mbit/s Upload und 1,8 Mbit/s Download |
| Videowiedergabe (HD) | ca. 5 Mbit/s im Download | Der offizielle HD-Empfehlungswert von Netflix beträgt 5 Mbit/s |
| Videowiedergabe (4K) | 15–25 Mbit/s im Download | Die offizielle 4K-(UHD-)Empfehlung von Netflix liegt bei 15 Mbit/s; je nach Quelle gelten auch 25 Mbit/s als Minimum |
| Online-Gaming | ab 30 Mbit/s im Download / Ping unter 50 ms | Wichtiger als die Geschwindigkeit ist der Ping (Reaktionszeit). Bei FPS u. Ä. sind unter 15 ms wünschenswert |
Die Quellen der Zahlen sind für Videokonferenzen die offiziellen Systemanforderungen von Zoom (Richtwert der Bandbreite; ergänzende Erläuterung: NEC Networks & System Integration (NECネッツエスアイ)), für Video die offiziellen Empfehlungswerte von Netflix (siehe: HighSpeedInternet) und für Gaming die von großen Glasfaser-Anbietern veröffentlichten allgemeinen Richtwerte (siehe: Osaka Gas (大阪ガス, Daigas-Kolumne)). Alle sind Richtwerte für komfortable Nutzung; bei gleichzeitiger Nutzung durch die Familie oder je nach Geräteleistung ändert sich der Bedarf. In Haushalten, in denen mehrere Personen gleichzeitig 4K-Video oder Online-Konferenzen nutzen, wählen Sie mit etwas Reserve ein Objekt bzw. einen Tarif, der einige Dutzend Mbit/s effektive Geschwindigkeit oder mehr sicherstellt.
Zu beachten ist hier, dass auch die VDSL-Verkabelung (max. 100 Mbit/s) je nach Zweck durchaus ausreicht. Wenn ein bis zwei Personen überwiegend Videokonferenzen und Videowiedergabe nutzen, entsteht bei einigen Dutzend Mbit/s effektiv kaum größere Unzufriedenheit. Wer dagegen häufig Online-Gaming, den Versand großer Dateien oder das gleichzeitige Ansehen von 4K-Videos betreibt, für den eignet sich ein Objekt mit wählbarer Glasfaser-Verkabelung. Der Trick, um Kosten und Komfort auszubalancieren, ist, zuerst den Zweck festzulegen und dann Objekt und Anschluss zu wählen. Anders als deutsche Haushalte, die ihren Tarif frei nachrüsten können, ist diese Reihenfolge in Japan besonders wichtig, weil die Verkabelung des Gebäudes die spätere Aufrüstbarkeit begrenzt. Eigentümer, die die Internetumgebung zur Steigerung der Vermietungsquote nutzen möchten, ziehen bitte auch Was sind Objekte mit kostenlosem Internet? zurate.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F. Kann man auch in einem Mansion-Gebäude einen beliebigen Internetanbieter wählen?
Beim Mansion-Tarif ist man grundsätzlich auf den im Gebäude bereits eingeführten Anbieter beschränkt. Wollen Sie eine andere Firma nutzen, prüfen Sie, ob ein Einzelvertrag zum Einfamilienhaus-Tarif möglich ist – und zwar mit Erlaubnis des Eigentümers. Bei einem „Internet-kompatiblen“ Objekt besteht vergleichsweise mehr Spielraum, den Anbieter selbst zu wählen. Das unterscheidet sich deutlich von Deutschland, wo die freie Providerwahl im Mietverhältnis der Normalfall ist.
F. Wie kann ich langsames Internet in einem Mansion-Gebäude verbessern?
Grundsätzlich beginnt man mit der Umgebung in der Wohnung. Ein Austausch des WLAN-Routers, der Wechsel zu einer kabelgebundenen LAN-Verbindung oder ein Aufstellort mit Abstand zu Mikrowellen u. Ä. können Verbesserungen bringen. Bleibt es danach langsam, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine VDSL-Verkabelung im Gebäude vor; erwägen Sie dann eine Umstellung auf Glasfaser-Verkabelung oder, falls wählbar, einen Wechsel zu einem anderen Anbieter bzw. Tarif.
F. Wie groß ist der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Glasfaser- und VDSL-Verkabelung tatsächlich?
Bei der Höchstgeschwindigkeit laut Standard beträgt der Unterschied etwa das Zehnfache: Glasfaser-Verkabelung 1 Gbit/s (je nach Tarif max. 10 Gbit/s), VDSL-Verkabelung 100 Mbit/s. Da die effektive Geschwindigkeit jedoch von Gebäudeausstattung und Nutzungszeit abhängt, entspricht sie nicht zwangsläufig dem angegebenen Unterschied. Kennzeichen: Eine Glasfaserdose an der Wand steht für Glasfaser-Verkabelung, ein über Telefonleitung angeschlossenes Modem für VDSL-Verkabelung.
F. Darf man bei „Internet komplett ausgestattet“ von einer verlässlichen Geschwindigkeit ausgehen?
Die Bequemlichkeit ist reizvoll, doch eine Geschwindigkeit ist damit nicht garantiert. Da sich bei „komplett ausgestatteten“ Objekten alle Wohnungen die Gemeinschaftsausstattung teilen, kann in Gebäuden mit vielen Nutzern die Geschwindigkeit nachts sinken. Da man zudem Anbieter und Geschwindigkeit nicht selbst wählen kann, sollten Sie nach Möglichkeit vorab Messwerte oder die Verkabelungsart prüfen.
F. Wie richtet man Internet in einer Wohnung ein, in der keine Installation möglich ist?
Ist eine Installation mit Bohrung in die Wand schwierig, sind ein einfach in die Steckdose gesteckter Home-Router oder ein tragbarer Pocket-WLAN-Router eine Option. Sie sind ohne Installation sofort nutzbar, hängen jedoch bei Geschwindigkeit und Stabilität stärker von der Umgebung ab als ein Glasfaseranschluss; wer überwiegend Homeoffice oder Gaming betreibt, sollte daher vorab die Empfangslage prüfen.