Bei der Wahl einer Eigentumswohnung oder Mietwohnung wird die Entscheidung über die "Etage" oft unterschätzt. Selbst bei identischem Grundriss verändern sich Miete, Aussicht, Wohnkomfort und Sicherheit deutlich danach, in welchem Stockwerk man wohnt. In diesem Artikel erläutern wir ausführlich die Definition oberer Etagen sowie die Merkmale, Vorteile und Nachteile der einzelnen Etagenbereiche.
Ab welchem Stockwerk spricht man bei Wohnungen von oberen Etagen?
In der Immobilienbranche werden in der Regel Wohnungen ab dem 6. bis 10. Stockwerk als "obere Etagen" bezeichnet, eine eindeutige Definition gibt es jedoch nicht. Bei Hochhäusern mit 20 Geschossen oder mehr, also etwa Tower Mansions, gelten die Etagen 30 bis 35 in manchen Fällen als Bereiche mit besonders guter Aussicht, während ab dem 36. Stockwerk teilweise von einem ultraluxuriösen Bereich gesprochen wird. Üblich ist die Einteilung in niedrige Etagen (1 bis 4), mittlere Etagen (5 bis 9), obere Etagen (ab 10) sowie das Penthouse beziehungsweise die oberste Etage.
Für wen eignen sich welche Etagen besonders?
Für wen eignen sich niedrige Etagen (1 bis 4)?
Sie sind geeignet für Menschen, die Kosten senken möchten, ungern auf den Aufzug warten oder im Katastrophenfall schnell evakuieren wollen. Der größte Vorteil liegt darin, dass Miete und Kaufpreis am niedrigsten sind und die körperliche Belastung geringer ausfällt.
Für wen eignen sich obere Etagen (ab 6 bis 10)?
Sie passen zu Menschen, die Wert auf Ruhe, Privatsphäre und Aussicht legen. Verkehrslärm und die Blicke von Passanten fallen deutlich weniger ins Gewicht, weshalb diese Etagen insbesondere auch bei allein lebenden Frauen beliebt sind.
Für wen eignet sich die oberste Etage?
Sie ist ideal für Menschen, die auf den Werterhalt der Immobilie achten oder ein außergewöhnliches Wohngefühl suchen. Die oberste Etage wirkt sich häufig auch bei Auszug oder Verkauf vorteilhaft aus und wird daher ebenso von Käufern mit Investitionsabsicht beachtet, die keinen langfristigen Halt voraussetzen.
Sechs Vorteile des Wohnens in oberen Etagen
- Hohe Sicherheit:Ein Eindringen über Fenster ist schwierig, das Einbruchsrisiko ist gering
- Gute Aussicht:Vom Balkon lassen sich Feuerwerk und Nachtpanorama genießen
- Weniger Außenlärm:Autogeräusche und Stimmen dringen schwerer nach oben, was ein ruhigeres Leben ermöglicht
- Weniger störende Einblicke von außen:Auch tagsüber ist ein offenes Wohnen oft ohne Vorhänge möglich
- Weniger Insekten:Mücken und Fliegen sollen höhere Stockwerke aus eigener Kraft nur schwer erreichen
- Gute Sonneneinstrahlung und Belüftung:Selbst bei Nordlage sind Innenräume in vielen Fällen hell
Fünf Nachteile des Wohnens in oberen Etagen
- Höhere Miete und höherer Kaufpreis:Selbst bei gleichem Grundriss steigt der Preis mit jeder höheren Etage
- Längere Wartezeiten auf den Aufzug:Im Katastrophenfall ist die Treppe zwingend zu nutzen
- Die Sonneneinstrahlung kann zu stark sein:Im Sommer sinkt die Effizienz der Klimaanlage tendenziell
- Stärkere Erschütterungen bei Erdbeben:Auch bei schwingungsdämpfender oder erdbebensicherer Bauweise nimmt man Bewegungen in höheren Etagen stärker wahr
- Der Wasserdruck kann schwächer sein:Bei Wohnungen mit Schwerkraft-Wasserversorgung sollte dies geprüft werden
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F1. Ab welchem Stockwerk spricht man bei einer Wohnung von einer "oberen Etage"?
Branchenüblich gelten Wohnungen ab dem 6. bis 10. Stockwerk als obere Etagen, eine gesetzliche Definition gibt es jedoch nicht. Die relative Einordnung verändert sich zudem je nach Gesamtzahl der Geschosse des Gebäudes.
F2. Sind obere Etagen bei Erdbeben sicher?
Bei modernen Wohngebäuden mit erdbebensicherer oder schwingungsdämpfender Konstruktion ist das Einsturzrisiko gering, allerdings werden Erschütterungen in höheren Etagen stärker wahrgenommen. Deshalb sind die Sicherung von Möbeln und eine gute Notfallvorsorge besonders wichtig.
F3. Wie groß ist der Mietunterschied zwischen oberen und niedrigen Etagen?
Vergleicht man innerhalb derselben Wohnanlage denselben Grundriss, zeigt sich häufig ein Unterschied von etwa 0,5 bis 2 % pro zusätzlichem Stockwerk. Je nach Objekt und Lage variiert dies jedoch.
F4. Hat die oberste Etage wirklich einen höheren Vermögenswert?
Im Allgemeinen lässt sich der Wert der obersten Etage leichter erhalten, und sie wird auch auf dem Gebrauchtimmobilienmarkt tendenziell leichter verkauft. Allerdings hängt dies ebenfalls stark vom Verwaltungszustand und von den Standortbedingungen ab.