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COLUMN

Kominka renovieren oder abreißen? Kosten, Steuern und Investitionsentscheidung erklärt

Vergleich von kominka-Renovierung (3–20 Mio. JPY, ca. 17.600–118.000 €) und Neubau (10–40 Mio. JPY, ca. 59.000–235.000 €) hinsichtlich Kosten, japanischer Grundsteuer und Erdbebensicherheit – ein Entscheidungsrahmen für Investoren und Eigentümer im DACH-Raum.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 3 Min. Lesezeit

Für Eigentümer eines kominka (古民家, ein traditionelles japanisches Altbauernhaus, meist in Holzständerbauweise und oft mehrere Jahrzehnte bis über hundert Jahre alt) ist die Frage „renovieren oder abreißen und neu bauen?" eine zentrale Investitionsentscheidung, die unmittelbar auf Rendite, Steuerlast und Instandhaltungskosten durchschlägt. Dieser Beitrag vergleicht beide Wege anhand von Kostenspannen, den Unterschieden bei der japanischen Grundsteuer (koteishisanzei, 固定資産税) und der Erdbebensicherheit und liefert internationalen Investoren aus dem deutschsprachigen Raum (DACH) einen klaren Entscheidungsrahmen. Anders als in Deutschland, wo bei Bestandsimmobilien vor allem Denkmalschutz und energetische Sanierungspflichten die Debatte prägen, verschiebt sich der Schwerpunkt in Japan auf Erdbebenrisiko und ein Grundsteuersystem, das Altbauten strukturell begünstigt.

古民家リノベーションと建て替えのどちらを選ぶべきか? – Renovierung oder Neubau: Welcher Weg lohnt sich?

Die Entscheidung dreht sich im Kern um vier Faktoren: ① die Größenordnung der Kosten, ② die Auswirkung auf die japanische Grundsteuer (koteishisanzei), ③ den Umgang mit der Erdbebensicherheit (taishin, 耐震) und ④ die Nutzung des baulichen Charakters des Gebäudes. Für Leser im DACH-Raum ist Punkt ② der überraschendste Hebel: Während in Deutschland die Grundsteuer nach der Reform 2025 primär über Bodenrichtwert und Fläche berechnet wird, hängt die japanische koteishisanzei stark am bewerteten Gebäudewert – ein Neubau setzt diesen Wert zurück nach oben, eine Renovierung nicht.

古民家リノベーションのメリット・デメリット – Vor- und Nachteile der kominka-Renovierung

メリット – Vorteile

  • Die Atmosphäre des traditionellen japanischen Wohnhauses bleibt nutzbar: Die durch Alterung gewonnene Patina von Stützen (hashira, 柱) und Balken (hari, 梁) lässt sich erhalten und in ein „wa-modern" (和モダン, japanisch-modernes) Design überführen. Das ist besonders wertvoll für Zusatznutzungen wie minpaku (民泊, lizenzierte Kurzzeitvermietung ähnlich Ferienwohnungen), Gästehäuser oder Ladenlokale. Anders als bei einem sanierten deutschen Fachwerkhaus, wo Denkmalschutz oft Auflagen erzwingt, ist die kominka-Umnutzung in Japan meist frei gestaltbar und schafft einen Distinktionswert, den ein Neubau nicht bieten kann.
  • Die Grundsteuer bleibt niedrig: Weil das Baujahr unverändert bleibt, vermeidet man den Anstieg der koteishisanzei, der bei einem Neubau entsteht. Für langfristig haltende Investoren – das typische Profil konservativer DACH-Anleger – ist dieser Vorteil besonders groß, da er die laufende Steuerlast über Jahrzehnte planbar hält.

デメリット – Nachteile

  • Geringe Wärmedämmung: Kominka haben oft hohe Decken und eine eingeschossige Bauweise, was die Klimatisierungskosten in die Höhe treibt. Zusätzliche Dämmarbeiten sind nötig. Für DACH-Leser wichtig: Ein Altbauernhaus in Japan erreicht ohne Nachrüstung bei Weitem nicht die Standards der deutschen Energieeinsparverordnung bzw. des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), sodass die Betriebskosten anfangs deutlich über dem gewohnten Niveau liegen können.
  • Risiko unzureichender Erdbebenfestigkeit: Gebäude von vor 1950 folgen einer Konstruktion, die vor den heutigen japanischen Erdbebennormen liegt (kyū-taishin kijun, 旧耐震基準, „alter Erdbebenstandard"). Bei einem schweren Erdbeben besteht Einsturzgefahr, und die Kosten für eine erdbebentechnische Ertüchtigung (taishin-Reform) kommen hinzu. Dieses Risiko hat in Deutschland, das in weiten Teilen erdbebenarm ist, keine direkte Entsprechung und wird von DACH-Investoren häufig unterschätzt.

建て替えのメリット・デメリット – Vor- und Nachteile des Neubaus

メリット – Vorteile

  • Erdbebenertüchtigung ist einfacher umsetzbar: Da vom Fundament neu gebaut wird, besteht große Planungsfreiheit bei Bodenverbesserung und Erdbebenverstärkung. Die Immobilie erfüllt so von Beginn an die aktuellen japanischen Normen – ein für internationale Käufer beruhigender Sicherheitsstandard.
  • Form und Nutzung des Gebäudes sind frei wählbar: Eine Aufstockung auf drei Geschosse oder die Umwandlung in gewerbliche Nutzung erweitern die Möglichkeiten der Grundstücksverwertung erheblich – vergleichbar mit dem, was DACH-Investoren als flexible Neubauplanung ohne Bestandsschutz-Restriktionen kennen.

デメリット – Nachteile

  • Lange Bauzeit und Kosten für eine Ersatzunterkunft fallen an, da während der Bauphase Übergangswohnkosten entstehen.
  • Die Grundsteuer steigt: Weil ein Neubau entsteht, kommen unter anderem die Stadtplanungssteuer (toshi-keikakuzei, 都市計画税) und die Registrierungs- und Lizenzsteuer (tōroku-menkyozei, 登録免許税) hinzu. Diese japanischen Erwerbs- und Bestandssteuern haben im deutschen System (mit Grunderwerbsteuer und Grundsteuer) nur teilweise Parallelen und sollten vorab einkalkuliert werden.

費用相場の比較 – Vergleich der Kostenspannen

方法 – Methode費用相場 – Kostenspanne
古民家リノベーション – kominka-Renovierung3–5 Mio. JPY (mindestens; ca. 17.600–29.000 €) bis über 10–20 Mio. JPY (ca. 59.000–118.000 €, bei anspruchsvoller Ausstattung und Design)
建て替え – Neubauca. 10–40 Mio. JPY (ca. 59.000–235.000 €)

Vergleicht man allein die Kosten, ist die Renovierung im Vorteil, doch der Betrag schwankt stark je nach Gebäudezustand, Größe und Umfang der Sanierung. Holen Sie unbedingt bei mehreren Anbietern eine Vor-Ort-Begutachtung und Kostenvoranschläge ein. Zur Einordnung für DACH-Leser (Umrechnung zu rund 170 JPY/EUR): Die genannten Spannen liegen deutlich unter vergleichbaren Neubau- oder Kernsanierungskosten in Deutschland, was den relativen Renditevorteil japanischer Bestandsimmobilien mitprägt.

古民家リノベーション業者の選び方 – So wählen Sie den richtigen Renovierungsbetrieb

Am wichtigsten ist es, einen Betrieb zu wählen, der die traditionellen Bautechniken (dentō-kōhō, 伝統工法) des kominka versteht und entsprechende Referenzobjekte vorweisen kann. Zudem senkt die Beratung durch einen Betrieb, der sich mit den für kominka-Renovierungen nutzbaren Fördermitteln (etwa für energetische Sanierung oder Erdbebenverstärkung) auskennt, die Kosten spürbar. Anders als das in Deutschland etablierte, bundesweit einheitliche KfW-Förderprogramm sind die japanischen Zuschüsse stark nach Kommune und Haushaltsjahr fragmentiert, weshalb lokale Fachkenntnis für internationale Investoren hier besonders wertvoll ist.

よくある質問(FAQ) – Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Q. 古民家リノベーションと建て替え、費用的にはどちらがお得ですか? – Was ist kostengünstiger: kominka-Renovierung oder Neubau?

In der Regel lässt sich die Renovierung günstiger realisieren. Ist der Zustand des Gebäudes jedoch schlecht, kann sich die Renovierung kostenmäßig einem Neubau annähern. DACH-Investoren sollten daher den baulichen Zustand vor der Kalkulation gutachterlich prüfen lassen.

Q. 古民家リノベーションで固定資産税はどう変わりますか? – Wie verändert sich die Grundsteuer bei einer kominka-Renovierung?

Bei einer Renovierung bleibt das Baujahr unverändert, sodass die koteishisanzei (Grundsteuer) nicht so stark steigt wie bei einem Neubau. Bei einem Neubau erhöht sich die Grundsteuer erheblich. Dieser Mechanismus unterscheidet sich vom deutschen System, in dem die Grundsteuer nach der Reform 2025 nicht unmittelbar an das Baujahr gekoppelt ist.

Q. 古民家の耐震補強はリノベーションで対応できますか? – Lässt sich die Erdbebenverstärkung eines kominka im Rahmen einer Renovierung umsetzen?

Das ist möglich, doch bei einem Neubau lässt sich die Erdbebenfestigkeit leichter sicherstellen, weil man bei der Bodenverbesserung ansetzen kann. Wir empfehlen, die Balance aus Kosten und Festigkeit mit einem Fachexperten abzustimmen – ein Thema, das für DACH-Käufer wegen der geringen Erdbebengefahr in der Heimat oft neu ist.

Q. 古民家リノベーションに使える補助金はありますか? – Gibt es Fördermittel für die kominka-Renovierung?

Es existieren mehrere Zuschüsse und steuerliche Vergünstigungen, etwa für energetische Sanierung, Erdbebenverstärkung oder die Renovierung zu langlebigen Qualitätswohnhäusern (chōki yūryō jūtaku, 長期優良住宅). Da Inhalt und Umfang je nach Kommune und Haushaltsjahr variieren, klären Sie dies mit dem ausführenden Betrieb oder der zuständigen Behörde – anders als beim zentral organisierten deutschen Fördersystem lohnt sich hier die Einzelfallprüfung vor Ort.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte