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Der 6-Monats-Zeitplan für einen gelungenen Büroumzug in Japan: Anbieterwahl und Kostenkontrolle

Ein Büroumzug in Japan erfordert eine Planung sechs Monate im Voraus. Wir erklären, wie man Fachanbieter für LAN-Arbeiten und Aktenvernichtung auswählt und die Umzugskosten im Griff behält – mit Blick auf die Besonderheiten des japanischen Marktes.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 2 Min. Lesezeit

Ein Büroumzug unterscheidet sich in Japan grundlegend von einem gewöhnlichen Wohnungswechsel: Es fallen zahlreiche zusätzliche Arbeiten an, darunter die Planung des Innenraum-Layouts, die Installation der OA-Geräte (OA = „Office Automation", also Kopierer, Multifunktionsgeräte und sonstige Bürotechnik) sowie die Einrichtung der gesamten Internet- und Netzwerkinfrastruktur. Wer einen solchen Umzug planvoll durchführen möchte, sollte in Japan bereits sechs Monate vor dem gewünschten Umzugstermin mit den Vorbereitungen beginnen. Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum (DACH) ist das eine ungewohnt lange Vorlaufzeit – und genau darin liegt eine erste landestypische Besonderheit, die wir in diesem Beitrag erläutern.

Was ist der Ablauf eines Büroumzugs? Warum die Vorbereitung sechs Monate vorher beginnt

Damit ein Büroumzug in Japan gelingt, ist es unerlässlich, bereits sechs Monate vor dem gewünschten Umzugstermin schrittweise mit den Vorbereitungen zu beginnen. Der Grund für diesen langen Horizont ist japan-spezifisch: Gewerbemietverträge in Japan verlangen häufig eine Kündigungsfrist von sechs Monaten, und die Pflicht zur sogenannten genjō-kaifuku (原状回復, „Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands") verpflichtet den Mieter, das alte Büro vollständig in den Rohzustand zurückzubauen. Anders als bei vielen gewerblichen Mietverträgen in Deutschland, wo Schönheitsreparaturen und Rückbaupflichten vertraglich oft enger begrenzt sind, kann dieser Rückbau in Japan erhebliche Zeit und Kosten verursachen. Die nachfolgende Zeitachse fasst die einzelnen Etappen zusammen.

  • 6 Monate vorher: Kündigung des bestehenden Büros einreichen, den genjō-kaifuku-Rückbau planen und mit der Auswahl der neuen Immobilie beginnen
  • 4 Monate vorher: Layout-Planung für das neue Büro erstellen sowie entscheiden, welche vorhandenen Möbel und Einrichtungsgegenstände (jūki, 什器) übernommen und welche entsorgt werden
  • 3 Monate vorher: Angebote bei Umzugsunternehmen einholen, den Dienstleister auswählen und die Belegschaft informieren
  • 1 Monat vorher: Umzugshandbuch erstellen, mit dem Packen beginnen, Strom-, Telefon- und Internetanschlüsse ummelden sowie Geschäftspartner über den Umzug benachrichtigen und neue Visitenkarten (meishi, 名刺) bestellen
  • Am Umzugstag: die Rollenverteilung zwischen Belegschaft und Dienstleister klar festlegen; LAN-Verkabelung und Elektroarbeiten vollständig an Fachbetriebe übergeben

Wie wählt man das richtige Umzugsunternehmen für ein Büro aus?

Auf Büroumzüge spezialisierte Umzugsunternehmen können in Japan neben dem reinen Transport meist auch LAN- und Telefonverkabelung, die Vernichtung vertraulicher Dokumente sowie den Ab- und Wiederaufbau der Einrichtungsgegenstände aus einer Hand übernehmen. Dadurch lassen sich Umzugskosten und Umzugsdauer erheblich reduzieren. Für DACH-Leser ist bemerkenswert, dass in Japan diese Zusatzleistungen typischerweise nicht auf getrennte Gewerke (Elektriker, IT-Dienstleister, Aktenvernichter) verteilt werden, sondern als integriertes Full-Service-Paket eines einzigen Anbieters buchbar sind – ein Effizienzvorteil, der für internationale Investoren und Betreiber japanischer Gewerbeimmobilien die Kalkulation vereinfacht.

Ari-san Mark no Hikkoshisha

Bearbeitet Firmenumzüge über eine eigene Fachabteilung. Zu den Stärken zählen die durch hauseigene Mitarbeiterschulungen gesicherte Servicequalität sowie preisliche Vorteile wie ein 10-%-Rabattgutschein oder feste Kostenpakete (sogenannte „Cost Pack"-Tarife).

SG Moving (Sagawa-Express-Gruppe)

Verfügt über eine Organisation, die sämtliche mit einem Büroumzug verbundenen Arbeiten – vom Ab- und Wiederaufbau der Einrichtung über die Aktenvernichtung durch Einschmelzen, die Erstellung von Layout-Plänen und die LAN-Verkabelung bis hin zur Entsorgung nicht mehr benötigter Einrichtungsgegenstände – als Komplettpaket abdecken kann.

Sakai Hikkoshi Center

Bearbeitet Umzüge jeder Größenordnung, ob Büro, Ladengeschäft oder Klinik. Möglich ist eine durchgängige Betreuung von der Planungsphase bis zur Nachbetreuung nach dem Umzug; ein eigens zugeteilter Büro-Berater erstellt dabei jeweils einen individuellen Plan.

Apple Hikkoshi Center

Bietet ein breites Optionsspektrum vom Verpacken der OA-Geräte und großer Möbel über Telefon-Umzugsarbeiten und LAN-Installation bis zum Transport von Multifunktionsgeräten. Kennzeichnend ist ein flexibles Preismodell, bei dem sich ausschließlich die tatsächlich benötigten Leistungen hinzubuchen lassen.

Star Hikkoshi Center

Verfolgt seit der Gründung konsequent das Ziel niedriger Kosten und nimmt Firmenumzüge zu Preisen an, die auch mit den großen Anbietern mithalten können. Hinzu kommt ein umfassendes Leistungspaket mit kostenlosem einfachem Oberflächenschutz, Rücknahme der Kartons und vollem Versicherungsschutz.

Welche Kosten und Risiken werden bei einem Büroumzug leicht übersehen?

Die Umzugskosten beschränken sich nicht auf die Zahlung an den Dienstleister. Auch der genjō-kaifuku-Rückbau, der Innenausbau des neuen Büros, der Austausch der OA-Geräte sowie die Arbeitszeitkosten der eigenen Belegschaft gehören zu den Gesamtkosten. Ebenso wenig zu unterschätzen sind der Vertrauensverlust bei Geschäftspartnern durch eine verspätete Umzugsmitteilung sowie das Risiko eines Betriebsstillstands durch fehlerhaft konfigurierte IT-Infrastruktur. Gerade der letzte Punkt verdient im japanischen Kontext besondere Beachtung: Da die Umzugsmitteilung an Geschäftspartner in Japan eng mit dem formalisierten Austausch von Visitenkarten (meishi) verbunden ist, wirkt eine verzögerte oder unvollständige Benachrichtigung dort stärker auf die Geschäftsbeziehung als im DACH-Raum, wo eine schlichte E-Mail zur Adressänderung meist genügt.

FAQ: Häufige Fragen zum Büroumzug

F. Wie lange im Voraus sollte man mit der Vorbereitung eines Büroumzugs beginnen?
A. Als Richtwert gelten in Japan üblicherweise sechs Monate im Voraus. Je größer das Vorhaben, desto früher sollte man beginnen.
F. Was ist der wichtigste Punkt bei der Wahl des Dienstleisters?
A. Prüfen Sie vorrangig, ob der Anbieter büroeigene Leistungen wie LAN- und Telefonarbeiten sowie die Verarbeitung vertraulicher Dokumente abdeckt.
F. Wie teilt man am Umzugstag die Aufgaben zwischen eigener Belegschaft und Dienstleister auf?
A. LAN- und Elektroarbeiten, die Fachwissen erfordern, überlässt man üblicherweise dem Dienstleister, während die Belegschaft die eigenen Habseligkeiten und das Verpacken des unmittelbaren Arbeitsplatzes übernimmt.
F. Wie hoch sind die üblichen Kosten für einen Büroumzug?
A. Sie variieren stark je nach Mitarbeiterzahl, Umzugsentfernung und Arbeitsumfang. Vergleichsangebote mehrerer Anbieter sind daher unerlässlich.
Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte