Im Westausgangsbereich des Bahnhofs Keikyu Kamata im Tokioter Bezirk Ota – einem als „Zentrumskern" eingestuften Stadtteil – steht ein neues Stadterneuerungsprojekt vor dem offiziellen Start. Das am 12. Dezember 2025 per Bebauungsplan genehmigte „Stadterneuerungsprojekt Typ 1 im Nordgebiet des Keikyu Kamata Center Area" ist ein Großprojekt mit dem Ziel, eine multifunktionale Anlage mit rund 46.000 m² Gesamtfläche, 21 Obergeschossen und 480 Wohneinheiten zu errichten. Darüber hinaus wurde im Oktober 2025 der Projektplan für die „Shin-Kūkōsen (Kamakama-Linie)", die JR Kamata und Keikyu Kamata verbinden soll, vom Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus genehmigt – was die Aufmerksamkeit für das gesamte Gebiet und den Immobilienwert weiter steigert.
Wie verlief die Sanierung am Westausgang von Keikyu Kamata in zwei Phasen?
Um den Wandel des Westausgangsbereichs von Keikyu Kamata zu verstehen, lohnt ein Blick zurück auf die erste Phase, die 2015 abgeschlossen wurde. Die Stadterneuerung in diesem Gebiet war kein einmaliges Projekt, sondern ein schrittweiser Prozess über rund 20 Jahre.
Phase 1: Die 2015 abgeschlossene Sanierung am Westausgang (Proud City Kamata)
Nach der Gründung der „Studiengruppe für Stadtentwicklung am Westausgang Keikyu Kamata" im Jahr 1999 und langjähriger Zusammenarbeit zwischen Anwohnern, Behörden und Projektträgern wurde das „Stadterneuerungsprojekt Typ 1 am Westausgang Keikyu Kamata" im Dezember 2015 abgeschlossen. Nomura Real Estate und Sumitomo Corporation beteiligten sich als Konsortiumsmitglieder. Es entstand „Proud City Kamata" – ein 20-geschossiges Gebäude mit einem Untergeschoss, 73,50 m Höhe und insgesamt 320 Wohneinheiten. Die Geschosse 1 bis 3 beherbergen Einzelhandel, ab dem 4. Stock befinden sich Wohnungen. Die über einen Fußgängersteg direkt mit dem Bahnhof Keikyu Kamata verbundene Anlage ist das Aushängeschild des Westausgangs. Das Projekt profitierte von der 2012 fertiggestellten vollständigen Hochlegung der Bahntrasse im Bereich des Bahnhofs Keikyu Kamata und ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Ausbaus der städtischen Infrastruktur rund um den Bahnhof.
Phase 2: Das laufende Sanierungsprojekt im Nordgebiet des Center Area
Rund zehn Jahre nach Abschluss der ersten Phase wurde im nördlich angrenzenden Gebiet ein neues Stadterneuerungsprojekt ins Leben gerufen. 2020 wurde die „Vorbereitungsgemeinschaft für die Stadterneuerung im Nordgebiet des Keikyu Kamata Center Area" gegründet, und die Vorbereitungen nahmen Fahrt auf. Am 12. Dezember 2025 erfolgte die Bekanntmachung des Bebauungsplans durch den Bezirk Ota. Dieser umfasst drei Beschlüsse: die Genehmigung des Stadterneuerungsprojekts Typ 1, die Änderung des Hochverdichtungsgebiets und die Änderung des Quartiersplans – womit die rechtliche Grundlage des Projekts geschaffen wurde.
Projektüberblick – Grundstück, Dimension und Gebäudeplanung
Projektgebiet und Fläche
Das Projektgebiet liegt in den Blöcken 3 bis 9 von Kamata 4-chōme, Bezirk Ota, Tokio (Umgebung Kamata 4-5-9) und umfasst eine Fläche von rund 0,6 ha (6.000 m²). Die Grundstücksfläche beträgt etwa 5.130 m², die bebaute Fläche rund 3.570 m². Im Vergleich zur ersten Phase am Westausgang (ca. 1,0 ha) ist das Projekt etwas kleiner, die Umsetzung jedoch anspruchsvoller, da es in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden Stadtgefüge liegt.
Gebäudedimensionen und Nutzung
Das geplante Gebäude umfasst ein Untergeschoss und 21 Obergeschosse, ist etwa 75 m hoch und hat eine Gesamtfläche von rund 46.180 m² (ca. 46.000 m²). Die Nutzungsverteilung ist wie folgt: Im Untergeschoss befinden sich Fahrradstellplätze, ein Versammlungsraum und Parkplätze. In den Geschossen 1 und 2 sind Einzelhandelsflächen vorgesehen, die den täglichen Einkaufsbedarf der Anwohner decken sollen. Die Geschosse 4 bis 21 bieten insgesamt 480 Wohneinheiten – mehr als die 320 Einheiten von Proud City Kamata aus der ersten Phase.
Das Konzept „KAMATA UP TERRACE" und seine drei Säulen
Der Konzeptname des Projekts lautet „KAMATA UP TERRACE". Darin steckt der Wille, Kamata als Stadtteil zu „updaten" und offene, terrassenartige Räume zu schaffen. Drei Säulen tragen dieses Konzept: ① eine fußgängerfreundliche Stadt mit Lebendigkeit und Erholung, ② ein Rebranding von Kamata zur Stärkung der lokalen Identität, ③ nachhaltige Stadtentwicklung im Sinne der SDGs. Es geht nicht um einen bloßen Gebäudeersatz, sondern um die Neugestaltung der Marke „Kamata" selbst – ein Ansatz, der im Hinblick auf langfristige Wertsteigerung des Stadtteils überzeugt.
Zeitplan und aktueller Stand – Wann wird gebaut, wann fertiggestellt?
Von der Gründung der Vorbereitungsgemeinschaft 2020 bis zum Bebauungsplan im Dezember 2025
Das Projekt nahm 2018 mit der Gründung des „Kooperationsrats zur gemeinsamen Entwicklung im Nordgebiet des Keikyu Kamata Center Area" seinen Anfang. 2020 wurde die Vorbereitungsgemeinschaft gegründet, 2023 fanden Informationsveranstaltungen für die Anwohner statt. Im Januar und Februar 2025 wurden an zwei Tagen Erläuterungen zum Bebauungsplanentwurf durchgeführt, an denen insgesamt 155 Personen teilnahmen. Am 12. Dezember 2025 wurde der Bebauungsplan offiziell bekanntgegeben. Rund sieben Jahre von der ersten Konzeption bis zur Plangenehmigung – das Ergebnis beharrlicher Konsensbildung.
Nächste Schritte – Gründung der Sanierungsgemeinschaft, Rechteumwandlung, Baubeginn 2028, Fertigstellung 2032
Aktuell (Stand: März 2026) laufen die Vorbereitungen zur Gründung der Stadterneuerungsgemeinschaft. Im weiteren Verlauf folgen die Genehmigung der Gemeinschaftsgründung, die Erstellung und Genehmigung des Rechteumwandlungsplans sowie Entschädigungs- und Umsiedlungsverhandlungen. Der Baubeginn ist für das Haushaltsjahr 2028 (Reiwa 10) geplant, die Fertigstellung für 2032. Angesichts der Tatsache, dass bei Stadterneuerungsprojekten zwischen Bebauungsplangenehmigung und Baubeginn in der Regel drei bis fünf Jahre vergehen, ist der Zeitplan als solide einzuschätzen.
Wie ist die Projektorganisation aufgestellt?
Hauptakteur des Projekts ist die „Vorbereitungsgemeinschaft für die Stadterneuerung im Nordgebiet des Keikyu Kamata Center Area". Als Projektpartner beteiligen sich die Stiftung Shutoken Funen Kenchiku Kōsha (Stiftung für feuerfestes Bauen im Großraum Tokio) und Mitsui Fudosan Residential. Die Stiftung ist eine öffentlich-rechtliche Organisation mit umfangreicher Erfahrung bei Stadterneuerungsprojekten in Tokio und gewährleistet den öffentlichen Charakter des Vorhabens. Mitsui Fudosan Residential ist einer der führenden Wohnungsbauentwickler Japans und verantwortet Qualität und Marktattraktivität der 480 Wohneinheiten (Eigentum und Miete). Dass in der ersten Phase am Westausgang Nomura Real Estate als Konsortiumsmitglied beteiligt war, zeigt das anhaltend große Interesse namhafter Projektentwickler an diesem Standort.
Im Vergleich zu ähnlichen Projekten in benachbarten Gebieten Tokios ist das Vorhaben zwar nicht das größte, doch die Dynamik von der Gründung der Vorbereitungsgemeinschaft bis zur Bebauungsplangenehmigung ist beachtlich. Wie auch die Sanierung am Nordausgang Tateishi | 128 Mrd. Yen – 36-stöckiger Turm und neues Rathaus oder die Sanierung Musashi-Koyama / Koyama 3-chōme | 39-stöckiger Turm – 96,3-Mrd.-Yen-Projekt ist dies ein Beispiel für die sich ausbreitende Sanierungswelle im südlichen Tokio und der Jōnan-Region.
Welche Synergieeffekte bringt die Kamakama-Linie (Shin-Kūkōsen)?
Ein entscheidender externer Faktor für dieses Projekt ist die Realisierung der Shin-Kūkōsen (umgangssprachlich: Kamakama-Linie). Ich bin der Überzeugung, dass diese Entwicklung den langfristigen Wert der Stadterneuerung im Nordgebiet des Center Area maßgeblich beeinflussen wird.
Genehmigung des Projektplans durch das Verkehrsministerium im Oktober 2025 – Eröffnungsziel 2038–2042
Am 3. Oktober 2025 genehmigte das Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus den „Plan zur Verbesserung der Reisegeschwindigkeit" für die Shin-Kūkōsen. Damit startete offiziell der Bau der rund 1,7 km langen unterirdischen Neubaustrecke „Kamakama-Linie" zwischen JR/Tokyu Kamata und Keikyu Kamata. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 124,8 Milliarden Yen, der Bauzeitraum erstreckt sich von Oktober 2025 bis März 2042. Der Bau erfolgt in zwei Abschnitten – Phase 1 von Yaguchinowatashi bis Keikyu Kamata, Phase 2 von Keikyu Kamata bis Ōtorii – mit einem Eröffnungsziel zwischen 2038 und 2042. Nach Schätzungen des Bezirks Ota beträgt der wirtschaftliche Welleneffekt im Eröffnungsjahr rund 290 Milliarden Yen, kumuliert über zehn Jahre rund 570 Milliarden Yen (Quelle: Bezirk Ota, Hauptseite „Shin-Kūkōsen (Kamakama-Linie)").
Die Funktion von Keikyu Kamata als Verkehrsknotenpunkt wird erheblich gestärkt
Derzeit liegen JR Kamata (Tokyu Kamata) und Keikyu Kamata etwa zehn Gehminuten auseinander, und für den Umstieg muss man das Bahnhofsgebäude verlassen. Mit der Kamakama-Linie werden JR Kamata – wo Tokyu Tamagawa-Linie und Ikegami-Linie zusammenlaufen – und Keikyu Kamata – mit Keihin Kyūkō Hauptlinie und Flughafenlinie – per U-Bahn direkt verbunden. Das bedeutet einen deutlich verbesserten Zugang zum Flughafen Haneda auch von der Tokyu-Linie aus, was die Fahrgastzahlen am Bahnhof Keikyu Kamata steigern und die Nachfrage nach Gewerbe- und Wohnflächen erhöhen wird. Während die Fertigstellung der Stadterneuerung im Nordgebiet für 2032 geplant ist, liegt das Eröffnungsziel der Kamakama-Linie bei 2038–2042. Das bedeutet, dass wenige Jahre nach Fertigstellung eine erhebliche Verbesserung der umgebenden Infrastruktur eintritt. Genau deshalb schätze ich das langfristige Wertpotenzial dieses Gebiets höher ein, als es die aktuelle Bewertung vermuten lässt.
Wie ist das Projekt im übergeordneten Planungsrahmen des Bezirks Ota verankert?
Einstufung als „Zentrumskern" und „Knotenpunkt Keikyu Kamata"
Der Stadtentwicklungs-Masterplan des Bezirks Ota weist die Umgebung des Bahnhofs Keikyu Kamata als „Zentrumskern" des Bezirks aus. Im „Grand Design für das Gebiet rund um den Bahnhof Kamata" wird der Bereich vor dem JR-Bahnhof Kamata als „Knotenpunkt Bahnhof Kamata" und der Bereich vor dem Bahnhof Keikyu Kamata als „Knotenpunkt Keikyu Kamata" definiert. Die Stadtentwicklungsstrategie sieht eine Vernetzung beider Pole vor. Die Stadterneuerung im Nordgebiet des Center Area steht im Einklang mit dieser Strategie und profitiert daher von einer guten Ausgangslage für behördliche Unterstützung und Kooperation.
Eigenständige Erneuerung des Umfelds durch einen straßenbildorientierten Quartiersplan
Im Umfeld des Sanierungsprojekts gilt auf einer Fläche von rund 2,5 ha ein „straßenbildorientierter Quartiersplan", der durch gelockerte Abstandsregelungen und Geschossflächenzahlen individuelle Neubauten fördert. Neben dem Großprojekt ist damit ein Mechanismus etabliert, der die flächendeckende Modernisierung des Stadtteils eigenständig vorantreibt. Daher ist zu erwarten, dass auch nach Fertigstellung des Nordgebiets die Aufwertung des gesamten Areals weiter fortschreitet.
Auswirkungen auf Bodenpreise und Immobilienmarkt – Wie verändert sich der Wert Kamatas?
Bodenpreisentwicklung rund um den Bahnhof Kamata (2025: +8,14 %)
Laut Bodenpreisdaten lag der durchschnittliche amtliche Bodenpreis 2025 in der Umgebung des Bahnhofs Kamata bei rund 1,6 Millionen Yen/m² (ca. 5,3 Millionen Yen/tsubo) und verzeichnete einen Anstieg von +8,14 % gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum übertrifft die Bodenpreisveränderung im gesamten Bezirk Ota (+7,5 %), und Kamata zählt zu den teuersten Lagen im Bezirk. Als Haupttreiber des Preisanstiegs werden der Fortschritt der Sanierung und die Erwartungen an die Kamakama-Linie genannt. Die Veränderungsrate bei Grundstückstransaktionspreisen zeigt mit +10,13 % eine beschleunigte Tendenz (basierend auf amtlichen Bodenpreisdaten).
Prognose der Wohn- und Gewerbenachfrage nach Abschluss der Sanierung
Zum Zeitpunkt der Fertigstellung 2032 werden 480 Wohneinheiten auf den Markt kommen. Im Zeitraum 2038–2042, rund um die Eröffnung der Kamakama-Linie, ist mit einem Zuzug neuer Wohn- und Gewerbemieter zu rechnen. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Sanierungsumfeld im südlichen Tokio und der Jōnan-Region verfügt Keikyu Kamata über den seltenen Standortvorteil einer direkten Anbindung an den Flughafen Haneda. Die Aufmerksamkeit für dieses Gebiet dürfte weiter zunehmen. Wie auch in 2025 – Die wichtigsten Sanierungsprojekte, die Tokio verändern dargestellt, zeichnet sich das Gebiet um Haneda innerhalb des Tokioter Sanierungsbooms durch ein eigenständiges Wachstumsszenario aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Q1. Wann wird die Sanierung im Nordgebiet des Keikyu Kamata Center Area fertiggestellt?
Der Baubeginn ist für das Haushaltsjahr 2028 (Reiwa 10) geplant, die Fertigstellung für 2032. Nach der Bebauungsplangenehmigung im Dezember 2025 laufen derzeit die Vorbereitungen zur Gründung der Stadterneuerungsgemeinschaft.
Q2. Welche Einrichtungen entstehen durch diese Sanierung?
Geplant ist eine multifunktionale Anlage mit einem Untergeschoss und 21 Obergeschossen sowie rund 46.000 m² Gesamtfläche. Im Untergeschoss befinden sich Fahrradstellplätze und ein Versammlungsraum, in den Geschossen 1 und 2 Einzelhandel und in den Geschossen 4 bis 21 insgesamt 480 Wohneinheiten. Die Gebäudehöhe beträgt etwa 75 m.
Q3. Wer führt diese Sanierung durch?
Die Vorbereitungsgemeinschaft für die Stadterneuerung im Nordgebiet des Keikyu Kamata Center Area fungiert als Durchführungsträger. Die Stiftung für feuerfestes Bauen im Großraum Tokio (Shutoken Funen Kenchiku Kōsha) und Mitsui Fudosan Residential sind als Projektpartner beteiligt.
Q4. Steht die Kamakama-Linie (Shin-Kūkōsen) in Zusammenhang mit dieser Sanierung?
Eine direkte Projektkooperation besteht nicht, doch sobald die Kamakama-Linie realisiert ist, werden JR Kamata (Tokyu) und Keikyu Kamata per U-Bahn direkt verbunden – was die Verkehrsanbindung der sanierten Anlage erheblich verbessert. Das Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus hat den Projektplan im Oktober 2025 genehmigt, die Eröffnung wird zwischen 2038 und 2042 angestrebt. Es wird erwartet, dass diese Infrastrukturmaßnahme den Immobilienwert des Gebiets zusätzlich steigert.
Weiterführende Artikel
Quellen und Referenzen
- Bezirk Ota „Stadtentwicklung im Nordgebiet des Keikyu Kamata Center Area"
- Bezirk Ota „Stadterneuerungsprojekt Typ 1 am Westausgang Keikyu Kamata" (abgeschlossen)
- Bezirk Ota „Stadtentwicklung am Westausgang Keikyu Kamata"
- Bezirk Ota „Informationsmaterial zur Erläuterung des Bebauungsplanentwurfs – Nordgebiet Keikyu Kamata Center Area" (Mai 2025)
- Bezirk Ota „Shin-Kūkōsen (Kamakama-Linie) – Hauptseite"
- Offizielle Website der Vorbereitungsgemeinschaft Keikyu Kamata Center Area Nord
- Amt für Stadtentwicklung der Metropolregion Tokio „Stadterneuerungsprojekt Typ 1 am Westausgang Keikyu Kamata"