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Steckdosen in der Mietwohnung nachrüsten: Erlaubnis und Kosten

Darf man in einer Mietwohnung Steckdosen nachrüsten? Zustimmung des Vermieters und Rückbau, Kosten der Elektroarbeiten sowie Brandrisiko von Mehrfachsteckdosen.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 3 Min. Lesezeit

Haben Sie in einer Mietwohnung schon einmal gedacht, dass es zu wenige Steckdosen gibt? Durch die wachsende Zahl privater elektronischer Geräte wie Smartphones, Tablets und Spielkonsolen ist Steckdosenmangel ein Problem, mit dem viele Mieter zu kämpfen haben. Dieser Artikel erklärt ausführlich die verschiedenen Steckdosentypen, wie man die Belastbarkeit berechnet, Möglichkeiten zur Nachrüstung sowie die Brandgefahr durch Mehrfachsteckdosen und Schutzmaßnahmen dagegen. Aus Sicht des deutschsprachigen Raums lohnt sich dabei stets der Blick auf die eigenen Normen, insbesondere die VDE-Vorschriften, an denen sich Elektroinstallationen hierzulande orientieren.

Warum kommt es überhaupt zu Steckdosenmangel?

Die Hauptursache für Steckdosenmangel liegt in der steigenden Zahl privater elektronischer Geräte. Neben dem Aufladen von Smartphone, Tablet und Spielkonsole nimmt auch die Zahl an Haushaltsgeräten zu, die den Alltag angenehmer machen, etwa Luftbefeuchter, Aromadiffusoren oder indirekte Beleuchtung. Besonders in älteren Gebäuden sind häufig nicht genug Steckdosen vorhanden, um dem heutigen Lebensstil gerecht zu werden. Ein vergleichbares Problem kennt man auch aus älterem deutschen Baubestand, in dem die Elektroinstallation noch aus einer Zeit vor der heutigen Gerätevielfalt stammt.

Welche Steckdosentypen kommen in japanischen Mietwohnungen zum Einsatz?

In japanischen Mietwohnungen kommen im Wesentlichen die folgenden Steckdosentypen zum Einsatz. Ihre jeweiligen Merkmale sollte man kennen.

Einphasig mit 100 Volt (Standardtyp)

Die einphasige 100-Volt-Steckdose ist die in Japan am weitesten verbreitete Bauform. Sie besitzt zwei Steckplätze; auf der rechten Seite liegt die Spannung an, die linke Seite dient als Erdungsseite, um überschüssigen Strom abzuleiten. Anders als die deutsche Schutzkontaktsteckdose mit 230 Volt arbeitet dieser japanische Standardtyp mit deutlich niedrigerer Spannung, was auch erklärt, warum viele Haushaltsgeräte in Japan höhere Stromstärken benötigen als vergleichbare Geräte in Deutschland.

Einphasig mit 200 Volt (für leistungsstarke Geräte)

Die einphasige 200-Volt-Steckdose wird für leistungsstarke Geräte wie Klimaanlagen oder Backöfen verwendet. Sie liefert etwa die doppelte Spannung der 100-Volt-Variante und wird häufig in der Küche installiert. Diese Spannung kommt damit der in Deutschland üblichen Netzspannung schon deutlich näher, bleibt aber eine Sonderlösung und ist nicht der Standard wie hierzulande.

Steckdosen mit Erdungsanschluss

Dieser Typ besitzt drei Steckplätze und übernimmt die Funktion, Stromschlag, Kriechstrom und elektrostatische Entladung zu verhindern. Für Waschmaschine, Geschirrspüler und Mikrowelle ist der Einbau vorgeschrieben. Das entspricht im Grundprinzip der Schutzleiterfunktion, die bei deutschen Schutzkontaktsteckdosen ohnehin standardmäßig vorhanden ist.

Multimedia-, Feuchtraum- und Bodensteckdosen

Es gibt außerdem funktionale Sonderformen für spezielle Zwecke: die Multimedia-Steckdose, die Fernseh- und LAN-Anschluss vereint, die für den Außenbereich vorgesehene Feuchtraumsteckdose sowie die im Boden eingelassene Bodensteckdose.

Welche Steckdosenzahl empfiehlt die interne Verkabelungsnorm?

Bei der internen Verkabelungsnorm handelt es sich um ein privates Regelwerk zu Planung, Ausführung und Instandhaltung elektrischer Anlagen. Sie legt fest, wie viele Steckdosen je nach Raumgröße und Verwendungszweck empfohlen werden.

  • Bis 4,5 Tatami-Matten: 2 Steckdosen mit 100 Volt
  • Bis 6 Tatami-Matten: 3 Steckdosen mit 100 Volt plus 1 Steckdose mit 200 Volt
  • Bis 8 Tatami-Matten: 4 Steckdosen mit 100 Volt plus 1 Steckdose mit 200 Volt
  • Küche: 6 Steckdosen mit 100 Volt plus 1 Steckdose mit 200 Volt
  • Toilette: 2 Steckdosen mit 100 Volt

Eine derart detaillierte, raumbezogene Mindestempfehlung für die Steckdosenzahl kennt das deutsche Regelwerk in dieser Form nicht in gleicher Weise; hier orientiert sich die Elektroplanung stärker an den VDE-Anwendungsregeln und den individuellen Anforderungen des Bauvorhabens.

Belastbarkeit der Steckdose und Stromverbrauch der Geräte im Blick behalten

Eine Nutzung über die Belastbarkeit der Steckdose hinaus kann einen Brand verursachen. Die Berechnungsformel für die Leistung lautet „Stromstärke in Ampere mal Spannung in Volt ergibt Leistung in Watt“. Bei einer üblichen Steckdose mit 15 Ampere und 100 Volt liegt die Obergrenze bei 1.500 Watt pro Steckdose. Der Stromverbrauch gängiger Geräte liegt etwa bei folgenden Werten:

  • Klimaanlage (für 10 Tatami-Matten): 580 Watt beim Kühlen, 660 Watt beim Heizen
  • Waschmaschine: 500 bis 900 Watt
  • Reiskocher mit Induktion: 1.300 Watt
  • Fernseher (42-Zoll-LCD): 210 Watt

Welche drei Möglichkeiten gibt es, Steckdosen in einer Mietwohnung nachzurüsten?

Für die Nachrüstung von Steckdosen stehen die folgenden drei Verfahren zur Verfügung.

Die Zahl der Steckplätze erhöhen

Das ist die einfachste Methode: Die vorhandene Innenverkabelung wird an eine neue Steckdose angeschlossen. Die verfügbare Strommenge bleibt dabei jedoch gleich wie vor der Erweiterung.

Die vorhandene Leitung verzweigen

An einen Stromkreis lassen sich vier bis fünf Steckdosen anschließen. Auch hier gilt: Die insgesamt nutzbare Strommenge ändert sich nicht.

Eine eigene Leitung vom Sicherungskasten legen

Für Geräte mit hohem Stromverbrauch wie Klimaanlage oder Kühlschrank wird empfohlen, eine eigene Leitung direkt vom Sicherungskasten zu verlegen.

Welche Qualifikation wird für die Nachrüstung von Steckdosen benötigt?

Die Nachrüstung von Steckdosen darf nicht in Eigenregie erfolgen. Nach dem Elektrikergesetz ist mindestens die Qualifikation „Elektriker zweiten Grades“ erforderlich. Wird die Arbeit ohne entsprechende Qualifikation durchgeführt, drohen eine Geldstrafe von bis zu dreißigtausend Yen oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten. Die Arbeiten sollten einem Elektrofachbetrieb oder einer Elektrofachabteilung eines Elektronikfachmarkts übertragen werden. In Deutschland gilt eine ganz ähnliche Regel: Arbeiten an der festen Elektroinstallation dürfen ausschließlich von einer eingetragenen Elektrofachkraft nach den VDE-Bestimmungen ausgeführt werden, während bloße Verlängerungen über zugelassene Mehrfachsteckdosen von Laien vorgenommen werden dürfen.

Brandgefahr durch Mehrfachsteckdosen und wie man sich davor schützt

In Mietwohnungen wird die Zahl der Steckdosen häufig mithilfe von Mehrfachsteckdosen erhöht, doch Elektrobrände durch solche Mehrfachverteiler ereignen sich jährlich etwa viertausend Mal. Die Hauptursachen sind die folgenden:

  • Kriechstromspur (Tracking-Effekt): Staub sammelt sich im Zwischenraum von Stecker und Steckdose, zieht Feuchtigkeit an und entzündet sich
  • Kurzschluss im Kabel: Möbel auf dem Kabel oder gebündelte Kabel führen zum Bruch oder Kontakt der inneren Kupferadern
  • Überstrom: Die Summe der angeschlossenen Geräteleistung übersteigt die zulässige Belastbarkeit der Steckdose

Maßnahmen zur Brandvermeidung

  • Einen Sicherheitspuffer bei der Belastbarkeit einplanen (Beispiel: bei 1.200 Watt Kapazität nur etwa 900 Watt ausschöpfen)
  • Kabel gerade verlegen statt sie zu verdrehen
  • Staub rund um den Stecker regelmäßig entfernen
  • Eine Mehrfachsteckdose mit PSE-Kennzeichnung wählen

Wer aus dem deutschsprachigen Raum kommt, sollte beim Kauf einer Mehrfachsteckdose in Japan besonders auf das PSE-Zeichen achten, da es dort eine ähnliche Funktion wie das GS-Zeichen oder die CE-Kennzeichnung nach VDE-Prüfung in Deutschland erfüllt und ein Mindestmaß an Sicherheit bestätigt.

Wie wählt man eine praktische Mehrfachsteckdose für die Mietwohnung aus?

Mehrfachsteckdosen gibt es als fest montierte Variante, als Verlängerungskabel, als Turmform oder mit Magnethalterung. Bei der Auswahl sollte man auf die Kabellänge, die Zahl der Anschlüsse, das Vorhandensein des PSE-Zeichens und eine Schutzfunktion gegen den Tracking-Effekt achten. Auch Modelle mit Überspannungsschutz oder integrierten USB-Anschlüssen sind praktisch.

Häufig gestellte Fragen

Darf man in einer Mietwohnung eigenmächtig eine Steckdose nachrüsten lassen?

Nein. Die Ausstattung einer Mietwohnung gehört dem Vermieter. Wer eine Nachrüstung wünscht, sollte sich zunächst an den Vermieter oder die Hausverwaltung wenden.

Ist eine Mehrfachsteckdose an sich gefährlich?

Eine Mehrfachsteckdose an sich ist nicht gefährlich. Solange die Belastbarkeit eingehalten wird und kein Überstrom entsteht, besteht kein Problem.

Wie hoch sind die Kosten für die Nachrüstung einer Steckdose?

Für die Erweiterung um zusätzliche Steckplätze liegen die Kosten etwa bei fünftausend bis fünfzehntausend Yen, für eine eigene Leitung vom Sicherungskasten etwa bei zwanzig- bis fünfzigtausend Yen.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte