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Baufirmen für Mietimmobilien in Japan: Preis & Rendite 2026

Die Baukosten für japanische Mietimmobilien liegen 2026 laut amtlichen Daten zwischen 721.000 Yen (ca. 4.240 EUR) pro Tsubo (3,3 m²) in Holzbauweise und 1.160.000 Yen (ca. 6.820 EUR) in Stahlbetonbauweise – ein Preisgefüge, das es in dieser Form auf keinem westeuropäischen Markt gibt. Vorgefertigte Bauweisen japanischer Fertighausanbieter sind bei Holzhäusern rund 41 % teurer als der Marktdurchschnitt. Dieser Artikel vergleicht Fertighausanbieter (Hausmeister) und traditionelle Baufirmen bis zur konkreten Renditeberechnung.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 19 Min. Lesezeit

In Japan schwanken die Baukosten für Mietimmobilien je nach Baumaterial und Bauverfahren zwischen umgerechnet rund 4.240 EUR und 6.820 EUR pro Tsubo (die traditionelle japanische Flächeneinheit, 1 Tsubo = 3,3 m², im Bauwesen bis heute die gängige Referenzgröße). Selbst innerhalb der Holzbauweise liegt die vorgefertigte Bauweise (Prefab) der großen Fertighausanbieter im Schnitt rund 41 % über dem Durchschnitt aller Bauverfahren. Für internationale Investoren, die eine japanische Mietimmobilie in Erwägung ziehen, ist die entscheidende Frage deshalb nicht in erster Linie „Fertighausanbieter oder lokale Baufirma", sondern: mit welcher Baustruktur und welchem Bauverfahren wird zu welchem Preis pro Tsubo gebaut, und welche Miete lässt sich damit erzielen? Der Vergleich einzelner Anbieternamen gewinnt erst danach an Bedeutung. Diese Systematik – Bauverfahren vor Markenname – ist selbst für Investoren aus Ländern mit ausgeprägter Bauindustrie wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz ungewohnt, weil der japanische Mietwohnungsbau in einer Weise zwischen industrieller Vorfertigung und handwerklicher Ortsbautechnik gespalten ist, die es in dieser Ausprägung im deutschsprachigen Raum nicht gibt.

Dieser Artikel richtet sich an Leser, die bereits Grundstücke in Japan besitzen oder den Einstieg in die Vermietung von Apartmenthäusern (Aparto, kleinere Mehrfamilienhäuser mit 2–3 Geschossen) oder Eigentumswohnanlagen (Manshon, größere Mehrfamilienhäuser ab 4 Geschossen in Stahlbeton) prüfen, und die belastbare Zahlen für die Auswahl eines Bauunternehmens suchen. Als Quellen dienen ausschließlich Primärdaten: die „Erhebung zum Baubeginn" (建築着工統計調査) des japanischen Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus (国土交通省, MLIT) für das Gesamtjahr Reiwa 7 (2025, veröffentlicht am 30. Januar 2026), die „Wohnungs- und Grundstückserhebung" (住宅・土地統計調査) des Statistikamts (総務省), die japanische Steuerbehörde (国税庁) sowie die staatliche Japan Housing Finance Agency (住宅金融支援機構). Zusammengestellt sind Baukosten pro Tsubo nach Bauweise, der Kostenanstieg der letzten fünf Jahre, regionale Unterschiede, Renditerechnungen, Kreditraten sowie ein konkreter Leitfaden zur Prüfung eines Bauunternehmens. Stand der zugrunde liegenden Veröffentlichungen ist August 2026. Alle Yen-Beträge sind zur Einordnung mit einem Näherungswert in Euro versehen (Wechselkurs: 1 EUR ≈ 170 JPY, Stand 2026-08 – bei eigenen Berechnungen bitte den aktuellen Tageskurs verwenden, da der Yen in den letzten Jahren erheblich geschwankt hat).

Die wichtigsten Punkte dieses Artikels

  • Die Baukosten für Mietimmobilien liegen bei 721.000 Yen (ca. 4.240 EUR) pro Tsubo für Holzbauweise, 1.124.000 Yen (ca. 6.610 EUR) für Stahlskelettbauweise und 1.160.000 Yen (ca. 6.820 EUR) für Stahlbetonbauweise (MLIT, „Erhebung zum Baubeginn", Gesamtjahr Reiwa 7, landesweit).
  • Bei gleicher Bauweise verlangen Fertighausanbieter (Prefab) für Holzbauten 41 % mehr, bei Stahlskelettbauten dagegen nur 2,4 % mehr. Der Durchschnitt über alle Strukturen liegt bei 18,4 %.
  • Die Baukosten pro Quadratmeter für Mietimmobilien sind von 214.000 Yen (Reiwa 2, 2020) auf 293.000 Yen (Reiwa 7, 2025) gestiegen – ein Anstieg von 36,9 % in fünf Jahren. Kostenvoranschläge von vor ein paar Jahren sind damit als Kalkulationsgrundlage nicht mehr brauchbar.
  • Bei einem Apartmenthaus in Holzbauweise mit 200 m² Geschossfläche liegt die Bruttorendite bei konventioneller Bauweise bei 11,98 %, bei Fertighausbauweise bei 8,51 %. Ein Baukostenunterschied von 17,8 Mio. Yen (ca. 104.700 EUR) führt zu einer Renditedifferenz von 3,5 Prozentpunkten.
  • Bei der Auswahl des Bauunternehmens entscheidet nicht nur der Preis pro Tsubo, sondern auch, ob die Zertifizierung als „langlebiges, hochwertiges Wohngebäude" (長期優良住宅, chōki-yūryō-jūtaku) erreichbar ist – sie senkt den Darlehenszins in den ersten 15 Jahren um 0,3 Prozentpunkte.

Was kostet der Bau einer Mietimmobilie 2026 in Japan? Preis pro Tsubo nach Bauweise

Vorab das Ergebnis: Für im Jahr Reiwa 7 begonnene Mietimmobilien (Neubau, ausschließlich zu Wohnzwecken) lag der veranschlagte Baukostenanteil pro Quadratmeter im Durchschnitt aller Bauweisen bei 293.000 Yen, umgerechnet 969.000 Yen (ca. 5.700 EUR) pro Tsubo. Nach Bauweise unterschieden ist Holzbau mit 721.000 Yen (ca. 4.240 EUR) pro Tsubo am günstigsten, Stahlbetonbau (RC) mit 1.160.000 Yen (ca. 6.820 EUR) am teuersten. Dieser Unterschied schlägt sich unmittelbar in den Gesamtinvestitionskosten und in der Rendite nieder. Zur Einordnung für Leser aus dem deutschsprachigen Raum: Diese Preisspanne bewegt sich in einer ähnlichen Größenordnung wie Neubaupreise in mittleren deutschen Großstädten, doch die Struktur – mit einer derart ausgeprägten Differenzierung nach Bauweise statt nach Lage – ist ein japanisches Spezifikum, das sich aus der Kombination von Erdbebensicherheit, begrenzter Grundstücksfläche und einer stark industrialisierten Baubranche ergibt.

Baukosten pro Mietimmobilie: 218.000 Yen/m² für Holzbau, 340.000 Yen/m² für Stahlskelettbau, 351.000 Yen/m² für Stahlbetonbau

Die folgende Tabelle stammt aus Tabelle 34 der MLIT-Erhebung „Baubeginn-Statistik – Wohnungsbaubeginn" (Gesamtjahr Reiwa 7, landesweit, Mietimmobilien) und zeigt die Kosten pro Bauweise sowie die Kosten pro Einheit. Die Umrechnung erfolgt mit 1 Tsubo = 3,30578 m² sowie 1 EUR ≈ 170 JPY.

BauweiseBaubeginne (Einheiten)Kosten pro m²Preis pro Tsubo (umgerechnet)Kosten pro Einheit
Mietimmobilien gesamt300.793293.000 Yen (ca. 1.720 EUR)969.000 Yen (ca. 5.700 EUR)13.857.000 Yen (ca. 81.500 EUR)
Holzbau133.938218.000 Yen (ca. 1.280 EUR)721.000 Yen (ca. 4.240 EUR)9.570.000 Yen (ca. 56.300 EUR)
Stahlskelettbau65.924340.000 Yen (ca. 2.000 EUR)1.124.000 Yen (ca. 6.610 EUR)18.825.000 Yen (ca. 110.700 EUR)
Stahlbetonbau (RC)98.543351.000 Yen (ca. 2.065 EUR)1.160.000 Yen (ca. 6.820 EUR)16.335.000 Yen (ca. 96.100 EUR)
Stahlskelett-Stahlbetonbau (SRC)2.240322.000 Yen (ca. 1.895 EUR)1.064.000 Yen (ca. 6.260 EUR)14.742.000 Yen (ca. 86.700 EUR)

Quelle: 国土交通省「建築着工統計調査 住宅着工統計」 (MLIT, Erhebung zum Baubeginn – Wohnungsbaubeginn-Statistik), Jahresdaten 2025, Tabelle 34 (veröffentlicht am 30. Januar 2026)

Hier lohnt sich ein zweiter Blick, weil ein Detail leicht übersehen wird: Der höchste Preis pro Quadratmeter entfällt auf Stahlbetonbau, doch die höchsten Kosten pro Einheit entstehen bei Stahlskelettbau mit 18.825.000 Yen (ca. 110.700 EUR). Stahlskelett-Mietimmobilien werden tendenziell mit größerer Wohnfläche pro Einheit gebaut, weshalb Preis pro Fläche und Gesamtkosten nicht zwangsläufig in derselben Reihenfolge stehen. Ähnlich wie bei einem Kostenvoranschlag für ein Bauprojekt in Deutschland, bei dem der Quadratmeterpreis allein wenig über die Endsumme aussagt, gilt auch hier: Wer Angebote vergleicht, sollte nicht nur den Preis pro Tsubo nebeneinanderlegen, sondern Gesamtwohnfläche und Anzahl der Einheiten angleichen, bevor er die Gesamtsumme vergleicht.

Zur Einordnung: Im Jahr Reiwa 7 begannen landesweit 740.667 Wohnungsneubauten (−6,5 % gegenüber Vorjahr), davon 324.991 Mietimmobilien (−5,0 %) – beide Werte sinken damit das dritte Jahr in Folge. Die Zahl der Baubeginne geht zurück, während die Kosten pro Einheit weiter steigen – das ist die aktuelle Marktlage. Einen Überblick über die Kostenstruktur vor Baubeginn bietet der Artikel Anfangskosten beim Betrieb eines Apartmenthauses und Richtwerte für Eigenkapital.

Die Baukosten sind in fünf Jahren um 36,9 % gestiegen

Nicht wenige Investoren gehen davon aus: „Ich habe vor ein paar Jahren ein Angebot eingeholt, also kenne ich ungefähr das Preisniveau." Diese Annahme trägt inzwischen nicht mehr. Der veranschlagte Baukostenanteil pro Quadratmeter für Mietimmobilien ist zwischen Reiwa 2 und Reiwa 7 – innerhalb von fünf Jahren – um 36,9 % gestiegen.

JahrMietimmobilien gesamt (10.000 Yen/m²)HolzbauStahlskelettbauStahlbetonbau (RC)Kosten pro Einheit
Reiwa 2 (2020)21,4 (ca. 1.260 EUR)16,623,824,99.851.000 Yen (ca. 57.950 EUR)
Reiwa 4 (2022)23,0 (ca. 1.350 EUR)16,925,526,610.771.000 Yen (ca. 63.360 EUR)
Reiwa 6 (2024)27,0 (ca. 1.590 EUR)20,331,231,512.616.000 Yen (ca. 74.210 EUR)
Reiwa 7 (2025)29,3 (ca. 1.720 EUR)21,834,035,113.857.000 Yen (ca. 81.510 EUR)
Anstieg über 5 Jahre+36,9 %+31,3 %+42,9 %+41,0 %+40,7 %

Quelle: wie oben (Tabelle 34, Gesamtjahre Reiwa 2, Reiwa 4, Reiwa 6, Reiwa 7)

Am stärksten gestiegen sind Stahlskelettbau (+42,9 %) und Stahlbetonbau (+41,0 %); der Abstand zu Holzbau (+31,3 %) hat sich vergrößert. Das lässt sich als direkte Folge steigender Stahl- und Zementpreise lesen, die sich unmittelbar auf die Kosten der nicht-hölzernen Bauweisen auswirken. Auch die von der Steuerbehörde für die Berechnung von Veräußerungsgewinnen veröffentlichte „Tabelle der Standard-Baukosten für Gebäude" bestätigt diese Richtung: Für Wohngebäude insgesamt stieg der Wert für Holzbau von Reiwa 1 bis Reiwa 5 von 170.100 Yen/m² auf 204.100 Yen/m² (+20,0 %), für Stahlskelettbau von 228.800 auf 281.100 Yen/m² (+22,9 %). Für Leser aus dem DACH-Raum, wo Baukostenindizes vom Statistischen Bundesamt oder von Destatis ähnliche Anstiege in den Jahren nach 2021 dokumentieren, ist dieses Muster nicht unbekannt – neu ist eher das Ausmaß der Differenz zwischen den Bauweisen, das es in Deutschland in dieser Form nicht gibt, weil dort ganz überwiegend in Massivbauweise gebaut wird.

Praktisch bedeutet das: Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, die auf Unterlagen von vor drei Jahren (Reiwa 4) basiert, unterschätzt die Baukosten möglicherweise um mehr als ein Fünftel. Von Reiwa 4 auf Reiwa 7 stieg der Durchschnittswert für Mietimmobilien von 230.000 Yen/m² auf 293.000 Yen/m² – ein Plus von 27,4 %. Wer Angebote mehrerer Firmen einholt, sollte deshalb darauf bestehen, dass alle Angebote im selben Monat, mit derselben Gesamtwohnfläche und denselben Ausstattungsbedingungen erstellt werden.

Selbst bei gleicher Bauweise unterscheiden sich die Regionen um etwa das Doppelte

Der Landesdurchschnitt ist nur ein grober Richtwert. Selbst bei identischer Stahlbetonbauweise liegt der Wert in der Präfektur Tokio bei 445.000 Yen/m², in Hokkaido dagegen bei 225.000 Yen/m² – ein Unterschied um etwa das Doppelte. Nach Präfektur aufgeschlüsselt zeigt sich folgendes Bild:

PräfekturMietimmobilien gesamt (10.000 Yen/m²)HolzbauStahlskelettbauStahlbetonbau (RC)Preis pro Tsubo (RC)
Landesweit29,321,834,035,11.160.000 Yen (ca. 6.820 EUR)
Tokio39,928,140,244,51.471.000 Yen (ca. 8.650 EUR)
Osaka27,919,130,733,41.104.000 Yen (ca. 6.490 EUR)
Aichi26,220,033,130,81.018.000 Yen (ca. 5.990 EUR)
Fukuoka24,318,931,226,8886.000 Yen (ca. 5.210 EUR)
Hokkaido22,622,727,122,5744.000 Yen (ca. 4.380 EUR)

Quelle: wie oben (Tabelle 34, Gesamtjahr Reiwa 7, nach Präfektur, Mietimmobilien)

Der Holzbau in Tokio liegt bei 281.000 Yen/m² und damit 29 % über dem Landesdurchschnitt von 218.000 Yen/m². Das dürfte auf den hohen Anteil kleiner und unregelmäßig geschnittener Grundstücke sowie auf erschwerte Bedingungen bei Gerüstbau und Materialanlieferung in der Innenstadt zurückzuführen sein. Umgekehrt zeigt Aichi mit Stahlskelettbau (33,1) über Stahlbetonbau (30,8) eine Reihenfolge, die dem Landestrend widerspricht. Beurteilen Sie die Qualität eines Bauunternehmens nicht danach, ob es „über" oder „unter" dem Landesdurchschnitt liegt – ordnen Sie den Wert zunächst dem Durchschnitt Ihrer eigenen Präfektur zu, bevor Sie vergleichen.

Was unterscheidet Fertighausanbieter von Baufirmen? Die Trennlinie heißt „Bauverfahren"

Die Antwort liegt weder im Vertriebsnetz noch in der Unternehmensgröße. Sie liegt im Bauverfahren. Die meisten großen Fertighausanbieter (japanisch: Hausmeister, ハウスメーカー, ein japanischer Begriff ohne direkte westliche Entsprechung, der große, landesweit tätige Anbieter industriell vorgefertigter Wohngebäude bezeichnet) setzen auf werksgefertigte Prefab-Bauweise oder die Zwei-mal-Vier-Bauweise (Rahmenbauweise, vergleichbar mit nordamerikanischem Holzrahmenbau). Regionale Baufirmen und Handwerksbetriebe (工務店, kōmuten) arbeiten dagegen überwiegend in konventioneller Ständerbauweise (在来工法, zairai-kōhō, die traditionelle japanische Holzskelett-Bauweise mit Stützen und Balken). Dieser Unterschied bestimmt Preis pro Tsubo, Bauzeit und gestalterischen Spielraum. Für Leser aus dem deutschsprachigen Raum ist dabei wichtig: Anders als in Deutschland, wo Bauträger und ausführende Handwerksbetriebe meist klar getrennte Rollen einnehmen, bieten japanische Hausmeister Planung, Fertigung, Bau und häufig auch die spätere Vermietungsvermittlung aus einer Hand an – ein vertikal integriertes Geschäftsmodell, das den Vergleich mit europäischen Baudienstleistern erschwert.

Prefab-Bauweise macht 18,9 % aller Mietimmobilien aus, Zwei-mal-Vier-Bauweise 18,2 %

Zunächst zur Marktstruktur. Von den 300.793 im Jahr Reiwa 7 begonnenen Mietimmobilien verteilt sich der Bestand wie folgt:

BauverfahrenBaubeginne (Mietimmobilien)MarktanteilKosten pro m²Preis pro TsuboKosten pro Einheit
Prefab (werksgefertigt)56.83418,9 %347.000 Yen (ca. 2.040 EUR)1.147.000 Yen (ca. 6.745 EUR)20.495.000 Yen (ca. 120.550 EUR)
Zwei-mal-Vier (Holzrahmenbau)54.66418,2 %213.000 Yen (ca. 1.250 EUR)704.000 Yen (ca. 4.140 EUR)10.591.000 Yen (ca. 62.300 EUR)
Sonstige (u. a. konventionelle Ständerbauweise)ca. 189.29562,9 %–––

Quelle: wie oben (Tabelle 34/Tabelle 36 „Prefab-Wohnungsneubauten"/Tabelle 45 „Zwei-mal-Vier-Wohnungsneubauten", Gesamtjahr Reiwa 7)

Aus dieser Tabelle lassen sich zwei Dinge ablesen. Erstens: Die Prefab-Bauweise, in der die großen Fertighausanbieter besonders stark sind, macht nur knapp ein Fünftel des Mietimmobilienmarkts aus. Die verbleibenden gut 60 % werden von Baufirmen errichtet, die überwiegend in konventioneller Ständerbauweise arbeiten. Die verbreitete Annahme, „ein großer Markenanbieter sei der Standard", deckt sich nicht mit der Statistik – ein deutlicher Unterschied etwa zum deutschen Fertighausmarkt, der zwar wächst, aber im Mietwohnungsbau bei Weitem nicht dieselbe Marktdurchdringung hat wie klassische Bauunternehmen.

Zweitens liegt die Zwei-mal-Vier-Bauweise bei Mietimmobilien mit 704.000 Yen (ca. 4.140 EUR) pro Tsubo unter dem Durchschnitt aller Holzbauweisen von 721.000 Yen (ca. 4.240 EUR). Obwohl auch die Zwei-mal-Vier-Bauweise mit werksgefertigten Bauteilen arbeitet, unterscheidet sich der Preis kaum von konventionellem Holzbau. Nicht „Werksfertigung = teuer" ist die richtige Formel, sondern „Prefab-Markensystem = teuer".

Um wie viel teurer ist Prefab bei gleicher Bauweise wirklich?

Hier liegt der Kern des Themas. Der Unterschied zwischen den Bauverfahren ergibt nur dann Sinn, wenn man innerhalb derselben Baustruktur vergleicht. Stellt man Tabelle 34 (alle Bauverfahren) und Tabelle 36 (nur Prefab) gegenüber, ergibt sich folgendes Bild:

BauweiseAlle Bauverfahren (10.000 Yen/m²)Prefab (10.000 Yen/m²)DifferenzDifferenz Preis pro Tsubo
Holzbau21,830,7+40,8 %721.000 → 1.015.000 Yen (ca. 4.240 → 5.970 EUR)
Stahlskelettbau34,034,8+2,4 %1.124.000 → 1.150.000 Yen (ca. 6.610 → 6.765 EUR)
Stahlbetonbau (RC)35,138,1+8,5 %1.160.000 → 1.260.000 Yen (ca. 6.820 → 7.410 EUR)
Gesamt29,334,7+18,4 %969.000 → 1.147.000 Yen (ca. 5.700 → 6.745 EUR)

Quelle: wie oben (Tabelle 34/Tabelle 36, Gesamtjahr Reiwa 7, landesweit, Mietimmobilien)

Verbreitet ist die Aussage, Fertighausanbieter seien „10 bis 30 % teurer" als lokale Baufirmen. Die Primärdaten zeigen ein differenzierteres Bild: Bei Holzbau beträgt der Unterschied 40,8 %, bei Stahlskelettbau dagegen nur 2,4 %. Wer in Stahlskelett- oder Stahlbetonbauweise bauen möchte, zahlt bei einem Prefab-Fertighausanbieter praktisch dasselbe wie am Markt üblich. Wer dagegen mit einem Holz-Apartmenthaus den Preis pro Tsubo senken möchte, sollte unbedingt auch Nicht-Prefab-Anbieter in den Vergleich einbeziehen. Dass sich der Preisunterschied so stark nach Bauweise unterscheidet, halten wir für den praktisch wichtigsten Befund dieses Artikels – und für DACH-Investoren gleichzeitig für den größten Unterschied zur Baulogik in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, wo die Bauweise (Massivbau vs. Fertigteilbau) die Kosten typischerweise weit weniger stark spreizt.

Zur Ehrlichkeit gegenüber diesem 40,8-Prozent-Wert gehört eine Einschränkung: Von den im Jahr Reiwa 7 begonnenen Mietimmobilien entfielen auf Prefab-Holzbau lediglich 3.648 Einheiten – nur 2,7 % der 133.938 Holzbau-Mietimmobilien insgesamt. Bei so kleiner Grundgesamtheit schwankt der Wert von Jahr zu Jahr. Zieht man den Prefab-Anteil vom gesamten Holzbaubestand ab, ergibt sich für die verbleibenden 130.290 Einheiten ein Wert von 214.000 Yen/m² (721.000 → korrekt 709.000 Yen pro Tsubo, ca. 4.170 EUR); auf dieser Basis läge der Unterschied zu Prefab-Holzbau bei +43,4 %. Dieser Artikel verwendet den konservativeren Vergleichswert gegenüber dem Durchschnitt aller Bauverfahren (+40,8 %).

Woraus setzt sich der Preisunterschied zusammen?

Ein Unterschied von 40,8 % bei Holzbau ist keine reine Frage der Gewinnmarge. Was Prefab an Wert bietet – und was dafür in Kauf genommen wird – lässt sich transparent gegenüberstellen:

KriteriumPrefab (Fertighausanbieter)Konventionelle Bauweise (Baufirma/Handwerksbetrieb)
Preis pro Tsubo (Holzbau, Mietimmobilie)1.015.000 Yen / ca. 5.970 EUR (Ist-Wert der 3.648 Prefab-Holzbau-Einheiten)709.000 Yen / ca. 4.170 EUR (Ist-Wert der übrigen 130.290 Holzbau-Mietimmobilien ohne Prefab)
QualitätsschwankungWerksfertigung sorgt für gleichbleibende BauteilpräzisionAbhängig von handwerklichem Können und Baustellenmanagement
BauzeitWeniger Arbeiten vor Ort, dadurch tendenziell kürzerTendenziell länger
GestaltungsfreiheitInnerhalb standardisierter ProduktlinienLeichter an unregelmäßige/kleine Grundstücke anpassbar
Kundendienst nach FertigstellungLandesweites Netzwerk mit langfristiger Garantie und InspektionssystemGroße Unterschiede je nach Firma, vorherige Prüfung nötig
MietervermittlungTeils eigenes Markenvermittlungsnetzwerk vorhandenZusammenarbeit mit separater Verwaltungs-/Vermittlungsfirma nötig

Eine kürzere Bauzeit ist für den Vermietungsbetrieb auch eine Geldfrage. Verkürzt sich die Zeit von Baubeginn bis Übergabe um drei Monate, beginnen die Mieteinnahmen entsprechend früher, und die Bauzeitzinsen sinken. Bei den weiter unten genannten Beispielwerten (8 Einheiten, Jahresmiete 5.223.000 Yen) entspricht das rund 1.300.000 Yen (ca. 7.650 EUR) für drei Monate. Wer allein auf den Preis pro Tsubo schaut und Prefab deshalb als „zu teuer" verwirft, blendet diesen Faktor aus.

Als große Fertighausanbieter kommen unter anderem Daito Trust Construction, Toyko Corporation, Panasonic Homes, Mitsui Home und Sekisui House infrage. Auch innerhalb der Kategorie „Fertighausanbieter" ist das Hauptbauverfahren nicht einheitlich – Mitsui Home etwa setzt vorwiegend auf die Zwei-mal-Vier-Rahmenbauweise. Da sich das Preisniveau, wie gezeigt, nach Bauverfahren richtet, sollte die Prüfung nicht beim Markennamen ansetzen, sondern beim tatsächlich vorgeschlagenen Bauverfahren. Zu Mietdauer und Konditionen der Mietanpassung bei Generalmietverträgen (Master-Lease-Verträgen, in Japan oft als „Sublease" bezeichnet) machen die offiziellen Websites der Anbieter häufig keine konkreten Zahlenangaben. Sekisui House etwa nennt für sein Generalmietsystem die Zusammenarbeit mit rund 3.000 „Shaamezon"-Vermittlungsstandorten und insgesamt 723.808 verwaltete Einheiten (Stand Januar 2026), macht zu Mietdauer und Anpassungshäufigkeit aber lediglich die allgemeine Angabe, dass es „im Rahmen regelmäßiger Überprüfungen (Vertragsverlängerungen) zu Mietminderungen kommen kann". Konkrete Laufzeiten und Garantieniveaus sollten Sie ausschließlich anhand des individuellen schriftlichen Angebots prüfen – sich nicht auf Zusammenfassungen im Internet zu verlassen, ist der erste Schutzmechanismus. Das entspricht im Prinzip der Sorgfalt, die auch bei einer deutschen Bauträgerausschreibung gilt: Marketingmaterial ist keine Vertragsgrundlage.

Apartmenthaus oder Eigentumswohnanlage – die Firmenwahl unterscheidet sich

Ein „Bauunternehmen für ein Apartmenthaus" (Aparto) und ein „Bauunternehmen für eine Eigentumswohnanlage" (Manshon) stehen nicht auf derselben Vergleichsebene. Ein zwei- bis dreigeschossiges Apartmenthaus in Holzbauweise und eine mindestens viergeschossige Stahlbeton-Wohnanlage unterscheiden sich in Preis pro Tsubo, Nutzungsdauer und den Anforderungen an das Bauunternehmen grundlegend.

Holz-Apartmenthaus (2–3 Geschosse)

Preis pro Tsubo: 721.000 Yen (ca. 4.240 EUR); gesetzliche Nutzungsdauer: 22 Jahre. Das sind die beiden Eckdaten des Holz-Apartmenthauses. Da der Preisunterschied zwischen Prefab und konventioneller Bauweise hier am größten ausfällt, lohnt sich gerade beim Holzbau der Vergleich über mehrere Bauverfahren hinweg am meisten.

Neben dem Preis pro Tsubo zählen bei der Firmenauswahl drei weitere Punkte: Erstens, ob die Firma Grundrisse vorschlagen kann, die zur örtlichen Mietnachfrage passen. Zweitens, ob Schallschutz und Wärmedämmung konkret spezifiziert sind (Lärm gehört bei Kündigungsgründen für Holz-Apartmenthäuser regelmäßig zu den häufigsten Nennungen – ein Punkt, der Investoren aus dem deutschsprachigen Raum vertraut ist, wo Schallschutznormen nach DIN 4109 ein zentrales Qualitätsmerkmal sind, in Japan aber deutlich weniger standardisiert gehandhabt werden). Drittens, ob die Firma die Zertifizierung als „langlebiges, hochwertiges Wohngebäude" beantragen kann. Mit dieser Zertifizierung ändern sich Darlehenszins und die Dauer der Grundsteuerermäßigung – ein Effekt, der einen Unterschied von wenigen Zehntausend Yen im Preis pro Tsubo übersteigen kann.

Stahlbeton-/Stahlskelett-Stahlbeton-Wohnanlage (ab 4 Geschosse)

Preis pro Tsubo: 1.064.000 bis 1.160.000 Yen (ca. 6.260–6.820 EUR); gesetzliche Nutzungsdauer: 47 Jahre. Da die Gesamtinvestitionskosten hier in den Bereich von umgerechnet einer Million Euro und mehr reichen, verschieben sich die Anforderungen an das Bauunternehmen: Kompetenz in der Tragwerksberechnung, Erfahrung mit Baugrunduntersuchung und Pfahlgründung, Erfahrung im Umgang mit Nachbarn während der Bauzeit sowie eine finanzielle Basis, die auch Bauverzögerungen finanziell abfedern kann.

Beim Bau von Wohnanlagen schrumpft der Preisunterschied zu Prefab-Fertighausanbietern auf 8,5 % (35,1 vs. 38,1 Yen/m² in Zehntausend). Das heißt: Bei mehrgeschossigen Wohnanlagen verliert die Frage „Fertighausanbieter oder Baufirma" an sich einen Großteil ihrer Bedeutung, die sie beim Holzbau noch hat. Aussagekräftiger ist es, konkret nach der Anzahl vergleichbarer Referenzprojekte in gleicher Größenordnung und Bauweise zu fragen. Auch die Eigenschaften von Stahlbeton selbst – Brandschutz, Schallschutz, Gewicht und Auswirkung auf den Baugrund – sollten zusammen mit vergleichbaren Referenzprojekten geprüft werden.

Betriebskennzahlen im Überblick nach Bauweise

Fasst man Preis pro Tsubo, Nutzungsdauer, Abschreibung und Mietniveau in einer Tabelle zusammen, wird sichtbar, an welcher Stelle der Wirtschaftlichkeitsrechnung sich die Wahl der Bauweise auswirkt. Die Abschreibung ist als Jahresbetrag für eine Geschossfläche von 200 m² (Holz-/Stahlskelettbau) bzw. 600 m² (Stahlbeton-/SRC-Bau) nach der linearen Methode über die gesetzliche Nutzungsdauer überschlägig berechnet.

KennzahlHolzbauStahlskelettbau (Materialstärke über 4 mm)Stahlbeton-/SRC-Bau
Preis pro Tsubo (Mietimmobilie, landesweit)721.000 Yen (ca. 4.240 EUR)1.124.000 Yen (ca. 6.610 EUR)1.064.000–1.160.000 Yen (ca. 6.260–6.820 EUR)
Gesetzliche Nutzungsdauer (Wohnzweck)22 Jahre34 Jahre47 Jahre
Beispiel Baukosten200 m² = 43.600.000 Yen (ca. 256.500 EUR)200 m² = 68.000.000 Yen (ca. 400.000 EUR)600 m² = 210.600.000 Yen (ca. 1.238.800 EUR)
Abschreibung pro Jahr (überschlägig)1.982.000 Yen (ca. 11.660 EUR)2.000.000 Yen (ca. 11.765 EUR)4.481.000 Yen (ca. 26.360 EUR)
Übliche DarlehenslaufzeitKurze Nutzungsdauer, meist auch kürzere TilgungszeitZwischen Holz- und StahlbetonbauLange Nutzungsdauer, langfristige Finanzierung möglich
Mietniveau (private Mietwohnungen, Landesdurchschnitt)54.409 Yen/Monat (ca. 320 EUR)68.548 Yen/Monat (ca. 403 EUR) (Nicht-Holzbau)

Quelle: Preis pro Tsubo aus der oben genannten Baubeginn-Statistik; Nutzungsdauer aus 国税庁「主な減価償却資産の耐用年数(建物/建物附属設備)」 (Japanische Steuerbehörde, Nutzungsdauer wesentlicher abschreibungsfähiger Wirtschaftsgüter – Gebäude/Gebäudenebenanlagen); Miete aus 総務省統計局「令和5年住宅・土地統計調査 基本集計結果」 (Statistikamt, Wohnungs- und Grundstückserhebung Reiwa 5, Basisergebnisse) (veröffentlicht am 25. September 2024)

Bei Metallbauten (Stahlskelett) richtet sich die Nutzungsdauer nach der Materialstärke des Tragwerks: über 4 mm 34 Jahre, 3 bis 4 mm 27 Jahre, bis 3 mm 19 Jahre. Wer ein Apartmenthaus in Leichtbau-Stahlskelettbauweise erwägt, sollte wissen, dass genau diese Materialstärke Abschreibung und Darlehenslaufzeit bestimmt. Steht die Materialstärke nicht im Angebot, sollte sie gezielt nachgefragt werden. Zum Unterschied zwischen gesetzlicher, physischer und wirtschaftlicher Nutzungsdauer je nach Bauweise finden Sie mehr im Artikel Der Unterschied zwischen gesetzlicher, physischer und wirtschaftlicher Nutzungsdauer.

Zahlen im Vergleich: Wie stark verändert das Bauunternehmen die Rendite?

Die bisherigen Zahlen werden nun auf eine konkrete Wirtschaftlichkeitsrechnung angewendet. Alle folgenden Werte setzen Eigentum am Grundstück voraus und gehen von Vollvermietung aus (Bruttorendite).

Rechenbeispiel 1: Holz-Apartmenthaus (200 m² Geschossfläche, 8 Einheiten)

Für den Bau eines Apartmenthauses mit 8 Einheiten à 25 m² wird konventionelle Bauweise mit Prefab-Bauweise verglichen. Als Miete wird der Landesdurchschnitt für private Mietwohnungen in Holzbauweise von 54.409 Yen (ca. 320 EUR) verwendet.

KennzahlKonventionelle Bauweise (Durchschnitt aller Bauverfahren)Prefab
Baupreis pro m²218.000 Yen (ca. 1.280 EUR)307.000 Yen (ca. 1.805 EUR)
Baukosten (200 m²)43.600.000 Yen (ca. 256.500 EUR)61.400.000 Yen (ca. 361.200 EUR)
Jährliche Mieteinnahmen54.409 Yen × 8 Einheiten × 12 Monate = 5.223.000 Yen (ca. 30.700 EUR)
Bruttorendite11,98 %8,51 %
Abschreibung (22 Jahre, linear)1.982.000 Yen (ca. 11.660 EUR)/Jahr2.791.000 Yen (ca. 16.420 EUR)/Jahr

Der Unterschied bei den Baukosten beträgt 17.800.000 Yen (ca. 104.700 EUR). Das entspricht einer Renditedifferenz von 3,47 Prozentpunkten. Erst wenn man den Preisunterschied pro Tsubo auf diese Weise in eine Renditedifferenz übersetzt, wird er zu einer echten Entscheidungsgrundlage. Da Brutto- und Nettorendite jedoch inhaltlich sehr unterschiedliche Aussagen treffen, lohnt sich vorab ein Blick in Der Unterschied zwischen Brutto- und Nettorendite und Richtwerte – das verändert, wie man Verkaufsunterlagen japanischer Vertriebspartner liest. Zum Vergleich: Bruttorenditen dieser Größenordnung (8–12 %) liegen deutlich über dem, was Investoren aus dem deutschsprachigen Raum von Wohnimmobilien in deutschen Großstädten kennen, wo Bruttorenditen häufig im Bereich von 3–5 % liegen. Dieser Renditeabstand ist einer der zentralen Gründe, warum japanische Mietimmobilien für internationale Portfolios interessant sind – er geht allerdings, wie die folgenden Abschnitte zeigen, mit kürzerer Nutzungsdauer und anderen strukturellen Bedingungen einher als in Europa üblich.

Rechenbeispiel 2: RC-Wohnanlage (600 m² Geschossfläche, 20 Einheiten)

Für den Bau einer Stahlbeton-Wohnanlage mit 20 Einheiten à 30 m² wird der Landesdurchschnitt für private Mietwohnungen in Nicht-Holzbauweise von 68.548 Yen (ca. 403 EUR) als Miete angesetzt.

  • Baukosten: 351.000 Yen/m² × 600 m² = 210.600.000 Yen (ca. 1.238.800 EUR)
  • Jährliche Mieteinnahmen: 68.548 Yen × 20 Einheiten × 12 Monate = 16.452.000 Yen (ca. 96.800 EUR)
  • Bruttorendite: 16.452.000 Yen ÷ 210.600.000 Yen = 7,81 %
  • Abschreibung (47 Jahre, linear): 4.481.000 Yen (ca. 26.360 EUR)/Jahr

Den 11,98 % des Holz-Apartmenthauses stehen 7,81 % bei der RC-Wohnanlage gegenüber. Betrachtet man nur die Bruttorendite, ist Holzbau im Vorteil. Die Abschreibung fällt jedoch mit 4.481.000 Yen (ca. 26.360 EUR) pro Jahr 2,3-mal so hoch aus wie beim Holzbau (1.982.000 Yen, ca. 11.660 EUR), und die Nutzungsdauer von 47 Jahren eröffnet Verhandlungsspielraum bei der Darlehenslaufzeit. Holzbau punktet bei der Rendite, Stahlbetonbau bei Laufzeit und Finanzierungskonditionen. Wer diesen strukturellen Trade-off nicht versteht und sich allein an „höhere Rendite ist besser" orientiert, gerät bei der Tilgungsquote schnell an Grenzen. Für Leser, die deutsche Abschreibungsregeln (AfA) kennen – linear 2 % bei Wohngebäuden nach Baujahr 1925, faktisch also 50 Jahre – ist die kürzere japanische Nutzungsdauer bei Holzbau (22 Jahre) zugleich Chance und Risiko: Die Abschreibung wirkt sich steuerlich schneller aus, verkürzt aber auch den Zeitraum, über den Banken bereit sind, lange Darlehenslaufzeiten zu gewähren.

Rechenbeispiel 3: Mit Tilgungsraten

Für den Fall, dass die gesamten Baukosten fremdfinanziert werden, wird die Tilgungsrate mit dem Referenzzins der staatlichen Japan Housing Finance Agency (住宅金融支援機構, JHF) für „Darlehen für Mietwohnungen" vom August Reiwa 8 berechnet (35 Jahre Festzins 3,94 %, mit Vorfälligkeitsbeschränkung), als Annuitätendarlehen mit gleichbleibender Monatsrate.

FallDarlehenssummeMonatliche RateJährliche TilgungJährliche MieteinnahmenDifferenz (Jahr)
Holz-Apartmenthaus (konventionell)43.600.000 Yen (ca. 256.500 EUR)191.000 Yen (ca. 1.120 EUR)2.298.000 Yen (ca. 13.520 EUR)5.223.000 Yen (ca. 30.700 EUR)+2.925.000 Yen (ca. +17.200 EUR)
Holz-Apartmenthaus (Prefab)61.400.000 Yen (ca. 361.200 EUR)270.000 Yen (ca. 1.590 EUR)3.236.000 Yen (ca. 19.035 EUR)5.223.000 Yen (ca. 30.700 EUR)+1.987.000 Yen (ca. +11.690 EUR)
RC-Wohnanlage210.600.000 Yen (ca. 1.238.800 EUR)925.000 Yen (ca. 5.440 EUR)11.099.000 Yen (ca. 65.290 EUR)16.452.000 Yen (ca. 96.800 EUR)+5.353.000 Yen (ca. +31.490 EUR)

Quelle: Zinssatz aus 住宅金融支援機構「賃貸住宅融資金利」 (Japan Housing Finance Agency, Darlehenszinsen für Mietwohnungen) (aktualisiert am 30. Juli 2026), Referenzzins August Reiwa 8

Bei denselben 8 Einheiten verändert allein das Bauverfahren die jährliche Differenz um 938.000 Yen (ca. 5.520 EUR) – über 35 Jahre summiert sich das auf 32.830.000 Yen (ca. 193.100 EUR). Bei diesem Zinssatz gibt es allerdings ein Ermäßigungssystem. Für Mietgebäude, die dem Standard „langlebiges, hochwertiges Wohngebäude" entsprechen, wird der Zins in den ersten 15 Jahren um jährlich 0,3 Prozentpunkte gesenkt. Aus 3,94 % werden dann 3,64 % – bei einer Darlehenssumme von 43.600.000 Yen (ca. 256.500 EUR) eine monatliche Entlastung von 7.700 Yen (ca. 45 EUR) bzw. 93.000 Yen (ca. 550 EUR) pro Jahr. Es gibt drei Arten der Zinsermäßigung: langlebiges, hochwertiges Wohngebäude 0,3 %/Jahr, Erfüllung des ZEH-Standards (Zero Energy House, ein Niedrigenergiestandard, den die JHF definiert) 0,2 %/Jahr, sowie Erfüllung des von der JHF definierten Standards für familienfreundliche Mietwohnungen 0,2 %/Jahr (jeweils für die ersten 15 Jahre). Die Obergrenze bei Kombination liegt bei 0,5 %/Jahr (langlebiges Wohngebäude + Familienfreundlichkeit) bzw. 0,4 %/Jahr (ZEH + Familienfreundlichkeit). Die Ermäßigung für Familienfreundlichkeit ist jedoch auf die JHF-Kreditprodukte „Kosodate-Shōene-gata" und „Machizukuri-gata" beschränkt. Ob eine Firma diese Zertifizierung erreichen kann, verdient denselben Stellenwert im Vergleich wie der Preis pro Tsubo.

Annahmen und Grenzen der Berechnung

Die bisherigen Zahlen sind ein Ausgangspunkt für die eigene Entscheidung, kein Endergebnis. Die folgenden drei Punkte sollten durch die eigenen Bedingungen ersetzt werden:

  1. Es wird Vollvermietung unterstellt. Leerstandsrisiko und Zahlungsausfälle sind nicht eingerechnet. Rechnen Sie zusätzlich mit einem Abschlag von 5 bis 15 % auf die Mieteinnahmen, angepasst an die tatsächliche Lage am jeweiligen Standort.
  2. Kosten außerhalb der reinen Baukosten fehlen. Planungshonorare, Baugrundverbesserung, Außenanlagen, Grundbuchkosten, Grunderwerbsteuer, Feuerversicherung, Verwaltungsgebühren und Instandhaltungsrücklagen fallen zusätzlich an.
  3. Die Miete ist ein Landesdurchschnitt. Tatsächlich schwankt sie stark nach Bahnhofsnähe, Baujahr und Ausstattung. Ersetzen Sie den Wert durch eigene Recherchen zu vergleichbaren Angeboten in der Zielregion.

Trotzdem hat diese Rechnung einen Nutzen: Sie erlaubt es, die Angebote mehrerer Firmen auf derselben Rechengrundlage nebeneinanderzulegen. Die Wirtschaftlichkeitspläne verschiedener Anbieter beruhen häufig auf unterschiedlichen Annahmen und sind so nicht direkt vergleichbar. Legen Sie deshalb Preis pro Tsubo, Geschossfläche, Anzahl der Einheiten, Miete und Zinssatz selbst fest und setzen Sie darin die Zahlen der jeweiligen Firma ein. Das ist aus unserer Sicht die verlässlichste Methode, sich nicht allein auf Vertriebsunterlagen zu verlassen.

Sieben Prüfpunkte beim Vergleich von Bauunternehmen

Stehen Preis pro Tsubo und Rendite fest, geht es als Nächstes um die Prüfung des Unternehmens selbst. Im Mittelpunkt stehen sieben Punkte, die Sie als Leser mithilfe öffentlicher japanischer Register selbst nachprüfen können – ein Vorteil, den es in dieser Form auch außerhalb Japans nicht überall gibt, da die entsprechenden japanischen Behördenregister kostenlos und ohne Registrierung durchsuchbar sind.

① Angebote nur mit gleicher Geschossfläche und Ausstattung vergleichen / ② Zertifizierbarkeit für langlebiges, hochwertiges Wohngebäude und ZEH

① Den Preis pro Tsubo allein nebeneinanderzulegen, ergibt keinen belastbaren Vergleich. Prüfen Sie stattdessen fünf Punkte einheitlich: Gesamtgeschossfläche, Anzahl der Einheiten, Wohnfläche je Einheit, ob Außenanlagen und Baugrundverbesserung enthalten sind, und ob das Planungshonorar im Gesamtpreis inbegriffen ist. Erst wenn diese fünf Punkte übereinstimmen, vergleichen Sie die Gesamtsumme. Es kommt tatsächlich vor, dass ein niedrigerer Preis pro Tsubo allein daher rührt, dass Außenanlagen und Baugrundverbesserung separat berechnet werden.

② Die Zertifizierung als langlebiges, hochwertiges Wohngebäude wirkt sich gleichzeitig auf drei Punkte aus: Darlehenszins (Ermäßigung um 0,3 Prozentpunkte in den ersten 15 Jahren), Abzugsbetrag bei der Grunderwerbsteuer und Dauer der Grundsteuerermäßigung. Fragen Sie konkret nach der Anzahl bereits erfolgreicher Zertifizierungsanträge der Firma und ob die Antragskosten im Angebot enthalten sind. Zwischen der mündlichen Antwort „das können wir" und einer konkreten Anzahl abgeschlossener Fälle liegt ein erheblicher Unterschied.

③ Baugewerbeerlaubnis und behördliche Sanktionen über die zwei MLIT-Register prüfen / ④ Registrierung als Verwaltungsunternehmen für Mietwohnungen

③ Zwei getrennte Register sind relevant. Ob eine Baugewerbeerlaubnis vorliegt, die Erlaubnisnummer und die zugelassenen Gewerke lassen sich für jede Firma über das Unternehmensinformations-Suchsystem für Bau- und Immobilienunternehmen des MLIT (建設業者・宅建業者等企業情報検索システム) kostenlos abrufen. Behördliche Sanktionen und Verwaltungsmaßnahmen finden sich nicht an derselben Stelle, sondern auf der MLIT-Suchseite für Negativinformationen (ネガティブ情報等検索サイト). Dort lässt sich nach Bauunternehmen, Immobilienmaklern und Verwaltungsunternehmen für Mietwohnungen getrennt suchen; für Immobilienmakler sind Verwaltungsmaßnahmen der letzten fünf Jahre öffentlich einsehbar. Beide Abfragen sind eine Fünf-Minuten-Aufgabe, bevor Sie Vergleichsangebote einholen. Achten Sie zusätzlich auf die Art der Erlaubnis (Ministererlaubnis oder Präfektur-Erlaubnis, allgemein oder spezifisch) sowie auf die zugelassenen Gewerke – daraus lässt sich ablesen, was die Firma selbst ausführt und was sie an Subunternehmer vergibt. Ein direktes deutsches Äquivalent zu diesem zweistufigen, kostenlosen Register gibt es nicht; die Handwerksrolle und das Gewerbezentralregister decken jeweils nur einen Teil dieser Informationen ab.

④ Wird Bau und Verwaltung aus einer Hand angeboten, prüfen Sie die Registrierung als Verwaltungsunternehmen für Mietwohnungen. Nach dem Gesetz zur Ordnung der Mietwohnungsverwaltung (賃貸住宅管理業法) ist die Registrierung beim Minister für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus für Unternehmen mit 200 oder mehr verwalteten Einheiten verpflichtend (unter 200 Einheiten freiwillig). Registrierte Unternehmen müssen einen Geschäftsleiter benennen und Eigentümern die gesetzlich vorgeschriebenen wesentlichen Informationen erläutern – die Registrierung ist damit ein direkter Indikator für das Niveau der Aufklärungspflicht. Auch dieser Status lässt sich über das oben genannte Unternehmensinformations-Suchsystem abrufen.

⑤ Wird Ihnen eine Sublease angeboten? Was nach Artikel 28–31 des Mietwohnungsverwaltungsgesetzes zu prüfen ist

Angebote für eine Generalanmietung (Master Lease, in Japan „Sublease" genannt) unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben durch das Mietwohnungsverwaltungsgesetz. Weil „das wusste ich nicht" hier keine gültige Entschuldigung ist, lohnt sich die Prüfung auf Ebene der einzelnen Paragrafen.

Funktionsweise der Sublease: Grafik des MLIT zu den Vertragsbeziehungen zwischen Eigentümer, Sublease-Unternehmen und Mieter
Funktionsweise der Sublease (zwischen Eigentümer und Sublease-Unternehmen besteht ein Master-Lease-Vertrag, zwischen Sublease-Unternehmen und Mieter ein Sublease-Vertrag) (Quelle: MLIT-Portal zum Mietwohnungsverwaltungsgesetz)

Der Eigentümer schließt unmittelbar nur den Master-Lease-Vertrag ab; Vertragspartner der Mieter ist das Sublease-Unternehmen. Die Zusicherung „auch bei Leerstand fließt Miete" steht deshalb und fällt mit der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens und den konkreten Vertragsklauseln. Anders als etwa bei einer klassischen deutschen Mietgarantie eines Bauträgers, die meist zeitlich befristet ist, laufen japanische Sublease-Verträge oft über Jahrzehnte – ein Umstand, der die folgenden vier Paragrafen besonders wichtig macht:

ParagrafRegelungsinhaltSanktion bei Verstoß
Art. 28 Verbot irreführender WerbungVerbietet wesentlich von der Realität abweichende Angaben zu Mietsumme, Zahlungstermin und -änderung, zur Durchführung und Kostenverteilung der Instandhaltung sowie zu KündigungsbedingungenGeldbuße bis 300.000 Yen (ca. 1.765 EUR)
Art. 29 Verbot unangemessener AnwerbungVerbietet die vorsätzliche Nichtoffenlegung oder Falschdarstellung wesentlicher Informationen wie Mietsenkungsrisiken. Auch Telefon- oder Vertreterbesuche zwischen 21 und 8 Uhr ohne Zustimmung können darunterfallenFreiheitsstrafe bis 6 Monate oder Geldbuße bis 500.000 Yen (ca. 2.940 EUR)
Art. 30 Erläuterung wesentlicher Informationen vor VertragsschlussPflicht, vor Vertragsschluss ein Dokument mit 14 Punkten auszuhändigen und zu erläutern. Zwischen Erläuterung und Vertragsabschluss soll idealerweise etwa eine Woche liegenGeldbuße bis 500.000 Yen (ca. 2.940 EUR)
Art. 31 Aushändigung eines Dokuments bei VertragsschlussPflicht zur Aushändigung eines Dokuments mit 13 Punkten, u. a. Vertragslaufzeit, Miete und weitere Bedingungen, Durchführung und Kostenverteilung der Instandhaltung, Berichtspflichten, vereinbarter Schadenersatz, Haftungsausschlüsse, Verlängerung/Kündigung sowie Rechtsnachfolge bei VertragsendeGeldbuße bis 500.000 Yen (ca. 2.940 EUR)
Überblick über das Mietwohnungsverwaltungsgesetz: Grafik des MLIT zum Registrierungssystem und zur Regulierung von Sublease-Geschäften
Überblick über das Gesetz zur Ordnung der Verwaltung von Mietwohnungen (Registrierungssystem und Maßnahmen zur Ordnung des Sublease-Geschäfts) (Quelle: MLIT-Portal zum Mietwohnungsverwaltungsgesetz, „Erläuterung des Systems")

In der Praxis empfehlen sich drei konkrete Schritte. Erstens: zwischen dem Tag der Erläuterung der wesentlichen Informationen und dem Vertragsdatum mindestens eine Woche verstreichen lassen. Zweitens: sich im Dokument nach Artikel 31 die Punkte „Zeitpunkt und Methode der Mietanpassung" sowie „Kündigungsbedingungen" laut vorlesen lassen und um eine sofort verständliche Erläuterung bitten. Drittens: Einsicht in den Geschäftsbericht und die Bilanz verlangen, die das Sublease-Unternehmen nach Artikel 32 in seiner Geschäftsstelle bereithalten muss. Diese werden innerhalb von drei Monaten nach Ende des Geschäftsjahres erstellt und müssen drei Jahre lang zur Einsicht bereitgehalten werden. Ein Unternehmen, das die Einsicht verweigert, hat keinen Anspruch darauf, mit einer 35-jährigen Generalanmietung betraut zu werden. Für ein grundlegendes Verständnis der Vertragsstruktur lohnt sich zusätzlich Vertragsstruktur und Risiken der Sublease (Generalanmietung).

⑥ Lassen sich Bau und Verwaltung trennen? / ⑦ Ist die Bauweise auch mit Blick auf den Exit durchdacht?

⑥ Es besteht keine Pflicht, die Verwaltung derselben Firma zu übertragen, die gebaut hat. Klären Sie vor Vertragsschluss schriftlich, ob sich Bau und Verwaltung trennen lassen und wie sich Garantie und Inspektionsleistungen im Trennungsfall ändern. Ist eine Trennung vertraglich ausgeschlossen, entspricht die Dauer dieser Klausel faktisch der Bindungsdauer.

⑦ Der Exit beginnt in dem Moment, in dem gebaut wird. Ob ein späterer Käufer eine Finanzierung erhält, hängt von Bauweise, verbleibender Nutzungsdauer und dem Vorhandensein der Bauabnahmebescheinigung ab. Erhalten Sie bei Übergabe die vollständigen Unterlagen zu Baugenehmigung und Bauabnahme, und wie werden Planungsunterlagen und Tragwerksberechnung aufbewahrt? Bleibt das ungeklärt, blockiert es 20 Jahre später möglicherweise die Bank des Käufers beim Verkauf.

Steuern und Finanzierung: die Zahlen, die 2026 gelten

Die Wahl des Bauunternehmens hängt unmittelbar davon ab, wie gut sich Steuervergünstigungen realisieren lassen. Zusammengefasst der Stand August 2026.

Halbierung der Grundsteuer für Neubauten bis 31. März Reiwa 13 verlängert

Die Maßnahme zur Halbierung der Grundsteuer für Neubauten (3 Jahre bei freistehenden Häusern, 5 Jahre bei Wohnanlagen) wurde vom 1. April Reiwa 8 bis zum 31. März Reiwa 13 um fünf Jahre verlängert. Gleichzeitig gibt es zwei Änderungen:

  • Die Mindestwohnfläche für die Förderfähigkeit wurde grundsätzlich auf 40 m² gesenkt (bisher 50 m²). Für überwiegend auf Einzimmerwohnungen ausgerichtete Mietimmobilien ist das eine praktisch bedeutsame Änderung.
  • Gebäude in bestimmten Hochrisikozonen (Hazard Areas) sind von der Förderung ausgeschlossen. Vor Baubeginn sollte über die Hazard-Map der jeweiligen Kommune geprüft werden, in welcher Zone das geplante Grundstück liegt.

Nach Schätzung des MLIT ergibt sich bei einem Neubau im Wert von 25.000.000 Yen (ca. 147.100 EUR) ohne Sonderregelung eine jährliche Grundsteuer von 182.000 Yen (ca. 1.070 EUR), mit Sonderregelung von 91.000 Yen (ca. 535 EUR) – über drei Jahre eine Entlastung von rund 270.000 Yen (ca. 1.590 EUR). Es lohnt sich, diesen Effekt auch der Steuerlast bei unbebautem Grundbesitz gegenüberzustellen, um schneller zu einer Entscheidung zu kommen.

Zertifiziertes langlebiges, hochwertiges Wohngebäude: 13 Mio. Yen Abzug bei der Grunderwerbsteuer

Auch die Sonderregelung für zertifizierte langlebige, hochwertige Wohngebäude wurde bis zum 31. März Reiwa 13 um fünf Jahre verlängert. Der Unterschied zu regulären Wohngebäuden im Überblick:

SteuerartReguläres WohngebäudeZertifiziertes langlebiges, hochwertiges Wohngebäude
Abzug von der Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer12.000.000 Yen (ca. 70.600 EUR)13.000.000 Yen (ca. 76.500 EUR)
Dauer der Grundsteuerermäßigung (freistehendes Haus)3 Jahre5 Jahre
Dauer der Grundsteuerermäßigung (Wohnanlage)5 Jahre7 Jahre
Zinsermäßigung bei Mietwohnungsdarlehenkeineerste 15 Jahre jährlich 0,3 %

Quelle: 国土交通省「令和8年度税制改正概要」 (MLIT, Überblick über die Steuerreform Reiwa 8) (Dezember Reiwa 7), Zinssatz wie oben (Japan Housing Finance Agency)

Für die Zertifizierung müssen Standards zu Alterungsschutz, Erdbebensicherheit, Energieeffizienz, Wartungsfreundlichkeit, Katastrophenschutz und Wohnumfeld erfüllt werden. Ob eine Firma bereits ab der Planungsphase auf diese Zertifizierung hin konstruiert, verändert gleichzeitig Steuerlast, Zins und Exit-Fähigkeit. Auch wenn der Preis pro Tsubo dadurch um einige Zehntausend Yen höher liegt, kann sich diese Variante insgesamt lohnen. Fragen Sie jede Firma nach der Anzahl bereits erfolgter Zertifizierungen und nach der üblichen Dauer vom Antrag bis zur Zertifizierung.

Was für uns den Kern der Wahl eines Bauunternehmens ausmacht

Nach all diesen Zahlen möchten wir zum Schluss auf etwas anderes hinweisen.

Am Ende entscheidet die Frage: „Ist das ein Partner für die lange Strecke?"

Vermietungsbetrieb endet nicht mit der Fertigstellung. Bei Holzbau 22 Jahre, bei Stahlbetonbau 47 Jahre – in dieser Zeit wechseln Mieter mehrfach, der Warmwasserbereiter erreicht sein Austauschintervall, die Fassade muss neu gestrichen werden. Ob man diese lange Zeit gemeinsam mit dem Bauunternehmen bestreiten kann, steht in keiner Preis-pro-Tsubo-Tabelle.

Wir bei INA&Associates株式会社 (INA&Associates K.K.) sind überzeugt, dass Menschen die größte Ressource eines Unternehmens sind – ein Grundsatz, den wir „jinzai" (人財, wörtlich „Menschen als Vermögenswert", ein japanischer Begriff, der bewusst ein anderes Schriftzeichen für „Vermögen/Schatz" verwendet als das gewöhnliche Wort für „Personal") nennen. Ein Gebäude entsteht nach Plan, aber wie mit dem umgegangen wird, was nach der Fertigstellung passiert, hängt vom Urteilsvermögen und der Integrität jedes einzelnen Ansprechpartners ab. Deshalb sollten Sie vor Vertragsschluss nicht nur den Vertriebsmitarbeiter kennenlernen, sondern auch die Person, die nach Fertigstellung Ihr Ansprechpartner sein wird. Schon die einfache Frage „Wie lange sind Sie schon bei dieser Firma?" verändert den Ton der Antwort spürbar.

Ein zweiter Grundsatz, den wir wichtig finden, ist Ehrlichkeit auch bei ungünstigen Zahlen. Dass Prefab-Bauweise bei Holzbau 40,8 % teurer ist, ist für Fertighausanbieter keine bequeme Zahl. Steht dieser Preisdifferenz jedoch eine entsprechende Bauzeitverkürzung und ein entsprechendes Kundendienstsystem gegenüber, sollte auch das offen auf demselben Unterlagenblatt erläutert werden. Eine Firma, die unangenehme Zahlen von sich aus zuerst nennt, verdient Vertrauen.

Die wirtschaftlichste Maßnahme für Investoren, die ein Angebot erhalten haben, ist es, es von einer unabhängigen dritten Partei prüfen zu lassen. Ob Leerstandsquote, Mietrückgangsrate und Instandhaltungskosten im Wirtschaftlichkeitsplan realistisch angesetzt sind, lässt sich von außerhalb der anbietenden Firma oft klarer beurteilen – gerade für internationale Investoren, die die lokalen Marktgepflogenheiten aus der Ferne schwerer einschätzen können als ein japanischer Eigentümer vor Ort. Genau dafür bieten wir unsere Zweitmeinung für Immobilieninvestitionen an.

Zusammenfassung: Nicht der Firmenname entscheidet, sondern Preis pro Tsubo, Rendite und langfristige Betreuung

Für den Vergleich von Bauunternehmen beim Betrieb eines Apartmenthauses oder einer Eigentumswohnanlage lohnt es sich, am Ende diese fünf Punkte festzuhalten:

  1. Der Preis pro Tsubo wird durch die Bauweise bestimmt. 721.000 Yen (ca. 4.240 EUR) für Holzbau, 1.124.000 Yen (ca. 6.610 EUR) für Stahlskelettbau, 1.160.000 Yen (ca. 6.820 EUR) für Stahlbetonbau sind die landesweiten Werte für 2026. Legen Sie zuerst die Bauweise Ihres Projekts fest, bevor Sie ein Unternehmen suchen.
  2. Der Prefab-Aufschlag unterscheidet sich stark nach Bauweise. +40,8 % bei Holzbau, +2,4 % bei Stahlskelettbau, +8,5 % bei Stahlbetonbau. Gerade bei Holz-Apartmenthäusern lohnt sich der Vergleich über mehrere Bauverfahren hinweg besonders.
  3. Die Baukosten sind in fünf Jahren um 36,9 % gestiegen. Wirtschaftlichkeitspläne auf Basis älterer Unterlagen müssen neu aufgestellt werden.
  4. Die Rendite ist bei Holzbau höher, die Laufzeit bei Stahlbetonbau länger. 11,98 % bei Holzbau gegenüber 7,81 % bei Stahlbetonbau ist kein Werturteil, sondern ein Trade-off zwischen 22 und 47 Jahren Nutzungsdauer.
  5. Die Zertifizierbarkeit für ein langlebiges, hochwertiges Wohngebäude verändert Zins, Steuer und Exit gleichzeitig. Das kann stärker wirken als ein Unterschied von wenigen Zehntausend Yen im Preis pro Tsubo.

Und zum Schluss: die Prüfung der Baugewerbeerlaubnis und der Registrierung als Verwaltungsunternehmen im Unternehmensinformations-Suchsystem, die Prüfung behördlicher Sanktionen auf der Suchseite für Negativinformationen, sowie die Kontrolle eines Sublease-Vertrags anhand der Artikel 28 bis 31. Diese drei Schritte kann jeder, kostenlos, vor Vertragsschluss durchführen. Ob bei einer Eigentumswohnanlage oder einem Apartmenthaus – die Qualität der Entscheidung hängt von der Qualität der Informationen ab, auf denen sie beruht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Wie groß ist der Baukostenunterschied zwischen Fertighausanbietern und Baufirmen?

Bei gleicher Bauweise beträgt der Unterschied bei Holzbau rund 40 % (+40,8 %), im Durchschnitt aller Bauweisen 18,4 %. Bei Stahlskelettbau sind es dagegen nur +2,4 %, bei Stahlbetonbau +8,5 %. Nach den Mietimmobiliendaten der MLIT-Baubeginn-Statistik für Reiwa 7 lag Holzbau bei 218.000 Yen/m² im Durchschnitt aller Bauweisen gegenüber 307.000 Yen/m² bei Prefab, Stahlskelettbau bei 340.000 gegenüber 348.000, Stahlbetonbau bei 351.000 gegenüber 381.000. Wichtiger als die verbreitete Faustregel „Fertighausanbieter sind 10 bis 30 % teurer" ist in der Praxis, wie stark sich der Unterschied je nach Bauweise unterscheidet.

F: Was bringt eine höhere Rendite – ein Apartmenthaus oder eine Eigentumswohnanlage?

Die Bruttorendite fällt beim Holz-Apartmenthaus höher aus: 11,98 % bei 200 m² Geschossfläche und 8 Einheiten gegenüber 7,81 % bei einer RC-Wohnanlage mit 600 m² und 20 Einheiten (jeweils mit Landesdurchschnitt für Baupreis pro m² und durchschnittlicher Miete privater Mietwohnungen berechnet, Grundstück im Eigentum, Vollvermietung unterstellt). Die gesetzliche Nutzungsdauer beträgt jedoch bei Holzbau 22 Jahre gegenüber 47 Jahren bei Stahlbetonbau, was sich auf die jährliche Abschreibung und die mögliche Darlehenslaufzeit auswirkt. Höhere Rendite und längere Nutzungsdauer stehen zur Wahl – nicht beides gleichzeitig.

F: Von wie vielen Firmen sollte ich Angebote einholen?

Realistisch sind etwa drei Firmen. Wichtiger als die Anzahl ist, dass alle Angebote auf denselben Annahmen beruhen: Fordern Sie Angebote mit einheitlicher Vorgabe zu Geschossfläche, Anzahl der Einheiten, Wohnfläche je Einheit, Behandlung von Außenanlagen und Baugrundverbesserung sowie Aufschlüsselung des Planungshonorars an. Da die Baukosten in fünf Jahren um 36,9 % gestiegen sind, sollten die Angebote außerdem im selben Zeitraum eingeholt werden. Prüfen Sie vorab im MLIT-Unternehmensinformations-Suchsystem die Erlaubnisnummern und auf der Suchseite für Negativinformationen die behördlichen Sanktionen jeder Firma – das schafft eine vergleichbare Ausgangsbasis.

F: Sollte man von einem Sublease-Vertrag lieber absehen?

Ein Sublease-Vertrag ist nicht pauschal abzulehnen, aber die zu prüfenden Klauseln sind klar definiert. Nach dem Mietwohnungsverwaltungsgesetz sind irreführende Werbung (Artikel 28) und unangemessene Anwerbung (Artikel 29) verboten; die Erläuterung wesentlicher Informationen vor Vertragsschluss (Artikel 30, 14 Punkte) und die Aushändigung eines Dokuments bei Vertragsschluss (Artikel 31, 13 Punkte) sind Pflicht. Prüfen Sie insbesondere die Punkte „Zeitpunkt und Methode der Mietanpassung" sowie „Kündigungsbedingungen" schriftlich, und lassen Sie zwischen der Erläuterung der wesentlichen Informationen und dem Vertragsschluss etwa eine Woche verstreichen. Kalkulieren Sie von vornherein damit, dass die garantierte Miete im Rahmen regelmäßiger Überprüfungen gesenkt werden kann.

F: Sollte man angesichts steigender Baukosten mit dem Baubeginn warten?

Dass die Kosten wieder sinken, lässt sich nicht sicher vorhersagen – zwei Anhaltspunkte für die Entscheidung: Erstens sind die Baukosten pro Quadratmeter für Mietimmobilien durchgehend gestiegen: 214.000 Yen (Reiwa 2), 230.000 Yen (Reiwa 4), 270.000 Yen (Reiwa 6), 293.000 Yen (Reiwa 7). Zweitens sanken die Baubeginne bei Mietimmobilien im Jahr Reiwa 7 auf 324.991 Einheiten – das dritte Rückgangsjahr in Folge. Dass die Kosten trotz sinkender Baubeginne nicht fallen, deutet darauf hin, dass der Preisanstieg eher durch Material- und Personalkosten als durch Nachfrage getrieben ist. Der Referenzzins der JHF liegt im August Reiwa 8 bei 3,94 % (35 Jahre, Festzins). Wer sich für Abwarten entscheidet, sollte sowohl den entgangenen Mietertrag während der Wartezeit als auch das Zinsänderungsrisiko einrechnen.

F: Muss die Verwaltungsfirma nach der Fertigstellung dieselbe sein wie das Bauunternehmen?

Nein, das ist nicht notwendig. Es ist möglich, den Bau einem Fertighausanbieter und die Verwaltung einer separaten, spezialisierten Verwaltungsfirma zu übertragen. Bei Verträgen mit gekoppelter Generalanmietung und Langzeitgarantie kann sich jedoch durch einen Wechsel der Verwaltung die Garantiebedingung ändern. Klären Sie vor Vertragsschluss schriftlich, ob eine Trennung möglich ist und was sich im Trennungsfall ändert.

Quellen und weiterführende Materialien

Die Rechenbeispiele in diesem Artikel basieren auf öffentlichen Daten und sind überschlägige Kalkulationen. Für steuerliche und finanzierungsbezogene Entscheidungen zu Ihren individuellen Grundstücksbedingungen und Ihrer persönlichen Einkommenssituation konsultieren Sie bitte einen Steuerberater und Ihre finanzierende Bank. Dieser Artikel beschreibt ein japanisches Marktsegment, das für DACH-Investoren keine unmittelbare Entsprechung im Heimatmarkt hat – lassen Sie sich zusätzlich von einem auf grenzüberschreitende Immobilieninvestitionen spezialisierten Berater begleiten, bevor Sie eine Kapitalentscheidung treffen.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEO — INA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte