Die Bitumen-Abdichtung (Asphalt-Bahnenabdichtung) gehört zu den Flachdach- und Terrassenabdichtungen von Mehrfamilienhäusern und Gewerbegebäuden mit über hundert Jahren Erfahrung, die bis in die japanische Taishō-Zeit zurückreicht, und gilt als eines der zuverlässigsten Abdichtungsverfahren überhaupt.
Dieser Artikel vergleicht die drei Verfahren der Bitumen-Abdichtung, erläutert die Unterschiede in der Nutzungsdauer gegenüber anderen Abdichtungsarten, beschreibt Zeitpunkt und Methode der Instandhaltung, stellt die verschiedenen Sanierungsverfahren vor und gibt Hinweise zur Auswahl eines geeigneten Fachbetriebs. Zum Vergleich: In Deutschland regelt die Flachdachrichtlinie des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks die technischen Mindestanforderungen an Abdichtungen auf flach und flach geneigten Dächern; ein direktes Pendant zur japanischen Bitumen-Bahnenabdichtung findet sich dort in der klassischen Bitumen-Schweißbahn, die ebenfalls seit Jahrzehnten als bewährte Lösung gilt.
Was ist eine Bitumen-Abdichtung?
Bei diesem Verfahren wird geschmolzenes Bitumen mit Bitumenbahnen kombiniert, um eine wasserdichte Schicht auszubilden. Durch die Kombination von Flüssigabdichtung (Auftragen) und Bahnenabdichtung (Verkleben) entsteht eine besonders hohe Abdichtungswirkung. Das Verfahren ist auch für begrünte Dachflächen geeignet und zeichnet sich durch eine gleichbleibend hohe Ausführungsqualität aus – ein Vorteil, den auch mehrlagige Bitumen-Schweißbahnsysteme nach deutschem Flachdachstandard für sich beanspruchen.
Die drei Verfahren im Vergleich: Eigenschaften, Vor- und Nachteile
| Heißverklebung | Schweißverfahren | Kaltverfahren (Selbstklebeverfahren) | |
|---|---|---|---|
| Ausführung | Bitumen wird im Kessel geschmolzen und die Dachbahnen werden damit verklebt | Modifizierte Bahnen werden mit dem Brenner erwärmt und verklebt | Selbstklebende Bahnen mit gummimodifizierter Bitumenschicht werden aufgebracht |
| Offenes Feuer | ja (Kessel) | ja (Brenner) | nein |
| Geruch/Rauch | stark | gering | keiner |
| Nutzungsdauer | über 17 Jahre | 15–25 Jahre | 15–20 Jahre |
| Vorteile | schnelle Aushärtung, über 100 Jahre Bewährung, hohe Wasserdichtigkeit und Langlebigkeit | effizient (Erwärmen und Verkleben in einem Schritt), geringeres Verletzungsrisiko | kein Geruch, keine Rauchentwicklung, ideal in dicht bebauten Wohngebieten, umweltschonend |
| Nachteile | Geruchs- und Rauchbelästigung, Verbrennungsrisiko für das Personal | bei mangelhafter Ausführung frühzeitige Alterung (stark abhängig vom handwerklichen Können) | Abdichtungsschicht wird dicker und schwerer, zusätzliche Lastwirkung auf die Gebäudestruktur |
| Typischer Einsatz | Flachdächer großer Gebäude und Mehrfamilienhäuser | das am häufigsten eingesetzte Verfahren | dicht bebaute städtische Wohngebiete |
Bitumen-Abdichtung im Vergleich zu anderen Verfahren: Nutzungsdauer
| Abdichtungsverfahren | Nutzungsdauer | Kosten | Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| Bitumen-Abdichtung | 15–25 Jahre (Heißverklebung über 17 Jahre) | hoch | mehrschichtiger Aufbau, dadurch geringere Alterungsanfälligkeit; gilt als zuverlässigstes Verfahren |
| Bahnenabdichtung | 10–15 Jahre | günstig | einfache Verlegung, kurze Bauzeit; die Bahn wird lediglich aufgeklebt |
| Flüssigkunststoff-/Polyurethan-Abdichtung | 10–15 Jahre | günstig | auch für komplexe Formen geeignet; erfordert regelmäßige, engmaschige Pflege |
Die Bitumen-Abdichtung erfordert zwar höhere Anfangsinvestitionen, doch da ihre Nutzungsdauer etwa doppelt so lang ist wie die anderer Verfahren, lassen sich die Instandhaltungskosten über die Gebäudelebensdauer betrachtet senken. Diese Angaben sind allgemeine Richtwerte: Ausführungsqualität, Standort und Sonneneinstrahlung beeinflussen die tatsächliche Lebensdauer erheblich, weshalb eine Vor-Ort-Begutachtung stets der reinen Zahlenangabe vorgehen sollte.
Sechs Anzeichen für notwendige Instandhaltung
- Risse — Risse in der Schutzbetonschicht oder der Abdichtungsoberfläche selbst sind eine unmittelbare Ursache für Wassereintritt.
- Pfützenbildung — Mangelhafte Ausführung oder Verformungen der Dachfläche führen zu Entwässerungsproblemen und beschleunigen die Alterung der Abdichtungsschicht.
- Wassereintritt — Das letzte Stadium vernachlässigter Alterung; eine vollständige Erneuerung der Abdichtung wird dann unumgänglich.
- Blasenbildung — Mangelhafte Haftung am Untergrund lässt Luft oder Feuchtigkeit eindringen, was zum Reißen der Abdichtungsschicht führen kann.
- Bewuchs durch Unkraut — Ablagerungen rund um Abläufe bilden einen Nährboden, dessen Wurzeln die Abdichtungsschicht durchdringen; ein eigenmächtiges Herausreißen kann die Schicht zusätzlich beschädigen.
- Risse und Undichtigkeiten an Abläufen — Über Risse rund um die Ablauföffnungen dringt Wasser ein; hier ist rasches Handeln erforderlich.
Checkliste zur Selbstkontrolle
Trifft auch nur einer der folgenden Punkte zu, sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.
- □ Es ist bereits Wasser eingedrungen
- □ An der Außenwand verläuft ein langer, waagerechter Riss
- □ Beim Abklopfen des Betons ist ein hohler, trockener Klang zu hören
- □ Die Abdichtungsschicht weist Risse oder Ablösungen auf
- □ Rund um die Abläufe finden sich Risse oder Unkrautbewuchs
- □ Die Abdichtungsbahn wölbt sich auf
- □ Die Abdichtungsoberfläche wirkt weißlich und kreidig
- □ Auf der Bitumenfläche bilden sich neuerdings Pfützen
Drei Wege, die Abdichtungswirkung langfristig zu erhalten
① Schäden beheben, solange sie noch klein sind
Werden kleine Risse oder Blasen ignoriert, wird irgendwann eine umfassende Sanierung mit vollständiger Entfernung der alten Abdichtungsschicht notwendig. Eine frühzeitige Instandsetzung senkt die Gesamtkosten und verlängert die Lebensdauer des Gebäudes.
② Regelmäßiger Austausch der Deckschicht (alle fünf Jahre)
Die oberste Schutzschicht (Top Coat) schützt die eigentliche Abdichtungsebene. Ein Austausch alle fünf Jahre verlängert den Sanierungszyklus der gesamten Abdichtung. Diese Maßnahme ist mit deutlich weniger Aufwand und Kosten verbunden als eine vollständige Abdichtungserneuerung und bietet somit ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis – vergleichbar mit der regelmäßigen Erneuerung des UV-Schutzanstrichs bei deutschen Flachdachabdichtungen.
③ Regelmäßige Reinigung der Dachabläufe
Verstopfen Laub, Schmutz oder Erde die Abläufe, kann Regenwasser nicht abfließen; die entstehende Staunässe beschleunigt die Alterung der Abdichtungsschicht. Die Reinigung der Abläufe kann problemlos vom Hausmeister oder den Bewohnern selbst als Teil der laufenden Pflege übernommen werden.
Drei Arten von Sanierungsverfahren
| Verfahren | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Überdeckungsverfahren | Eine neue Abdichtungsschicht wird auf die bestehende aufgebracht | Fälle, in denen die bestehende Schicht noch teilweise funktionsfähig ist |
| Rückbauverfahren | Die gesamte bestehende Abdichtungsschicht wird entfernt und neu aufgebaut | Fälle mit starker Alterung, bei denen die bestehende Schicht nicht mehr nutzbar ist |
| Regenerationsverfahren | Eine neue Schicht wird auf die bestehende geklebt und mit ihr verbunden | Fälle, in denen der Untergrund nicht durchbohrt werden soll; geringes Risiko von Wassereintritt während der Bauphase |
Vier Kriterien für die Wahl des Fachbetriebs
- Erfahrung und Referenzen prüfen — Auf der Internetseite des Betriebs nachsehen, auf welche Arbeiten er sich spezialisiert hat und welche Referenzprojekte er vorweisen kann.
- Kostenvoranschlag genau prüfen — Statt einer pauschalen Sammelposition sollten Leistungsumfang, Flächenmaße und Einzelpreise klar aufgeschlüsselt sein.
- Mindestens drei Vergleichsangebote einholen — So lassen sich Kosten und Leistungsumfang angemessen vergleichen.
- Betriebe mit eigener Ausführung bevorzugen — Ohne zwischengeschaltete Subunternehmer entfallen Zwischenmargen, die Kosten sinken, und die direkte Kommunikation schafft zusätzliche Sicherheit.
Häufigkeit der regelmäßigen Inspektion
Für Gebäude im Eigentum der Präfektur Osaka ist eine jährliche Sichtprüfung durch die zuständige Gebäudeverwaltung vorgeschrieben. Ein vergleichbarer Prüfrhythmus empfiehlt sich auch für Mehrfamilienhäuser. Bereiche mit Absturzrisiko, etwa auf dem Dach, sollten stets einem Fachbetrieb überlassen werden, der über die notwendige Sicherheitsausrüstung verfügt.
Fazit
Die Bitumen-Abdichtung erreicht mit 15 bis 25 Jahren Nutzungsdauer (bei der Heißverklebung über 17 Jahre) die längste Lebensdauer unter den gängigen Abdichtungsverfahren. Diese Angaben schwanken jedoch je nach Verfahren, Standort und Sonneneinstrahlung, weshalb die Zahl allein nicht ausreicht und stets eine Vor-Ort-Begutachtung zugrunde gelegt werden sollte. Gerade weil die Nutzungsdauer so lang ist, besteht zugleich die Gefahr, die laufende Instandhaltung zu vernachlässigen. Regelmäßige Selbstkontrollen, der turnusmäßige Austausch der Deckschicht und die Reinigung der Abläufe verlängern die Abdichtungswirkung dagegen bestmöglich.
INA&Associates Inc. bietet eine umfassende Hausverwaltung an, die auch die bauliche Verwaltung von Mehrfamilienhäusern umfasst. Für Fragen zu Instandhaltungsplänen für Abdichtungsarbeiten sowie zur Auswahl geeigneter Fachbetriebe stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
