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Aktien- und Fonds-Apps in Japan im Vergleich: Einstieg mit kleinen Beträgen

Wie steigen Privatanleger in Japan an der Börse ein? Aktien- und Fonds-Apps wählt man dort nach drei Fragen aus: ab welchem Betrag, mit welchen Produkten und mit wie viel Eigenentscheidung. Dieser Japan-Leitfaden erklärt Aktien unterhalb des Handelsloses, neun Einsteiger-Apps samt Punkte- und Wechselgeld-Investments, sechs Prüfkriterien vor der Depoteröffnung, vier Startschritte und die Verbindung zum Immobilieninvestment.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 8 Min. Lesezeit

Dieser Artikel vergleicht Aktien- und Fonds-Apps des japanischen Marktes: Anwendungen japanischer Broker, die in Japan zugelassen sind und überwiegend japanische Wertpapiere handelbar machen. Für Leserinnen und Leser im DACH-Raum ist das kein Test von Neobrokern wie Trade Republic oder Swissquote, sondern ein Blick darauf, wie Privatanleger in Japan tatsächlich einsteigen. Die Auswahl gelingt dort über drei Fragen: Ab welchem Betrag kann ich kaufen? Was kann ich kaufen? Und wie viel will ich selbst entscheiden? Apps, die Bruchteile eines Handelsloses oder Investitionen mit Bonuspunkten erlauben, machen echte Käufe schon ab wenigen hundert Yen möglich. Wer Titel selbst analysieren und handeln möchte, ist mit Apps besser bedient, die starke Chart- und Watchlist-Funktionen mitbringen.

„Ich habe kein größeres Startkapital, also verschiebe ich das Investieren" – diese Aussage höre ich in Beratungsgesprächen sehr häufig. Wichtiger als die Höhe des Betrags ist jedoch die Gewohnheit, sich mit Kursbewegungen auseinanderzusetzen. Dieser Beitrag fasst zusammen, wie Kleinbetragsinvestitionen in Japan funktionieren, welche Merkmale neun Einsteiger-Apps haben, worauf man vor der Depoteröffnung achten sollte und wie sich das Ganze mit Immobilieninvestments verbinden lässt.

Die Kernpunkte dieses Artikels

  • Kleinbetragsinvestitionen sind ein Verfahren, bei dem Aktien, die üblicherweise in Einheiten von 100 Stück gehandelt werden, bereits ab einem Stück gekauft werden können – der Einstieg gelingt so ab wenigen hundert Yen (rund 2 bis 6 Euro).
  • Investment-Apps lassen sich in vier Typen einteilen: Gesamt-Apps der Broker, Smartphone-Broker, Punkte- und Wechselgeld-Investments sowie reine Informations- und Chartanalyse-Apps. Die Wahl richtet sich nach dem Zweck.
  • Gebühren, Produktangebot und Handelszeiten ändern sich häufig. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen vor der Depoteröffnung auf den offiziellen Seiten der jeweiligen Anbieter.
  • Bei einigen der hier genannten Dienste haben spätere Umstrukturierungen im japanischen Wertpapiersektor die Inhalte verändert. Prüfen Sie vor der Anmeldung den aktuellen Angebotsstand.
  • Wer schwankende Finanzanlagen mit einer stetig zufließenden Einnahmequelle wie Mieteinnahmen kombiniert, stabilisiert das Fundament seines Vermögensaufbaus.

Was sind Kleinbetragsinvestitionen – und warum eignen sie sich für Einsteiger?

Kleinbetragsinvestitionen bezeichnen in Japan eine Anlageform, bei der Aktien, die regulär in Einheiten von 100 Stück gehandelt werden, bereits ab einem einzigen Stück gekauft werden können. Diese Einheit heißt tangen (単元, das gesetzliche Handelslos an japanischen Börsen), und Anteile darunter heißen tan'i-miman-kabu (単元未満株, Aktien unterhalb des Handelsloses). Das ist eine japanische Besonderheit: Während an deutschen, österreichischen und Schweizer Börsen seit jeher jede einzelne Aktie handelbar ist, war in Japan lange ein volles Hundertstück-Paket die kleinste Einheit. Bei klassischen Aktienkäufen brauchte man daher für viele Titel mindestens 100.000 Yen (rund 590 Euro, Kurs Stand 2026). Mit Kleinbetragsinvestitionen ist der Start ab wenigen hundert Yen möglich. Die Voraussetzung „Zum Investieren braucht man erst einmal ein Startkapital" fällt damit weg.

Was sich ändert, wenn man ab einem Stück kaufen kann

Es ändert sich nicht nur der Betrag. Kaufen, halten, Kursbewegungen beobachten, verkaufen: Ob man diesen vollständigen Kreislauf einmal mit eigenem Geld durchlaufen hat, entscheidet maßgeblich darüber, ob Wissen hängen bleibt. Auch Inhalte aus Büchern und Seminaren werden zu eigener Erfahrung, sobald man wenigstens eine Aktie im Depot hält.

Es gibt im Wesentlichen drei Gründe, warum sich Kleinbetragsinvestitionen für Einsteiger eignen.

  • Auch Aktien bekannter Unternehmen mit hohem Kurs lassen sich ab einem Stück kaufen, sodass sich die Titelauswahl nicht durch das verfügbare Kapital verengt
  • Der Verlust bei fallenden Kursen bleibt klein, und man gewöhnt sich bei begrenztem Risiko an Kursbewegungen
  • Man sammelt praktische Anlageerfahrung und eignet sich dabei Wissen an

Die erste Zeit als bewusst gekaufte Erfahrung verbuchen

Der Gewinn aus Kleinbetragsinvestitionen ist proportional zum eingesetzten Betrag und damit naturgemäß begrenzt. Wer mit einem falschen Bild davon startet, steigt schnell wieder aus, weil „weniger herauskommt als gedacht". Betrachten Sie die ersten Monate nicht als Ertragsphase, sondern als Zeit, in der Sie ein Entscheidungsmuster ausbilden. Im Ergebnis bleiben Sie so länger dabei. Das ist eine andere Logik als der in Europa verbreitete Reflex, sofort einen breit streuenden ETF-Sparplan aufzusetzen: Der japanische Weg über Einzelstücke zielt zuerst auf die Erfahrung, dann auf die Rendite.

Welche Vorteile bieten Aktien- und Fonds-Apps?

Der größte Vorteil einer App ist, dass man unabhängig von Ort und Zeit handeln kann. Ordern lässt sich auf dem Arbeitsweg oder in einer Arbeitspause, und die Gebühren fallen tendenziell niedriger aus als am Bankschalter. Viele Apps bieten außerdem Lerninhalte für Einsteiger oder automatisierte Handelsfunktionen und senken damit die psychologische Hürde des Anfangs.

Andererseits gibt es Dinge, die man nur im persönlichen Gespräch bekommt. In Japan spielt die Filialberatung bei Wertpapierhäusern traditionell eine größere Rolle als in Deutschland, wo der Direktbank-Kanal den Markt längst dominiert. Die Unterschiede lassen sich so ordnen:

Vergleichskriterium App (Online-Handel) Schalter des Wertpapierhauses
Gebühren Tendenziell niedrig zu halten Enthalten das Entgelt für Beratung und Vorschlag
Handelszeiten Aufträge unabhängig von der Uhrzeit möglich Beschränkt auf die Öffnungszeiten
Wer entscheidet Man recherchiert und entscheidet selbst Entscheidung im Gespräch mit der Betreuung
Geeignet für Wer ab kleinen Beträgen im eigenen Tempo testen will Wer die Struktur größerer Vermögen besprechen will

Man muss sich nicht für eine Seite entscheiden. Realistisch ist eine Aufteilung: laufende Sparpläne und kleine Käufe über die App, größere Strukturfragen einschließlich Erbfolge und Unternehmensnachfolge im persönlichen Gespräch. Gerade beim Erbrecht lohnt sich diese Trennung in Japan besonders, weil die japanische Erbschaftsteuer international zu den höchsten gehört und Beratung dort echten Wert schafft.

Vier Typen von Investment-Apps – welcher passt zu Ihnen?

Investment-Apps lassen sich in vier Linien ordnen: Broker-Apps, Smartphone-Broker, Punkte-Investments und Wechselgeld-Investments. Hinzu kommen Apps ohne Handelsfunktion, die sich auf Information und Chartanalyse spezialisieren. Wer zuerst festlegt, welchen Typ er braucht, engt das Feld sofort deutlich ein. Punkte- und Wechselgeld-Investments sind dabei eine ausgeprägt japanische Erscheinung: Sie setzen auf die extrem dichten Kundenbindungsprogramme des japanischen Einzelhandels, für die es im deutschsprachigen Raum kein direktes Gegenstück in vergleichbarem Umfang gibt.

Typ Merkmale Geeignet für
Gesamt-App eines Wertpapierhauses Kassaaktien, Fonds und Aktien unterhalb des Handelsloses in einer App Wer sein Depot bündeln und die Anlagebreite ausbauen will
Smartphone-Broker Von Grund auf für das Smartphone gebaut, schlanke Oberfläche und Abläufe Wer den Handelsablauf zunächst ab einer Aktie erleben will
Punkte-Investment Angesammelte Bonuspunkte lassen sich in Fonds oder Aktien anlegen Wer das Anlegen testen will, bevor er Bargeld einsetzt
Wechselgeld-Investment Legt automatisch den Gegenwert des Wechselgelds beim Einkauf an Wer sich nicht zutraut, selbst regelmäßig einzuzahlen
Informations- und Chartanalyse-App Keine Handelsfunktion, spezialisiert auf Kursdaten und Analyse Wer Titel und Fonds erst vergleichen und dann entscheiden will

Neun Einsteiger-Apps im Merkmalsvergleich

Im Folgenden ordne ich neun repräsentative japanische Apps nach Einsatzzweck – von solchen für kleine Beträge bis zu solchen für ernsthafte Analyse. Da Gebühren und Produktangebot geändert werden können, prüfen Sie die tatsächlichen Konditionen bitte auf den offiziellen Seiten der Anbieter. Anders als bei europäischen Neobrokern, die vor allem über internationale ETFs positioniert sind, liegt der Schwerpunkt dieser Anbieter auf japanischen Einzelaktien und in Japan aufgelegten Fonds.

App Typ Merkmale in Kürze
Toranoko Wechselgeld-Investment Anlage ab 5 Yen in 1-Yen-Schritten. Auswahl aus drei Strategien
Rakuten Securities Gesamt-App / Punkte-Investment Anlage mit Rakuten-Punkten möglich. Breites Fondsangebot
LINE Securities „Ichikabu" Smartphone-Broker Vollständig in der LINE-App. Echtzeithandel werktags bis 21 Uhr
Monex-Securities-App Gesamt-App Aktien unter dem Handelslos über „Wan Kabu". Von Kassa- bis Margin-Handel
Neomoba-Aktien-App Smartphone-Broker „Hitokabu IPO": Zeichnung von Neuemissionen ab einer Aktie
Monex Trader Aktien Smartphone Handelsspezialisierte App Kurse in Echtzeit. Listenverwaltung für bis zu 900 Titel
TradingView Chartanalyse Umfangreiche Zeichenwerkzeuge und Indikatoren
My Toshi Shintaku Informations-App Fonds, Kurse und Devisen kostenlos abrufbar. Vergleich und Ranking
SMBC-Nikko-Securities-App Gesamt-App Stark anpassbare Charts. Bis zu 100 Titel speicherbar

Apps für alle, die ab wenigen hundert Yen starten wollen

Toranoko ist eine Wechselgeld-App, die das Restgeld beim Einkauf ins Investment lenkt. Angelegt wird ab 5 Yen (rund 3 Cent) in 1-Yen-Schritten, wobei man aus drei Strategien wählt: stabilitätsorientiert, ausgewogen und renditeorientiert. Weil sich auch mit nanaco-Punkten oder ANA-Meilen investieren lässt, kann man ohne zusätzliches Bargeld beginnen. Für europäische Leser ist bemerkenswert, dass hier Vielfliegermeilen unmittelbar in ein Wertpapierdepot fließen – eine Verzahnung von Handel, Luftfahrt und Kapitalmarkt, die den japanischen Alltag prägt.

Rakuten Securities zeichnet sich dadurch aus, dass man mit Rakuten-Punkten investieren kann. Das Fondsangebot ist breit, und weil man ohne Bargeldeinsatz allein mit Punkten starten kann, ist der Zugang für alle gut gebaut, denen schwankende Produkte zunächst Unbehagen bereiten. Rakuten ist in Japan gleichzeitig Online-Kaufhaus, Mobilfunkanbieter und Finanzhaus – ein Konglomerattyp, der im deutschsprachigen Raum in dieser Form nicht existiert.

LINE Securities „Ichikabu" überzeugt durch die Bequemlichkeit, alles innerhalb der LINE-App zu erledigen. Echtzeithandel ist werktags bis 21 Uhr möglich, sodass auch wer tagsüber keine Kurse verfolgen kann, nach Feierabend Aufträge erteilt. Die Kaufgebühr wird als kostenlos angegeben. LINE ist in Japan der dominierende Messenger und funktional am ehesten mit WhatsApp vergleichbar – nur dass dort eben auch Wertpapiere geordert wurden.

Die Monex-Securities-App ist die Gesamt-Anlage-App eines der großen japanischen Online-Broker. Über den Dienst „Wan Kabu" (ワン株) lassen sich Aktien unterhalb des Handelsloses ohne Kaufgebühr handeln, und vom Kassa- bis zum Margin-Handel läuft alles in einer App. Geeignet für alle, die klein anfangen und dann in derselben Umgebung die Handelsbreite ausbauen wollen.

Die Neomoba-Aktien-App zeichnete sich durch „Hitokabu IPO" aus, die Zeichnung von Neuemissionen ab einer einzigen Aktie. Mit eigenen Zuteilungsverfahren wie der Bevorzugung junger Anleger oder langjähriger Kunden war sie darauf angelegt, auch Anlegern in den Zwanzigern und Dreißigern mit wenig Kapital Zuteilungschancen zu eröffnen. Das unterscheidet sich deutlich von der in Europa üblichen Zuteilung, die stark am Ordervolumen hängt.

Apps für alle, die Titel selbst auswählen und handeln wollen

Monex Trader Aktien Smartphone ist eine funktionsstarke Handels-App. Auftragserteilung, Informationsabruf und Titelverwaltung laufen vollständig darin, mit Kursaktualisierung in Echtzeit und Listenverwaltung für bis zu 900 Titel. Diese Funktionen zahlen sich in dem Moment aus, in dem die Zahl der beobachteten Titel wächst.

TradingView ist eine Chartanalyse-App, die Händler weltweit nutzen – und damit der einzige Name in dieser Liste, den DACH-Anleger vermutlich schon kennen. Zeichenwerkzeuge und Indikatoren sind reichhaltig und intuitiv bedienbar. Verbreitet ist auch die Kombination, den Handel über ein anderes Wertpapierdepot abzuwickeln und die Analyse in TradingView zu machen.

Apps für Recherche und Vergleich

My Toshi Shintaku ist eine Informations-App, mit der sich Fonds-, Kurs- und Devisendaten kostenlos abrufen lassen. Vergleichsfunktion und Ranking helfen bei der Fondsauswahl. Wenn ähnlich benannte Fonds nebeneinanderstehen und die Entscheidung schwerfällt, dient sie als Ausgangspunkt für den Vergleich. Anders als in der EU, wo das Basisinformationsblatt einen standardisierten Vergleich erzwingt, unterscheiden sich japanische Fondsunterlagen im Aufbau stärker – Vergleichsapps füllen diese Lücke.

Die SMBC-Nikko-Securities-App bündelt Aktienindizes, Devisen und Zinsentwicklungen und bietet sehr anpassbare Charts. Aktien und Fonds lassen sich bis zu 100 Titel speichern. Geeignet für alle, die verfolgen wollen, wie Zinsen und Wechselkurse auf Vermögenspreise wirken – ein Blickwinkel, der auch für Immobilieninvestoren im Yen-Raum unmittelbar relevant ist.

Zu beachten ist, dass die Konsolidierung im japanischen Wertpapiersektor weitergeht. Auch unter den hier genannten Diensten sind solche, bei denen es danach zu Zusammenschlüssen, Namensänderungen oder einer Überarbeitung des Angebots kam. Prüfen Sie vor Depoteröffnung und Einzahlung den aktuellen Angebotsstand und die Gebührenstruktur auf den offiziellen Seiten der Anbieter.

Sechs Kriterien, die Sie bei der Auswahl einer Investment-App prüfen sollten

Entscheidend ist bei der App-Wahl nicht die Menge der Funktionen, sondern ob die für Ihre Nutzung nötigen Bedingungen erfüllt sind. Ich habe die vor der Depoteröffnung zu prüfenden Punkte in sechs Kriterien geordnet. Da sich konkrete Zahlen zu Gebühren und Produktangebot verändern, verstehen Sie die folgende Tabelle bitte als Landkarte dafür, wo Sie hinschauen sollten.

Zu prüfendes Kriterium Worauf zu achten ist Wo nachzusehen ist
Mindestanlagebetrag Kauf ab einer Aktie möglich, Untergrenze des Sparplans Produktseiten der Anbieter
Gebühren Sätze für Kauf und Verkauf sowie Bedingungen für Gebührenfreiheit Gebührenübersicht
Produktangebot Reichweite über japanische Aktien, Auslandsaktien, Fonds und ETFs Produktübersicht
Orderzeiten und Orderarten Ausführung in Echtzeit oder zu festgelegten Zeitpunkten Erläuterungsseite zu den Handelsregeln
Unterstützung steuerbegünstigter Depots Ob die steuerfrei gestellten Produkte in dieser App kaufbar sind Informationsseite zu den Depotarten
Auszahlung und Wechsel Auszahlungsgebühren, Übertragbarkeit der Bestände zu anderen Häusern Häufige Fragen und Geschäftsbedingungen

Besonders leicht übersehen wird der letzte Punkt, die Leichtigkeit des Wechsels. Zu vermeiden ist die Lage, dass man nach der Bequemlichkeit des Einstiegs ausgewählt hat und die Übertragung später, wenn das Vermögen gewachsen ist, mühsam wird. Wer von einer langen Beziehung ausgeht und schon die Ausstiegsbedingungen mitliest, ist beruhigter unterwegs. In Deutschland ist der Depotübertrag weitgehend standardisiert und in der Regel kostenfrei; in Japan variieren Praxis und Entgelte je nach Haus deutlich stärker, weshalb dieser Punkt dort mehr Gewicht hat.

So starten Sie mit Kleinbetragsinvestitionen: vier Schritte von der Depoteröffnung bis zum Sparplan

Der Ablauf ist bei allen Apps weitgehend gleich. Wenn Sie unsicher sind, gehen Sie in dieser Reihenfolge vor.

Schritt 1: Zweck und Zeitraum in einem Satz festhalten

Legen Sie zuerst fest, wofür und bis wann Sie anlegen – etwa „Ausbildungskosten der Kinder" oder „Ergänzung der Lebenshaltungskosten im Alter". Steht der Zweck fest, engen sich Produktauswahl und Risikobereitschaft von selbst ein. Wer diesen Punkt überspringt, gerät bei jeder Kursbewegung ins Schwanken.

Schritt 2: Depot eröffnen und einmal mit kleinem Betrag handeln

Schließen Sie Identitätsprüfung und Registrierung der My-Number ab – der japanischen Steuer- und Sozialversicherungsnummer, die für jedes Wertpapierdepot zwingend ist und funktional der deutschen Steuer-Identifikationsnummer ähnelt – und kaufen Sie dann zunächst eine Aktie oder die kleinste Fondseinheit. Ziel ist, die Begriffe im Orderfenster, die Zeit bis zur Ausführung und die Art des Gebührenabzugs im echten Handel zu überprüfen.

Schritt 3: Betrag und Tag des Sparplans festschreiben

Legen Sie monatlichen Sparbetrag und Abbuchungstag fest und automatisieren Sie beides. Wer den Einzahlungsbetrag nach Marktlage verändert, kauft tendenziell in steigenden Phasen nach und stoppt in fallenden – also genau umgekehrt. Die Automatisierung ist der Mechanismus, der dieses Schwanken vermeidet.

Schritt 4: Alle sechs Monate die Aufzeichnungen durchsehen

Halten Sie vier Größen fest – Anlagebetrag, Marktwert, erhaltene Ausschüttungen und gezahlte Gebühren – und sehen Sie sie halbjährlich durch. Wenn Zahlen vorliegen, lassen sich die Gründe für Zu- und Abnahmen im Nachhinein prüfen. Auch die Gewohnheiten von Menschen, die den Vermögensaufbau lange durchhalten, haben gemeinsam, dass Aufzeichnung und regelmäßige Beobachtung nie ausfallen.

Worin unterscheiden sich Punkte- und Wechselgeld-Investments von Investments mit Bargeld?

An der Art, wie sich das Anlageergebnis niederschlägt, ändert sich gegenüber Bargeldinvestments nichts. Anders ist die psychologische Belastung zu Beginn. Beim Punkte-Investment fließen angesammelte Bonuspunkte in die Anlage, sodass das Gefühl, Mittel aus dem eigenen Gehalt zu geben, schwächer ist und der erste Schritt leichter fällt. Beim Wechselgeld-Investment ist es genauso: Bei jedem Einkauf sammelt sich automatisch ein kleiner Betrag an. Für Anleger aus dem DACH-Raum ist das der ungewöhnlichste Teil des japanischen Systems, denn Punkteguthaben aus dem Einzelhandel sind hier praktisch nie unmittelbar investierbar.

Diese Leichtigkeit hat allerdings eine Kehrseite: Man gewöhnt sich an Kursbewegungen, ohne das Bewusstsein zu entwickeln, dass es sich um das eigene Geld handelt. Wer über Punkte-Investments den Mechanismus verstanden hat, sollte irgendwann auf einen Sparplan mit Bargeld umstellen. Wenn Sie diesen Übergang von Anfang an einplanen, bleibt das Investieren nicht bei der Tätigkeit stehen, Punktereste umzuschichten.

Drei typische Fehler bei Kleinbetragsinvestitionen

In Beratungsgesprächen höre ich vor allem die folgenden drei. Wer sie bemerkt, solange die Beträge klein sind, kommt mit oberflächlichen Blessuren davon.

  • Zu viele Titel: Wer je eine Aktie von Dutzenden Unternehmen kauft, kann am Ende nicht mehr erklären, was er warum hält. Solange die Beträge klein sind, lernt man mehr, wenn man sich auf das beschränkt, wofür man einen Grund nennen kann.
  • Umschlagen, ohne die Gebühren zu beachten: Je kleiner der Anlagebetrag, desto stärker zehren die Gebühren pro Transaktion am Ertrag. Prüfen Sie Sätze und Bedingungen für Gebührenfreiheit, bevor Sie die Zahl der Trades erhöhen.
  • Bei Kursrückgängen auch die Aufzeichnungen meiden: Wenn der Marktwert sinkt, öffnet man die App nicht mehr, und die Entscheidungsgrundlage reißt ab. Gerade in Monaten mit Rückgang lohnt es sich, die Aufzeichnungen fortzuführen.

Auch bei Fehlschlägen im Immobilieninvestment liegt die Ursache meist nicht im Produkt, sondern im Ablauf der Entscheidung. Bei Finanzprodukten ist das Muster dasselbe.

Wie lassen sich App-Investments und Immobilieninvestments kombinieren?

Um es vorwegzunehmen: Beides ist vereinbar. Mehr noch, es hat gerade einen Sinn, Vermögenswerte mit unterschiedlichen Eigenschaften zu halten. Aktien und Fonds sind hoch liquide und bei Bedarf leicht zu Geld zu machen, schwanken im Preis aber stärker. Immobilien brauchen für den Verkauf Zeit, erzeugen dafür mit der Miete regelmäßige Einnahmen. In Japan kommt hinzu, dass die Mietrenditen in den großen Städten seit Jahren stabiler ausfallen als in vielen deutschen Metropolen, in denen die Kaufpreisfaktoren die laufende Rendite stark gedrückt haben.

Sich über eine App das Denken in mehreren Anlageklassen anzueignen und mit Immobilien eine stabile Einnahmebasis aufzubauen: Diese Zweischichtigkeit ist ein realistischer Ausgangspunkt für den Vermögensaufbau. Tatsächlich taucht auch dann, wenn man das für einen vorgezogenen Teilruhestand nötige Kapital rückwärts rechnet, unweigerlich die Frage auf, aus welchen Einnahmen die Lebenshaltung bestritten wird. Ob man allein aus dem Verzehr von Finanzvermögen plant oder Mieteinnahmen beimischt, verändert das erforderliche Grundkapital.

Wenn sich über Kleinbetragsinvestitionen ein Anlagemuster herausgebildet hat, folgt als Nächstes die Gestaltung des Gesamtvermögens. Sollten Sie an dem Punkt stehen zu prüfen, ob Sie eine Immobilie halten sollten und wie sie sich mit Ihrem bestehenden Vermögen verbindet, nutzen Sie gern die Einzelberatung der INA&Associates Co., Ltd. Wir ordnen Einnahmen, Ausgaben und Ausstiegsszenarien gemeinsam – aus der Perspektive von Finanzvermögen und Immobilien zugleich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F1. Worin unterscheidet sich das Investieren per App vom Investieren am Schalter eines Wertpapierhauses?

Die Vorteile der App liegen in niedrigeren Gebühren und im zeitlich ungebundenen Handel. Am Schalter kann man im Gespräch mit der Betreuung entscheiden, was sich für die Gestaltung größerer Vermögen und für Entscheidungen rund um die Erbfolge eignet. Realistisch ist die Aufteilung: kleine tägliche Geschäfte über die App, große Strukturfragen im persönlichen Gespräch.

F2. Lassen sich auch mit kleinen Beträgen Gewinne erzielen?

Gewinne entstehen, doch weil der Anlagebetrag klein ist, bleibt auch der Gewinnbetrag begrenzt. Nutzen Sie das zunächst als Übungsfeld, um den Mechanismus des Investierens zu lernen, und erhöhen Sie den Anlagebetrag erst, wenn sich ein Entscheidungsmuster herausgebildet hat. Das erste Ziel sollte nicht der Betrag sein, sondern die Erfahrung.

F3. Sind die Gebühren bei Kleinbetragsinvestitionen hoch?

Bei vielen Apps findet sich eine gebührenfreie Kaufseite oder eine Regelung mit höchstens 100 Yen (rund 60 Cent) bei Geschäften bis 100.000 Yen (rund 590 Euro). Da die Sätze jedoch angepasst werden, prüfen Sie die aktuellen Konditionen vor der Depoteröffnung in der Gebührenübersicht auf den offiziellen Seiten der Anbieter. Es beruhigt, die Verkaufsgebühren gleich mitzulesen.

F4. Worin unterscheiden sich Investmentfonds und ETFs?

Investmentfonds werden zu einem einmal täglich berechneten Anteilswert gehandelt, ETFs lassen sich an der Börse in Echtzeit kaufen und verkaufen. Bei ETFs sind die Gebühren tendenziell niedriger. Wer mit Blick auf die Kursbewegung handeln möchte, greift eher zum ETF; wer einen festen Betrag ansparen will, kommt mit dem Investmentfonds leichter zurecht.

F5. Worin unterscheiden sich Punkte-Investments von Investments mit Bargeld?

Das Anlageergebnis schlägt sich genauso nieder wie beim Bargeldinvestment; anders ist nur die Herkunft der Mittel. Weil beim Punkte-Investment kein Bargeld eingesetzt wird, ist die psychologische Hürde niedrig und der erste Schritt leichter. Planen Sie ein, nach der Gewöhnung an den Mechanismus auf einen Sparplan mit Bargeld umzustellen.

F6. Lassen sich App-Investments und Immobilieninvestments miteinander vereinbaren?

Ja. Liquide Finanzprodukte und Immobilien, die Mieteinnahmen erzeugen, erfüllen unterschiedliche Rollen. Die Kombination – über die App breit in Finanzprodukte streuen und mit Immobilien stabil Vermögen aufbauen – ist für viele Menschen die realistische Form.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte