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Renovierungskosten von Eigentumswohnungen in Japan: Marktpreise, Kostenaufstellung und die richtige Wahl des Fachbetriebs

Was kostet die Renovierung einer japanischen Eigentumswohnung? Marktpreise der Skelettsanierung (100.000–150.000 JPY/m², ca. 590–880 €), Kostenaufstellung und regionale Unterschiede – mit DACH-Vergleich, Währungsumrechnung und Fallbeispielen für Kapitalanleger.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 3 Min. Lesezeit

Bei Investitionen in gebrauchte Eigentumswohnungen (in Japan „chūko-manshon“, 中古マンション, wobei „manshon“ nicht die westliche Villa meint, sondern das gewöhnliche mehrgeschossige Stahlbeton-Wohnhaus) ist die Renovierung ein wirksamer Hebel, um den Substanzwert zu steigern. Da die Baukosten jedoch unmittelbar auf die Rendite durchschlagen, sind eine realistische Kenntnis der Marktpreise und die Maximierung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses entscheidend. Für Leser im DACH-Raum ist wichtig: Anders als bei der typischen deutschen „Kernsanierung“ eines Altbaus, wo denkmalrechtliche Auflagen und der Handwerkermangel die Rechnung treiben, bewegt sich der japanische Wohnungsmarkt in einem Bestand aus überwiegend erdbebensicherem Stahlbeton mit standardisierten Grundrissen – das verändert sowohl die Kostenstruktur als auch die Investitionslogik.

Wie hoch sind die marktüblichen Kosten einer Skelett-Renovierung (Kernsanierung) einer Eigentumswohnung?

Für eine vollständige Skelettsanierung – in Japan „skeleton renovation“ genannt, bei der die Wohnung bis auf den nackten Stahlbetonrohbau (skeleton) zurückgebaut und neu aufgebaut wird, vergleichbar mit einer deutschen Kernsanierung – gilt als Richtwert 100.000 bis 150.000 JPY pro Quadratmeter (ca. 590–880 € pro m²; 170 JPY/EUR). Bei 60 m² ergibt das eine Größenordnung von 6 bis 9 Mio. JPY (ca. 35.000–53.000 €). Zu beachten ist ein Skaleneffekt, der DACH-Investoren aus dem Bad- und Küchenbau vertraut ist: Je kleiner die Wohneinheit, desto höher der Anteil der Kosten für Nasszellen (Küche, Bad, WC) an der Gesamtsumme – und desto höher steigt entsprechend der Quadratmeterpreis. Im Vergleich zu Deutschland, wo eine Kernsanierung je nach Region und Ausstattung oft bei 1.000–2.000 € pro m² beginnt, liegt Japan tendenziell günstiger, was auch am effizienten, hochstandardisierten Handwerksmarkt liegt. Für den ausländischen Kapitalanleger bedeutet dies: Der Renovierungshebel ist in Japan bei gutem Einkauf rechnerisch attraktiver als der Neubau, birgt aber dieselbe Regel wie überall – überzogene Ausstattung senkt die Rendite.

Wie setzen sich die Renovierungskosten im Einzelnen zusammen?

Die Kostenstruktur ähnelt der einer deutschen Sanierung, doch die Gewichtung unterscheidet sich – vor allem, weil in Japan die Löhne der Fachhandwerker den größten Block bilden, während in Deutschland derzeit der Handwerkermangel den Preis diktiert. Die Hauptposten:

  • Handwerkerlöhne (Arbeitskosten): der teuerste Block. Für jeden Arbeitsschritt – Abbruch, Zimmerei/Innenausbau, Elektrik, Abwasserleitungen – wird jeweils ein spezialisiertes Gewerk benötigt, ähnlich der Gewerketrennung auf einer deutschen Baustelle
  • Material- und Ausstattungskosten: Bodenbeläge, Küche, Bad, Türen und Einbauten (in Japan „tategu“, 建具)
  • Bauleitung und Planungshonorar: vergleichbar mit dem Honorar für Architekt bzw. Bauleiter nach deutschem HOAI-Verständnis
  • sonstige Nebenkosten: Genehmigungen, Entsorgung, Versicherung und Unvorhergesehenes

Ein für DACH-Leser wichtiger Unterschied: Auf japanische Renovierungsrechnungen wird die Verbrauchssteuer „shōhizei“ (消費税, derzeit 10 %) aufgeschlagen – deutlich weniger als die deutschen 19 % Mehrwertsteuer auf Handwerkerleistungen, was die Bruttoendkosten spürbar dämpft.

Welche Faktoren lassen die Kosten schwanken?

Regionale Unterschiede

Selbst bei identischen 60–70 m² liegt der Marktpreis in Tokio bei etwa 9 bis 15 Mio. JPY (ca. 53.000–88.000 €), in Osaka dagegen bei etwa 8 bis 12 Mio. JPY (ca. 47.000–71.000 €). Ursache sind regionale Unterschiede bei Lohn- und Materialkosten. Für DACH-Investoren ist die Parallele naheliegend: Wie das Preisgefälle zwischen München und Leipzig spiegelt die Tokio-Osaka-Differenz das Lohnniveau und die Nachfragedichte des jeweiligen Ballungsraums wider – bei allerdings ungleich höherer Liquidität und Mietnachfrage in Tokio.

Ob der Grundriss geändert wird

Je stärker der Grundriss verändert wird, desto höher steigen die Baukosten. Besonders kostentreibend sind das Einziehen neuer Wände sowie das Verlegen der Nasszellen. Anders als im deutschen Altbau, wo tragende Wände statisch limitieren, sind japanische Stahlbeton-Wohnungen innen häufig stützenfrei und damit flexibel – der Kostentreiber ist hier weniger die Statik als die Verlegung der Abwasserleitungen, deren Gefälle die Position von Bad und Küche festlegt.

Ob es sich um ein hohes Stockwerk handelt

Bei Hochhäusern – in Japan verbreitete „tawā-manshon“ (タワーマンション, Wohnhochhäuser mit oft über 20 Geschossen) – kommen Zuschläge für den Materialtransport in die oberen Etagen hinzu, sodass die Kosten tendenziell steigen. Solche reinen Wohn-Hochhäuser sind im DACH-Raum eine Seltenheit; für den ausländischen Anleger ist die Höhenlage in Japan daher nicht nur ein Kosten-, sondern auch ein Positionierungsfaktor, da obere Etagen mit Ausblick einen Miet- und Wertaufschlag erzielen.

Welche Art von Fachbetrieb beauftragt wird

  • Lokaler Handwerksbetrieb (in Japan „kōmuten“, 工務店): Planung und Ausführung aus einer Hand, dadurch geringe Zwischenkosten und günstiger Preis. Die gestalterische Qualität schwankt jedoch von Betrieb zu Betrieb
  • Großes Renovierungsunternehmen: stabile Gestaltungsqualität, aber Werbe- und Subunternehmerkosten werden aufgeschlagen, sodass es tendenziell teurer wird – vergleichbar dem Aufpreis eines deutschen Generalunternehmers gegenüber der Einzelvergabe an Handwerker

Fallbeispiele für Renovierungskosten

Art der ArbeitenFlächeKosten
Kompletterneuerung des Innenausbaus (ohne Grundrissänderung)ca. 99 m²ca. 7,4 Mio. JPY (ca. 44.000 €)
Skelettsanierung (2 Zimmer → 20-jō-Wohnküche/LDK, Massivholz „muku-zai“)ca. 67 m²ca. 12,5 Mio. JPY (ca. 74.000 €)
Entfernen der Trennwände, Umbau zu 1LDKca. 49 m²ca. 6,5 Mio. JPY (ca. 38.000 €)

Hinweis zur Notation: „20-jō“ verweist auf die japanische Flächeneinheit jō (帖, ein Tatami-Matten-Maß von rund 1,62 m²), und „LDK“ steht für Living-Dining-Kitchen, die in Japan übliche Kurzform für einen offenen Wohn-Ess-Koch-Bereich – so bezeichnet „1LDK“ eine Wohnung mit einem Schlafzimmer plus offenem Wohnbereich.

Zur Exit-Strategie von Renovierungsinvestitionen lesen Sie ergänzend auch Exit-Strategien für Immobilien in Zeiten von Inflation und steigenden Baukosten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F1. Steigert eine Renovierung den Substanzwert einer Eigentumswohnung?

Bei angemessenem Umfang und Budget ist eine Wertsteigerung zu erwarten. Werden die Kosten jedoch überzogen, sinkt das Kosten-Nutzen-Verhältnis, weshalb eine am Ziel ausgerichtete Budgetverteilung entscheidend ist – ganz wie bei der Frage, ob sich eine deutsche Luxussanierung im Mietspiegel überhaupt refinanziert.

F2. Lassen sich die Renovierungskosten in die Immobilienfinanzierung einbeziehen?

Bei einer Renovierung, die gleichzeitig mit dem Kauf einer Bestandsimmobilie erfolgt, ermöglichen einige Finanzinstitute eine gebündelte Finanzierung von Kauf- und Renovierungskosten. Für ausländische Käufer ist zu beachten, dass japanische Banken hier andere Bonitäts- und Aufenthaltsanforderungen stellen als eine deutsche Bank bei einem Modernisierungskredit.

F3. Was unterscheidet eine Skelettsanierung von einer einfachen Renovierung („reform“)?

Die Skelettsanierung ist ein umfassender Umbau, bei dem Innenausbau und Technik vollständig entfernt und der Grundriss von Grund auf neu gestaltet wird – eine Kernsanierung. „Reform“ (in Japan der gängige Begriff für kleinere Renovierung) zielt dagegen vor allem auf die Instandsetzung schadhafter Stellen und den Austausch von Ausstattung ab, vergleichbar einer Schönheitsreparatur.

F4. Gibt es Einschränkungen bei der Renovierung einer Eigentumswohnung?

Je nach Satzung der Eigentümergemeinschaft (in Japan „kanri-kumiai“, 管理組合, vergleichbar der deutschen Wohnungseigentümergemeinschaft WEG nach dem Wohnungseigentumsgesetz), nach Auswirkungen auf das Gemeinschaftseigentum und nach Lage der Abwasserleitungen können Einschränkungen bestehen. Anders als in Deutschland, wo bauliche Änderungen am Sondereigentum oft frei sind und nur Eingriffe ins Gemeinschaftseigentum einen Beschluss erfordern, ist in Japan eine vorherige Rücksprache mit der Hausverwaltung („kanri-gaisha“) unerlässlich.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte