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Warmwasserbereiter in Japans Mietwohnungen: Typen und Kosten

In japanischen Mietwohnungen steht je Einheit ein eigener Warmwasserbereiter, keine zentrale Heizungsanlage. Der Leitfaden erklärt Typen, Nennleistung in Gō, Austauschkosten von 100.000–300.000 Yen (rund 610–1.840 EUR) und die Instandhaltungspflicht des Vermieters.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 4 Min. Lesezeit

Warmwasserbereiter gibt es in Japan als Gas-, Elektro-, Öl- und Öko-Typen, und sie unterscheiden sich zusätzlich nach Funktionen und Nennleistung (号数, Gō-Zahl). Die optimale Auswahl für ein Mietobjekt ist deshalb nicht trivial. Die übliche Lebensdauer liegt bei zehn bis fünfzehn Jahren, weshalb ein planmäßiger Austausch zur laufenden Bewirtschaftung gehört.

Dieser Beitrag erläutert umfassend die Unterschiede der Bauarten und Funktionen, die Merkmale der führenden Hersteller, die Auswahl für Eigentumswohnungen (マンション) und Apartmenthäuser (アパート), die marktüblichen Austauschkosten sowie die Punkte, die Sie beim Wechsel beachten sollten.

Für DACH-Investoren gilt zuerst: Der 給湯器 (kyūtōki, Warmwasserbereiter) ist je Wohnung ein wandhängendes Vermieterinventar. Das ist spezifisch japanisch. Zentralheizung oder Fernwärme im DACH-Raum versorgen mehrere Wohnungen über die Heizkostenverordnung; fällt das japanische Einzelgerät aus, stehen Dusche, Küche und Bad still.

Welche Arten von Warmwasserbereitern gibt es?

Warmwasserbereiter teilen sich nach Energieträger und Funktionsprinzip in mehrere Bauarten. Wer die jeweiligen Eigenschaften kennt, kann das Gerät wählen, das zu Gebäude, Versorgung und Zielgruppe der Mieterschaft passt.

Gas-Warmwasserbereiter

Das ist der in Japan am weitesten verbreitete Typ; als Brennstoff dienen Stadtgas (都市ガス, in der Regel 13A-Erdgas) oder Flüssiggas (プロパンガス). Er ist störungsarm und leistungsstark, verursacht aber laufende Energiekosten und kann im Betrieb laut sein. In kalten Regionen ist ein Frostschutz der Wasserzuleitung unverzichtbar.

Elektro-Warmwasserbereiter

Mit der Ausbreitung der reinen Stromversorgung (オール電化, All-Electric) steigt die Nachfrage. Das Gerät speichert Warmwasser in der günstigen Nachtzeit und gibt es tagsüber ab, wodurch sich die Energiekosten senken lassen. Die laufenden Kosten liegen meist unter denen von Gas, die Zapfleistung ist jedoch schwächer. Ist der Speicher leer, kommt nur noch Kaltwasser.

Öko-Warmwasserbereiter

Der Sammelbegriff bezeichnet Geräte mit höherem Wirkungsgrad: elektrisch das EcoCute (エコキュート, Wärmepumpen-Warmwasserspeicher mit CO2-Kältemittel), gasbetrieben das Eco-Jōzu (エコジョーズ, Brennwert-Gasdurchlauferhitzer) und ölbetrieben das Eco-Feel (エコフィール). Wie stark die Energiekosten sinken, hängt von den Nutzungszeiten und der Wohnungsgröße ab; eine Prüfung vor der Entscheidung ist deshalb wichtig. EcoCute ist ein japanischer Warmwasserspeicher, keine deutsche Heizungs-Wärmepumpe.

Öl-Warmwasserbereiter

Als Brennstoff dient Heizöl; die laufenden Kosten liegen unter denen eines Elektrogeräts. In kalten Regionen, in denen die Winterenergie teuer wird, ist dieser Typ weit verbreitet.

Gas-Kleindurchlauferhitzer

Das ist ein kleines Gerät für die Küche. Die Leistung reicht nicht für die Badewanne oder die Dusche. Es gibt zwei Bauarten: 元止め式 (motodome, Absperrung am Gerät) und 先止め式 (sakidome, Absperrung am Hahn).

Badewannenheizer (ふろがま)

Dieses Gerät erwärmt ausschließlich das Wasser in der Badewanne mit Gas. Eine Zapfstelle für Küche oder Waschtisch ist nicht vorhanden.

Wärmeerzeuger (熱源機)

Streng genommen ist das kein Warmwasserbereiter, sondern ein Gerät, das die Wärme des Wassers für Fußbodenheizung oder Badtrockner nutzt. Es gibt auch kombinierte Modelle mit Zapffunktion, sogenannte 給湯暖房熱源機 (Wärmeerzeuger mit Warmwasser und Heizung).

Welche Unterschiede gibt es bei den Funktionstypen?

Auch nach der Funktion lassen sich Warmwasserbereiter in vier Typen gliedern. Wählen Sie passend zur erwarteten Mieterschaft. Die Funktion 追い焚き (oifuki, Wiederaufheizen des Badewassers) ist in japanischen Familienwohnungen Standard, im DACH-Raum unbekannt; ohne sie gilt das Gerät als Ausstattungsdefizit.

Nur-Warmwasser-Typ

Ein schlichtes Gerät ohne Wiederaufheizen; es eignet sich, wenn die Investition niedrig bleiben soll. Wird das Wannenwasser lauwarm, muss frisches Warmwasser nachgefüllt werden.

Auto-Typ

Mit Wiederaufheizen füllt das Gerät per Tastendruck die Wanne auf die eingestellte Temperatur und Menge. Automatisches Nachheizen und Warmhalten sind serienmäßig, die Bedienung bleibt einfach.

Full-Auto-Typ

Zusätzlich zum Auto-Typ sind die Reinigung der Wiederaufheizleitung, das automatische Nachfüllen und das Aufheizen nach Erkennung einer badenden Person vollständig automatisiert. Wegen der höheren Installationskosten kommt dieser Typ vor allem in höherwertigen Objekten zum Einsatz.

Hochtemperatur-Beimischsystem

Hier wird Warmwasser durch Beimischen von etwa 80 Grad heißem Wasser temperiert; ein Wiederaufheizen fehlt. Weil kein unnötiges Gas verbraucht wird, eignet sich der Typ, wenn Energieeffizienz im Vordergrund steht.

Was zeichnet die führenden Hersteller aus?

Qualität, Funktionen und Garantiebedingungen unterscheiden sich je nach Hersteller. Nutzen Sie die folgenden Merkmale als Orientierung für das Objekt.

Hersteller von Gas-Warmwasserbereitern

Rinnai (リンナイ) hält den höchsten Marktanteil in Japan und legt Wert darauf, selbst feine Bauteile im Inland zu fertigen. Funktional überzeugen unter anderem Fernbedienungen mit Bluetooth. Noritz (ノーリツ) gehört zu den ältesten Entwicklern von Warmwasserbereitern; Stärken sind ein auf Katastrophen ausgelegtes Produktionsnetz mit Werken auch in China sowie ein eigenes Qualitätssicherungssystem. Paloma (パロマ) wurde 1911 gegründet und hält die Qualität durch eine durchgängige Fertigungstiefe.

Hersteller von EcoCute

Hitachi (日立) punktet mit „Niagara Toughness“ für hartes Leitungswasser und mit „Powerful Shower“, das auch in der dritten Etage noch Druck hat. Mitsubishi (三菱) hat für seine Effizienzarbeit den Energieeffizienzpreis (省エネ大賞) erhalten. Panasonic überzeugt durch die eigene Steuerung Eco Navi und die Anbindung an HOME IoT. Toshiba (東芝) setzt auf Silberionen zur Keim- und Geruchsminderung sowie auf fünf Jahre Herstellergarantie. Daikin (ダイキン) bietet eine kräftige Hochdruckzapfung und kann im Stromausfall weiter Warmwasser liefern. Corona (コロナ) gilt als weltweit erster EcoCute-Hersteller und verfügt über eigene Effizienztechnik.

Wie sollten Sie den Warmwasserbereiter für Eigentumswohnungen und Apartments wählen?

Bei der Auswahl für Mietobjekte zählen vier Punkte: der mögliche Einbauort, die Nennleistung in Gō, die benötigten Funktionen und die Energieeffizienz.

Zuerst nach dem einbaubaren Typ wählen

Fehlt im Leitungsschacht (PS, パイプシャフト) der Platz, wählen Sie ein Gerät für den Balkon (wandhängend oder aufgestellt). Bei Schachteinbau entscheiden Sie zwischen Standardmontage, Nischeneinbau (アルコーブ) und Einbau hinter der Tür – jeweils passend zur Abgasführung.

Die Gō-Zahl an die Haushaltsgröße anpassen

Für Alleinlebende bis Zwei-Personen-Haushalte gilt 16 Gō als Richtwert, für zwei bis drei Personen 20 Gō, für Familien ab vier Personen 24 Gō. Je höher die Gō-Zahl, desto höher der Gerätepreis. Die Gō-Zahl (号数) misst Liter pro Minute bei 25 K, nicht kW; 16/20/24 Gō entsprechen etwa 28/35/42 kW.

Den Typ mit den nötigen Funktionen wählen

Unter Kostenaspekten ist der Auto-Typ die unauffällige Standardwahl. Bei höherwertigen Objekten und Familienwohnungen sollten Sie den Full-Auto-Typ prüfen.

Einen effizienten Warmwasserbereiter erwägen

Eco-Jōzu verbessert den Wirkungsgrad gegenüber einem herkömmlichen Gasgerät um 15 Prozent und senkt die Gasrechnung. Bei Familienwohnungen und überall dort, wo Effizienz ein Vermarktungsargument sein soll, lohnt die Prüfung.

Was kostet der Austausch eines Warmwasserbereiters?

Der marktübliche Austausch kostet 100.000 bis 300.000 Yen (rund 610 bis 1.840 EUR) und setzt sich aus Gerätepreis und Montage (rund 50.000 Yen, etwa 310 EUR) zusammen. Mit steigender Gō-Zahl und Funktionsausstattung steigt der Gerätepreis. Anders als nach § 559 BGB lässt sich dieser Capex in Japan nicht auf die Bestandsmiete umlegen.

Wie sich die Austauschkosten senken lassen

Mehrere Angebote einzuholen erlaubt den Preisvergleich und hilft, einen zuverlässigen Betrieb zu finden. Liegt die Nutzungsdauer unter acht Jahren, kann Wartung den Austausch hinausschieben und so die Kosten senken.

Die Herstellergarantie prüfen

Die übliche Herstellergarantie beträgt ein Jahr; einzelne Hersteller bieten darüber hinaus eigene Langzeitgarantien. Ein Gerät mit kräftiger Garantie senkt die Folgekosten.

Worauf sollten Sie beim Austausch achten?

Damit der Wechsel reibungslos verläuft, sollten Sie die folgenden Punkte vorab klären.

Ein Austausch in Eigenleistung ist strikt untersagt

Einbau und Anschluss verlangen Fachkenntnis und handwerkliche Qualifikation. Wegen der Unfallrisiken durch Wasser-, Gas- und Stromlecks müssen Sie stets einen Fachbetrieb beauftragen.

Einen Betrieb mit Sofortreaktion wählen

Ein Defekt trifft die Lebensführung der Mieterschaft unmittelbar. Listen Sie deshalb vorab Betriebe, die sich im Notfall rasch beauftragen lassen.

Nur Betriebe mit den nötigen Qualifikationen beauftragen

Für den Austausch sind Qualifikationen in Gas-, Wasser- und Elektroarbeiten vorgeschrieben. Prüfen Sie Nachweise wie 管内管施工士 (Rohrleitungsinstallateur), 液化石油ガス整備士 (Fachkraft für Flüssiggasgeräte), 第2種電気工事士 (Elektriker 2. Klasse) und 給水装置工事主任技術者 (verantwortliche Fachkraft für Trinkwasserinstallationen). Das entspricht der deutschen SHK-Pflicht; ohne Scheine sind die Arbeiten unzulässig.

Garantie und After-Sales des Montagebetriebs prüfen

Eigene Betriebsgarantien laufen mitunter acht oder zehn Jahre. Prüfen Sie außerdem, wie regelmäßig Wartung und übrige After-Sales-Leistungen angeboten werden.

Prüfen, ob der Kostenvoranschlag klar gegliedert ist

Betriebe, die jede Position erläutern, sind in der Regel verlässlich. Klären Sie vorab auch, ob Zusatzarbeiten und Nachträge entstehen können.

Die Mieterschaft rechtzeitig benachrichtigen

Der Tausch der Fernbedienung findet in jeder Wohnung statt und erfordert die Anwesenheit der Mietpartei. Besonders bei einem Sammelaustausch sollten Sie mit ausreichend Vorlauf informieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange hält ein Warmwasserbereiter?

Die übliche Lebensdauer liegt bei zehn bis fünfzehn Jahren. Innerhalb von acht Jahren kann Wartung die Nutzungszeit strecken. Nach mehr als zehn Jahren werden Ersatzteile oft knapp; ein planmäßiger Austausch ist dann die wirtschaftlichere Wahl.

Wer trägt die Austauschkosten im Mietobjekt?

Bei altersbedingtem Verschleiß (経年劣化, keinen-rekka) trägt in der Regel der Vermieter (貸主) die Kosten. Hat die Mietpartei den Schaden verursacht, kann sie die Kosten tragen müssen. Maßgeblich sind die Sondervereinbarungen im Mietvertrag. Anders als nach § 536 BGB kürzen japanische Mieter die Miete selten einseitig; das Risiko ist der sofortige Leerstand.

Soll ich Eco-Jōzu oder EcoCute wählen?

Steht bereits eine Gasleitung, eignet sich Eco-Jōzu; bei All-Electric-Objekten EcoCute. Die Anfangsinvestition ist bei Eco-Jōzu niedriger, die laufenden Kosten bei EcoCute oft günstiger. Entscheiden Sie nach dem vorhandenen Anschluss und dem Lebensstil der erwarteten Mieterschaft.

Was geschieht bei der falschen Gō-Zahl?

Ist die Gō-Zahl zu klein, sinken Temperatur oder Durchfluss, sobald mehrere Zapfstellen gleichzeitig laufen. Ist sie zu groß, zahlen Sie unnötig viel für das Gerät. Die passende Gō-Zahl zur Haushaltsgröße der Mieterschaft ist deshalb entscheidend.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte