Immobilien gelten als attraktiver Weg zum Vermögensaufbau, doch Erfolg ist keineswegs garantiert. Wer die typischen Fehler kennt, kann dieselben Fallstricke vermeiden. Dieser Beitrag erläutert sieben klassische Fehlerfälle beim Immobilieninvestment in Japan sowie konkrete Punkte, mit denen sich Fehler vermeiden lassen. Für Leserinnen und Leser aus dem deutschsprachigen Raum (DACH) ist dabei besonders aufschlussreich, dass viele dieser Fehler aus japanspezifischen Marktmechanismen entstehen, die es in Deutschland, Österreich oder der Schweiz in dieser Form nicht gibt – etwa die in Japan verbreiteten Mietgarantie-Modelle oder die stark vertriebsgetriebene Vermarktung von Anlageobjekten.
Was sind die typischen Fehlerfälle beim Immobilieninvestment in Japan?
Aus tatsächlich eingetretenen Fehlern zu lernen, erhöht die Erfolgsquote einer Investition spürbar. Im Folgenden stellen wir sieben repräsentative Fälle vor. Anders als im DACH-Raum, wo Kapitalanleger häufig über Bausparkassen, Fondsstrukturen oder etablierte Maklernetzwerke agieren, ist der japanische Markt für Privatanleger stark von direkten Vertriebsansprachen der Immobilienunternehmen geprägt – ein Umfeld, in dem sich einige der folgenden Fehler besonders leicht einschleichen.
1. Man hat sich dem Immobilienunternehmen widerspruchslos gefügt
Ein Anleger nahm das Verkaufsargument „ein selten gutes Objekt“ für bare Münze und kaufte eine überalterte Immobilie. Die Instandhaltungskosten türmten sich auf, und die Rendite fiel praktisch auf null. Unter den Immobilienunternehmen gibt es durchaus Fälle, in denen nur die positiven Informationen weitergegeben werden, weshalb es entscheidend ist, nüchtern zu recherchieren und selbst zu entscheiden. Im Unterschied zum deutschsprachigen Raum, wo Käufer beim Wohnungskauf einen notariell beurkundeten Kaufvertrag durchlaufen und ein Notar als neutrale Instanz beide Seiten aufklärt, läuft in Japan vieles direkter über den Vertrieb – eine unabhängige Prüfinstanz mit vergleichbarer Aufklärungspflicht fehlt in dieser Form, weshalb Eigenrecherche noch schwerer wiegt.
2. Man hat nur nach günstigen Prognosen entschieden
Ein Käufer erwarb ein Objekt in der optimistischen Erwartung, „durch den Olympia-Sondereffekt steige der Wert“ – doch die Auswirkungen auf den Mietmarkt blieben begrenzt. Bei einer Investition muss man nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Szenarien in die Entscheidung einbeziehen. DACH-Anleger kennen ein ähnliches Muster von den Erwartungen rund um Großereignisse oder Ballungsraum-Booms; auch dort zeigt sich, dass ein einmaliger Nachfrageschub nur selten die Grundmieten dauerhaft trägt.
3. Man hat nur auf die Rendite geachtet
In der Hoffnung auf eine Bruttorendite von 7,8 % wurde gekauft, doch der Leerstand nahm zu und die Rendite sank auf 2,6 %. Die Kreditraten mussten aus dem Gehalt zugeschossen werden. Man sollte anhand der Nettorendite unter Berücksichtigung des Leerstandsrisikos entscheiden. Diese Unterscheidung entspricht der im deutschsprachigen Raum geläufigen Trennung zwischen Bruttomietrendite und Nettomietrendite: Erst nach Abzug von Bewirtschaftungskosten, Rücklagen und kalkuliertem Mietausfall zeigt sich, was tatsächlich übrig bleibt.
4. Man hat das falsche Objekt gewählt
Ein Anleger griff bei einem unter Marktpreis angebotenen Mehrfamilienhaus (ittō-mono, 一棟物, ein komplettes Gebäude als Anlageobjekt, im Gegensatz zur einzelnen Eigentumswohnung) zu, doch der Leerstand ließ sich nicht füllen, und am Ende musste er unter dem Kaufpreis verkaufen. Die zum Anlageziel passende Objektwahl ist der Schlüssel zum Erfolg. Während im DACH-Raum der Kauf einer einzelnen Eigentumswohnung als Einstieg dominiert, ist in Japan das ganze Zinshaus als Anlageklasse deutlich präsenter – mit entsprechend höherem Klumpenrisiko, wenn die Vermietung stockt.
5. Man hat sich zu stark auf die Steuerersparnis fixiert
Der Einstieg erfolgte allein aus Gründen der Steuerersparnis, doch ab dem zweiten Jahr fielen die großen absetzbaren Aufwendungen weg, und der Steuereffekt blieb begrenzt. Am Ende musste das Defizit aus dem Haupterwerbseinkommen ausgeglichen werden. Auch im deutschsprachigen Raum ist die Versuchung bekannt, eine Immobilie primär als „Steuersparmodell“ zu betrachten; doch eine Anlage, die sich nur über Abschreibungen rechnet, gerät ins Wanken, sobald die steuerlichen Effekte auslaufen.
6. Man hat zu früh in der Berufslaufbahn begonnen
Im zweiten Berufsjahr wollte ein Anleger einen Kredit aufnehmen, bestand die Bonitätsprüfung jedoch nicht und startete gezwungenermaßen mit einem hochverzinsten Darlehen. Die Tilgungsrate überstieg die Mieteinnahmen, sodass das Defizit anhielt. In Japan hängt die Kreditvergabe für Anlageimmobilien stark an der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Stabilität des Arbeitgebers – ein Kriterium, das im DACH-Raum zwar ebenfalls in die Bonität einfließt, dort aber selten so ausschlaggebend gewichtet wird wie im japanischen Prüfungsverfahren.
7. Man hat den Mechanismus der Mietgarantie nicht verstanden
Von der Mietgarantie eines Sublease-Vertrags (サブリース saburīsu, in Japan ein Modell, bei dem eine Verwaltungsgesellschaft die Immobilie anmietet und dem Eigentümer eine feste „garantierte“ Miete zahlt) angezogen, schloss ein Eigentümer den Vertrag ab – doch Vermittlungsgebühren und Werbekosten wurden abgezogen, und der erhoffte Gewinn stellte sich nicht ein. Im Unterschied zum deutschsprachigen Raum, wo das Verhältnis zwischen Eigentümer und Mieter direkt im Mietvertrag geregelt ist, schiebt sich beim japanischen Sublease-Modell ein Zwischenmieter dazwischen, dessen „Garantie“ regelmäßig nach unten angepasst werden kann.
Welche Merkmale haben Anleger, die beim Immobilieninvestment leicht scheitern?
Anleger, die scheitern, weisen gemeinsame Merkmale auf.
- Kein Lernwille: Sie nehmen Verkaufsargumente für bare Münze und bemühen sich nicht, ihr eigenes Wissen zu vertiefen.
- Keine Eigeninitiative: Sie akzeptieren jeden Vorschlag der Investmentgesellschaft und besitzen keine eigene Urteilskraft.
- Keine Planung: Sie berücksichtigen wiederkehrende Ausgaben wie Instandhaltungskosten oder die Grundsteuer (kotei-shisan-zei, 固定資産税, die jährliche japanische Immobiliensteuer, vergleichbar der Grundsteuer im DACH-Raum) nicht.
Welche Merkmale haben Anleger, die beim Immobilieninvestment selten scheitern?
Erfolgreiche Anleger zeichnen sich dagegen durch folgende Merkmale aus.
- Sie vernachlässigen die Informationsbeschaffung nie: Sie bleiben stets kritisch und prüfen selbst, ob eine Aussage stimmt.
- Sie verfügen über hohe Kommunikationsfähigkeit: Sie führen Verhandlungen zu ihren Gunsten und locken hochwertige Informationen hervor.
- Sie haben ausreichend Eigenkapital: Sie können auch die Kreditraten während Leerstandsphasen bedienen.
- Sie besitzen Entscheidungskraft: Sie treffen auf Basis der gesammelten Informationen zum richtigen Zeitpunkt eine Entscheidung.
Welche fünf Punkte sollte man beachten, um beim Immobilieninvestment nicht zu scheitern?
1. Zielgruppe und Bedürfnisse erfassen
Untersuchen Sie die Mietnachfrage der Lage und klären Sie, ob sie eher auf Singles oder auf Familien ausgerichtet ist, bevor Sie ein Objekt auswählen. Diese Standort- und Zielgruppenanalyse entspricht der im DACH-Raum üblichen Lageprüfung, gewinnt in Japan jedoch besondere Bedeutung, da sich die Nachfragestruktur zwischen Single-Haushalten in den Metropolen und Familienlagen deutlich unterscheidet.
2. Notwendige Ausgaben im Voraus ermitteln
Instandhaltungskosten und Steuern sollten Sie sicherheitshalber großzügig ansetzen. Entscheidend ist die Perspektive, die Vermietung als unternehmerisches Geschäft zu begreifen – eine Haltung, die auch DACH-Investoren vertraut ist, in Japan aber angesichts der Vertriebslogik des Marktes umso wichtiger wird.
3. Mit sinkenden Mieten kalkulieren
Erstellen Sie einen Tilgungsplan, der bei einem Gebäudealter von zehn Jahren einen Mietrückgang von 5 bis 10 % einkalkuliert. In Japan altern Wohngebäude wertmäßig schneller als im DACH-Raum, wo solide Bestandsimmobilien über Jahrzehnte hinweg stabile oder steigende Mieten erzielen können – ein struktureller Unterschied, der die konservative Kalkulation hier zur Pflicht macht.
4. Einen Tilgungsplan aufstellen, der Zinssteigerungen einrechnet
Gehen Sie nicht davon aus, dass die Niedrigzinsen ewig anhalten, und nutzen Sie etwa Sondertilgungen vom Typ der Ratensenkung (Reduzierung der monatlichen Rate statt der Laufzeit). Nach der langen Niedrigzinsphase, die Japan noch ausgeprägter erlebt hat als der DACH-Raum, ist die Zinswende ein reales Risiko, das gerade variabel finanzierte Anleger unmittelbar trifft.
5. Die Verwaltung Profis überlassen
Die Eigenverwaltung birgt große Risiken wie die Bearbeitung von Störfällen oder Mietrückstände. Priorisieren Sie die Risikovermeidung über die Kosten und beauftragen Sie eine vertrauenswürdige Verwaltungsgesellschaft. Anders als im DACH-Raum, wo viele Kapitalanleger ihre Objekte lange selbst verwalten, ist in Japan die professionelle Hausverwaltung (kanri-gaisha, 管理会社) fest im Markt verankert – aus der Ferne investierende Auslandsanleger sind auf diese Struktur praktisch angewiesen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F. Was ist die häufigste Ursache für Fehlschläge beim Immobilieninvestment?
A. Informationsmangel und eine allzu optimistische Erwartungshaltung. Es ist unerlässlich, die Aussagen des Immobilienunternehmens nicht für bare Münze zu nehmen, sondern selbst zu recherchieren und zu entscheiden.
F. Wie kann man einen bereits eingetretenen Fehlschlag korrigieren?
A. Zunächst rechnet man die Einnahmen und Ausgaben neu, wechselt gegebenenfalls die Verwaltungsgesellschaft, überprüft die Mietansätze und setzt Sondertilgungen ein, um die Lage zu verbessern. Bleibt das Defizit trotz allem bestehen, ist auch ein Verkauf zum verlustminimierenden Zeitpunkt eine Option.
F. Gibt es eine Anlageform, bei der Einsteiger selten scheitern?
A. Für Einsteiger ist es ein solider Weg, mit dem risikoärmeren Investment in eine Einzimmerwohnung (wanrūmu, ワンルーム, kompakte Ein-Zimmer-Apartments, in japanischen Metropolen ein eigenes, stark nachgefragtes Anlagesegment) zu beginnen und dabei ein bahnhofsnahes Objekt in zentraler Lage zu wählen.
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