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Fehler Beim Kauf Einer Gebrauchten Eigentumswohnung Vermeiden

Eine Übersicht der wichtigsten Prüfpunkte beim Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung (chūko manshon) in Japan: wie Sie die Instandhaltungsrücklage und die Eigentümergemeinschaft (kanrikumiai) beurteilen, welche baulichen Faktoren wie Erdbebensicherheit und Wasserleitungen zu prüfen sind, und welcher Ablauf und welche Nebenkosten beim Kaufprozess zu erwarten sind.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 7 Min. Lesezeit

Der Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung, auf Japanisch chūko manshon (中古マンション, wörtlich „gebrauchtes Mehrfamilienhaus-Apartment“), folgt einer Logik, die sich von westeuropäischen Wiederverkaufsmärkten deutlich unterscheidet: Der japanische Bestand wird von einer eigenen, stark dokumentenbasierten Verwaltungsordnung und verpflichtenden Instandhaltungsrücklagen geprägt, die für DACH-Investoren zunächst ungewohnt wirken. Viele, die sich erstmals mit einer solchen Wohnung befassen, wissen kaum, wo sie ansetzen sollen. Weil der Preis vergleichsweise moderat ist, verbergen sich oft Risiken, die von außen nicht sofort erkennbar sind. In diesem Artikel fassen wir zusammen, worauf beim Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung in Japan zu achten ist und wie sich die einzelnen Punkte konkret prüfen lassen – basierend auf den Erfahrungen, die wir täglich in der Vermittlung von Kauf- und Verkaufsgeschäften sowie in der Mietverwaltung sammeln.

Vorweg das Ergebnis: Ob eine gebrauchte Eigentumswohnung eine gute oder schlechte Wahl ist, entscheidet sich nicht an der Schönheit der Innenausstattung. Ausschlaggebend sind drei Faktoren: die Qualität der Verwaltung, der bauliche Zustand der Immobilie als Hardware und die Finanzierungsplanung. Allein wenn Sie diese Reihenfolge im Kopf behalten, verbessert sich die Genauigkeit Ihrer Beurteilung erheblich.

Warum gebrauchte Eigentumswohnungen gefragt sind – und was hinter dem Preis steckt

Eine gebrauchte Eigentumswohnung bietet einen klaren Vorteil: Der Kaufpreis lässt sich im Vergleich zu einem Neubau in gleicher Lage und gleicher Größe deutlich niedriger halten. Da das Gebäude bereits existiert, lassen sich Sonneneinstrahlung, Ausblick, Atmosphäre der Gemeinschaftsflächen und sogar das Verhalten der Bewohner mit eigenen Augen prüfen. Genau dieses Prüfen-Können ist meiner Ansicht nach der größte Wert, den der Gebrauchtkauf bietet.

Für diesen Preisunterschied gibt es jedoch Gründe: die Alterung der Ausstattung, künftig anstehende Instandsetzungen und mögliche Probleme der Eigentümergemeinschaft, auf Japanisch kanrikumiai (管理組合) genannt – vergleichbar mit der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) in Deutschland, wenngleich mit eigener Rechtslogik und meist geringerer Verwaltungstransparenz. Ein Teil des günstigeren Kaufpreises wird nach dem Erwerb in Form von Instandsetzungen und Anlagenerneuerung wieder fällig – wer das von vornherein einplant, verschätzt sich bei der Finanzierung nicht. Wer auch die Nachteile im Vorfeld kennt, kommt am Ende zu einem Kauf, mit dem er zufrieden ist.

Fünf Prüfpunkte, die vor dem Kauf entscheidend sind

Die Zeit bei der Besichtigung ist begrenzt. Gerade deshalb lohnt es sich, die Reihenfolge der zu prüfenden Punkte vorab festzulegen. Im Folgenden die fünf wichtigsten Punkte.

1. Bauliche Abnutzung und Schäden an schwer einsehbaren Stellen

Prüfen Sie sorgfältig alle sichtbaren Bereiche: die Gebäudefassade, die gemeinschaftlichen Flure, Außentreppen und die Geländer der Balkone. Risse und Rost an Metallteilen geben Hinweise darauf, wann die letzte umfassende Instandsetzung (daikibo shūzen, 大規模修繕 – die groß angelegte Sanierung eines japanischen Mehrfamilienhauses, meist im Zyklus von 12 bis 15 Jahren) stattgefunden hat. Im Inneren sind gerade die Stellen wichtig, die durch Möbel oder Alltagsgegenstände leicht verdeckt werden: das Innere von Einbauschränken, der Bereich unter dem Waschbecken, das Baujahr von Warmwasserbereiter und Klimaanlage sowie Kondenswasserspuren rund um die Fenster.

Bei Unsicherheiten ist eine bauliche Zustandsprüfung durch einen Fachgutachter (inspection) eine sinnvolle Option. Das japanische Gesetz über Grundstücks- und Gebäudetransaktionen (Takuchi Tatemono Torihiki Gyō-hō, 宅地建物取引業法) verpflichtet Makler, beim Abschluss des Vermittlungsvertrags anzugeben, ob sie die Vermittlung eines Prüfunternehmens anbieten können – auf Wunsch lässt sich das direkt ansprechen.

2. Vorhandene Ausstattung und Übergabebedingungen

Klimaanlagen, Beleuchtungskörper, Geschirrspüler oder der Schlüssel für die Paketbox: Ob solche Ausstattung im Objekt verbleibt oder vom Verkäufer entfernt wird, muss eindeutig geklärt und schriftlich festgehalten werden. Diese Funktion übernehmen die dem Kaufvertrag beigefügte Ausstattungsliste (futai setsubi-hyō, 付帯設備表) und der Zustandsbericht zur Immobilie (bukken jōkyō hōkokusho, 物件状況報告書). Mündliche Absprachen führen am Tag der Übergabe erfahrungsgemäß häufig zu Missverständnissen nach dem Muster „davon habe ich nichts gehört“.

Bei verbleibender Ausstattung empfiehlt es sich zusätzlich zu klären, wer im Störungsfall die Reparaturkosten trägt. Gebrauchte Anlagen werden häufig im vorliegenden Zustand (genjō yūshi, 現状有姿 – vergleichbar mit dem deutschen Grundsatz „gekauft wie gesehen“) übergeben, sodass Mängel nach der Übergabe in der Regel zulasten des Käufers gehen.

3. Nutzung der Gemeinschaftsflächen und -einrichtungen

Ist der Fahrradabstellplatz ordentlich organisiert? Hängen im Eingangsbereich oder am Aushangbrett zahlreiche Hinweise auf Regelverstöße? Wird der Müllplatz sauber gehalten? Wie die Gemeinschaftsflächen genutzt werden, spiegelt unmittelbar die Disziplin der Bewohner und die Arbeitsqualität der Verwaltungsgesellschaft wider. Besonders aufschlussreich ist das schwarze Brett: Ankündigungen zur Eigentümerversammlung, Baumitteilungen und Warnhinweise zu Konflikten geben ein sehr genaues Bild vom aktuellen Zustand der Anlage.

4. Wohnumfeld und frühere Vorfälle

Ein vollständiges Bild lässt sich kaum gewinnen, doch Gespräche mit Makler, Verwaltungsgesellschaft und Verkäufer liefern häufig Informationen zu Lärm und Nachbarschaftsverhältnissen. Der Verkäufer ist gesetzlich verpflichtet, Vertragswidrigkeiten (keiyaku futekigō, 契約不適合) und psychisch belastende Vorfälle (shinriteki kashi, 心理的瑕疵 – etwa ein Todesfall in der Wohnung, ein Konzept ohne direkte Entsprechung im deutschen Recht, am ehesten vergleichbar mit einem offenlegungspflichtigen Sachmangel) offenzulegen; dies erfolgt in der Regel über den Zustandsbericht zur Immobilie. Nach Möglichkeit lohnt es sich, das Objekt an Werktagen wie am Wochenende sowie tagsüber und abends erneut zu besuchen, um Wohngeräusche und Fußgängeraufkommen selbst einzuschätzen.

5. Höhe der Instandhaltungsrücklage und Funktionsfähigkeit der Eigentümergemeinschaft

Reicht der Saldo der Instandhaltungsrücklage (shūzen tsumitatekin, 修繕積立金 – vergleichbar mit der Erhaltungsrücklage einer deutschen WEG) nicht für den Sanierungsplan aus, drohen künftig eine Sonderumlage oder eine deutliche Erhöhung der monatlichen Beiträge. Prüfen Sie Protokolle und Beschlussvorlagen der Eigentümerversammlung: Ist die Teilnehmerzahl gering und stützt sich die Versammlung überwiegend auf Vollmachten, funktioniert die Eigentümergemeinschaft möglicherweise nicht wirklich und überlässt faktisch alles der Verwaltungsgesellschaft. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass gerade dieser eine Punkt die Zufriedenheit nach dem Kauf am stärksten beeinflusst.

Wie sich der Verwaltungszustand konkret beurteilen lässt

Die Qualität der Verwaltung wirkt sich nicht nur auf den Wohnkomfort aus, sondern unmittelbar auch auf den langfristigen Vermögenswert der Immobilie. Verlassen Sie sich dabei nicht auf ein Bauchgefühl, sondern auf Dokumente.

Dokumente, die über den Verkäufer angefordert werden sollten

Beim Kauf ist es üblich, den von der Verwaltungsgesellschaft ausgestellten Prüfbericht zu wichtigen Angaben (jūyō jikō chōsa hōkokusho, 重要事項調査報告書) einzuholen. Dieses Dokument enthält die monatlichen Beträge für Verwaltungsgebühr und Instandhaltungsrücklage, den Gesamtsaldo der Rücklage, den Stand etwaiger Zahlungsrückstände, die Historie und Planung umfassender Sanierungen sowie die wesentlichen Punkte der Hausordnung. Lesen Sie es unter folgenden Gesichtspunkten:

  • Wird die Eigentümerversammlung regelmäßig abgehalten und werden die Protokolle archiviert?
  • Besteht ein langfristiger Sanierungsplan, der regelmäßig überprüft und aktualisiert wird?
  • Sind Zahlungsrückstände bei Verwaltungsgebühr und Instandhaltungsrücklage gering und existiert ein Mahnverfahren?
  • Ist die Historie durchgeführter umfassender Sanierungen dokumentiert, und stehen Zeitpunkt sowie Finanzierung der nächsten Sanierung fest?
  • Werden die Gemeinschaftsflächen sauber gehalten, und finden laufende Reinigung sowie Inspektionen statt?

Wie die Höhe der Rücklage zu bewerten ist

Eine niedrige Instandhaltungsrücklage bedeutet nicht automatisch eine gute Ausgangslage. Das japanische Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus (国土交通省, MLIT) veröffentlicht Richtlinien zu langfristigen Sanierungsplänen und Rücklagenhöhen und gibt Richtwerte für den monatlichen Betrag pro Quadratmeter Sondereigentum vor – anders als in Deutschland, wo die Höhe der Erhaltungsrücklage weitgehend der Eigentümergemeinschaft selbst überlassen bleibt, ohne bundesweit veröffentlichte Richtwerte. Liegt der Betrag extrem unter diesem Marktniveau, ist es naheliegend, künftig von einer Erhöhung oder einer Sonderumlage auszugehen.

Zudem gibt es seit 2022 ein auf dem Gesetz zur angemessenen Verwaltung von Eigentumswohnanlagen (Manshon Kanri Tekiseika-hō, マンション管理適正化法) basierendes Zertifizierungssystem für Verwaltungspläne. Zertifizierte Anlagen wurden von der zuständigen Kommune darauf geprüft, dass der langfristige Sanierungsplan und die Arbeit der Eigentümergemeinschaft bestimmten Standards genügen – ein zusätzlicher Anhaltspunkt für die eigene Einschätzung.

Die Immobilie als bauliche Hardware prüfen

Erdbebensicherheit richtig einordnen

Anders als in Deutschland, wo Erdbebensicherheit im Baurecht kaum eine Rolle spielt, ist sie in Japan ein zentrales Prüfkriterium: Eine klare Orientierung bietet die Frage, ob die Baugenehmigung nach dem 1. Juni 1981 erteilt wurde – dem Stichtag für den neuen Erdbebenschutzstandard (shin-taishin kijun, 新耐震基準). Das bedeutet nicht, dass alle älteren Objekte nach dem alten Standard gefährlich sind, doch sollte der Stand von Erdbebendiagnose und etwaigen Nachrüstungen geprüft werden. Da dieser Punkt auch die Bewilligung von Immobilienkrediten und die Anwendbarkeit steuerlicher Vergünstigungen berührt, sollten Käufer älterer Objekte ihn frühzeitig klären.

Wasserleitungen und der Zyklus umfassender Sanierungen

Die größten Kostenblöcke bei Eigentumswohnanlagen entstehen typischerweise bei der Erneuerung der Wasserleitungen sowie bei der Sanierung von Außenfassade und Dachabdichtung. Umfassende Sanierungen werden meist in einem Zyklus von rund 12 bis 15 Jahren geplant, während bei den Leitungen nach etwa 30 Betriebsjahren Erneuerungs- oder Sanierungsarbeiten anstehen. Ob die Leitungen im Sondereigentum bereits erneuert wurden, beeinflusst auch die Kostenschätzung für spätere Renovierungen.

Finanzierungsplanung und Richtwerte für Nebenkosten

Beim Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung fallen neben dem Kaufpreis zusätzliche Nebenkosten an. Als Richtwert empfiehlt es sich, etwa 6 bis 9 % des Kaufpreises einzuplanen, damit die Finanzierung nicht zu knapp kalkuliert ist. Die wesentlichen Posten im Überblick:

KostenpostenInhaltRichtwert / Berechnungslogik
MaklerprovisionVergütung für die vermittelnde ImmobiliengesellschaftÜbersteigt der Kaufpreis 4.000.000 Yen (400万円, ca. 23.600 € bei 170 Yen/Euro), liegt die gesetzliche Obergrenze bei 3 % des Kaufpreises + 60.000 Yen (6万円, ca. 354 €) + Verbrauchssteuer. Anders als in Deutschland, wo Käufer und Verkäufer die Provision seit der Reform von 2020 meist hälftig teilen, gilt in Japan diese gesetzlich fixierte Formel
EintragungskostenEigentumsübertragung, Grundpfandrechtsbestellung und Honorar des Registerbeauftragten (shihō shoshi, 司法書士)Die Registersteuer bemisst sich u. a. am steuerlichen Einheitswert der Immobilie; prüfen Sie, ob Ermäßigungen anwendbar sind
StempelsteuerFällig auf den KaufvertragHöhe richtet sich nach der Vertragssumme; Ermäßigungszeiträume beachten
Grunderwerbsteuer der PräfekturNach dem Erwerb erhobene PräfektursteuerFür Wohnzwecke bestehen Ermäßigungen; Voraussetzungen vorab prüfen
KreditnebenkostenBearbeitungsgebühr, Bürgschaftsgebühr, Gruppenlebens- und Kreditversicherung u. Ä.Die Struktur unterscheidet sich stark je nach Kreditinstitut – ein Vergleich lohnt sich
Feuer- und ErdbebenversicherungAbsicherung von Gebäude und HausratDie Prämie variiert je nach Laufzeit und Deckungsumfang
Abrechnung von Verwaltungsgebühr und InstandhaltungsrücklageTaggenaue Abrechnung zum ÜbergabetagAls monatliche Fixkosten in die Finanzierungsplanung einbeziehen

Darüber hinaus greifen steuerliche Vergünstigungen wie der Steuerabzug für Wohnungsbaudarlehen (住宅ローン控除) nur, wenn Anforderungen an Wohnfläche, Baujahr und Erdbebenschutzstandard erfüllt sind. Da sich diese Regelungen ändern können, sollten Sie die zum Kaufzeitpunkt aktuellen Anforderungen anhand der Veröffentlichungen der Nationalen Steuerbehörde (国税庁, NTA) und der zuständigen Kommune prüfen und bei Bedarf einen Steuerberater (zeirishi, 税理士) hinzuziehen. Auch wir vermeiden vorschnelle Aussagen und prüfen die aktuellen Informationen gemeinsam mit unseren Kunden.

Ablauf von Vertragsabschluss bis Übergabe und worauf zu achten ist

Wer den Ablauf im Voraus kennt, weiß genau, was in welcher Phase zu prüfen ist. Der übliche Ablauf sieht wie folgt aus:

PhaseWesentlicher InhaltHinweise
1. Objektprüfung und BesichtigungVor-Ort-Prüfung, Erfassung des WohnumfeldsEin erneuter Besuch zu unterschiedlichen Tageszeiten erhöht die Genauigkeit
2. KaufantragEinreichen der Kaufabsichtserklärung (kaitsuke shōmeisho, 買付証明書), KonditionsverhandlungNicht nur der Preis, auch Übergabetermin und Ausstattungsbedingungen sind verhandelbar
3. VorabprüfungVorläufige Kreditprüfung durch die BankEin Vergleich mehrerer Banken macht Unterschiede in den Konditionen sichtbar
4. Erläuterung der wichtigen AngabenErklärung durch einen zugelassenen Immobilienmakler (Takken-shi, 宅地建物取引士)Schwerpunkt auf Verwaltung, Sanierung und gesetzlichen Beschränkungen legen
5. KaufvertragVertragsunterzeichnung, Übergabe der Anzahlung (tetsukekin, 手付金)Frist und Rücktrittsbedingungen der Finanzierungsklausel erfassen
6. Endgültige Kreditprüfung und DarlehensvertragFormeller KreditantragEin Arbeitsplatzwechsel oder eine neue Kreditaufnahme nach Vertragsschluss kann die Prüfung beeinflussen
7. Zahlung und ÜbergabeRestzahlung, Grundbucheintragung, SchlüsselübergabeFunktionsprüfung der Ausstattung und Abgleich mit der Ausstattungsliste noch am selben Tag

Besonders wichtig ist die Finanzierungsklausel (jūtaku rōn tokuyaku, 住宅ローン特約): Sie erlaubt es, den Vertrag ohne Nachteile aufzulösen, falls die Finanzierung nicht bewilligt wird. Nach Ablauf der vereinbarten Frist bleibt jedoch nur noch ein Rücktritt unter Verzicht auf die Anzahlung möglich. Anders als in Deutschland, wo der Immobilienkaufvertrag zwingend notariell beurkundet werden muss und der Notar über Fristen und Formalien wacht, unterzeichnen Käufer und Verkäufer in Japan den Kaufvertrag privatschriftlich nach der Erläuterung der wichtigen Angaben durch den Takken-shi – Frist und Bedingungen der Klausel sollten Sie deshalb selbst sorgfältig im Vertragstext prüfen.

Worauf wir Wert legen, wenn wir den Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung begleiten

Die INA&Associates K.K. ist sowohl in der Vermittlung von Kauf- und Verkaufsgeschäften als auch in der Mietverwaltung tätig. Gerade weil wir den Verwaltungsalltag aus eigener Erfahrung kennen, können wir mit einer gewissen Genauigkeit einschätzen, wie sich ein Gebäude künftig entwickeln wird – etwas, das sich aus Grundrissen und Preislisten allein nicht ablesen lässt.

Am wichtigsten ist uns, Bedenken mit derselben Klarheit anzusprechen wie die Vorzüge: eine unzureichende Instandhaltungsrücklage, eine mögliche finanzielle Belastung durch die nächste umfassende Sanierung, geplante Bauvorhaben in der Umgebung. Nachteile ehrlich zu benennen, verzögert kurzfristig manchen Vertragsabschluss, schafft aber langfristig Vertrauen bei unseren Kunden. Denn eine Immobilie ist keine Beziehung, die mit einem einzigen Geschäft endet – sie reicht über das Wohnen nach dem Kauf bis zu einem möglichen späteren Verkauf oder einer Vermietung.

Getragen wird diese Einschätzung von Menschen mit Systemwissen und praktischem Gespür – für uns sind unsere Mitarbeitenden (jinzai, 人財 – ein Begriff, der bewusst mit dem Schriftzeichen für „Schatz“ statt für „Ressource“ geschrieben wird) das wichtigste Kapital des Unternehmens. Deshalb pflegen wir eine Kultur, in der ein Mitarbeitender auch sagen darf, das weiß ich nicht, und in der erst nach sorgfältiger Prüfung eine verlässliche Antwort gegeben wird. Weitere Kolumnen finden Sie unter Kolumnenübersicht.

Fazit: Prioritäten setzen und anhand von Dokumenten prüfen

Um beim Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung Fehlentscheidungen zu vermeiden, sind die entscheidenden Punkte überraschend einfach: der Qualität der Verwaltung Vorrang vor dem Eindruck der Innenausstattung geben, anhand von Dokumenten statt nach Gefühl prüfen, und die Finanzierungsplanung so anlegen, dass künftige Sanierungen und Anlagenerneuerungen bereits mitgedacht sind.

Tapeten und Ausstattung im Innenraum lassen sich mit entsprechendem Aufwand später ändern. Eine funktionsunfähige Eigentümergemeinschaft oder eine unzureichende Instandhaltungsrücklage lassen sich dagegen nicht allein durch persönlichen Einsatz kurzfristig verbessern. Genau deshalb lohnt es sich, Zeit in die Prüfung des Berichts zu wichtigen Angaben und der Versammlungsprotokolle zu investieren. Wenn Sie bei der Einschätzung unsicher sind, sprechen Sie uns gerne an.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Reihenfolge empfehlen Sie bei der Besichtigung einer gebrauchten Eigentumswohnung?

Prüfen Sie mit höchster Priorität die Höhe der Instandhaltungsrücklage und die Funktionsfähigkeit der Eigentümergemeinschaft. Kratzer oder veraltete Ausstattung im Innenraum lassen sich mit entsprechendem Aufwand beheben, ein schlechter Verwaltungszustand dagegen kaum durch persönlichen Einsatz nach dem Kauf ändern. In der Praxis empfiehlt sich anschließend die Prüfung von Sauberkeit der Gemeinschaftsflächen und Aushangbrett, und erst danach die Innenausstattung und ihr Abnutzungsgrad.

Wie lässt sich der Stand der Instandhaltungsrücklage ermitteln?

Am zuverlässigsten ist es, über den Verkäufer oder die Vermittlungsgesellschaft den von der Verwaltungsgesellschaft ausgestellten Prüfbericht zu wichtigen Angaben anzufordern. Er enthält Gesamtsaldo und monatlichen Beitrag der Rücklage, den Stand von Zahlungsrückständen sowie Historie und Planung umfassender Sanierungen. Lassen sich zusätzlich die Versammlungsprotokolle und der langfristige Sanierungsplan einsehen, wird auch erkennbar, ob künftig mit einer Erhöhung oder einer Sonderumlage zu rechnen ist.

Bis zu welchem Baujahr gilt eine gebrauchte Eigentumswohnung als unbedenklich?

Wir raten davon ab, allein anhand des Baujahrs eine Grenze zu ziehen. Ein Anhaltspunkt ist, ob die Baugenehmigung nach dem 1. Juni 1981 unter dem neuen Erdbebenschutzstandard erteilt wurde – doch auch bei jüngeren Objekten sinkt der Vermögenswert bei unzureichender Verwaltung. Umgekehrt gibt es nicht wenige ältere Anlagen, in denen planmäßige Sanierung und eine funktionierende Eigentümergemeinschaft weiterhin gewährleistet sind. Beurteilen Sie daher Baujahr, Erdbebenschutzstandard, Verwaltungszustand und Sanierungshistorie stets im Zusammenspiel.

Lässt sich über den Verbleib oder die Entfernung von Ausstattung verhandeln?

Ja, das ist verhandelbar. Halten Sie die Vereinbarung jedoch unbedingt in der Ausstattungsliste und dem Zustandsbericht zur Immobilie fest, die dem Kaufvertrag beigefügt werden. Legen Sie zugleich fest, wer bei Mängeln an verbleibender Ausstattung die Kosten trägt – so lassen sich Missverständnisse nach der Übergabe vermeiden.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte