Wer sich mit Immobilieninvestments befasst, stößt unweigerlich auf den Begriff „Cashflow“. Er ist eine so wichtige Kennzahl, dass oft gesagt wird: Der Erfolg oder Misserfolg einer Immobilieninvestition entscheidet sich an der Cashflow-Steuerung. In diesem Beitrag erläutern wir die Definition des Cashflows im Immobilieninvestment, seine Berechnung und sechs praktische Ansätze, um ihn positiv zu halten.
Was ist Cashflow bei Immobilieninvestments?
Cashflow bedeutet wörtlich „Geldfluss“, im Immobilieninvestment bezeichnet er jedoch das Geld, das nach Abzug von Darlehensraten und notwendigen Kosten von den Mieteinnahmen tatsächlich übrig bleibt. Das ist der reale Anteil, der dem Immobilieneigentümer verbleibt.
Die Berechnungsformel für den Cashflow
Die grundlegende Formel lautet wie folgt:
Cashflow = Mieteinnahmen(+ sonstige Einnahmen wie Parkplätze)- notwendige Kosten - Darlehensrückzahlung
Zu den notwendigen Kosten zählen Verwaltungsgebühren, Instandhaltungsrücklagen, Grundsteuer, Gebäudeversicherung und Reparaturkosten. Da diese Posten beim Immobilienkauf weitgehend feststehen, ist eine präzise Kostenprognose vor dem Kauf der Kern einer fundierten Investitionsentscheidung.
Welche 6 praktischen Ansätze gibt es, um den Cashflow zu erhöhen?
1. Die Darlehenslaufzeit verlängern
Durch eine längere Rückzahlungsdauer lässt sich die monatliche Belastung senken und der frei verfügbare Liquiditätsüberschuss erhöhen. Zu beachten ist jedoch der Nachteil höherer Gesamtzinskosten bis zur vollständigen Rückzahlung. Deshalb sollte eine längere Laufzeit als strategische Entscheidung zur Sicherung ausreichender Liquidität verstanden werden.
2. Die Objektauswahl konsequent auf die Maximierung der Mieteinnahmen ausrichten
Die Miethöhe wird von Lage, Baujahr, Ausstattung und Umfeld bestimmt. Vor dem Hintergrund, dass die Mietpreisgestaltung den Vermögenswert beeinflusst, lässt sich durch die Auswahl beliebter Lagen, Bahnhofsnähe und jüngerer Gebäude eine hohe Miete mit niedriger Leerstandsquote verbinden. Selbst bei Bestandsimmobilien können in gefragten Lagen zufriedenstellende Mietniveaus gehalten werden, während die Anschaffungskosten unter denen von Neubauten bleiben.
3. Angemessenes Eigenkapital sichern (20 bis 30 % der Kaufkosten)
Ein höherer Eigenkapitalanteil reduziert die Darlehenssumme und entlastet die monatliche Rückzahlung. Als Richtwert gelten 20 bis 30 % der Kaufkosten. Noch mehr Eigenkapital zurückzuhalten, ist in der Regel wenig sinnvoll, denn in dem derzeitigen Niedrigzinsumfeld ist ein Investment mit sinnvoll eingesetzter Fremdfinanzierung wirtschaftlich rational. Ebenso sollte vermieden werden, zu lange auf den Aufbau von Eigenkapital zu warten und dadurch einen günstigen Kaufzeitpunkt zu verpassen.
4. Sondertilgungen nutzen
Bei Sondertilgungen gibt es zwei Varianten: die „Laufzeitverkürzung“ (mit stärkerem Effekt auf die Senkung der Gesamtzinsen) und die „Ratenreduzierung“ (mit geringerer monatlicher Belastung). Treffen Sie die Wahl daher strategisch auf Basis Ihrer Eigenkapitalsituation und Ihrer künftigen Ausgabenplanung.
5. Bestandsimmobilien aktiv in Betracht ziehen
Bestandsimmobilien, die günstiger als Neubauten erworben werden können und häufig höhere Renditen bieten, sind eine Option, mit der sich ein positiver Cashflow leichter erreichen lässt. Im Sinne des Grundsatzes „günstig kaufen und mit hoher Rendite bewirtschaften“ sind Bestandsimmobilien in vielen Fällen Neubauten überlegen.
6. Leerstandszeiten minimieren
Das größte Cashflow-Risiko im Immobilieninvestment ist Leerstand. Die Optimierung der Vermietungsstrategie und die Auswahl einer Hausverwaltung, die aktiv Vorschläge macht und Verbesserungen umsetzt, bilden die Grundlage eines soliden Leerstandsrisikomanagements. Gerade Einsteiger sollten die Auslagerung an eine Verwaltung aktiv nutzen.
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FAQ: Häufige Fragen zum Cashflow bei Immobilieninvestments
F. Was sollte ich tun, wenn der Cashflow negativ wird?
Prüfen Sie zunächst die Kostenstruktur erneut, etwa durch Verhandlungen über Verwaltungsgebühren und den Abbau unnötiger Kosten, und justieren Sie anschließend das Mietniveau. Danach kommen eine Entlastung der monatlichen Zahlung durch Sondertilgung oder auch ein Verkauf zur Verlustbegrenzung in Betracht. Frühes Handeln ist der Schlüssel, um größere Verluste zu vermeiden.
F. Was ist der Unterschied zwischen Bruttorendite und Nettorendite?
Die Bruttorendite ist eine einfache Kennzahl, die nach der Formel jährliche Mieteinnahmen ÷ Immobilienpreis × 100 berechnet wird. Die Nettorendite wird als Reinertrag nach Abzug der notwendigen Kosten von den jährlichen Mieteinnahmen ÷ Immobilienpreis × 100 berechnet und bildet die tatsächliche Investitionseffizienz ab. Für Investitionsentscheidungen sollten Sie immer die Nettorendite heranziehen.
F. Ist ein Immobilieninvestment auch ohne Eigenkapital möglich?
Es gibt Immobilienunternehmen, die eine Vollfinanzierung anbieten, doch damit steigt das Risiko eines äußerst engen Cashflows nach dem Kauf. Empfehlenswert ist ein Investitionsstart mit einem Eigenkapitalanteil von etwa 20 bis 30 % der Kaufkosten.
F. Wie wählt man eine gute Hausverwaltung aus?
Wesentliche Auswahlkriterien sind die aktive Haltung bei Leerstandsmaßnahmen (Häufigkeit von Vorschlägen und Verbesserungsmaßnahmen), die Schnelligkeit der Mieterbetreuung, die Transparenz der Berichterstattung sowie Anzahl und Erfolgsbilanz der verwalteten Objekte. Wir empfehlen, mehrere Anbieter miteinander zu vergleichen.
F. Welche Kosten werden bei der Cashflow-Berechnung leicht übersehen?
Häufig übersehen werden Kosten für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands, Rücklagen für größere Sanierungen, fixe Kosten in Leerstandszeiten (Verwaltungsgebühren und Darlehen), Steuerberaterhonorare sowie zusätzliche Steuerbelastungen (Einkommensteuer und Einwohnersteuer). Berücksichtigen Sie diese Punkte unbedingt in Ihrer Kalkulation vor dem Kauf.