Aufzugsmanagement reicht nicht mit der Frage, ob eine Prüfung stattgefunden hat
Aufzüge in japanischen Mehrfamilienhäusern und Eigentumswohnanlagen werden im Alltag als selbstverständlich genutzt. Sobald jedoch ein Unfall oder eine Störung eintritt, berührt das unmittelbar die Sicherheit der Bewohner, die Rechenschaftspflicht der Verwaltungsgemeinschaft und die Ertragslage des Eigentümers.
Für DACH-Investoren ist wichtig: Dieser Artikel behandelt die japanische Praxis. Begriffe wie kanri kumiai(管理組合, Verwaltungsgemeinschaft der Wohnungseigentümer)oder teiki kensa(定期検査, regelmäßige gesetzliche Prüfung)haben keine vollständig deckungsgleiche Entsprechung im deutschen, österreichischen oder schweizerischen Wohnungseigentums- und Aufzugsrecht.
Bei der Aufzugswartung in japanischen Wohnanlagen genügt es daher nicht zu prüfen, ob „einmal jährlich die gesetzliche Prüfung“ oder „monatlich eine Wartung“ durchgeführt wurde. In der Praxis müssen vier Punkte fortlaufend beobachtet werden.
- Gesetzliche Prüfungen und freiwillige Wartungsinspektionen dürfen nicht vermischt werden.
- POG-Verträge und FM-Verträge dürfen nicht nur nach dem Preisunterschied beurteilt werden.
- Beanstandungen und Reparaturhistorien müssen in die nächste Instandhaltungsplanung einfließen.
- Verwaltung, Wohnungseigentümer und Mieter müssen bei Bedarf nachvollziehbar informiert werden können.
Gerade bei älteren japanischen Wohnanlagen kann eine reine Senkung der Wartungskosten später zu hohen Reparaturkosten oder Beschwerden von Bewohnern führen. Umgekehrt gibt es Fälle, in denen alte Verträge nie überprüft wurden und überhöhte Wartungsgebühren weitergezahlt werden.
Anders als viele DACH-Investoren es von technisch stark standardisierten Betreiberpflichten erwarten, hängt die praktische Qualität in Japan stark davon ab, ob Vertragsumfang, Prüfberichte und Beschlussunterlagen aktiv zusammengeführt werden. Dieser Artikel ordnet deshalb nicht nur die Bezeichnungen der Aufzugsprüfungen, sondern erläutert aus praktischer Sicht, welche Unterlagen Verwaltungsgemeinschaften, Vermieter und Mietverwaltungen prüfen und welche Entscheidungen sie treffen sollten.
Gesetzliche Prüfung und Wartungsinspektion haben unterschiedliche Zwecke
Der erste Schritt im Aufzugsmanagement japanischer Wohnanlagen ist die Unterscheidung zwischen gesetzlicher Prüfung und Wartungsinspektion. Beide betreffen die Sicherheit, unterscheiden sich aber in Zweck, Häufigkeit und Verantwortungslogik.
| Kategorie | Hauptzweck | Praktische Einordnung | Was die Verwaltungsseite prüfen sollte |
|---|---|---|---|
| Regelmäßige Prüfung von Aufzugsanlagen | Prüfung des sicherheitsrelevanten Zustands und Meldung auf Grundlage des japanischen Building Standards Act | Gesetzliche Prüfung und regelmäßige Meldung | Prüfbescheinigung, Bericht, Beanstandungen, Stand der Mängelbeseitigung |
| Wartungsinspektion | Vorbeugung von Störungen, Kontrolle von Verschleißteilen, Justierung, Reinigung, Notfallreaktion | Laufende Instandhaltung auf Grundlage des Wartungsvertrags | Vertragsumfang, Prüffrequenz, Behandlung von Teiletausch, Notfallreaktion |
| Reparatur und Teiletausch | Reaktion auf Alterung oder Störung | Kostenlast variiert je nach Vertragsmodell | Grundlage des Angebots, Austauschgrund, Dringlichkeit, Wiederholungsrisiko |
| Erneuerung und Modernisierung | Größere Erneuerung von Steuerung, Antrieb, Türsystemen usw. | Langfristige Instandhaltungsplanung und Werterhalt | Zeitpunkt, Verfahren, Bauzeit, Finanzierungsplan, Stillstandszeit |
Die regelmäßige Prüfung nach dem japanischen Building Standards Act (Kenchiku kijun ho/建築基準法) ist ein System, bei dem Eigentümer oder Verwalter bestimmter Gebäude und Aufzugsanlagen eine Prüfung durch qualifizierte Fachpersonen durchführen lassen und an die zuständige Sonderverwaltungsbehörde berichten. Bei Aufzügen wird dies häufig als jährliche regelmäßige Prüfung umgesetzt. Ob ein Objekt betroffen ist und wann berichtet werden muss, hängt jedoch von der zuständigen lokalen Behörde ab.
Die Wartungsinspektion dagegen ist nicht allein durch den Gesetzesnamen in Frequenz und Vertragsinhalt einheitlich festgelegt. Inhalt und Umfang verändern sich je nach Wartungsstandard des Herstellers, Nutzung des Gebäudes, Vertragsart und vorhandener Fernüberwachung.
Verwaltungsgemeinschaften und Eigentümer sollten vermeiden, aus einer gesetzlichen Prüfung abzuleiten, dass auch die laufende Wartung ausreichend sei. Die regelmäßige Prüfung ist wichtig. Für Anzeichen wie ungewöhnliche Geräusche, fehlerhafte Türbewegungen, Abweichungen der Halteposition oder Beschwerden der Nutzer sind jedoch Wartungsinspektionen und Verwaltungsaufzeichnungen unverzichtbar.
Der Gesamtüberblick über gesetzliche Prüfungen in Wohnanlagen
Der Aufzug ist nur ein Teil der gesetzlichen Prüfungen einer japanischen Wohnanlage. Verwaltungsgemeinschaften und Vermieter sollten den Aufzug nicht isoliert betrachten, sondern ihn im gesetzlichen Prüfkalender des gesamten Gebäudes verwalten.
Typische Prüfungen sind unter anderem:
- regelmäßige Prüfung von Aufzugsanlagen
- regelmäßige Untersuchung bestimmter Gebäude
- regelmäßige Prüfung gebäudetechnischer Anlagen
- regelmäßige Prüfung von Brandschutzeinrichtungen
- Prüfung von Feuerlösch- und Brandschutzausrüstung
- Prüfung und Reinigung von Wasserver- und -entsorgungsanlagen sowie Wassertanks
- Sicherheitsmanagement bei privaten elektrischen Anlagen, sofern vorhanden
Wichtig ist, dass jede Prüfung eine andere Rechtsgrundlage, andere Zielanlagen, andere Meldestellen, andere Qualifikationen und andere Frequenzen haben kann. Die regelmäßige Aufzugsprüfung ist ein System des Building Standards Act, während Prüfungen von Feuerlöscheinrichtungen dem Fire Service Act unterliegen. Auch wenn die Bezeichnungen ähnlich wirken, heißt das nicht, dass dieselbe Firma alles zum selben Zeitpunkt zusammen erledigen kann.
Wer die gesetzlichen Prüfungen einer Wohnanlage insgesamt organisiert, sollte nicht nur eine Prüftabelle erstellen. Zu prüfen ist auch, ob frühere Beanstandungen erledigt wurden, ob sie im nächsten Budget berücksichtigt sind und ob Verwaltungsbeirat, Eigentümerversammlung oder Eigentümer informiert wurden. Zur Gesamtsteuerung gesetzlicher Prüfungen siehe auch Gesetzliche Prüfungen in Wohnanlagen sind nicht mit der Durchführung erledigt: Praxisleitfaden zu Prüflücken, Kosten und Mängelbeseitigung.
Im Vergleich zu vielen DACH-Verwaltungen ist die Dokumentationskette in Japan für ausländische Investoren besonders wichtig, weil Beschlussprotokolle, Wartungsberichte und langfristige Instandhaltungspläne oft getrennt geführt werden. Wer nur den letzten Prüfbericht liest, übersieht leicht wiederkehrende Hinweise aus früheren Jahren.
POG-Vertrag und FM-Vertrag nach Risikoverteilung beurteilen, nicht nur nach Preis
Bei Aufzugswartungsverträgen werden häufig POG-Verträge und FM-Verträge verglichen. POG bezeichnet in der Regel einen Vertrag, der vor allem Verbrauchsmaterialien wie Parts, Oil und Grease umfasst. FM steht für Full Maintenance und meint einen Vertrag, bei dem bestimmte Teiletausche und Reparaturen in der monatlichen Wartungsgebühr enthalten sind.
Der tatsächliche Vertragsumfang hängt jedoch vom Unternehmen und vom Vertragstext ab. „FM heißt alles inklusive“ oder „POG reicht, wenn es billig ist“ stimmt nicht zwingend. Ausgeschlossene Teile, die Behandlung altersbedingter Abnutzung, sichtbare Designteile, Schäden durch Naturkatastrophen, Wasser oder Vandalismus sowie Arbeiten, die einer Modernisierung gleichkommen, müssen immer im Vertrag geprüft werden.
| Aspekt | POG-Vertrag | FM-Vertrag |
|---|---|---|
| Monatliche Wartungsgebühr | Relativ leicht niedriger zu halten | Tendenziell höher als POG |
| Kosten für Teiletausch | Größere Teiletausche werden häufig separat angeboten | Innerhalb des Vertragsumfangs oft in der Monatsgebühr enthalten |
| Budgetsteuerung | Unvorhergesehene Kosten können auftreten | Jahresbudget lässt sich leichter glätten |
| Geeignete Objekte | Neue Gebäude, geringe Nutzungsfrequenz, wenige Reparaturhistorien | Ältere Gebäude, hohe Nutzungsfrequenz |
| Vorsichtspunkte | Trotz niedrigem Eindruck kann die Gesamtsumme einschließlich Reparaturen höher liegen | Viele Ausschlüsse verringern den tatsächlichen Sicherheitsgewinn |
Bei einer kleinen, relativ neuen Wohnanlage mit geringer Störungshistorie und separat im langfristigen Instandhaltungsplan berücksichtigten Erneuerungskosten kann ein POG-Vertrag sinnvoll sein. Bei Objekten über 20 Jahre, bei denen Stillstände und Teiletausch zunehmen, kann dagegen ein FM-Vertrag zur Kostenglättung rational sein.
Für eine detaillierte Gegenüberstellung der Vertragsmodelle siehe Was ist der Unterschied zwischen POG- und FM-Verträgen bei Aufzugsprüfungen? Kosten, Vorteile und Auswahlkriterien.
Wartungskosten werden nach Jahressumme verglichen, nicht nur nach Monatsbetrag
Die Kosten der Aufzugswartung hängen davon ab, ob der Anbieter herstellergebunden oder unabhängig ist, welches Vertragsmodell gilt, wie viele Haltestellen und Anlagen vorhanden sind, wie alt das Gebäude ist, ob Fernüberwachung besteht und welche Bedingungen für die Teileversorgung gelten. Ein Vergleich nur nach niedriger Monatsgebühr führt daher leicht zu Fehlentscheidungen.
Beim Angebotsvergleich sollten mindestens die folgenden Punkte in derselben Tabelle gegenübergestellt werden.
- monatliche Wartungsgebühr
- jährliche Wartungsgebühr
- ob die gesetzliche Prüfung enthalten ist
- ob Notfalleinsätze enthalten sind
- Umfang des Teiletauschs
- Umfang der Verbrauchsmaterialien
- Vorhandensein von Fernüberwachung
- Reaktionszeit bei eingeschlossenen Personen
- Behandlung von Wochenend- und Nachteinsätzen
- Vertragslaufzeit und Kündigungsbedingungen
- Ausblick auf Teileversorgung
- Annahmen hinter Modernisierungsvorschlägen
Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn ein Reparaturangebot vorgelegt wird. In Verwaltungsgemeinschaften entsteht leicht der Ablauf: „Die Wartungsfirma sagt, es sei nötig, also genehmigen wir es.“ Tatsächlich sollten Grund des Teiletauschs, Dringlichkeit, Alternativen und vorbeugende Wirkung gegen künftige Störungen geprüft werden.
Wenn etwa Mängel an der Türanlage wiederholt auftreten, verändert sich die Budgetlogik je nachdem, ob ein einzelner Teiletausch genügt oder eine Erneuerung des Türbereichs geprüft werden sollte. Bei Hinweisen auf Bremsen oder Steuerungssysteme sollten Sicherheit und Stillstandsrisiko Vorrang vor reinen Kostensenkungsdiskussionen haben.
Eine Senkung der Wartungskosten ist nicht an sich falsch. Die Verwaltungsseite sollte aber nicht nur fragen, ob der Monatsbetrag um 20.000 JPY, grob etwa 120 EUR, sinkt. Entscheidend ist, ob die Lösung über 5 oder 10 Jahre einschließlich Stillstandsrisiko, Reparaturkosten, Erneuerungskosten und Bewohnerzufriedenheit rational ist.
Bei der Anbieterauswahl Herstelleranbieter und unabhängige Anbieter praktisch prüfen
Aufzugswartungsunternehmen werden häufig in herstellergebundene Anbieter und unabhängige Anbieter unterteilt. Herstellergebundene Anbieter gehören zur Herstellergruppe und haben Stärken beim Zugang zu technischen Informationen und Originalteilen. Unabhängige Anbieter können mehrere Hersteller warten und sind teils preislich wettbewerbsfähig.
Die Einordnung allein entscheidet aber nicht über richtig oder falsch. Praktisch zu prüfen ist nicht die Kategorie, sondern ob der Anbieter für den konkreten Aufzug des Objekts die notwendige Struktur hat.
Zu prüfen sind insbesondere:
- Erfahrung mit Wartung des betreffenden Herstellers und Modells
- Einbindung notwendiger qualifizierter Personen, etwa Aufzugsprüfer (shokoki-to kensain/昇降機等検査員)
- realistische Entfernung des Notfallstützpunkts
- klare Regeln für Nacht-, Wochenend- und Katastropheneinsätze
- erklärbare Beschaffungswege und Lieferzeiten für Hauptteile
- verständliche Prüfberichte für Verwaltungsgemeinschaft oder Eigentümer
- erklärbare Grundlagen von Reparaturangeboten
- geregelter Meldeablauf bei Unfällen oder eingeschlossenen Personen
Beim Wechsel zu einem unabhängigen Anbieter müssen Übergabeunterlagen des bisherigen Wartungsunternehmens, frühere Reparaturhistorien, Teiletauschhistorien und offene Mängel zwingend geprüft werden. Wenn unmittelbar nach dem Wechsel Probleme wie „war schon vorher verschlissen“ oder „Teilebeschaffung dauert“ sichtbar werden, steigt die Erklärungslast der Verwaltung.
Auch bei Fortführung eines herstellergebundenen Anbieters ist ein langjähriger Vertrag nicht automatisch sicher oder angemessen. Vertragsumfang, monatliche Wartungsgebühr, Behandlung der gesetzlichen Prüfungskosten und Plausibilität von Modernisierungsvorschlägen sollten regelmäßig überprüft werden.
Mängelbeseitigungshistorien werden nicht nur aufbewahrt, sondern für Entscheidungen genutzt
Ein häufig übersehener Punkt im Aufzugsmanagement ist der Umgang mit Mängelbeseitigungshistorien. Wenn Prüfberichte und Ergebnisse nur abgeheftet werden, bleiben wiederkehrende Mängel leicht unbemerkt.
Verwaltungsgemeinschaften und Mietverwaltungen sollten mindestens folgende Historien in einer Übersicht führen.
- Beanstandungen aus gesetzlichen Prüfungen
- Hinweise aus Wartungsinspektionen
- Datum von Störungen, Stillständen und eingeschlossenen Personen
- Inhalte von Bewohnerbeschwerden
- Betrag und Genehmigungsdatum von Reparaturangeboten
- durchgeführte Reparaturen
- empfohlene, aber noch nicht umgesetzte Arbeiten
- Historie von Modernisierungsvorschlägen
- Wiederholungen am selben Bauteil
Diese Historie ist nicht nur Verwaltungsdokumentation. Sie wird relevant, wenn der Verwaltungsbeirat Reparaturen genehmigen soll, die Eigentümerversammlung ein Budget verstehen muss, ein Vermieter die Leistung der Verwaltungsgesellschaft bewertet oder ein Käufer beim Verkauf den Verwaltungszustand prüft.
Wenn in den letzten 3 Jahren derselbe Türmechanismus mehrfach auffällig war, kann statt einzelner Reparaturen eine Erneuerungsmaßnahme erforderlich sein. Wenn es zwar keinen Stillstand gab, aber mehr Hinweise auf Geräusche oder Niveaudifferenzen auftreten, sollten Erklärung und Gegenmaßnahmen vorbereitet werden, bevor Nutzer verunsichert sind.
Es reicht nicht, sagen zu können: „Die Prüfung wurde durchgeführt.“ Verwaltungsqualität bedeutet, nachvollziehen zu können, wann welche Beanstandung vorlag, welche Entscheidung getroffen wurde und bis wohin der Mangel beseitigt wurde.
Bewohnerkommunikation wird im Normalbetrieb vorbereitet, nicht erst nach einem Unfall
Aufzugsprüfungen und Reparaturen betreffen den täglichen Bewegungsweg der Bewohner. Selbst ein mehrstündiger Prüfungsstillstand kann für ältere Personen, Familien mit Kindern, Rollstuhlnutzer oder Bewohner mit viel Gepäck erhebliche Auswirkungen haben.
Die Verwaltungsseite sollte daher im Voraus folgende Informationen vorbereiten.
- Prüfdatum und geplante Stillstandszeit
- Anzahl der stillstehenden Aufzüge
- Änderungen bei Regen oder Katastrophen
- alternative Wege bei längeren Stillständen
- Abstimmung mit Warenanlieferung und Umzügen
- individuelle Rücksichtnahme auf ältere oder unterstützungsbedürftige Personen
- Kontaktstelle bei eingeschlossenen Personen
- voraussichtliche Wiederherstellung bei Störung und Methode für Folgemeldungen
Gerade in Mietwohnanlagen kann ein Aufzugsstillstand die Bewohnerzufriedenheit und Kündigungsgründe beeinflussen. Auch wenn die Prüfung selbst notwendig ist, richten sich Beschwerden gegen Verwaltung oder Eigentümer, wenn Aushänge zu spät erfolgen, Erklärungen unklar sind oder keine Einschätzung zur Wiederherstellung geteilt wird.
Bei Unfällen oder eingeschlossenen Personen müssen Sachverhalt, Zeit bis zur Rettung, Ursachenprüfung und Maßnahmen zur Wiederholungsvermeidung geordnet kommuniziert werden. Solange die Ursache nicht feststeht, sollten jedoch keine abschließenden Aussagen gemacht werden. Realistisch sind stufenweise Formulierungen wie „wird derzeit geprüft“, „die Wartungsfirma kontrolliert die Anlage“ oder „weitere Informationen folgen nach Klärung“.
Wenn die Rollenverteilung mit der Mietverwaltung unklar ist, hilft Probleme mit Mietverwaltungsgesellschaften und Auswahl guter Anbieter: Vertragsformen und Leistungsumfang verständlich erklärt, um Verantwortlichkeiten bei technischen Störungen zu ordnen.
Verwaltungsgemeinschaft und Vermieter müssen leicht unterschiedliche Unterlagen prüfen
Bei einer Eigentumswohnanlage und einem Mietwohnhaus unterscheiden sich die wichtigsten Unterlagen für das Aufzugsmanagement etwas.
Bei einer Verwaltungsgemeinschaft (kanri kumiai/管理組合) geht es um gemeinschaftliches Eigentum der Wohnungseigentümer. Zu prüfen sind die Konsistenz von Wartungsvertrag, gesetzlicher Prüfung, langfristigem Instandhaltungsplan und Instandhaltungsrücklage. Da Entscheidungen im Verwaltungsbeirat und Erklärungen in der Eigentümerversammlung erfolgen, sind nicht nur angemessene Kosten, sondern auch Entscheidungsprotokolle wichtig.
Bei Vermietern stehen Bewohnerbetreuung, Mietstabilität, Leerstandsvermeidung und Steuerung unvorhergesehener Ausgaben im Vordergrund. Auch wenn eine Verwaltungsgesellschaft beauftragt ist, sollte der Eigentümer Vertragsinhalt, Kontaktkette bei Störungen und Genehmigungsregeln für Reparaturkosten kennen.
Gemeinsam sollten folgende Unterlagen geprüft werden.
- aktueller Wartungsvertrag
- Prüfberichte der letzten rund 3 Jahre
- Bericht der regelmäßigen gesetzlichen Prüfung
- Reparaturangebote und Rechnungen
- Historie von Störungen, eingeschlossenen Personen und Stillständen
- langfristiger Instandhaltungsplan
- Modernisierungsvorschläge
- Aushänge an Mieter und Bewohner
- Verwaltungs- oder Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Verwaltungsgesellschaft
Wenn diese Unterlagen fehlen, lassen sich Wartungskosten oder Anbieterwechsel nicht sauber vergleichen. Zuerst müssen die Unterlagen gesammelt und Vertragsumfang sowie frühere Mängel sichtbar gemacht werden.
Zur Einordnung der Rolle einer Verwaltungsgemeinschaft und der Abgrenzung zur Verwaltungsgesellschaft siehe Was ist eine japanische Wohnungsverwaltungsgemeinschaft? Rolle, Aufgaben des Vorstands und Unterschied zur Verwaltungsgesellschaft.
Zum Werterhalt sollte auch der Modernisierungszeitpunkt früh diskutiert werden
Ein Aufzug kann bei angemessener Wartung lange genutzt werden, aber nicht unbegrenzt. Mit zunehmendem Gebäudealter werden Erneuerungen von Steuerung, Antrieb, Bedienfeld, Türanlage und Kabinenausstattung zum Thema.
Wichtig ist, nicht erst nach einer Störung hektisch zu modernisieren, sondern früh im langfristigen Instandhaltungsplan zu diskutieren. Eine Aufzugsmodernisierung verursacht hohe Kosten und Stillstandszeiten während der Arbeiten. Bewohnerkommunikation, Finanzierungsplanung und Wahl der Bauweise kurzfristig zu organisieren, ist schwierig.
Bei der Modernisierungsprüfung sollten folgende Punkte geklärt werden.
- aktuelles Modell und Installationsjahr
- Ausblick auf Versorgung mit Hauptteilen
- Störungs- und Stillstandshistorie
- Tendenzen der Beanstandungen aus gesetzlichen Prüfungen
- Erneuerungsvorschläge des Wartungsunternehmens
- vollständiger Austausch, teilweiser Austausch mit größerem Rückbau oder Teilmodernisierung
- Zahl der Stillstandstage während der Bauzeit
- Umgang mit älteren und unterstützungsbedürftigen Personen
- Bedarf an Instandhaltungsrücklagen oder Darlehen
- Wartungsvertragsbedingungen nach der Baumaßnahme
Auch bei Verkauf oder Neuvermietung beeinflusst der Verwaltungszustand des Aufzugs die Bewertung des Gebäudes. Selbst bei älteren Gebäuden lässt sich Käufern und Mietern ein Objekt leichter erklären, wenn Prüf-, Reparatur- und Erneuerungshistorien geordnet sind. Unklare Reparaturhistorien, liegengelassene Mängel und ungeprüfte Erneuerungszeitpunkte werden dagegen leicht als Verwaltungsrisiko wahrgenommen.
Aus Sicht langfristig konservativer DACH-Investoren ist der Aufzug deshalb nicht nur gemeinschaftliche Technik. Er ist eine sichtbare Messgröße der Verwaltungsqualität und damit ein Bestandteil des Risikoprofils einer japanischen Immobilie.
Vorgehen bei der Überprüfung des Wartungsvertrags
Die Überprüfung eines Aufzugswartungsvertrags besteht nicht nur darin, mehrere Vergleichsangebote einzuholen. Wenn nach Wahl des billigeren Angebots Teiletausch separat berechnet wird und Notfalleinsätze länger dauern, ist wenig gewonnen.
Praktisch ist folgende Reihenfolge sinnvoll.
- Umfang des aktuellen Vertrags prüfen
- frühere Prüfberichte und Reparaturhistorien ordnen
- aktuelle Mängel und offene Beanstandungen prüfen
- Arbeitshypothese bilden, ob POG-Vertrag oder FM-Vertrag besser passt
- mehrere Anbieter unter gleichen Bedingungen um Angebote bitten
- nicht Monatsbetrag, sondern Jahressumme und Ausschlüsse vergleichen
- Notfallreaktionsstruktur und Teileversorgung prüfen
- Entscheidungsgründe auf Seiten des Verwaltungsbeirats oder Eigentümers dokumentieren
- Übergabeunterlagen beim Wechsel prüfen
- Ergebnis der ersten Prüfung nach dem Wechsel zwingend kontrollieren
Geeignete Zeitpunkte für eine Überprüfung sind vor Vertragsverlängerung, bei Altersmarken des Gebäudes, bei größeren Reparaturangeboten, beim Wechsel der Verwaltungsgesellschaft und bei der Überarbeitung des langfristigen Instandhaltungsplans.
Vorsicht ist geboten, wenn in einer Phase häufiger Störungen allein zur Kostensenkung schnell der Anbieter gewechselt werden soll. Wird die Ursache nicht geklärt, bevor das Wartungsunternehmen wechselt, können Verantwortlichkeiten und Maßnahmen gegen Wiederholung unklar werden.
Für die strukturierte Vertragsentscheidung kann zusätzlich die Übersicht zu POG- und FM-Verträgen bei Aufzugsprüfungen sowie der Leitfaden zu gesetzlichen Prüfungen in Wohnanlagen herangezogen werden.
FAQ
Sind die regelmäßige Aufzugsprüfung und die Wartungsinspektion dasselbe?
Nein. Die regelmäßige Prüfung ist Teil eines Meldesystems auf Grundlage des japanischen Building Standards Act. Die Wartungsinspektion ist laufende Instandhaltung auf Grundlage eines Wartungsvertrags und umfasst Störungsvorbeugung, Justierung, Kontrolle von Verbrauchsmaterialien und Notfallreaktion. Die Verwaltungsseite muss sowohl den Bericht der regelmäßigen Prüfung als auch die Wartungsberichte prüfen.
Sollte man einen POG-Vertrag oder einen FM-Vertrag wählen?
Das hängt von Gebäudealter, Störungshistorie, Nutzungsfrequenz, Instandhaltungsrücklage und Budgetpolitik des Eigentümers ab. Bei relativ neuen Objekten mit wenigen Störungen kann ein POG-Vertrag rational sein. Bei älteren Gebäuden mit steigendem Teiletausch- und Stillstandsrisiko kann ein FM-Vertrag zur Kostenglättung sinnvoll sein. Entscheidend sind nicht die Vertragsnamen, sondern Ausschlüsse und frühere Reparaturhistorie.
Darf man bei als hoch empfundenen Wartungskosten sofort den Anbieter wechseln?
Vor einem Wechsel sollten Vertragsumfang, frühere Reparaturhistorie, Einbeziehung der gesetzlichen Prüfungskosten, Notfallreaktionsstruktur und Behandlung von Teiletausch geprüft werden. Selbst wenn der Monatsbetrag sinkt, kann die Gesamtsumme ungünstiger werden, wenn Reparaturkosten oder Stillstandsrisiken steigen. Bei Vergleichsangeboten müssen die Spezifikationen vereinheitlicht werden.
Wie weit sollten Mieter über Aufzugsmängel informiert werden?
Datum und Uhrzeit von Prüfungs- oder Reparaturstillständen, nicht nutzbare Zeiten, Notfallkontakt und voraussichtliche Wiederherstellung sollten kommuniziert werden. Bei eingeschlossenen Personen oder langen Stillständen sollte man vor Klärung der Ursache keine endgültige Erklärung geben, sondern bestätigte Fakten, aktuellen Bearbeitungsstand und geplante Prüfung zur Wiederholungsvermeidung stufenweise mitteilen. Je später die Information erfolgt, desto leichter entsteht Misstrauen. Deshalb sollte die Erstkommunikation bereits im Normalbetrieb festgelegt werden.
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