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Real Estate Intelligence
COLUMN

Ausstattung in japanischen Mietimmobilien austauschen|Zeitpunkt, Kosten und steuerliche Absetzung je Einrichtung

Der Austausch von Einrichtungen in japanischen Mietimmobilien – nach Gerät erklärt. Von Herd, Dunstabzug, Warmwasserbereiter und Klimaanlage bis zu Austauschzeitpunkt, Kosten (mit EUR-Umrechnung) und steuerlicher Absetzung. Planmäßige Instandhaltung als „stiller“ Hebel gegen Leerstand – aufbereitet für Investoren im DACH-Raum.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 3 Min. Lesezeit

Eine japanische Mietwohnung ist in der Regel bereits mit einer ganzen Reihe fest installierter Einrichtungen ausgestattet – vom Einbau-Gasherd über den Warmwasserbereiter bis zur Klimaanlage. Reagiert man erst, wenn eines dieser Geräte tatsächlich ausfällt, verursacht das erhebliche Unannehmlichkeiten für die Mieter. Für Leserinnen und Leser aus dem deutschsprachigen Raum (DACH) ist zunächst ein struktureller Unterschied wichtig: In Japan stellt üblicherweise der Eigentümer diese Geräte (jap. 設備, setsubi, wörtlich „Ausstattung/technische Einrichtungen“), während in Deutschland, Österreich und der Schweiz Mieter ihre Küche und Haushaltsgeräte oft selbst mitbringen. Genau deshalb ist das Instandhaltungs- und Austauschmanagement in Japan ein direkter Bestandteil der Rendite des Vermieters. Plötzliche Probleme wie „kein warmes Wasser“ oder „der Wasserhahn tropft unaufhörlich“ können bis zur Kündigung führen. Dieser Beitrag erklärt für jede wichtige Einrichtung einer Mietimmobilie den empfohlenen Austauschzeitpunkt, die entscheidenden Punkte beim Austausch sowie die üblichen Kosten – und ordnet sie für internationale Investoren ein.

Worauf kommt es beim Austausch der einzelnen Einrichtungen einer Mietimmobilie an?

Die meisten Einrichtungen einer japanischen Mietimmobilie werden nach etwa 10 Jahren zum Austausch empfohlen. Die tatsächliche Nutzungsdauer schwankt jedoch je nach Nutzungsintensität und -häufigkeit. Anders als im deutschsprachigen Raum, wo viele Geräte dem Mieter gehören und mit ihm die Wohnung verlassen, trägt in Japan der Eigentümer die Verantwortung für diese fest verbauten Anlagen – ein laufender Kostenblock, den ausländische Investoren von Beginn an einkalkulieren sollten. Sehen wir uns die Austauschkriterien für jede Einrichtung an.

Einbau-Gasherd

Der Einbau-Gasherd (jap. ビルトインコンロ, bilt-in konro, ein in die Arbeitsplatte integrierter Gaskochfeld-Herd) ist in japanischen Wohnungen weit verbreitet, während im DACH-Raum Elektro- und Induktionskochfelder dominieren. Die Nutzung eines Herds über seine Lebensdauer hinaus erhöht das Brandrisiko. Prüfen Sie einen Austausch, wenn die folgenden Störungen auftreten.

  • Die Flamme erlischt sofort wieder: Ursache sind meist leere Batterien oder Verschmutzungen am Zündbereich. Bringt Reinigung oder Batteriewechsel keine Besserung, liegt vermutlich ein Defekt vor.
  • Ungewöhnliche Flammenfarbe: Rote oder orangefarbene Flammen sind ein Zeichen unvollständiger Verbrennung. Es besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung.
  • Gasgeruch: Wegen möglichen Gasaustritts sollten Sie das Gerät sofort außer Betrieb nehmen.

Das Gerät selbst kostet 70.000–100.000 JPY (ca. 410–590 €, bei rund 170 JPY/EUR), Austausch und Montage schlagen mit etwa 10.000–20.000 JPY (ca. 60–120 €) zu Buche. Durch den Vergleich mehrerer Angebote lassen sich die Kosten senken.

Dunstabzugshaube

Die Dunstabzugshaube (jap. レンジフード, renji fūdo) unterscheidet sich je nach Bauform in ihren Eigenschaften.

  • Ohne Verkleidung (Propellertyp): Ein Propellerventilator wird direkt in die Außenwand gesetzt und ist stark von der Außentemperatur beeinflusst.
  • Flachtyp: Kompakt, sammelt aber leicht Fettablagerungen und muss häufig gereinigt werden.
  • Tieftyp (Boot-/Kaminform): Am weitesten verbreitet, mit Filter versehen und verhindert das Verspritzen von Fett.

Warmwasserbereiter

Der Warmwasserbereiter (jap. 給湯器, kyūtōki, meist ein gasbetriebenes Durchlaufgerät für die gesamte Wohnung) hat eine Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren. Anders als die in Deutschland verbreiteten zentralen Etagen- oder Gebäudeheizungen versorgt in japanischen Mietwohnungen häufig ein kompaktes Einzelgerät Küche, Bad und Dusche zugleich. Folgende Symptome sind ein Signal zum Austausch.

  • Die Wassertemperatur bleibt nicht stabil
  • Ungewöhnliche Geräusche oder Gerüche
  • Das Aufheizen (Nachheizen des Badewassers) dauert lange
  • Auf der Fernbedienung erscheinen häufig Fehlercodes

Klimaanlage

Die Klimaanlage (jap. エアコン, eakon, eine kombinierte Kühl- und Heizeinheit) hat eine Nutzungsdauer von 10 bis 13 Jahren. In Japan übernimmt die Klimaanlage – anders als in vielen deutschsprachigen Wohnungen, wo Heizkörper das Heizen und mobile Geräte allenfalls das Kühlen abdecken – häufig beide Funktionen ganzjährig. Bei schwacher Kühl- oder Heizleistung, ungewöhnlichen Geräuschen oder Wasseraustritt sollten Sie einen Austausch prüfen.

Sanitäreinrichtungen

Bei Toilette, Waschtisch und Badezimmer (jap. 水回り設備, mizumawari setsubi, wörtlich „Einrichtungen rund ums Wasser“) liegt der Richtwert für den Austausch bei 15 bis 20 Jahren. Wer bei Undichtigkeiten oder Rissen frühzeitig reagiert, verhindert Schäden am gesamten Gebäude.

Welche Richtwerte gelten für den Austauschzeitpunkt der einzelnen Einrichtungen?

Die folgende Übersicht fasst die Austauschzeitpunkte der wichtigsten Einrichtungen zusammen. Die EUR-Werte sind Näherungen zu einem Kurs von rund 170 JPY/EUR und dienen internationalen Investoren zur Orientierung.

EinrichtungRichtwert für den AustauschÜbliche Austauschkosten
Einbau-Gasherd10–15 Jahre80.000–120.000 JPY (ca. 470–710 €)
Dunstabzugshaube8–10 Jahre70.000–150.000 JPY (ca. 410–880 €)
Warmwasserbereiter10–15 Jahre100.000–250.000 JPY (ca. 590–1.470 €)
Klimaanlage10–13 Jahre50.000–150.000 JPY (ca. 290–880 €)
Toilette15–20 Jahre50.000–200.000 JPY (ca. 290–1.180 €)
Badarmatur10–15 Jahre20.000–50.000 JPY (ca. 120–290 €)
Gegensprechanlage10–15 Jahre30.000–100.000 JPY (ca. 180–590 €)

Sollte man auch nicht defekte Einrichtungen austauschen?

Das Fazit lautet: Wir empfehlen einen planmäßigen Austausch, auch wenn noch nichts kaputt ist. Die Gründe im Einzelnen. Für DACH-Investoren, die eher an das deutsche Prinzip „reparieren, solange es funktioniert“ gewöhnt sind, wirkt dieser proaktive Ansatz zunächst ungewohnt – im japanischen Mietmarkt, in dem moderne Ausstattung ein zentrales Vermarktungsargument ist, zahlt er sich jedoch aus.

  • Leerstandsvorbeugung: Moderne Einrichtungen sind ein Verkaufsargument gegenüber Mietinteressenten.
  • Energieeinsparung: Aktuelle Warmwasserbereiter und Klimaanlagen haben eine deutlich höhere Energieeffizienz.
  • Vermeidung von Notfällen: Bei planmäßigem Austausch entgehen Sie den Kosten für Notfalleinsätze bei plötzlichen Defekten und dem Unmut der Mieter.

Was tauschen die Mieter selbst aus?

Die folgenden Verbrauchsmaterialien werden grundsätzlich auf Kosten des Mieters ausgetauscht.

  • Glüh- und Leuchtstofflampen der Beleuchtung
  • Reinigung der Klimaanlagenfilter
  • Dichtungen (zur Vermeidung von tropfenden Wasserhähnen)
  • Batterien der Fernbedienungen

Defekte der Geräte selbst sowie Störungen durch Alterung trägt jedoch der Eigentümer. Wichtig ist, die Kostenverteilung im Mietvertrag klar zu regeln. Dies erinnert an die deutsche Kleinreparaturklausel, mit der geringfügige Instandhaltungskosten auf den Mieter umgelegt werden – nur ist die Abgrenzung in Japan stärker auf Verbrauchsmaterialien beschränkt, und die Zuständigkeit für die Geräte selbst bleibt beim Eigentümer.

Lassen sich Ausgaben für den Austausch von Einrichtungen steuerlich absetzen?

Die Kosten für den Austausch von Einrichtungen lassen sich als Reparaturaufwand oder als aktivierungspflichtiger Aufwand in der Steuererklärung (jap. 確定申告, kakutei shinkoku, die jährliche Einkommensteuererklärung) absetzen.

  • Sofortabzug als Reparaturaufwand: Austausch zur Wiederherstellung oder zum Erhalt der Funktion kann vollständig als Aufwand des laufenden Jahres verbucht werden.
  • Abschreibung als aktivierungspflichtiger Aufwand: Bei einer Aufwertung oder Funktionsverbesserung wird der Betrag über die Nutzungsdauer auf mehrere Jahre abgeschrieben.

Ist die Einordnung schwierig, gilt häufig: Beträge unter 200.000 JPY (ca. 1.180 €) je Vorgang können als Reparaturaufwand verbucht werden. Wir empfehlen, einen Steuerberater (jap. 税理士, zeirishi) hinzuzuziehen. Anders als in Deutschland, wo Vermieter ihre Anlage-V-Erklärung oft selbst einreichen, ist im komplexen japanischen Steuersystem die Begleitung durch einen zeirishi für ausländische Eigentümer die Regel.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann der Austausch von Einrichtungen auch während der Mietzeit erfolgen?

Ja. Nach Terminabstimmung mit dem Mieter ist ein Austausch auch bei bewohnter Wohnung möglich. Bei lebenswichtigen Einrichtungen wie Warmwasserbereiter oder Toilette ist jedoch eine umgehende Bearbeitung geboten.

Was gilt, wenn ein Mieter eine Einrichtung eigenmächtig austauscht?

Grundsätzlich darf ein Mieter Einrichtungen nicht ohne Genehmigung austauschen. Bei Auszug kann die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands verlangt werden – in Japan gilt hierfür die 原状回復 (genjō-kaifuku, die Regeln zur Wiederherstellung des Mietobjekts). Weisen Sie die Mieter darauf hin, bei nötigem Austausch stets den Eigentümer oder die Hausverwaltung zu kontaktieren.

Erhöht der Austausch von Einrichtungen die Zufriedenheit der Mieter?

Ja. Die Modernität der Ausstattung hat großen Einfluss auf die Mieterzufriedenheit. Besonders die Aktualität von Sanitärbereich und Klimaanlage prägt den Gesamteindruck einer Immobilie maßgeblich.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte