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Was ist Finanzvermögen? Arten, Unterschied zum Sachvermögen und Anlagetipps – verständlich erklärt

Finanzvermögen ist der Sammelbegriff für Bargeld, Spareinlagen, Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Versicherungen, die sich am Markt bewerten und liquidieren lassen. Ein auf Immobilien spezialisiertes Unternehmen erklärt von Grund auf den Unterschied zum Sachvermögen (Immobilien u. a.), die wichtigsten Arten und Merkmale, Chancen und Risiken der Anlage, das Steuerrecht rund um NISA sowie die Balance zu Immobilien – mit Einordnungen für Leser im deutschsprachigen Raum.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 9 Min. Lesezeit

Finanzvermögen (japanisch kin'yū shisan, 金融資産) ist der Sammelbegriff für Bargeld, Bank- und Sparguthaben, Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Versicherungen – also für alle Werte, die sich am Markt bewerten und in Geld umwandeln lassen. Es bildet das Gegenstück zum „Sachvermögen“ wie Grund und Boden oder Gebäuden: Sein Wert wird in Geldform ausgedrückt, und es lässt sich vergleichsweise kurzfristig liquidieren. Als Unternehmen, das auf Immobilien spezialisiert ist, erreicht uns häufig die Frage, wie sich Finanzvermögen und Immobilien sinnvoll kombinieren lassen. Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum (DACH) ist dabei wichtig zu wissen, dass japanische Haushalte traditionell einen weit höheren Bargeldanteil halten als deutsche – ein kultureller Unterschied, auf den wir noch eingehen. Dieser Beitrag ordnet von Grund auf, was Finanzvermögen ist, welche Arten es gibt, worin es sich vom Sachvermögen unterscheidet, welche Chancen und Risiken die Anlage birgt und wie sich die Balance zu Immobilien herstellen lässt.

Finanzvermögen bezeichnet Bargeld, Bank- und Sparguthaben, Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Versicherungen und Ähnliches – Werte, die selbst keine physische Gestalt haben, sondern auf Verträgen und Rechten beruhen und dadurch einen Geldwert besitzen. Das Gemeinsame ist, dass sie sich über Kauf und Verkauf am Markt oder über eine Kündigung relativ schnell bewerten und in Geld umwandeln lassen. Dem gegenüber stehen Dinge mit physischer Gestalt wie Immobilien, Gold, Edelmetalle oder Autos; sie heißen „Sachvermögen“ und zählen nicht zum Finanzvermögen. Die wichtigsten Kategorien sind Bargeld und Spareinlagen, Anleihen, Aktien, Investmentfonds und ETFs sowie Versicherungen.

Die Kernpunkte dieses Beitrags

  • Finanzvermögen ist der Sammelbegriff für Bargeld, Spareinlagen, Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Versicherungen – also für alle Werte, die sich am Markt bewerten und liquidieren lassen.
  • Vom Sachvermögen wie Immobilien oder Gold unterscheidet es sich in drei Punkten: „physische Gestalt“, „Liquidität“ und „Widerstandskraft gegen Inflation“.
  • Die Hauptarten sind Bargeld und Spareinlagen, Anleihen, Aktien, Investmentfonds und ETFs sowie Versicherungen; erwartete Rendite und Risiko verlaufen dabei weitgehend proportional.
  • Hohe Liquidität, ein Einstieg mit kleinen Beträgen und leichte Streuung sind die Stärken; dem stehen Markt-, Kredit- und Inflationsrisiken gegenüber.
  • Wer leicht liquidierbares Finanzvermögen mit Immobilien kombiniert, die stabile Erträge liefern, stabilisiert das Gesamtvermögen.

Was ist Finanzvermögen? Verständlich erklärt

Finanzvermögen ist der Sammelbegriff für Werte wie Bargeld, Spareinlagen, Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Versicherungen, die sich am Markt bewerten und in Geld umwandeln lassen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie selbst keine physische Gestalt haben und ihr Wert in Geldform ausgedrückt wird. Zunächst ordnen wir die Definition und den Unterschied zum Sachvermögen.

Die Definition von Finanzvermögen

Finanzvermögen sind Werte, die auf der Grundlage von Verträgen und Rechten einen Geldwert besitzen. Zwar gibt es Urkunden wie Aktienzertifikate oder Sparbücher, doch ihr Wert bestimmt sich über die „Bonität des Emittenten“ und über „Angebot und Nachfrage am Markt“ – nicht über einen dem Gegenstand selbst innewohnenden Wert.

Vermögen lässt sich grob in zwei Gruppen teilen: „Sachvermögen“ und „Finanzvermögen“. Zum Sachvermögen gehören Immobilien, Grund und Boden, Gebäude, Gold, Edelmetalle oder Autos – Dinge mit physischer Gestalt. Finanzvermögen bezeichnet dagegen Bargeld, Spareinlagen, Aktien, Anleihen, Investmentfonds oder Versicherungen, die keine Gestalt haben und als Rechte existieren. Wer diesen Unterschied verinnerlicht, kann das Gesamtvermögen leichter planen. Für DACH-Leser ist der Begriff vertraut: Er entspricht der volkswirtschaftlichen Unterscheidung zwischen Geldvermögen und Sachvermögen, wie sie etwa die Deutsche Bundesbank in ihren Vermögensstatistiken verwendet.

Was zum Finanzvermögen „gehört“ und was „nicht“

Ob etwas zum Finanzvermögen zählt, lässt sich am leichtesten daran erkennen, ob es sich über den Markt oder eine Kündigung als Geld bewerten und liquidieren lässt. Die typische Einteilung sieht so aus:

KategorieKonkrete BeispieleEigenschaft
Zum Finanzvermögen gehörendBargeld, Giro- und Festgeld, Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen, Investmentfonds und ETFs, Kapitallebensversicherungen, Fremdwährungseinlagenohne physische Gestalt, leicht zu bewerten und zu liquidieren
Nicht zum Finanzvermögen gehörend (Sachvermögen)Immobilien (Grund und Boden, Gebäude), Gold und Platin, Autos, Gemälde und Antiquitäten, Maschinen und Anlagenmit physischer Gestalt, oft zeitaufwendig zu liquidieren

Auch beim gleichen Stichwort „Vermögen“ gilt zum Beispiel: Eine Anlagewohnung ist Sachvermögen, ein durch diese Wohnung unterlegter Immobilienfonds (REIT) hingegen Finanzvermögen. Selbst bei derselben Immobilie ändert sich die Einordnung, je nachdem, ob man sie direkt oder in verbriefter Form hält. Für Anleger im DACH-Raum ist das aus deutschen offenen Immobilienfonds und börsennotierten REIT-AGs geläufig. Den Unterschied beider Wege ordnen wir ausführlich unter Vor- und Nachteile von Direktimmobilien und REITs im Vergleich.

Der Unterschied zwischen Finanzvermögen und Sachvermögen

Der Unterschied zwischen Finanz- und Sachvermögen zeigt sich vor allem in drei Punkten: „Liquidität“, „Preisschwankung“ und „Widerstandskraft gegen Inflation“. Es geht nicht darum, was besser ist, sondern um Eigenschaften, die einander ergänzen.

VergleichspunktFinanzvermögenSachvermögen (z. B. Immobilien)
Liquidität (Umwandelbarkeit in Geld)hoch (noch am selben Tag bis wenige Tage)niedrig (mehrere Monate bis Jahre)
Preisschwankungkurzfristig starke Bewegungenkurzfristig vergleichsweise geringe Bewegungen
Widerstandskraft gegen Inflationje nach Produkt unterschiedlichgilt als vergleichsweise stark
Mindestbetragab kleinen Summen (ab wenigen hundert Yen, ca. 2 €)größere Kapitalsummen nötig
HauptertragZinsen, Dividenden, KursgewinneMieteinnahmen, Wertsteigerungsgewinne

Bei der Liquidität lassen sich Aktien oder Investmentfonds verkaufen, sobald der Markt geöffnet ist, also innerhalb kurzer Zeit. Immobilien hingegen brauchen für den Verkauf mitunter mehrere Monate bis Jahre. Bei der Preisschwankung reagiert Finanzvermögen täglich auf Nachrichten und Marktstimmung, während sich Immobilienpreise über mittel- bis langfristige Faktoren wie Lage und Nachfrage bilden – die kurzfristigen Ausschläge fallen daher relativ geringer aus. Anders als in Deutschland, wo der Immobilienerwerb mit hohen Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) und langen Vermarktungszeiten verbunden ist, gilt in Japan derselbe Grundsatz der geringen Liquidität, jedoch bei anderer Kostenstruktur – ein Punkt, den grenzüberschreitende Investoren einkalkulieren sollten.

Bei der Widerstandskraft gegen Inflation gilt Sachvermögen tendenziell als überlegen. Steigen die Preise, steigt meist auch der Wert von Grund und Boden oder Gebäuden, während festverzinsliche Anleihen real an Wert verlieren. Diesen Mechanismus vertiefen wir unter Vermögensschutz in Zeiten von Inflation und Yen-Abwertung: Warum jetzt in Immobilien investieren?.

Arten und Merkmale von Finanzvermögen

Die Arten von Finanzvermögen lassen sich grob in Bargeld und Spareinlagen, Anleihen, Aktien, Investmentfonds und ETFs sowie Versicherungen unterteilen. Jede Art hat ein anderes Niveau von Risiko und Rendite und erfüllt eine andere Rolle. Sehen wir uns zunächst die Merkmale der einzelnen Arten an.

Bargeld und Spareinlagen

Bargeld und Spareinlagen sind das grundlegendste Finanzvermögen. Dazu zählen Giro-, Fest- und Kontokorrenteinlagen; kennzeichnend sind der Kapitalschutz und die außerordentlich hohe Liquidität. Sie übernehmen die Rolle des täglichen Liquiditätsmanagements und der Vorsorge für plötzliche Ausgaben.

In einem Niedrigzinsumfeld ist die Ertragskraft begrenzt, doch als Fundament der Vermögensanlage ist es sinnvoll, einen bestimmten Anteil zu halten. Als allgemeine Faustregel wird häufig empfohlen, etwa drei bis sechs Monatsausgaben als Notreserve in Spareinlagen vorzuhalten – ein Grundsatz, der dem im deutschsprachigen Raum verbreiteten Ratschlag zum „Notgroschen“ von drei bis sechs Nettomonatsgehältern entspricht.

Anleihen

Anleihen sind Urkunden, die Staaten oder Unternehmen zur Aufnahme von Kapital ausgeben. Hält man sie bis zur Fälligkeit, werden grundsätzlich Kapital und Zinsen zurückgezahlt. Es gibt Staats-, Kommunal-, Unternehmens- und Auslandsanleihen.

Bei Staatsanleihen ist der Emittent der Staat, weshalb das Kreditrisiko gering ist; sie eignen sich für sicherheitsorientierte Anleger. Unternehmensanleihen variieren in Rendite und Risiko je nach Bonität des Unternehmens und werden von jenen gewählt, die höhere Erträge anstreben. Bei Anleihen ist es wichtig, sowohl die Preisschwankung infolge von Zinsbewegungen als auch das Kreditrisiko des Emittenten im Blick zu behalten.

Aktien

Aktien sind Wertpapiere, die einen Anteil am Eigentum eines Unternehmens verbriefen. Wächst das Unternehmen, kann ihr Wert steigen, und man erzielt Erträge sowohl aus Dividenden als auch aus Kursgewinnen. Beim langfristigen Vermögensaufbau spielen sie eine zentrale Rolle.

Aktien hängen nicht nur vom Geschäftsergebnis des einzelnen Unternehmens ab, sondern auch von Branchentrends und der gesamtwirtschaftlichen Lage. Da die kurzfristigen Kursbewegungen groß sind, eignet sich eine langfristige Perspektive, die dem Investment Zeit gibt.

Investmentfonds und ETFs

Ein Investmentfonds ist ein Mechanismus, bei dem das von vielen Anlegern eingesammelte Kapital von Anlageprofis gestreut in Aktien, Anleihen und Ähnliches investiert wird. Der Einstieg ist mit kleinen Beträgen möglich, und man kann auch ohne Fachwissen breit streuen – das ist die Stärke.

Ein ETF (börsengehandelter Fonds) ist eine Form des Investmentfonds, lässt sich jedoch wie eine Aktie an der Börse handeln. Indexnahe ETFs, die einen Index abbilden, erlauben es, bei niedrigen Kosten eine marktnahe Rendite anzustreben. Anders als aktiv verwaltete Fonds mit oft höheren Gebühren werden im DACH-Raum kostengünstige Index-ETFs (etwa auf den MSCI World) besonders von Einsteigern zum Aufbau eines Sparplans genutzt – ein Muster, das sich in Japan mit dem Ausbau der Fondslandschaft zunehmend etabliert.

Versicherungen (mit Sparanteil)

Auch Versicherungen mit Sparanteil wie kapitalbildende Lebens-, Erlebensfall- oder private Rentenversicherungen zählen zum Finanzvermögen. Man kann Schutz erhalten und zugleich Kapital ansparen; kündigt man jedoch vorzeitig, kann der Rückkaufswert unter dem eingezahlten Kapital liegen, weshalb die Liquidität nicht hoch ist. Wichtig ist, getrennt zu betrachten, ob Absicherung oder Sparen der Hauptzweck sein soll. DACH-Leser kennen dieselbe Abwägung von Kapitallebens- und Rentenversicherungen, deren Attraktivität als Sparvehikel im Niedrigzinsumfeld ebenfalls kritisch diskutiert wird.

Vergleichstabelle der Merkmale von Finanzvermögen

Ordnet man die bisherigen Arten nach Risiko, erwarteter Rendite, Liquidität und Mindestanlagebetrag, ergibt sich folgendes Bild. Da die Werte je nach Marktumfeld schwanken, sind sie als grobe Tendenz zu verstehen.

Art des VermögensRisikoErwartete RenditeLiquiditätRichtwert MindestanlageWichtigste Ertragsquelle
Giroeinlageäußerst niedrigäußerst niedrigäußerst hochab wenigen hundert Yen (ca. 2 €)Zinsen
Festgeldäußerst niedrigniedrigmittelab 10.000 Yen (ca. 59 €)Zinsen
Staatsanleiheniedrigniedrigmittelab 10.000 Yen (ca. 59 €)Zinsen
Unternehmensanleihemittelmittelmittelab 100.000 Yen (ca. 590 €)Zinsen
Aktiehochhochhochab einigen zehntausend Yen (ca. 120–300 €)Dividenden, Kursgewinne
Investmentfondsmittel bis hochmittel bis hochhochab wenigen hundert Yen (ca. 2 €)Ausschüttungen, Kursgewinne
ETFmittel bis hochmittel bis hochäußerst hochab einigen tausend Yen (ca. 20–50 €)Ausschüttungen, Kursgewinne

Das Verhältnis von Risiko und Rendite

Einer der wichtigsten Gedanken beim Finanzvermögen ist das Verhältnis von Risiko und Rendite. Im Allgemeinen gilt: Je höher die erwartete Rendite eines Vermögenswerts, desto größer auch das Risiko von Preisschwankungen. Dies nennt man den „Risiko-Rendite-Trade-off“, ein Grundprinzip der Geldanlage.

Produkte mit Kapitalschutz wie Spareinlagen sind zwar sehr sicher, bleiben in der Rendite aber leicht unter der Inflationsrate. Aktien versprechen hohe Renditen, bergen jedoch die Möglichkeit von Verlusten unter dem eingesetzten Kapital. Wer unter Berücksichtigung von Alter, Einkommen, Familiensituation und Anlageerfahrung ein zu sich passendes Risikoniveau wählt, kommt zu einem Vermögensaufbau ohne Überforderung.

Wie viel Finanzvermögen besitzen Japaner?

„Wie viel Finanzvermögen ist eigentlich normal?“ ist eine Frage, die viele beschäftigt. Blickt man auf die Statistik, klaffen Mittelwert und Median deutlich auseinander, und auch nach Haushaltsstruktur und Altersgruppe gibt es große Spannen. Realistisch ist es, die Zahlen als bloße Orientierung zu nehmen.

Laut der „Umfrage zum Finanzverhalten der Haushalte (2024)“ der Organisation zur Förderung der Finanz- und Wirtschaftsbildung (J-FLEC, 金融経済教育推進機構) beläuft sich das Finanzvermögen bei Haushalten mit zwei oder mehr Personen im Mittelwert auf gut 13 Mio. Yen (ca. 76.500 €). Allerdings wird der Mittelwert leicht von einigen wenigen sehr vermögenden Haushalten nach oben gezogen; der Median liegt dagegen im Bereich mehrerer Millionen Yen (einige Zehntausend Euro, ca. 20.000–50.000 €). Der Realität der meisten Haushalte kommt der Median näher als der Mittelwert. Für DACH-Leser zur Einordnung: Auch in Deutschland zeigen die Erhebungen der Deutschen Bundesbank („Private Haushalte und ihre Finanzen“, PHF) eine ähnliche, teils noch stärkere Kluft zwischen Mittelwert und Median – ein statistisches Muster, das nicht japan-spezifisch ist, wohl aber der hohe Bargeldanteil japanischer Haushalte.

Entscheidend ist nicht der Vergleich mit anderen, sondern der Aufbau eines Betrags, der zum eigenen Ziel und Zeithorizont passt. Rechnet man vom Zeitpunkt des Bedarfs zurück – etwa für die Altersvorsorge, Bildungskosten oder Wohneigentum –, wird der Zielbetrag konkret. Zur Denkweise jener Schicht mit erheblichem Netto-Finanzvermögen bietet auch Die Definition von Vermögenden und die Realität von Netto-Finanzvermögen ab 100 Mio. Yen (ca. 588.000 €) einen Anhaltspunkt.

Chancen und Risiken bei der Anlage von Finanzvermögen

Die Anlage von Finanzvermögen bietet Vorteile wie Liquidität, den bequemen Einstieg mit kleinen Beträgen und die leichte Streuung, birgt aber zugleich Risiken rund um Markt und Bonität. Beide Seiten zu verstehen und darauf gestützt zu entscheiden, ist die Voraussetzung für eine solide Anlage.

Vorteile der Anlage von Finanzvermögen

Die Stärken des Finanzvermögens lassen sich grob in vier Punkte fassen. Alle stehen für eine Beweglichkeit, die Sachvermögen wie Immobilien nicht bietet.

  • Hohe Liquidität: Solange der Markt geöffnet ist, lässt sich innerhalb weniger Tage Geld beschaffen. So kann man flexibel auf plötzlichen Kapitalbedarf oder Änderungen der Lebensplanung reagieren.
  • Einstieg mit kleinen Beträgen: Investmentfonds ab wenigen hundert Yen (ca. 2 €), Aktien ab einigen zehntausend Yen (ca. 120–300 €). So sammelt man Erfahrung, ohne den Haushalt zu belasten.
  • Leichte Streuung: Mit Investmentfonds oder ETFs streut man über ein einziges Produkt auf hunderte bis tausende Titel. Streuung nach Region, Branche und Zeitpunkt lässt sich kombinieren.
  • Nutzung professioneller Verwaltung: Über Investmentfonds lässt sich der für Privatpersonen schwierige Zugang zu Marktanalyse und Auslandsanlagen an Anlageprofis übertragen.

Besonders der Einstieg mit kleinen Beträgen ist für Anlage-Unerfahrene ein großer Vorteil. Wer monatlich einen festen Betrag anspart, kann zudem den Effekt des „zeitlichen Streuens“ (Durchschnittskosteneffekt) nutzen, indem er die Kaufzeitpunkte verteilt.

Risiken der Anlage von Finanzvermögen

Finanzvermögen birgt die folgenden Risiken. Betrachtet man sie nicht als etwas zu Vermeidendes, sondern als etwas, das man erkennt und für das man vorsorgt, lässt sich ihnen ohne übertriebene Furcht begegnen.

  • Marktrisiko: Bei einem Rückgang des Gesamtmarkts sind Verluste selbst bei Streuung mitunter schwer zu vermeiden. Langfristiges Investieren und Streuung über Anlageklassen sind die Gegenmaßnahme.
  • Kreditrisiko: Bei Anleihen und Unternehmensanleihen können Zinsen oder Kapital ausfallen, wenn sich die Finanzlage des Emittenten verschlechtert. Prüfung des Ratings und Streuung sind wirksam.
  • Liquiditätsrisiko: In Marktturbulenzen oder bei wenig gehandelten Titeln lässt sich mitunter nicht zum gewünschten Preis verkaufen.
  • Inflationsrisiko: Übersteigt die Inflationsrate die Rendite, sinkt die reale Kaufkraft. Bei festverzinslichen Produkten ist besondere Vorsicht geboten.

Diese Risiken lassen sich insgesamt abmildern, indem man Vermögenswerte mit unterschiedlichen Eigenschaften kombiniert. Nicht nur Finanzvermögen zu halten, sondern auch Immobilien mit abweichendem Kursverhalten, ist eines dieser Mittel.

Steuerrecht und die Nutzung von NISA und iDeCo

Auf Gewinne aus Finanzvermögen fallen Steuern an. Auf Veräußerungsgewinne und Dividenden aus Aktien und Investmentfonds wird grundsätzlich ein Satz von 20,315 % angewandt (Einkommensteuer und Sondereinkommensteuer für den Wiederaufbau 15,315 %, Einwohnersteuer 5 %). Zur Senkung dieser Last gibt es die Systeme NISA und iDeCo. Für DACH-Leser als Vergleich: In Deutschland unterliegen Kapitalerträge der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer, gemildert durch den Sparer-Pauschbetrag – der japanische Satz von 20,315 % liegt also etwas darunter, funktioniert aber nach einem anderen Prinzip.

Beim 2024 gestarteten neuen NISA (Nippon Individual Savings Account, ein steuerfreies Anlagekonto nach britischem ISA-Vorbild) beträgt der Rahmen für Sparpläne 1,2 Mio. Yen pro Jahr (ca. 7.060 €) und der Wachstumsanlagerahmen 2,4 Mio. Yen pro Jahr (ca. 14.100 €), zusammen also bis zu 3,6 Mio. Yen pro Jahr (ca. 21.200 €). Der lebenslange steuerfreie Haltehöchstbetrag liegt bei 18 Mio. Yen (ca. 105.900 €, davon im Wachstumsrahmen bis 12 Mio. Yen, ca. 70.600 €); innerhalb dieses Rahmens erzielte Gewinne bleiben steuerfrei. Beim iDeCo (individual-type Defined Contribution pension, eine private kapitalgedeckte Altersvorsorge) sind die Beiträge in voller Höhe vom zu versteuernden Einkommen absetzbar, was Einkommen- und Einwohnersteuer senkt – ähnlich der Wirkung der deutschen Riester- oder Basisrente (Rürup). Zu beachten ist jedoch, dass sich das Guthaben grundsätzlich erst ab dem 60. Lebensjahr entnehmen lässt. Genaue Voraussetzungen und Obergrenzen sollte man über offizielle Quellen wie die NISA-Sonderseite der Finanzdienstleistungsagentur (Financial Services Agency, FSA) prüfen.

Grundlegende Schritte, um Finanzvermögen planvoll zu vermehren

Um Finanzvermögen zu vermehren, führt der kürzeste Weg nicht über die vorschnelle Produktwahl, sondern über einen geordneten Aufbau des Fundaments. Geht man in der folgenden Reihenfolge vor, lässt es sich mühelos durchhalten.

  1. Die Notreserve sichern: Zuerst legt man drei bis sechs Monatsausgaben in Spareinlagen zurück. Bricht dieses Fundament weg, sieht man sich in einer Abwärtsphase zu unfreiwilligen Verkäufen gezwungen.
  2. Ziel und Zeithorizont festlegen: Für die Altersvorsorge 20 bis 30 Jahre, für Bildungskosten 10 bis 15 Jahre – man rechnet vom Zeitpunkt der Verwendung zurück. Je länger der Horizont, desto leichter lassen sich schwankende Vermögenswerte beimischen.
  3. Mit steuerbegünstigten Systemen beginnen: Man nutzt vorrangig steuerbegünstigte Rahmen wie NISA oder iDeCo und startet zunächst mit kostengünstigen indexnahen Investmentfonds die Streuung.
  4. Monatlich einen festen Betrag ansparen: Ein Sparplan, der die Kaufzeitpunkte streut, mildert das Risiko, zu Höchstkursen einzusteigen. Man muss den Markt nicht vorhersagen, und es lässt sich leicht durchhalten.
  5. Ein- bis zweimal jährlich überprüfen: Man prüft, ob die Vermögensaufteilung nicht stark von der ursprünglichen Linie abweicht, und justiert bei Bedarf. Häufiges Kaufen und Verkaufen vermeidet man.

Diese Reihenfolge ist umso wirksamer, je weniger vertraut man mit der Anlage von Finanzvermögen ist. Wer erst das Fundament festigt und dann mit freiem Kapital auf Sachvermögen wie Immobilien ausweitet, führt das Gesamtvermögen zu größerer Stabilität.

Wie stellt man die Balance zwischen Finanzvermögen und Immobilien (Sachvermögen) her?

Finanzvermögen und Immobilien wählt man nicht nach Über- und Unterlegenheit, sondern sie stehen in einem Verhältnis, in dem sich ihre Eigenschaften ergänzen. Wer leicht liquidierbares Finanzvermögen mit Immobilien kombiniert, die stabile Mieteinnahmen liefern, stabilisiert das Gesamtvermögen. Hier liegt die Sichtweise, die uns als auf Immobilien spezialisiertem Unternehmen eigen ist.

Die hohe Liquidität des Finanzvermögens ergänzt die geringe Liquidität der Immobilien. Umgekehrt mildert der stabile Cashflow der Immobilien die Preisschwankungen des Finanzvermögens. Es ist ein Verhältnis, in dem die eine Seite stützt, wenn die andere schwächelt. Die konkrete Denkweise zur Aufteilung erläutern wir ausführlich unter Die optimale Balance zwischen Finanz- und Sachvermögen und die passende Portfoliostrategie.

Ein Beispiel: Eine Kundin hielt den Großteil ihres Vermögens in Aktien und Investmentfonds, geriet jedoch bei jedem Kursrückgang innerlich ins Wanken und tat sich schwer, langfristig zu planen. Als sie einen Teil in vermietete Immobilien umschichtete, schuf das „unbewegte Einkommen“ der monatlichen Miete innere Gelassenheit, und die Kursbewegungen des Finanzvermögens ließen sie nicht mehr zwischen Hoffen und Bangen schwanken. Sowohl in den Zahlen als auch in der Psychologie ist es nicht wenig wert, Vermögenswerte mit unterschiedlichen Eigenschaften zu halten.

Auch steuerlich ergänzen sich beide. Bei der Immobilienanlage lässt sich über die Abschreibung (japanisch genka shōkyaku, 減価償却) ein Steuervorteil erwarten, beim Finanzvermögen nutzt man die Steuerfreiheit und den Abzug von NISA und iDeCo. Die Vorzüge der Immobilienanlage selbst ordnen wir unter Die fünf Vorteile von Immobilieninvestitionen und das Risikomanagement. Wer unsicher ist, ob er mit Finanzvermögen oder Immobilien beginnen soll, wählt realistisch die Reihenfolge, zunächst mit dem liquiden Finanzvermögen Erfahrung zu sammeln und Immobilien erst zu erwägen, wenn Kapital und Wissen gewachsen sind.

Wir, die INA&Associates Co., Ltd., legen Wert darauf, ausgehend von den Immobilien als Achse gemeinsam über die Balance des Gesamtvermögens einschließlich des Finanzvermögens nachzudenken. Getragen von dem Gedanken, dass die Menschen (jinzai, 人財, „Mensch als Vermögen“ – bei INA bewusst mit dem Schriftzeichen für „Vermögen“ statt „Material“ geschrieben) das größte Vermögen sind, vermitteln wir eine Perspektive, die sich nicht von kurzfristigen Kursbewegungen treiben lässt, sondern langfristig aufbaut. Wer bei der Kombination von Finanzvermögen und Immobilien Fragen hat, kann gern die kostenlose Beratung von INA nutzen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F1. Was ist Finanzvermögen? Bitte verständlich erklären.

Finanzvermögen ist der Sammelbegriff für Bargeld, Spareinlagen, Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Versicherungen – also für Werte, die sich am Markt bewerten und liquidieren lassen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie selbst keine physische Gestalt haben und ihr Wert in Geldform ausgedrückt wird. Vom greifbaren „Sachvermögen“ wie Immobilien oder Gold werden sie abgegrenzt. Am einfachsten ist es, sie als „leicht liquidierbares Geldvermögen“ zu verstehen.

F2. Worin unterscheiden sich Finanzvermögen und Sachvermögen?

Die großen Unterschiede liegen in drei Punkten: physische Gestalt, Liquidität und Widerstandskraft gegen Inflation. Finanzvermögen hat keine Gestalt und lässt sich kurzfristig leicht liquidieren, schwankt dafür aber stärker im Wert. Sachvermögen (z. B. Immobilien) hat eine Gestalt und ist zeitaufwendig zu liquidieren, gilt aber als vergleichsweise inflationsresistent. Beide stehen in einem einander ergänzenden Verhältnis, und ihre Kombination stabilisiert das Gesamtvermögen.

F3. Ab wie viel kann man mit Finanzvermögen beginnen? Und wie hoch ist der Durchschnitt?

Die Anlage von Finanzvermögen ist bei Investmentfonds ab wenigen hundert Yen (ca. 2 €), bei Aktien ab einigen zehntausend Yen (ca. 120–300 €) möglich. Wichtiger als der Betrag ist es, im durchhaltbaren Rahmen anzusparen. Als Richtwert für den Bestand liegt der Mittelwert bei Haushalten mit zwei oder mehr Personen bei gut 13 Mio. Yen (ca. 76.500 €), der Median jedoch im Bereich mehrerer Millionen Yen (einige Zehntausend Euro, ca. 20.000–50.000 €), mit großen Spannen nach Haushalt und Altersgruppe (J-FLEC, „Umfrage zum Finanzverhalten der Haushalte“, 2024). Wir empfehlen, sich nicht mit anderen zu vergleichen, sondern einen zum eigenen Ziel passenden Betrag anzustreben.

F4. Was sollte man priorisieren – Finanzvermögen oder Immobilien?

Grundsätzlich ist es besser, beides ausgewogen zu kombinieren, als sich auf eines zu beschränken. Da Finanzvermögen hohe Liquidität besitzt und der Einstieg mit kleinen Beträgen möglich ist, ist es realistisch, zunächst mit Finanzvermögen Erfahrung zu sammeln und Immobilien erst zu erwägen, wenn Kapital und Wissen gewachsen sind. Die endgültige Aufteilung hängt von der Situation ab; wer aber leicht liquidierbares Finanzvermögen und Immobilien mit stabilen Erträgen hält, stabilisiert das Gesamtvermögen.

F5. Was sollte man priorisieren – NISA oder iDeCo?

Ideal ist nach Möglichkeit die Nutzung beider; im Zweifel ist es praktisch, zunächst mit NISA zu beginnen. NISA hat keine Entnahmebeschränkung und ist flexibel nutzbar. Beim iDeCo sind die Beiträge in voller Höhe vom Einkommen absetzbar, was einen hohen Steuerspareffekt bietet, doch das Guthaben lässt sich grundsätzlich erst ab dem 60. Lebensjahr entnehmen. Für Personen mit hohem Einkommensteuersatz oder solche, die das Geld langfristig als Altersvorsorge liegen lassen können, bietet sich die ergänzende Nutzung des iDeCo an.

Quellen und weiterführende Materialien

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte