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Immobilieninvestment vs. Fremdwährungseinlage|Unterschiede und gezielter Einsatz aus Japan-Sicht

Immobilieninvestment und Fremdwährungseinlage im Vergleich – nach Risiko, Liquidität und Steuerrecht. Hebel, Wechselkursrisiko, Einsatz nach Ziel und Kombination, ehrlich mit Vor- und Nachteilen erklärt, mit Kontrasten für DACH-Anleger.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 7 Min. Lesezeit

Wer eine Vermögensanlage prüft, stellt Immobilieninvestments und Fremdwährungseinlagen gern nebeneinander. Beide gelten als Mittel, um Abstand vom Risiko zu gewinnen, sein gesamtes Vermögen nur in einer Währung zu halten. Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum (DACH) ist dieser Ausgangspunkt vertraut: Wer heute in Euro denkt, kennt die Sorge vor Kaufkraftverlust und Klumpenrisiko genauso gut wie eine japanische Anlegerin, die nur Yen hält. Die japanische Perspektive ist dabei ein aufschlussreicher Spiegel, denn Japan lebt seit Jahrzehnten mit extrem niedrigen Zinsen und einer schwankenden Heimatwährung — eine Erfahrung, die für den Euroraum inzwischen ebenfalls greifbar geworden ist. Aus eigener Erfahrung, als jemand, der ein Immobiliengeschäft führt und zugleich einen Teil des Privatvermögens in Fremdwährung hält, sage ich es deutlich: Die beiden sind keine Konkurrenten, die um Überlegenheit ringen, sondern Werkzeuge mit unterschiedlichen Aufgaben. Genau so zu denken, ist in der Praxis am tragfähigsten.

In diesem Beitrag ordne ich beide Anlageformen nach Risikoprofil, Renditestruktur, Liquidität und Steuerrecht und erläutere konkret, welches Werkzeug zu welchem Ziel passt. Weil sich Zahlen mit Marktlage und Gesetzesänderungen verschieben, verzichte ich auf apodiktische Aussagen und arbeite stattdessen mit „Grundsätzen“ und „Richtwerten“. Wichtig für DACH-Leser: Vieles, was hier zu Japan beschrieben wird — etwa der Umgang mit der Einlagensicherung oder die steuerliche Behandlung von Immobiliengewinnen — folgt anderen Regeln als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Diese Unterschiede benenne ich jeweils ausdrücklich.

Der grundlegende Unterschied zwischen Immobilieninvestment und Fremdwährungseinlage

Anlageobjekt und Risikostruktur unterscheiden sich bei beiden erheblich. Verschaffen wir uns zunächst einen Gesamtüberblick anhand von drei Blickwinkeln: benötigtes Kapital, Liquidität und Preisschwankung. Anders als bei einem reinen Vergleich von Fondsklassen, wie ihn DACH-Anleger aus dem ETF-Sparplan kennen, geht es hier um zwei Anlagen mit völlig verschiedener Mechanik.

Unterschied bei Kapitalbedarf und Hebel

Ein Immobilieninvestment erfordert grundsätzlich Beträge von mehreren Millionen bis zu mehreren zehn Millionen Yen — also grob von einigen Millionen Yen (ca. 18.000–53.000 €) bis zu mehreren zehn Millionen Yen (ca. 180.000–530.000 €; Umrechnung zu 170 JPY/EUR, 1 Mio. Yen ≈ 5.900 €). Das Besondere ist jedoch, dass man durch die Finanzierung eines Kreditinstituts (Hebel, im Deutschen „Leverage“ oder Fremdkapitaleinsatz) mit wenig Eigenkapital ein großes Vermögen bewegen kann. Als Richtwert für das Eigenkapital gelten häufig etwa 10 bis 30 Prozent des Kaufpreises, der Rest wird über Fremdkapital gedeckt. Das ähnelt der in Deutschland üblichen Baufinanzierung, bei der Banken einen Eigenkapitalanteil erwarten — allerdings vergeben japanische Banken Immobilienkredite oft zu bemerkenswert niedrigen Nominalzinsen, ein Erbe der langjährigen Nullzinspolitik. Die Fremdwährungseinlage lässt sich dagegen schon ab wenigen hundert Yen (ca. 2–5 €) beginnen und ist damit sehr niedrigschwellig; im Gegenzug wirkt kein Hebel, und es entsteht keine Rendite, die über das eingesetzte Kapital hinausgeht.

Unterschied bei Liquidität und Veräußerbarkeit

Eine Fremdwährungseinlage lässt sich, solange der Markt normal funktioniert, grundsätzlich jederzeit verkaufen, und der Rücktausch in Yen ist in kurzer Zeit abgeschlossen. Demgegenüber ist es bei einer Immobilie keineswegs selten, dass es Monate dauert, bis sich ein Käufer findet; die Liquidität ist vergleichsweise gering. Wer für plötzlichen Kapitalbedarf gewappnet sein will, greift zur Fremdwährungseinlage; wer mit langem Atem Vermögen aufbauen möchte, zur Immobilie — hier liegt das Fundament der Aufgabenteilung. DACH-Anleger kennen dieses Spannungsfeld aus dem Gegensatz zwischen dem jederzeit verfügbaren Tagesgeldkonto und einer Eigentumswohnung, deren Verkauf in Deutschland über Notartermin und Grundbuchumschreibung ohnehin Wochen bis Monate beansprucht.

Unterschied beim Preisschwankungsrisiko

Immobilienpreise bewegen sich im Tagesverlauf nur wenig und sind, gestützt durch die Mieteinnahmen als Unterbau, relativ stabil. Bei Fremdwährungseinlagen fällt die Schwankungsbreite je nach Währung sehr unterschiedlich aus: Hauptwährungen wie US-Dollar oder Euro verhalten sich vergleichsweise ruhig, während Währungen aus Schwellenländern zwar hohe Zinsen bieten, dafür aber zu heftigen Wechselkursschwankungen neigen. Dass ein hoher Zins die Kehrseite eines hohen Risikos ist, ist der erste Grundsatz, den man beim Umgang mit Fremdwährungen verstehen sollte. Für einen Anleger in der Eurozone ist die Yen-Perspektive hier besonders lehrreich: Aus japanischer Sicht sind Euro-Anlagen selbst schon eine Fremdwährungswette — was einmal mehr zeigt, dass „sicher“ immer relativ zur eigenen Heimatwährung zu verstehen ist.

Vorteile und Wesen des Immobilieninvestments

Das Immobilieninvestment hat eigene Eigenschaften, die andere Finanzprodukte nicht besitzen. Sein Wesen liegt nicht in der bloßen Hoffnung auf Wertsteigerung, sondern darin, als Geschäft Erträge zu erwirtschaften. Für DACH-Investoren, die Immobilien häufig vor allem als Inflationsschutz und Altersvorsorge betrachten, lohnt der Blick darauf, dass in Japan der laufende Betrieb — Vermietung und Verwaltung — traditionell im Vordergrund steht.

Stabiler Ertrag aus laufenden Einnahmen (Mieteinnahmen)

Indem man eine Immobilie vermietet, erzielt man Monat für Monat fortlaufende Mieteinnahmen. Dass diese von Konjunkturschwankungen wenig betroffen sind und sich künftige Einnahmen gut prognostizieren lassen, eignet sich für langfristigen Vermögensaufbau und die Einkommensplanung für die Zeit nach dem Erwerbsleben. Solange man den Leerstand kontrollieren kann, lässt sich die Cashflow-Prognose leichter aufstellen als bei Finanzprodukten. In Japan ist der Mieterschutz zwar ausgeprägt, doch die Fluktuation und der professionelle Verwaltungsstandard sorgen für planbare Erträge — anders als etwa in Deutschland, wo die Mietpreisbremse und ein starker Kündigungsschutz die Ertragsdynamik zusätzlich dämpfen.

Wertzuwachs und Hebelwirkung

Steigt der Immobilienpreis, lässt sich ein Veräußerungsgewinn (Wertzuwachs, im Angelsächsischen „Capital Gain“) erzielen, und der Betrag je Objekt fällt tendenziell groß aus. Setzt man zudem eine Finanzierung ein, kann man ein Vermögen im Umfang des Mehrfachen des Eigenkapitals halten. Der Hebel ist jedoch ein zweischneidiges Schwert, das Gewinne wie Verluste vergrößert, und in einer Phase steigender Zinsen wird die Tilgungslast schwerer. Gerade deshalb ist eine sorgfältige Planung unerlässlich, die Tilgungsquote und Zinssteigerungsszenarien einbezieht. Für DACH-Leser ist der Kontext wichtig: Während in Deutschland lange Zinsbindungen von zehn oder fünfzehn Jahren üblich sind, arbeiten japanische Immobilienkredite oft mit variablen Zinsen — der Zinsänderungsschock trifft den Kreditnehmer dort also unmittelbarer.

Widerstandskraft gegen Inflation

In einer Phase steigender Preise ziehen Mieten und Immobilienpreise tendenziell nach, und als Sachwert besitzt die Immobilie eine gewisse Abwehrkraft gegen die Inflation. In einem Umfeld, in dem Bargeld oder Einlagen mit niedrigem Nominalzins leicht an Wert verlieren, gewinnt diese Eigenschaft aus Sicht der Vermögensverteidigung an Bedeutung. Für Anleger im Euroraum, die nach der jüngsten Inflationswelle die Erosion von Sparguthaben schmerzhaft erlebt haben, ist dieser Punkt unmittelbar nachvollziehbar — der japanische Fall zeigt lediglich, dass Sachwerte diese Funktion über sehr lange Zeiträume erfüllen können.

Vorteile und Vorsichtspunkte der Fremdwährungseinlage

Auch die Fremdwährungseinlage hat Vorzüge, die die Immobilie nicht bietet. Zu beachten ist jedoch, dass sie längst nicht so risikofrei ist, wie der Eindruck vermuten lässt, den der Name „Einlage“ erweckt. Dieser Punkt ist für DACH-Anleger besonders relevant, weil das Wort „Einlage“ hierzulande über die Einlagensicherung starke Assoziationen von Sicherheit trägt — Assoziationen, die im Fall der Fremdwährungseinlage trügen.

Leichte Umsetzung von Kleinbeträgen und Streuung

Weil man kleine Beträge auf mehrere Währungen verteilen kann, ist der Reiz, dass sich eine Währungsstreuung mühelos verwirklichen lässt. Sie dient als Mittel, einem auf Yen-Vermögen konzentrierten Portfolio einen Vermögensbestandteil mit abweichendem Kursverhalten hinzuzufügen. Bei Währungen mit Zinsdifferenz (Zinsdifferenz zwischen In- und Ausland) darf man nicht übersehen, dass sich Zinsen aufbauen, selbst wenn sich der Wechselkurs nicht bewegt. Für einen DACH-Anleger, dessen Heimatwährung der Euro ist, funktioniert das Prinzip identisch — nur ist die konkrete Zinslandschaft eine andere: Wer aus Yen-Sicht in Euro oder US-Dollar streut, verfolgt dieselbe Logik wie ein Euro-Anleger, der in US-Dollar oder Schweizer Franken diversifiziert.

Hohe Veräußerbarkeit und Wechselkursrisiko

Die Fremdwährungseinlage lässt sich bei Bedarf leicht in Yen zurückführen und ist ein Produkt, das plötzlichem Kapitalbedarf gut gerecht wird. Der Wechselkurs schwankt jedoch ständig, und wenn der Yen aufwertet, ist auch ein Kapitalverlust möglich. Hinzu kommen die Wechselkursgebühr (Spread) beim Hin- und Herwechseln zwischen Yen und Fremdwährung sowie der Umstand, dass die Fremdwährungseinlage nicht unter den Schutz der Einlagensicherung fällt — Nachteile, die ich offen benennen muss. Genau hier liegt ein entscheidender Kontrast für DACH-Leser: In Deutschland und der EU sichert die gesetzliche Einlagensicherung Guthaben bis 100.000 Euro je Bank und Kunde ab, in der Schweiz greift die Einlagensicherung esisuisse bis 100.000 Franken. In Japan schützt die Einlagensicherung (預金保険, yokin hoken, das japanische Pendant zur deutschen Einlagensicherung) zwar Yen-Einlagen, klammert Fremdwährungseinlagen aber ausdrücklich aus. Entscheidend ist, nach Abzug von Gebühren und Steuern anhand der tatsächlichen Nettorendite zu urteilen.

Risiko-Rendite-Struktur anhand von Richtwerten vergleichen

Fassen wir den Charakter beider anhand der Richtwerte repräsentativer Kennzahlen zusammen. Das Folgende ist lediglich eine allgemeine Tendenz und schwankt je nach Objekt, Währung und Zeitpunkt. DACH-Leser sollten die Zahlen als japanische Marktrealität lesen, nicht als eins zu eins übertragbare Erfahrungswerte für den Euroraum.

BlickwinkelImmobilieninvestmentFremdwährungseinlage
ErtragsquelleMieteinnahmen + VeräußerungsgewinnWechselkursgewinn + Zins (Zinsdifferenz)
Richtwert der RenditeBruttorendite von einigen Prozent (variiert nach Lage und Baualter)abhängig vom Zinsniveau der Währung
Stabilität des Kapitalsvergleichsweise stabil (mit Leerstands- und Katastrophenrisiko)je nach Wechselkurs auch Kapitalverlust möglich
Hebelmöglich (Finanzierungseinsatz)nicht möglich
KostenErwerbsteuer, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten u. a.Wechselkursgebühr (Spread)
Schutzsystemnicht von der Einlagensicherung erfasst

Aus dieser Tabelle wird ersichtlich, dass die Immobilie ein Vermögenswert ist, der „im Tausch gegen Aufwand und Kosten fortlaufende Einnahmen und Kreditwürdigkeit (Finanzierung) verschafft“, während die Fremdwährungseinlage ein Vermögenswert ist, der „im Tausch gegen Niedrigschwelligkeit und Veräußerbarkeit keinen Hebel besitzt“. Beide stehen in einem Ergänzungsverhältnis. Diese Komplementarität deckt sich mit dem, was viele DACH-Anleger intuitiv umsetzen, wenn sie ein Betongold-Investment mit liquiden Fremdwährungsreserven kombinieren.

Die steuerlichen Unterschiede verstehen

Was die Nettorendite entscheidend beeinflusst, ist das Steuerrecht. Weil dieser Bereich besonders anfällig für Gesetzesänderungen ist, ordne ich hier nur die Grundsätze — unter der Voraussetzung, dass man vor der Umsetzung unbedingt die aktuellen Informationen und die Bestätigung einer Fachperson einholt. Für DACH-Leser ist wichtig zu wissen, dass Japan bei Immobilien und Kapitalerträgen mit anderen Systematiken arbeitet als das deutsche, österreichische oder Schweizer Steuerrecht; die Begriffe lassen sich daher nicht eins zu eins übersetzen.

Wesentliche Steuern beim Immobilieninvestment

Bei Immobilien unterliegen die Mieteinnahmen während der Haltedauer als Immobilieneinkünfte der zusammenveranlagten Besteuerung (総合課税, sōgō kazei, ein Verfahren, das verschiedene Einkunftsarten zusammenrechnet und progressiv besteuert), wobei man das steuerpflichtige Einkommen nach Abzug von Abschreibung und notwendigen Werbungskosten berechnet. Der Veräußerungsgewinn wird als Übertragungseinkünfte behandelt, und ob die Haltedauer fünf Jahre übersteigt oder nicht, entscheidet grundsätzlich über die Steuersatzklasse (langfristig oder kurzfristig). Beim Erwerb fallen die Immobilienerwerbsteuer (不動産取得税, fudōsan shutokuzei) und die Registrierungs- und Lizenzsteuer (登録免許税, tōroku menkyozei) an, während der Haltedauer die Grundsteuer (固定資産税, kotei shisanzei). Hier liegt ein aufschlussreicher Kontrast zum DACH-Raum: In Deutschland ist der Verkauf einer privat gehaltenen Immobilie nach einer zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, während Japan mit der genannten Fünf-Jahres-Grenze zwischen kurz- und langfristig unterscheidet — die Haltestrategie folgt also anderen Fristenlogiken.

Wesentliche Steuern bei der Fremdwährungseinlage

Die Zinsen einer Fremdwährungseinlage unterliegen als Zinseinkünfte grundsätzlich der Besteuerung. Der Wechselkursgewinn wird, sofern er entsteht, grundsätzlich als sonstige Einkünfte (雑所得, zatsu shotoku, eine Auffangkategorie für Einkünfte, die keiner anderen Art zuzuordnen sind) behandelt, und je nach Situation kann eine Steuererklärung erforderlich werden. Weil die detaillierte Behandlung je nach individuellen Umständen unterschiedlich ausfällt, empfehle ich bei größeren Beträgen die Rücksprache mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater. Für DACH-Anleger ist der Unterschied bemerkenswert: In Deutschland würden Zinserträge einer Fremdwährungseinlage grundsätzlich unter die Abgeltungsteuer fallen, während der reine Wechselkursgewinn nach der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei sein kann — Japan hingegen behandelt den Wechselkursgewinn regelmäßig als steuerpflichtige sonstige Einkünfte.

Wie Anleger die beiden gezielt einsetzen sollten

Am wirksamsten ist ein gezielter Einsatz, der die jeweiligen Eigenschaften nutzt. Denkt man vom Ziel her, gerät die Entscheidung nicht ins Wanken. Dieser zielorientierte Ansatz ist DACH-Anlegern aus der Anlageberatung geläufig, in der zunächst Anlagehorizont und Risikotragfähigkeit geklärt werden, bevor konkrete Produkte gewählt werden.

Eignung und Nichteignung nach Zweck

Wer ein stabiles fortlaufendes Einkommen aufbauen, sich gegen Inflation wappnen oder die Kreditwürdigkeit über eine Finanzierung nutzen möchte, für den eignet sich das Immobilieninvestment. Wer dagegen jederzeit verfügbare Liquidität sichern, ein Übergewicht an Yen-Vermögen schon mit kleinen Beträgen ausgleichen oder sich zunächst im Kleinen an das Risiko gewöhnen möchte, für den passt die Fremdwährungseinlage. In vielen Fällen lautet die Antwort nicht „das eine oder das andere“, sondern „in welchem Verhältnis man beides hält“. Ein DACH-Anleger würde dieselbe Überlegung anstellen, wenn er zwischen einer vermieteten Eigentumswohnung und einem Fremdwährungskonto abwägt.

Denkweise für die Kombination

Wir betrachten es als ein mögliches Grundmuster, zunächst den Rahmen für Notreserve und Liquidität über Fremdwährungseinlagen oder Bargeld zu sichern und dann die Immobilie in den Kern des langfristigen Vermögensaufbaus zu stellen. Weil die Reserve an verfügbarem Kapital auf der Liquiditätsseite liegt, kann man sich auch bei einem wenig liquiden Vermögenswert wie der Immobilie beruhigt mit langem Atem engagieren. Vermögenswerte mit hoher und mit niedriger Liquidität bewusst zu kombinieren ist die Grundlage eines Portfolios, das Schwankungen standhält. Dieses Prinzip entspricht der im deutschsprachigen Raum verbreiteten Empfehlung, einen Notgroschen von mehreren Monatsausgaben liquide zu halten, bevor man in illiquide Sachwerte investiert.

Die Sicht von INA — die Rolle des Vermögens mit langfristigem Blick bestimmen

Bei der INA&Associates GmbH (INA&Associates K.K., 株式会社INA&Associates) begreifen wir Vermögensanlage nicht als „einmaliges Gewinnen oder Verlieren“, sondern als „Gestaltung eines Gefüges, in dem sich alle Beteiligten über einen langen Zeitraum sicher fühlen können“. Wenn ich Immobilie und Fremdwährungseinlage vergleiche, ist mir nicht die Renditezahl selbst am wichtigsten, sondern die Frage, wie dieser Vermögenswert mit dem eigenen Leben ineinandergreift.

Die Immobilie ist ein Vermögenswert, der im Tausch gegen geringe Liquidität über die Zeit Kreditwürdigkeit und Erträge aufbaut. Die Fremdwährungseinlage bringt zwar keine spektakulären Renditen hervor, verschafft aber den Freiheitsgrad, im Ernstfall handeln zu können. Beide haben ihre Schwächen, und wir machen es uns zum Grundsatz, diese Schwächen einschließlich offen zu benennen. Denn ein Vorschlag, der nur die günstigen Seiten hervorhebt, untergräbt auf lange Sicht das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden. Sich nicht vor dem Scheitern zu fürchten und dennoch etwas zu wagen, widerspricht nicht dem klaren Blick auf das Risiko. Gerade ein Vermögenswert, den man in Kenntnis auch seiner Nachteile gewählt hat, wird zu einem Vermögenswert, mit dem man lange leben kann. Diese Haltung — Ehrlichkeit auch über Nachteile, langfristiges Vertrauen statt kurzfristiger Verkaufserfolg — ist, wie wir glauben, gerade für DACH-Investoren anschlussfähig, die japanische Immobilien aus der Distanz und über viele Jahre halten.

Zusammenfassung

Immobilieninvestment und Fremdwährungseinlage sind Werkzeuge unterschiedlichen Charakters, die sich in Ertragsquelle, Liquidität und Steuerrecht voneinander unterscheiden. Die Immobilie hat ihre Stärken in Hebel, fortlaufendem Einkommen und Inflationsresistenz, die Fremdwährungseinlage in Kleinteiligkeit, Veräußerbarkeit und Währungsstreuung. Nicht über Überlegenheit zu streiten, sondern jedem Werkzeug im Licht der eigenen Ziele, des Zeithorizonts und des tragbaren Risikos eine Rolle zuzuweisen — das führt zu einer Wahl mit wenig Reue. In Situationen, in denen man mit der Entscheidung ringt, empfehle ich, die Sicht einer dritten Partei einzubeziehen, die auch die Schwächen beider klar in den Blick nimmt. Für eine ausführlichere Marktanalyse werfen Sie bitte ergänzend einen Blick auf die Artikelübersicht zu Immobilienmarkt und Investment.

Häufig gestellte Fragen

Womit sollten Einsteiger beginnen?

Wer sich zunächst mit kleinen Beträgen an das Risiko gewöhnen möchte, für den eignet sich die Fremdwährungseinlage; wer langfristig eine stabile Einkommensquelle aufbauen möchte, für den das Immobilieninvestment. Man muss sich nicht auf das eine beschränken; realistisch ist eine Kombination, bei der man den Liquiditätsrahmen über Fremdwährung oder Bargeld sichert und zugleich die Immobilie in den Kern des Vermögensaufbaus stellt. Ich empfehle, die Prüfung erst nach der Sicherung der eigenen Notreserve vorzunehmen — ein Vorgehen, das DACH-Anlegern aus der Regel „erst Notgroschen, dann Investment“ vertraut ist.

Ist das Immobilieninvestment wirklich risikoarm?

Die tägliche Preisschwankung ist tendenziell ruhiger als bei Finanzprodukten, doch risikofrei ist es nicht. Es bestehen Leerstandsrisiko, Zinssteigerungsrisiko, Instandhaltungs- und Alterungsrisiko sowie Katastrophenrisiko. Durch angemessene Standortwahl und Verwaltung sowie eine Finanzplanung, die Zinssteigerungen einkalkuliert, lässt sich vieles davon mindern. Voraussetzung ist, mit klarem Blick auf das Risiko zu planen. Anders als in erdbebenarmen Teilen des DACH-Raums verdient in Japan das Katastrophenrisiko — insbesondere Erdbeben — besondere Aufmerksamkeit und eine entsprechende Versicherung.

Kann man mit Fremdwährungseinlagen große Gewinne anstreben?

In Phasen, in denen sich der Wechselkurs stark bewegt, können Gewinne entstehen, doch deren Vorhersage ist schwierig. Der Zins aus der Zinsdifferenz ist vergleichsweise stabil, doch weil kein Hebel wirkt, ist es kein Produkt, das seinem Wesen nach in kurzer Zeit große Renditen bringt. Berücksichtigen Sie die Wechselkursgebühr und den Umstand, dass es nicht von der Einlagensicherung erfasst wird, und urteilen Sie auf Nettobasis. Für DACH-Anleger gilt dieselbe Nüchternheit wie bei einem Euro-Dollar-Konto: Der Zinsvorteil ist real, aber die Währungswette bleibt die eigentliche Unbekannte.

Wie denkt man über die Aufteilung, wenn man beides kombiniert?

Eine schematisch richtige Antwort gibt es nicht, doch als ein Richtwert dient die Reihenfolge, zunächst Notreserve und kurzfristige Liquidität über Bargeld und Fremdwährung zu sichern und darauf aufbauend langfristiges Kapital in Immobilien und Ähnliches zu verteilen. Das optimale Verhältnis verändert sich mit Alter, Einkommensstabilität, Kreditspielraum und Risikotragfähigkeit. Wenn Sie große Beträge bewegen, empfehle ich, die individuelle Lage mit einer Fachperson zu besprechen. Diese individuelle Abstimmung entspricht der in DACH üblichen Praxis, die Vermögensallokation an Lebensphase und persönlicher Risikotragfähigkeit auszurichten.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte