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Vollelektrische Mietwohnungen in Japan: Vor- und Nachteile aus Sicht von Mieter und Eigentümer erklärt

Die Vor- und Nachteile vollelektrischer Mietwohnungen in Japan – geordnet aus Mietersicht und aus Sicht des Eigentümers (Vermietungsgeschäft). Von IH-Kochfeld und EcoCute über Orientierungswerte zu den Energiekosten und Hinweisen zum Stromausfall bis zur Nutzung für Vermietung und Differenzierung: alle Entscheidungsgrundlagen, die man vor der Wahl kennen sollte, kompakt zusammengefasst.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 7 Min. Lesezeit

Wer in Japan eine vollelektrische Mietwohnung („all-denka“, オール電化 – ein Haushalt, in dem Kochen, Warmwasser und Heizung ausschließlich mit Strom betrieben werden) in Betracht zieht, stellt fast immer zuerst zwei Fragen: „Sind die Energiekosten wirklich niedriger?“ und „Was passiert bei einem Stromausfall?“. In meiner Arbeit in der Mietverwaltung bei INA&Associates Co., Ltd. habe ich zu genau dieser Ausstattung immer wieder dieselben Fragen gehört – von Mietern wie von Eigentümern. Richtig verstanden und passend ausgewählt, schafft ein vollelektrischer Haushalt sowohl für das Wohnen als auch für die Vermietung einen echten Mehrwert. Werden die Rahmenbedingungen jedoch falsch eingeschätzt, kann dieselbe Ausstattung zur Quelle späterer Enttäuschung werden. Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum (DACH) ist dabei entscheidend zu wissen: Was in Deutschland, Österreich und der Schweiz überwiegend über Gasthermen, Fernwärme oder zunehmend Wärmepumpen gelöst wird, verdichtet Japan hier bewusst auf ein einziges Medium – Strom.

Eine vollelektrische Mietwohnung in Japan ist eine Wohnung, in der alle Grundfunktionen des Alltags – Kochen, Warmwasserbereitung, Heizung – vollständig mit Strom betrieben werden. Die gesamten Energiekosten laufen über einen einzigen Zähler zusammen, und da keine offene Flamme genutzt wird, sinkt das Brandrisiko. Zugleich fallen die Stromkosten in Haushalten, die tagsüber viel zu Hause sind, tendenziell höher aus, und bei einem Stromausfall stehen sämtliche Anlagen gleichzeitig still. Ob sich diese Bauweise eignet oder nicht, hängt davon ab, wie gut sie zum Leben und Lebensstil von Mieter beziehungsweise Eigentümer passt.

Dieser Beitrag ordnet zunächst die Ausstattung und Funktionsweise vollelektrischer Mietobjekte und erläutert danach die Vor- und Nachteile aus zwei Perspektiven: der „Sicht des Mieters“ und der „Sicht des Eigentümers (Vermietungsgeschäft)“. Darüber hinaus fasst er zusammen, wie sich diese Ausstattung für Vermietung und Differenzierung nutzen lässt und welche Prüfpunkte man kennen sollte, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden – also alle Entscheidungsgrundlagen, die man vor der Wahl kennen möchte.

Die Kernpunkte dieses Artikels

  • Vollelektrisch bedeutet, Kochen, Warmwasser und Heizung auf Strom zu bündeln; die typischen Anlagen sind ein IH-Kochfeld (Induktion) und ein „EcoCute“ (エコキュート, ein Warmwasserspeicher mit Luft-Wärmepumpe).
  • Für Mieter liegen die Vorteile im geringeren Brandrisiko, in der leichten Reinigung und in der Bündelung der Energiekosten; zu beachten sind Tagstromkosten, der gleichzeitige Ausfall aller Anlagen bei Stromunterbrechung und die Einschränkung beim Kochgeschirr.
  • Für Eigentümer wird die Ausstattung zum Argument für Differenzierung und Vermietung, zugleich müssen Ersatzinvestitionen und das Risiko der Zurückhaltung bei steigenden Strompreisen einkalkuliert werden.
  • Ob die Energiekosten sinken, hängt vom Lebensstil ab; Marktwerte sind stets nur als Orientierung zu verstehen.
  • Bei Zielgruppen wie Singles, jungen Familien und älteren Menschen, die sich Sicherheit ohne offene Flamme wünschen, wirkt das Argument besonders stark für die Vermietung.

Was ist eine vollelektrische Mietwohnung? Ausstattung und Funktionsweise geordnet

Eine vollelektrische Mietwohnung in Japan ist eine Wohnung, in der Wohnungsanlagen wie Küche, Warmwasser und Heizung ohne Gas vollständig mit Strom betrieben werden. Gasleitungen und die Gas-Grundgebühr entfallen, und der größte Vorteil besteht darin, dass die gesamten Energiekosten über einen einzigen Stromanschluss zusammenlaufen. Anders als in vielen deutschsprachigen Bestandsgebäuden, wo Erdgas, Fernwärme und immer häufiger die Wärmepumpe parallel existieren, verzichtet dieses Modell bewusst auf das Nebeneinander mehrerer Energieträger. Verschaffen wir uns zunächst einen Überblick, aus welchen Anlagen ein solches Objekt besteht.

IH-Kochfeld (Induktionskochfeld)

Das IH-Kochfeld (Induction Heating) erhitzt per elektromagnetischer Induktion Topf oder Pfanne selbst, ohne offene Flamme. Weil die Kochfläche eben ist, lässt sie sich nach dem Kochen einfach abwischen und bleibt leicht sauber, und die Pflege bei Fettspritzern wird bequemer. Andererseits lassen sich nur induktionsgeeignete Kochgefäße nutzen; ein japanischer Tontopf (donabe, 土鍋) oder mancher Wok („chūka-nabe“) funktioniert unter Umständen nicht ohne Weiteres. Das ist für DACH-Leser durchaus vertraut: Induktionskochfelder sind in deutschen und österreichischen Küchen längst Standard, doch in Japan ersetzt das IH-Feld nicht nur die Elektroplatte, sondern das gesamte Gasnetz der Wohnung. Die Unterschiede bei Handhabung, Kosten und Sicherheit haben wir im Vergleichsbeitrag von IH-Kochfeld und Gasherd ausführlich aufbereitet.

EcoCute (elektrischer Warmwasserbereiter)

Der EcoCute (エコキュート) erwärmt Wasser effizient mit Wärmepumpentechnik, die der Umgebungsluft Wärme entzieht, und speichert es in einem Tank. Da er das Wasser bevorzugt nachts erhitzt, wenn der Strompreis meist günstiger ist, lassen sich die Warmwasserkosten bei geschickter Nutzung senken. Das Prinzip entspricht der in DACH bekannten Brauchwasser-Wärmepumpe (Warmwasser-Wärmepumpe), doch in Japan ist es systematisch mit einem Nachtstromtarif verzahnt und Teil eines vollelektrischen Gesamtkonzepts statt einer Einzelmaßnahme. Allerdings ist das Tankvolumen begrenzt: Ist der Tank für die Haushaltsgröße zu klein, kann das Warmwasser ausgehen. Zur Auswahl der Warmwasseranlage empfehlen wir ergänzend den Beitrag zu Anschaffungskosten und Bauarten energiesparender Warmwasserbereiter.

Fußbodenheizung und Speicherheizgeräte

Zum Heizen kommen mitunter eine Fußbodenheizung, die den Raum von der Bodenfläche aus sanft und gleichmäßig erwärmt, oder ein Speicherheizgerät zum Einsatz, das nachts gespeicherte Wärme tagsüber abgibt. Da keine Zugluft entsteht und Hausstaub weniger aufgewirbelt wird, passt diese Ausstattung gut zu Haushalten mit kleinen Kindern oder älteren Familienmitgliedern. Speicherheizgeräte („Nachtspeicheröfen“) sind auch im deutschsprachigen Raum bekannt, werden dort jedoch aus Effizienzgründen zunehmend zurückgebaut – in Japan bleiben sie im vollelektrischen Kontext mit Nachtstromtarif ein bewusst genutztes Element. Ob eine solche Anlage vorhanden ist, unterscheidet sich je nach Objekt; es lohnt sich, bei der Besichtigung zu prüfen, welche Heizungsart verbaut ist.

Vor- und Nachteile vollelektrischer Mietwohnungen aus Sicht des Mieters

Für Mieter liegt der Reiz vollelektrischer Wohnungen in der Sicherheit im Alltag und der leichten Pflege. Je nach Tagesrhythmus sinken die Energiekosten jedoch nicht immer so stark wie erhofft. Ordnen wir zunächst die unmittelbar alltagsrelevanten Vor- und Nachteile in einer Tabelle.

AspektVorteilNachteil / zu beachten
SicherheitOhne offene Flamme sinkt das Risiko von Brand, Gasleck und KohlenmonoxidvergiftungVerbrennungsgefahr durch Restwärme der IH-Kochfläche ist nicht völlig ausgeschlossen
EnergiekostenDie Gas-Grundgebühr entfällt, die Zahlung läuft über einen einzigen Stromanschluss zusammenBei langer Anwesenheit tagsüber wird es durch zeitzonenabhängige Tarife tendenziell teurer
PflegeDas IH-Feld ist eben und leicht abzuwischen; die Küche bleibt einfach sauberNutzbar ist nur induktionsgeeignetes Kochgeschirr
Im KatastrophenfallStrom gilt als tendenziell schneller wiederhergestellt als Gas; das Wasser im Tank ist teils als Brauchwasser nutzbarBei Stromausfall stehen Kochen, Warmwasser und Heizung gleichzeitig still
KomfortFußbodenheizung u. Ä. belasten die Luft nicht und halten die Raumtemperatur stabilDas Betriebsgeräusch des EcoCute kann in Einzelfällen stören

Diese Tabelle zeigt: Die Bewertung eines vollelektrischen Haushalts hängt stark davon ab, „wann die Person zu Hause ist“. Wer vor allem nachts und früh morgens lebt, profitiert eher auf der Kostenseite; wer tagsüber zu Hause ist und dann kocht oder Wäsche trocknet, zahlt tendenziell mehr. In Phasen steigender Strompreise kann sich dieser Unterschied weiter vergrößern. Anders als im deutschsprachigen Raum, wo Heizung und Warmwasser über die Nebenkosten oft anteilig und teilweise verbrauchsunabhängig umgelegt werden, trägt der japanische Mieter hier den Stromverbrauch direkt und in voller Höhe selbst – die Zahlen ändern sich je nach Objekt und Tarif, sind also nur als Orientierung zu verstehen.

Ein alleinlebender Mieter erzählte mir tatsächlich: „Die Sorge, den Herd auszuschalten zu vergessen, ist verschwunden, und ich kann mich auch beim Arbeiten im Homeoffice beruhigt auf meine Arbeit konzentrieren.“ Sicherheit lässt sich schwer in Zahlen fassen, wirkt aber als alltägliches Gefühl der Beruhigung durchaus spürbar.

Vor- und Nachteile vollelektrischer Wohnungen aus Sicht von Eigentümer und Vermietungsgeschäft

Für Eigentümer wird die vollelektrische Ausstattung einerseits zum Argument bei der Vermietung, andererseits müssen Investitions- und Unterhaltskosten einkalkuliert werden. Da sich die Bewertungsmaßstäbe von der Mietersicht unterscheiden, ordnen wir sie hier noch einmal aus der Perspektive des Vermietungsgeschäfts.

AspektVorteilNachteil / zu beachten
VermietungDer Eindruck von Sauberkeit, Sicherheit und moderner Ausstattung spricht Singles, junge Familien und Ältere gut anZielgruppen, die auf steigende Strompreise achten, meiden sie umgekehrt mitunter
DifferenzierungIn Wettbewerbslagen mit vielen Gas-Kombi-Objekten lässt sich der Ausstattungsunterschied herausstellenNehmen vollelektrische Objekte im Umfeld zu, verblasst der Differenzierungseffekt
Sicherheit / VerwaltungDas Risiko rund um Gaslecks und unvollständige Verbrennung sinkt, was sich auch bei der Feuerversicherung günstig auswirken kannBei Stromausfall entstehen leicht Rückfragen der Mieter
AnfangsinvestitionBei Neubauten entfällt unter Umständen die Verlegung von GasleitungenDie Anschaffung von EcoCute und IH ist tendenziell teurer als eine Gasausstattung
Unterhalt / ErneuerungDie Anlagen sind schlicht, sodass sich die laufenden Verwaltungspunkte eingrenzen lassenFür den EcoCute gilt ein Austausch nach etwa zehn Jahren als Orientierung, wodurch Ersatzkosten anfallen

Wer im Vermietungsgeschäft über vollelektrische Ausstattung entscheidet, kommt an einer langfristigen Sicht nicht vorbei: „Wie weit lassen sich Anschaffungs- und Ersatzkosten über Miete und Auslastung wieder hereinholen?“ Wichtig ist, die Rechnung nicht nur an der kurzfristigen Optik der Ausstattung auszurichten, sondern unter der Annahme aufzustellen, die Anlage über einen Zeitraum von zehn Jahren zu betreiben. Für DACH-Investoren ist dabei ein Systemunterschied zentral: Während in Deutschland das Mietrecht Modernisierungen und deren Umlage auf die Miete streng reguliert, hat der japanische Eigentümer bei der Ausstattungsentscheidung mehr Gestaltungsspielraum – trägt dafür aber das Kostenrisiko der Erneuerung unmittelbarer selbst. Die Entscheidungskriterien für die Nachrüstung von Bestandsobjekten vertiefen wir im Beitrag zur Investitionsentscheidung bei vollelektrischer Renovierung.

Wenn Sie unsicher sind, wie sich die Einführung oder Erneuerung vollelektrischer Ausstattung in das Gesamtbild Ihrer Vermietung einfügt, können wir in der kostenlosen Beratung von INA gemeinsam die Entscheidungsgrundlagen passend zu Lage und Zielgruppe des Objekts ordnen.

Sind die Energiekosten vollelektrischer Wohnungen wirklich niedriger? Entscheidungspunkte anhand von Orientierungswerten

Um es vorwegzunehmen: Ob die Energiekosten eines vollelektrischen Haushalts sinken, entscheidet sich über Lebensstil und Tarifwahl. „Vollelektrisch heißt günstig“ lässt sich nicht pauschal sagen. Ordnen wir hier die Denkweise bei der Kostenbewertung.

Stromtarife für vollelektrische Haushalte setzen den Nachtpreis in der Regel niedrig und den Tagpreis höher an. Deshalb profitieren Haushalte kostenseitig eher, wenn sie Hausarbeit auf Nacht und frühen Morgen bündeln können; umgekehrt steigt bei langer Anwesenheit tagsüber der Verbrauch in den teuren Zeitfenstern, und der Gesamtbetrag legt zu. In jüngerer Zeit wird angesichts der Strompreiserhöhungen selbst sowie der Effekte von Brennstoffkostenanpassung und EE-Umlage darauf hingewiesen, dass die Belastung in Zeiten hohen Winterverbrauchs zunimmt. Diese Zeitzonentarife entsprechen im Kern dem, was in DACH als Zweitarifzähler (HT/NT, Hoch- und Niedertarif) bekannt ist – in Japan sind sie jedoch die tragende Logik des gesamten Wohnkonzepts, nicht nur eine Zusatzoption fürs Warmwasser.

Für Mieter ist auch nicht zu übersehen, dass keine doppelte Grundgebühr für Gas und Strom anfällt und die Zahlung über einen einzigen Anschluss zusammenläuft. Wer zwischen einer solchen Wohnung und einem Objekt mit im Mietpreis enthaltenen Energiekosten schwankt, gewinnt durch den Vergleich mit dem Beitrag zu Vor- und Nachteilen von Mietwohnungen mit inkludierten Energiekosten mehr Klarheit über die Kostenperspektive. Da sich alle Marktwerte je nach Objekt, Region und Vertragstarif ändern, empfehlen wir, sie ausschließlich als Orientierung zu vergleichen.

Orientierung zur Eignung anhand des Tagesrhythmus

Zur Kostenbewertung hilft es, zunächst aufzuschreiben, „wann ich selbst oder der angenommene Mieter viel Strom verbrauche“. Die folgende Tabelle ordnet die Eignung je nach Lebensmuster als Orientierung. Da die tatsächlichen Beträge je nach Objekt und Vertragstarif variieren, betrachten Sie sie bitte lediglich als Ausgangspunkt der Entscheidung.

LebensmusterEignung für vollelektrischOrientierung zur Begründung
Singles, die Hausarbeit auf Nacht und frühen Morgen bündeln könneneher gut geeignetWarmwasser und Kochen lassen sich in den günstigen Nachtstunden zusammenlegen
Doppelverdiener-Haushalte, tagsüber abwesendeher gut geeignetAnwesenheit liegt auf morgens und abends, teurer Tagverbrauch ist gering
Homeoffice-zentriert, auch tagsüber zu Hausezu prüfenTagverbrauch steigt, durch Zeitzonentarife tendenziell teurer
Große Haushalte mit hohem Warmwasserbedarfzu prüfenPasst das Tankvolumen nicht, kommt es leicht zu Warmwassermangel oder Nachheizen

Diese Ordnung zeigt: Über die Bewertung eines vollelektrischen Haushalts entscheidet weniger die Überlegenheit der Ausstattung als vielmehr die „Passung zum Tagesrhythmus“. Für Mieter ist es ein Material, um es mit der eigenen Lebensweise abzugleichen; für Eigentümer ein Hinweis darauf, welche Zielgruppe angesprochen werden sollte.

Warum wird vollelektrisch zum Argument für Vermietung und Differenzierung?

Richtig positioniert, wird vollelektrische Ausstattung zu einem starken Argument für Vermietung und Differenzierung. Der Schlüssel liegt darin, klar zu machen: „Wem soll welcher Wert vermittelt werden?“ Anlagen bloß aufzuzählen, transportiert ihren Nutzen nicht.

Die Zielgruppe eingrenzen und Sicherheit vermitteln

Die Sicherheit ohne offene Flamme ist für Singles, junge Familien und ältere Angehörige ein großer Wert. In Exposé und Werbung verändert sich die Resonanz, wenn man mit Formulierungen wirbt, die eine Alltagsszene vorstellbar machen – etwa „mit IH weniger Sorge vor Bränden“ oder „einfache Pflege der Küche“. Statt Anlagennamen aneinanderzureihen, führt es eher zu Besichtigung und Bewerbung, zu beschreiben, wie die Anlage den Alltag des Mieters erleichtert. Für DACH-Leser ist bemerkenswert, dass japanische Exposés Ausstattung traditionell sehr technisch listen – gerade deshalb hebt sich eine nutzenorientierte, erzählende Ansprache im lokalen Markt spürbar ab.

Den Unterschied zum Wettbewerb in Worte fassen

In Lagen mit vielen Gas-Kombi-Objekten im Umfeld wird das Vollelektrische selbst zum Differenzierungspunkt. Nehmen jedoch vollelektrische Objekte im Umfeld zu, wird eine Differenzierung allein über die Ausstattung schwierig; deshalb ist es wichtig, mehrere Werte – Reinigungsfreundlichkeit, Sicherheit, moderne Ausstattung – zu kombinieren und herauszustellen. Der Gedanke, nicht die Einzelanlage, sondern den Reiz des gesamten Objekts zu bündeln, trägt die langfristige Vermietung. Zur Differenzierungslogik ist auch der Beitrag zu Differenzierungsstrategien im Vermietungsgeschäft hilfreich.

Bei einer auf die Ausstattung gestützten Vermietung ändert schon die Art der Ansprache das Ergebnis. Bei Objekten mit langem Leerstand liegt es nicht selten daran, dass der Reiz der Ausstattung die Mieter nicht erreicht. Konkrete Maßnahmen haben wir im Beitrag mit Ideen gegen Leerstand geordnet.

Prüfpunkte, um bei einer vollelektrischen Mietwohnung nicht zu bereuen

Die meisten Fälle von Reue bei vollelektrischen Wohnungen entstehen aus mangelnder vorheriger Prüfung. Fassen wir die vor Einzug beziehungsweise vor Einführung zu beachtenden Punkte jeweils aus Sicht von Mieter und Eigentümer zusammen.

Was Mieter bei der Besichtigung prüfen sollten

  • Ob das Tankvolumen des EcoCute zur Haushaltsgröße passt (Vorsorge gegen Warmwassermangel)
  • Ob das üblicherweise genutzte Kochgeschirr induktionsgeeignet ist
  • Ob die zeitzonenabhängigen Preise des Stromtarifs zum eigenen Tagesrhythmus passen
  • Ob Aufstellort und Betriebsgeräusch des EcoCute die Nachtruhe nicht stören
  • Ob man für den Stromausfall einen Gaskocher (Kassettenkocher) und eine Powerbank bereithalten kann

Direkt nach dem Einzug kann es vorkommen, dass am ersten Tag kein Warmwasser verfügbar ist, weil der Tank nach dem Auszug des Vormieters noch keine Wärme gespeichert hat. Schaltet man ab dem Vortag des Einzugs den Strom ein, lässt sich das meist beheben. Schon solche kleinen Stolpersteine im Voraus zu kennen, verändert den Eindruck.

Was Eigentümer vor der Einführung prüfen sollten

  • Ob die Zielgruppe des Objekts den Wert von Sicherheit und Sauberkeit des Vollelektrischen tatsächlich sucht
  • Ob sich Anschaffungskosten und die nach etwa zehn Jahren erwarteten Ersatzkosten über Miete und Auslastung wieder hereinholen lassen
  • Ob das Objekt weitere Reize besitzt, mit denen es auch in Phasen hoher Strompreise überzeugt
  • Ob der Ablauf der Mieterbetreuung bei Stromausfall mit der Verwaltungsgesellschaft abgestimmt ist

Nach der Einführung wird häufig die Einweisung der Mieter in die Anlagen übersehen. Gerade wer mit vollelektrischer Ausstattung wenig vertraut ist, stolpert leicht über die Wahl des Stromtarifs oder die Bedienung des EcoCute und ist über die Energiekosten des ersten Monats überrascht, was in Unzufriedenheit münden kann. Wenn man beim Einzug lediglich die Denkweise zu Zeitzonentarifen, das Nachheizen an Tagen mit hohem Warmwasserbedarf und die Vorsorge für den Stromausfall knapp zusammenfasst und übergibt, sinken die Beschwerden sichtbar. Den Wert der Ausstattung bis zum Schluss zu vermitteln, gelingt durch sorgfältige Information nach dem Einzug. Das deckt sich mit dem Grundgedanken der Mietverwaltung, Vertrauen mit den Mietern über lange Zeit aufzubauen – ein Punkt, der DACH-Investoren vertraut sein dürfte, wo langfristige Mietverhältnisse und ein starker Mieterschutz ohnehin die Norm bilden.

An einem Verwaltungsobjekt wurde vollelektrische Ausstattung bei einer Single-Wohnung mit einer Paketbox kombiniert und unter der durchgängigen Botschaft „ein Wohnen, in dem man beruhigt arbeiten kann“ beworben – die Zahl der Anfragen lag über der vergleichbarer Wettbewerber. Ausstattung entfaltet ihre Wirkung, wenn sie nicht einzeln, sondern als Geschichte gebündelt wird. Das gleicht der Art, wie wir mit dem Gedanken der Investition in Menschen („jinzai“, 人財 – Mitarbeitende als Vermögenswert, nicht als bloße Ressource) unsere Organisation entwickeln: Einzelne Elemente in einer langfristigen Perspektive zu verknüpfen, bringt Ergebnisse. Wenn Sie bei der Entscheidung über die Einführung von Vollelektrik oder bei der Gestaltung der Vermietung ratlos sind, nutzen Sie gern die kostenlose Beratung von INA.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F. Werden die Energiekosten einer vollelektrischen Mietwohnung günstiger?

A. Je nach Lebensstil kann es günstiger, aber auch teurer werden. Haushalte, die vor allem nachts und früh morgens leben, profitieren eher, während Haushalte mit langer Anwesenheit tagsüber tendenziell teurer fahren. Da sich Marktwerte je nach Objekt und Tarif ändern, vergleichen Sie sie bitte als Orientierung.

F. Kann man in einer vollelektrischen Wohnung einen Gasherd nutzen?

A. Nein. Gekocht wird mit IH-Kochfeld oder Strahlungsheizfeld (Radiant Heater). Wer Wert auf Kochen mit offener Flamme legt, prüft realistischerweise ein Objekt mit Gas-Kombination. Die Unterschiede zwischen IH und Gas erläutern wir ausführlich im Vergleichsbeitrag.

F. Was passiert bei einem Stromausfall?

A. Kochen, Warmwasser und Heizung stehen alle gleichzeitig still. Es beruhigt, einen Gaskocher (Kassettenkocher), eine Powerbank sowie Trinkwasser und Notvorräte bereitzuhalten. Das Wasser im Tank des EcoCute lässt sich bei Wasserausfall teils als Brauchwasser nutzen.

F. Ist Vollelektrik für Eigentümer bei der Vermietung von Vorteil?

A. Passt die Zielgruppe, wirkt es vorteilhaft. Bei Zielgruppen wie Singles, jungen Familien und Älteren, die sich Sicherheit ohne offene Flamme wünschen, zeigt die Ausstattung leicht Wirkung. Da Zielgruppen, die auf steigende Strompreise achten, sie jedoch mitunter meiden, ist es wichtig, sie mit weiteren Reizen zu kombinieren und herauszustellen.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte