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Real Estate Intelligence
COLUMN

Welche Vorteile bieten Immobilieninvestitionen in Japan? 5 Stärken und die Risiken, die Investoren kennen sollten

Die 5 großen Vorteile japanischer Immobilieninvestitionen (stabile Einnahmen, Steuervorteile, Inflationsschutz, Ersatz für die Lebensversicherung, Veräußerungsgewinn) aus Investorensicht erklärt – mit Vergleich zum DACH-Markt und einem Blick auf das Risikomanagement.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 2 Min. Lesezeit

Immobilieninvestitionen sind eine Anlageklasse mit anderen Eigenschaften als Aktien oder Anleihen. Monatlich stabile Einnahmen, Steuervorteile und Inflationsresistenz – gerade diese Kombination von Vorzügen, die andere Anlagen so nicht bieten, macht sie bei Investoren beliebt. Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum (DACH) ist dabei wichtig zu verstehen, dass der japanische Immobilienmarkt in mehreren Punkten anders funktioniert als der deutsche: Steuerregeln, Versicherungsmodelle und Mieterschutz folgen eigenen, spezifisch japanischen Regeln, die im Heimatmarkt kein direktes Gegenstück haben.

Was sind die wichtigsten Vorteile einer Immobilieninvestition in Japan?

Immobilieninvestitionen in Japan bieten im Kern fünf große Vorteile. Wir stellen sie hier so vor, dass ein DACH-Leser sie mit den ihm vertrauten Marktverhältnissen vergleichen kann – denn die Attraktivität eines Investments erschließt sich erst im Kontrast zum eigenen Heimatmarkt.

Stabile Einnahmen

Bei einer Immobilieninvestition erzielen Sie durch die Mieten Ihrer Bewohner jeden Monat einen stabilen Cashflow. Bei einer Miete von 50.000 JPY (ca. 295 €; Umrechnung zu 170 JPY/EUR) und zehn Mietparteien ergibt sich rechnerisch ein Monatseinkommen von 500.000 JPY (ca. 2.950 €). Genau wegen dieser Stabilität wird die Immobilie als Quelle passiven Einkommens auch im Nebenerwerb genutzt. Anders als in Deutschland, wo die Mietpreisbremse und ein starker gesetzlicher Kündigungsschutz die Ertragsdynamik in angespannten Wohnlagen dämpfen, sind japanische Mietverhältnisse für Vermieter tendenziell flexibler kalkulierbar – ein Punkt, der für DACH-Investoren beim Renditevergleich schnell übersehen wird.

Steuervorteile

In den ersten ein bis zwei Jahren nach dem Kauf fallen diverse Nebenkosten an, für die Sie einen Abzug bei der Einkommensteuer geltend machen können. Durch die Verbuchung von Instandhaltungs- und Ausstattungskosten als Betriebsausgaben lässt sich Jahr für Jahr ein Steuerspareffekt in Höhe mehrerer Millionen Yen erwarten (bei 3 Mio. JPY entspricht das ca. 17.600 €), und auch als Instrument gegen die Erbschaftsteuer ist die Immobilie wirksam. Nicht wenige vermögende Personen erwägen einen Immobilienkauf gezielt zu Steuerzwecken. Für DACH-Leser ist hier eine japanische Besonderheit entscheidend: Die japanische Erbschaftsteuer (相続税, sōzokuzei) bewertet Immobilien über amtliche Bodenrichtwerte (路線価, rosenka), die häufig deutlich unter dem Verkehrswert liegen. Im Gegensatz zur deutschen Erbschaftsteuer, deren Bemessung sich stärker am realen Verkehrswert orientiert, entsteht in Japan dadurch ein systematischer Bewertungsabschlag, den vermögende Familien seit Jahrzehnten zur Vermögensweitergabe nutzen.

Inflationsresistenz

In Inflationsphasen verliert Bargeld real an Wert. Der Preis einer Immobilie tendiert dagegen dazu, mit der Inflation mitzulaufen, sodass sich der Vermögenswert leichter erhalten lässt. Als Strategie zur Vermögenssicherung mit langfristigem Halten funktioniert die Immobilie damit als Sachwert. Dieser Sachwert-Charakter ist DACH-Investoren aus dem eigenen Markt vertraut – dort gilt „Betongold" seit Langem als klassischer Inflationsschutz. Der Unterschied liegt im Kontext: Japan kehrt nach Jahrzehnten der Deflation erst seit Kurzem in ein Umfeld mit spürbarer Teuerung zurück, weshalb der Inflationsschutz japanischer Immobilien für internationale Anleger ein vergleichsweise neues, noch nicht vollständig eingepreistes Motiv ist.

Ersatz für eine Lebensversicherung

Beim kreditfinanzierten Immobilienkauf schließt man eine sogenannte Gruppen-Kreditlebensversicherung (団体信用生命保険, dantai shin'yō seimei hoken, kurz danshin) ab – ein Mechanismus, bei dem im Todesfall des Kreditnehmers die Restschuld des Darlehens erlassen wird. Die Familie kann Immobilie und Mieteinnahmen ohne Rückzahlungspflicht übernehmen, weshalb dieses Modell mitunter als Ersatz für eine Lebensversicherung eingesetzt wird. Für DACH-Leser lohnt der direkte Vergleich: In Deutschland ist die Restschuldversicherung (Restkreditversicherung) ein optionales, häufig als teuer und intransparent kritisiertes Zusatzprodukt. In Japan hingegen ist die danshin bei Immobiliendarlehen faktisch Standard und oft eng an die Kreditvergabe der Bank gekoppelt – ein struktureller Unterschied, der die Absicherungslogik japanischer Immobilienkredite grundlegend prägt.

Möglichkeit eines Veräußerungsgewinns

Wenn der Immobilienpreis durch Entwicklungen oder Infrastrukturausbau in der Umgebung steigt, ist ein Verkauf zu einem höheren Preis als beim Kauf möglich. Den Schlüssel zum Veräußerungsgewinn bildet eine Investitionsentscheidung, die das Zukunftspotenzial des jeweiligen Standorts richtig einschätzt. DACH-Investoren sollten dabei die japanische Spekulationsfrist im Blick behalten: Anders als in Deutschland, wo Veräußerungsgewinne bei privat gehaltenen Immobilien nach zehn Jahren steuerfrei sind, unterscheidet das japanische Steuerrecht scharf zwischen kurzfristigem und langfristigem Besitz – mit deutlich höheren Steuersätzen auf kurzfristige Gewinne. Die Haltedauer ist in Japan also nicht nur eine Frage der Marktentwicklung, sondern unmittelbar renditeentscheidend.

Welche Risiken sollte man beim Einstieg in Immobilieninvestitionen kennen?

  • Leerstandsrisiko: In Zeiten ohne Mieter fällt das Einkommen auf null
  • Mietausfallrisiko: Es entstehen Mahnkosten und Einkommensverluste
  • Instandhaltungsrisiko: Unerwartete Anlagendefekte oder Großreparaturen können auftreten
  • Zinssteigerungsrisiko: Bei variabel verzinsten Darlehen steigt die Rückzahlungssumme
  • Liquiditätsrisiko: Ein Verkauf kann Zeit in Anspruch nehmen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F. Kann man mit Immobilieninvestitionen schon mit kleinen Beträgen beginnen?

Klassische Direktinvestitionen in reale Immobilien erfordern hohe Anfangskosten. Nutzt man jedoch Formen der anteiligen Immobilienanlage (etwa REITs oder tokumei kumiai, 匿名組合 – eine japanische stille-Gesellschaft-ähnliche Struktur), lässt sich bereits mit kleinen Beträgen einsteigen. Für DACH-Leser sind REITs als börsengehandelte Vehikel vertraut; die tokumei-kumiai-Struktur hingegen ist eine japanische Besonderheit ohne exaktes deutsches Gegenstück.

F. Kann die Gruppen-Kreditlebensversicherung bei allen Darlehen abgeschlossen werden?

Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Finanzinstitut. Je nach Gesundheitszustand kann ein Abschluss auch schwierig sein, weshalb eine vorherige Prüfung notwendig ist.

F. Worauf ist bei Immobilieninvestitionen in einer Inflationsphase zu achten?

Gleichzeitig steigen auch die Bau- und Instandhaltungskosten. Es ist wichtig, die Ertragskraft im Verhältnis zum Kaufpreis (die reale Rendite) sorgfältig zu simulieren.

F. Für wen eignet sich die Steuerersparnis bei Immobilieninvestitionen?

Je höher das Arbeitseinkommen (bzw. das zu versteuernde Einkommen), desto größer der Steuerspareffekt. Eine Investition allein zum Zweck der Steuerersparnis führt jedoch am Ziel vorbei, weshalb auch die Ertragskraft mitbedacht werden muss.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte