Ein Fehlerstrom liegt vor, wenn aufgrund gealterter Leitungen oder Kabel Strom nach außen abfließt. Da Fehlerstrom Stromunfälle und Brände verursachen kann, ist eine frühzeitige Erkennung durch einen Fehlerstromschutzschalter unverzichtbar. In diesem Artikel erläutern wir die Funktionsweise eines Fehlerstromschutzschalters, das richtige Vorgehen nach dem Auslösen und Anzeichen für einen Austausch verständlich.
Warum ist Fehlerstrom gefährlich? Auswirkungen auf den menschlichen Körper
Fehlerstrom ist ein Zustand, bei dem Strom aus elektrischen Leitungen oder Geräten nach außen austritt. Die Auswirkungen auf den menschlichen Körper unterscheiden sich je nach Stromstärke, Einwirkdauer und Stromweg.
| Stromstärke | Auswirkungen auf den menschlichen Körper |
|---|---|
| 0.5〜1mA | Leichtes Kribbeln, aber nur geringe Gefahr |
| 5mA | Deutlich schmerzhafter Stromschlag |
| 10〜20mA | Muskelverkrampfung, der Körper lässt sich nicht mehr bewegen |
| 50mA | Gefahr von Kammerflimmern, möglicher Herz-Lungen-Stillstand |
| 100mA | Lebensgefährliche Verletzung, Herz-Lungen-Stillstand |
Welche drei Arten von Schutzschaltern gibt es?
Ampereschalter
Dies ist der gängigste Schalter auf der linken Seite des Verteilerkastens. Er unterbricht die Stromversorgung, wenn der vertraglich vereinbarte Amperewert überschritten wird.
Fehlerstromschutzschalter
Er befindet sich in der Mitte des Verteilerkastens und unterbricht den Stromkreis automatisch, sobald Fehlerstrom erkannt wird. Wenn er ausgelöst hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendwo im Haus ein Fehlerstrom vorliegt.
Sicherungsautomat
Er ist in den Abzweigstromkreisen zu den einzelnen Räumen installiert und schaltet die Stromversorgung ab, wenn der zulässige Strom überschritten wird, um Leitungen und Geräte zu schützen.
Wie funktioniert ein Fehlerstromschutzschalter?
Im Normalbetrieb sind Hin- und Rückstrom im Stromkreis gleich groß. Tritt Fehlerstrom auf, entsteht eine Differenz. Diese Differenz wird vom Summenstromwandler (ZCT) erkannt. Überschreitet sie einen bestimmten Wert, aktiviert sich die elektromagnetische Auslöseeinheit und unterbricht den Stromkreis. Durch das schnelle Abschalten eines Fehlerstroms von etwa 15〜30mA lassen sich Stromunfälle verhindern.
Arten von Fehlerstromschutzschaltern und Auswahlkriterien
- Hochempfindlicher Typ (Schnelltyp):Optimal zum Schutz vor Stromschlägen, Auslösezeit innerhalb von 0,1 Sekunden
- Hochempfindlicher Typ (zeitverzögert):Verhindert großflächige Stromausfälle, Einsatz im Hauptbereich des Verteilerkastens
- Mittelempfindlicher Typ:Zum Schutz von Hauptleitungen in Schaltanlagen
- Niedrigempfindlicher Typ:Zum Schutz vor Schäden durch Erdschlusslichtbögen
Mit der Testtaste die ordnungsgemäße Funktion prüfen
Die Testtaste des Fehlerstromschutzschalters dient dazu, seine ordnungsgemäße Funktion zu überprüfen. Für mehr Sicherheit empfiehlt sich mindestens ein Test pro Monat.
Testablauf
- Prüfen, ob der Fehlerstromschutzschalter auf ON steht
- Die Testtaste drücken
- Prüfen, ob der Schalter auf OFF springt und die Elektrogeräte stromlos werden
- Den Fehlerstromschutzschalter wieder auf ON stellen, damit ist der Test abgeschlossen
Sind Fehlerstromschutzschalter und Erdungsleitung beide notwendig?
Die Erdungsleitung hat die Aufgabe, Strom von Elektrogeräten in die Erde abzuleiten und so Stromschläge zu verhindern. Auch ein Fehlerstromschutzschalter allein kann Fehlerstrom in manchen Fällen erkennen, mit angeschlossener Erdungsleitung gelingt die Erkennung jedoch schneller. Die Kombination aus beidem erhöht die Sicherheit deutlich.
Wann sollte ein Fehlerstromschutzschalter ausgetauscht werden und welche Kosten sind üblich?
Richtwert für die Lebensdauer
Die Lebensdauer eines Fehlerstromschutzschalters beträgt etwa 13〜15 Jahre. Treten die folgenden Symptome auf, sollte ein Austausch oder eine Wartung geprüft werden.
- Das Gerät wird ungewöhnlich heiß
- Es treten ungewöhnliche Gerüche oder Geräusche auf
- Das Gehäuse verfärbt sich
- Die Testtaste funktioniert nicht ordnungsgemäß
Übliche Austauschkosten
| Art | Üblicher Preisrahmen |
|---|---|
| Fehlerstromschutzschalter | ca. 9.000 bis 20.000 Yen |
| Sicherungsautomat | ca. 4.000 bis 10.000 Yen |
| Austausch des Verteilerkastens | ca. 20.000 bis 50.000 Yen |
| Gesamtkosten bei Beauftragung eines Fachbetriebs | ca. 5.000 bis 50.000 Yen |
Ein eigenständiger Austausch ist gesetzlich verboten und erfordert die Qualifikation als Elektrofachkraft. Bei einem Austausch ohne entsprechende Qualifikation drohen eine Geldstrafe von bis zu 30.000 Yen oder bis zu 3 Monate Freiheitsstrafe.
Was tun, wenn der Fehlerstromschutzschalter ausgelöst hat?
- Alle Schalter auf „Aus“ stellen
- Ampereschalter und Fehlerstromschutzschalter auf „Ein“ stellen
- Die Sicherungsautomaten nacheinander auf „Ein“ stellen, um den fehlerhaften Stromkreis zu identifizieren
- Nur den fehlerhaften Stromkreis auf „Aus“ lassen und die Stromversorgung über die übrigen Stromkreise wiederherstellen
- Einen Fachbetrieb mit der Untersuchung des Fehlerstroms beauftragen
Fünf Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlerstrom
- Elektrogeräte nicht mit nassen Händen berühren:verhindert Stromunfälle
- Kabel nicht bündeln oder knicken:am besten in sanften Bögen führen
- Defekte Geräte und Kabel frühzeitig austauschen:verhindert Kurzschlüsse
- Auf den Stromverbrauch achten:gleichzeitige Nutzung großer Geräte vermeiden
- Den vertraglichen Amperewert überprüfen:den Vertrag an den tatsächlichen Verbrauch anpassen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Q. Wie viele Jahre hält ein Fehlerstromschutzschalter?
Als Richtwert gelten etwa 13〜15 Jahre. Prüfen Sie durch regelmäßige Tests und Kontrollen, ob das Gerät weiterhin ordnungsgemäß funktioniert.
Q. Warum löst ein Fehlerstromschutzschalter häufig aus?
Mögliche Ursachen sind defekte Elektrogeräte, gealterte Leitungen oder eine verminderte Isolierung durch Feuchtigkeit. Lassen Sie dies durch einen Fachbetrieb prüfen.
Q. Sollte die Erdungsleitung immer angeschlossen sein?
Ja. In Kombination mit dem Fehlerstromschutzschalter kann Fehlerstrom schneller erkannt werden, wodurch die Sicherheit steigt.