Skip to content
Real Estate Intelligence
ManagementINA NETWORK

Vom Mietkonferenzraum zum Satellitenbüro: Japans Ertragsstrategie für Gewerbeimmobilien

Wie aus japanischen Mietkonferenzräumen (kashi-kaigishitsu) Satellitenbüros wurden – vom Hintergrund über Kostenrichtwerte und Herausforderungen für Unternehmen bis zur Umnutzung ungenutzter Flächen und der Investitionsperspektive der Eigentümer, umfassend erklärt aus Sicht von INA für DACH-Investoren.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 6 Min. Lesezeit

Der klassische Mietkonferenzraum in Japan – auf Japanisch kashi-kaigishitsu (貸会議室, wörtlich „vermieteter Besprechungsraum“), ein stunden- oder tageweise gebuchter Raum für Meetings und Seminare – wandelt sich derzeit grundlegend: Er wird zunehmend als dauerhaft genutzter Satellitenstandort und dezentrales Büro von Unternehmen belegt. Für Eigentümer von Gewerbeflächen, die kaum noch langfristige Mieter binden können, ist diese Entwicklung ein Signal, das man nicht übersehen sollte – denn sie eröffnet eine realistische Möglichkeit, ungenutzte Flächen zu monetarisieren. Auch wir, die INA&Associates K.K., erleben in der täglichen Praxis von Mietverwaltung und Immobilieninvestment, dass es sich hierbei nicht um einen kurzlebigen Trend handelt, sondern um eine strukturelle Verschiebung. Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum ist dabei wichtig: In der DACH-Region existiert kein direktes Pendant zum japanischen kashi-kaigishitsu-Markt – flexible Flächen firmieren hier meist als Coworking-Spaces oder Serviced Offices unter Anbietern wie Regus oder WeWork, während in Japan ein eigenes, historisch gewachsenes Segment gewerblicher Raumvermietung diese Funktion übernimmt.

Dieser Beitrag ordnet zunächst ein, warum japanische Mietkonferenzräume überhaupt zu Büros wurden – Hintergrund und Kern der Entwicklung. Anschließend erläutern wir umfassend die Kostengrößen, Abläufe, Fallstricke und schließlich die Investitionsperspektive, jeweils getrennt aus Sicht der nutzenden Unternehmen und aus Sicht der Eigentümer. Die genannten Zahlen sind ausdrücklich als Marktrichtwerte zu verstehen; die tatsächliche Entscheidung sollte stets auf Basis der konkreten Lage und der individuellen Vertragsbedingungen getroffen werden. Sämtliche Yen-Beträge rechnen wir für die Orientierung in Euro um (Kurs rund 170 JPY je Euro; 10.000 Yen entsprechen damit etwa 59 €).

Warum japanische Mietkonferenzräume plötzlich als Büros dienen

Ursprünglich diente der kashi-kaigishitsu vor allem der punktuellen Nutzung: Besprechungen, Schulungen, Seminare, Veranstaltungen. Doch mit der Verbreitung von Telearbeit und der Ausdifferenzierung der Arbeitsformen veränderte sich das Bürobild der Unternehmen von Grund auf. Die Annahme, dass sich alle Beschäftigten in einer einzigen Zentrale versammeln, löste sich auf – und stattdessen trat das Bedürfnis in den Vordergrund, Standorte zu verteilen und so die Kontinuität des Geschäftsbetriebs abzusichern. Anders als in vielen deutschen Unternehmen, wo Homeoffice-Regelungen oft über den Betriebsrat kollektiv verhandelt werden, entwickelte sich diese Dezentralisierung in Japan stärker anbietergetrieben, also aus dem Markt für flexible Flächen heraus.

Wie veränderte Arbeitsformen eine neue Nachfrage schufen

Die Phase des verbreiteten Homeoffice während der Pandemie brachte vielen Unternehmen die Erkenntnis, dass „der Betrieb auch dann läuft, wenn nicht täglich alle im Büro erscheinen“. Zugleich blieben aber Probleme bestehen: Zuhause fällt konzentriertes Arbeiten oft schwer, und die Informationssicherheit lässt sich nur schwer gewährleisten. Gerade deshalb wuchs das Interesse an einem dritten Ort zwischen Wohnung und Zentrale – dem Satellitenbüro. Für DACH-Leser lohnt der Vergleich: Während in Deutschland, Österreich und der Schweiz der Weg häufig direkt vom Homeoffice zurück in ein hybrides Zentralbüro führt, etablierte sich in Japan verstärkt diese Zwischenlösung wohnortnaher Kleinstandorte.

Der Geschäftsmodellwandel der Betreibergesellschaften

Da auch die Nachfrage nach Besprechungsräumen selbst zeitweise einbrach, gerieten die Betreiber von Mietkonferenzräumen in eine Krise sinkender Auslastung. Sie definierten ihre bestehenden Konferenz- und Bankettsäle daraufhin als Arbeitsflächen für Unternehmen neu und verlagerten ihren Schwerpunkt auf Angebote, die monats- oder wochenweise vermietet werden. Man kann geradezu sagen: Die Krise wurde zum Auslöser, aus der „punktuellen Raumvermietung“ einen „dauerhaft genutzten Arbeitsstandort“ zu machen. Für internationale Investoren ist dieser Pivot bemerkenswert, weil er zeigt, wie schnell sich japanische Betreiber von einem transaktionalen zu einem wiederkehrenden Erlösmodell bewegten – ein Signal für die Anpassungsfähigkeit des Segments.

Die wichtigsten Formen von Mietkonferenzräumen und Flexible Offices

Auch wenn man pauschal von „Flexible Office“ spricht, unterscheiden sich die Ausprägungen je nach Vertragsform und Grad der Exklusivität erheblich. Die Wahl der zum eigenen Zweck passenden Form entscheidet über die Wirtschaftlichkeit.

FormGrad der ExklusivitätÜbliche VertragseinheitGeeigneter Zweck
Stundenweiser KonferenzraumGemeinschaftlich (Buchung je Nutzung)Stunde / TagEinzelne Besprechungen, Gespräche, Schulungen
Satellitenbüro (Gemeinschaftsplätze)Gemeinschaftlich (Free Address)Monat / TagTemporäre Nutzung durch Außendienst, Standortverteilung
Coworking SpaceGemeinschaftlich + teils EinzelräumeMonatsmitgliedschaftKleine Teams, Start-ups
Privater Einzelraum (Serviced Office)ExklusivMonat / JahrVertrauliche Arbeit, dauerhafter Standort
Klassisches MietbüroExklusivJahr (mehrjährig)Große Teams, langfristige Zentralfunktion

Je näher am stundenweisen Modell, desto geringer sind Anfangskosten und Bindung; je höher der Grad der Exklusivität, desto stärker steigen Vertraulichkeit und Stabilität – dafür aber auch Kosten und Vertragslaufzeit. Ein Begriff verdient hier eine Erläuterung für DACH-Leser: Free Address (フリーアドレス, ein japanisch-englisches Kunstwort für das Prinzip fester Anwesenheit ohne feste Platzzuweisung) entspricht weitgehend dem, was im deutschsprachigen Raum als „Desksharing“ oder „Hot Desking“ bekannt ist. Zu bestimmen, wie viel Exklusivität und Flexibilität wirklich gebraucht wird, ist der Ausgangspunkt jeder Auswahl.

Vorteile der Büronutzung für Unternehmen und Kostengrößen

Geschwindigkeit der Einführung und Kostenstruktur

Beim klassischen Mietbüro sind die Anfangslasten hoch – Kaution (shikikin), Schlüsselgeld (reikin, in Japan eine nicht rückzahlbare Zahlung an den Vermieter ohne europäisches Pendant), Maklerprovision, Innenausbau, Möblierung –, und es ist keine Seltenheit, dass vom Vertragsabschluss bis zur tatsächlichen Nutzung mehrere Monate vergehen. Demgegenüber besteht der größte Vorteil des Büros nach Art des Mietkonferenzraums darin, dass die Anfangskosten deutlich gesenkt werden und die Nutzung binnen kurzer Zeit beginnen kann, weil Kommunikationsinfrastruktur und Mobiliar bereits vorhanden sind. Für deutschsprachige Leser ist der Kontrast aufschlussreich: Während in Deutschland eine Mietkaution gesetzlich auf maximal drei Nettokaltmieten begrenzt und voll rückzahlbar ist, sind japanische reikin-Zahlungen dauerhaft verloren – was flexible Formate finanziell umso attraktiver macht.

Die Kosten variieren stark nach Gebiet, Grad der Exklusivität und Vertragslaufzeit; als Marktrichtwert werden jedoch häufig die folgenden Größenordnungen genannt. Es handelt sich ausdrücklich um Näherungswerte, das konkrete Angebot ist je Einrichtung zu prüfen.

NutzungsformKostenrichtwert (je Person)Anfangskosten
Drop-in (Nutzung je Bedarf)einige tausend Yen pro Tag (ca. 18–30 €)grundsätzlich keine
Monatstarif Gemeinschaftsplatzeinige Zehntausend Yen pro Monat (ca. 120–290 €)tendenziell gering
Tarif privater Einzelraumje nach Größe und Lage schwankendKaution o. Ä. kann anfallen
Klassisches Mietbüroje nach Fläche und Mietpreis pro Einheitmehrere Monatsmieten + Ausbaukosten

Flexibilität und Senkung des unternehmerischen Risikos

Da sich die Vertragslaufzeit kurz ansetzen lässt, können Standorte je nach Expansion oder Verkleinerung des Geschäfts beweglich hinzugenommen oder reduziert werden. Bei projektförmigen Vorhaben mit schwer planbarem Personalbedarf oder in neuen Gebieten, in denen erst der Markteintritt erprobt wird, ist es eine große betriebswirtschaftliche Beruhigung, Fixkosten an variable Kosten anzunähern. Auch ausstattungsseitig sind Konferenztechnik, schnelle Leitungen und Empfangsdienste vorhanden, sodass der Aufwand für den Start entfällt. Für einen internationalen Investor bedeutet dies zugleich: Wer in Japan über Standortstrategien nachdenkt, kann mit flexiblen Formaten das Eintrittsrisiko in einen unbekannten Teilmarkt testen, bevor er langfristiges Kapital bindet.

Herausforderungen und Gegenmaßnahmen bei Bürodezentralisierung und Satellitennutzung

So hoch der Komfort ist – die Verteilung von Standorten bringt auch eigene Schwierigkeiten mit sich. Vor der Einführung empfiehlt es sich, die Streitpunkte zu erfassen und stets gemeinsam mit den Gegenmaßnahmen zu betrachten.

HerausforderungInhaltWesentliche Gegenmaßnahme
Freigabe- und Siegel-AbläufeBei verteilten Standorten stocken Genehmigungsvorlage (ringi) und Stempelung (hanko) leichtElektronische Signatur, Digitalisierung der Workflows
InformationssicherheitUmgang mit vertraulichen Informationen in GemeinschaftsräumenWahl von Einzelraum/Schallschutz, VPN, Sichtschutz gegen Bildschirmeinblick
KommunikationWeniger Präsenzgelegenheiten schwächen die AbstimmungRegeln für Online-Meetings und Chat schaffen
KostenkontrolleKosten je Standort sind schwer zu überblickenSichtbarmachung der Nutzung und regelmäßige Bestandsaufnahme

Besonders bei Arbeit mit hoher Vertraulichkeit ist die Entscheidung wichtig, statt gemeinschaftlicher Free-Address-Plätze einen abschließbaren Einzelraum zu wählen. Hier zeigt sich ein japanisches Spezifikum, das DACH-Leser überrascht: Der ringi (稟議) ist ein von unten nach oben zirkulierendes Genehmigungsverfahren, bei dem ein Dokument nacheinander von mehreren Verantwortlichen mit dem persönlichen hanko-Siegel (判子) abgezeichnet wird – anders als die in Deutschland übliche Einzelunterschrift des Entscheidungsträgers. Wird nur nach dem Preis ausgewählt, kann es geschehen, dass später zusätzliche Kosten für Sicherheitsmaßnahmen hinzukommen.

Umnutzung von Gewerbeflächen aus Sicht von Eigentümern und Investoren

Der Gedanke, ungenutzte Flächen zu monetarisieren

Für Eigentümer von Gewerbegebäuden, die unter dem Auszug von Mietern oder langanhaltendem Leerstand leiden, kann der Weg, wenig ausgelastete Etagen als Flexible Office zu betreiben, ein Mittel sein, um Auslastung und Ertrag wieder aufzurichten. Indem man auf Kurzverträge setzt, lässt sich das Abhängigkeitsrisiko von einem einzelnen Mieter senken und zugleich eine Struktur schaffen, in der Erträge von mehreren Nutzern zusammenkommen. Verglichen mit dem stark mieterschutzgeprägten Wohnungsmarkt in Deutschland, wo Kündigungsschutz und Mietpreisbremse langfristige Bindungen begünstigen, verschafft der gewerbliche Kurzvertragsansatz in Japan dem Eigentümer eine bemerkenswerte Beweglichkeit bei der Umnutzung.

Punkte, die bei der Investitionsentscheidung zu prüfen sind

Allerdings ist dies zugleich ein Geschäft, das Sachinvestitionen und Betriebs-Know-how erfordert. Wenn wir zu Investitionsentscheidungen beraten werden, weisen wir stets darauf hin, folgende Streitpunkte nüchtern abzuwägen. Auch die Nachteile ehrlich zu benennen, ist unsere durchgängige Haltung.

  • Lage und Tiefe der Nachfrage: Je verkehrsgünstiger das Gebiet, desto leichter lässt sich die Auslastung sichern; in Randlagen erfordert die Kundengewinnung besondere Anstrengungen.
  • Anfangsinvestition und Amortisationszeit: Über welchen Zeitraum die Investitionen in Ausbau, Kommunikation, Mobiliar und Empfang wieder hereingeholt werden, wird vorab kalkuliert.
  • Betriebsorganisation: Eigenbetrieb oder Pauschalvermietung an eine Betreibergesellschaft (Sublease-Modell)? Wo das Betriebsrisiko liegt, verändert die Rentabilität.
  • Nutzung und Rechtsvorschriften: Ob die Nutzungskategorie des Gebäudes sowie die Anforderungen an Brand- und Feuerschutz erfüllt sind, prüfen wir gemeinsam mit Fachleuten.

Vergleich von Eigenbetrieb und Pauschalvermietung

ModellErtragsobergrenzeBetriebsrisikoAufwand
Eigenbetriebhoch (an Auslastung gekoppelt)trägt der Eigentümergroß
Pauschalvermietung an Betreibergesellschaftstabil, aber Obergrenze gedämpftträgt die Betreibergesellschaftgering

Ob man den Aufwand auf sich nimmt, um Ertragsspielraum nach oben zu suchen, oder ob man Stabilität priorisiert und den Betrieb übergibt – hierauf gibt es keine allgemeingültige Antwort; die beste Lösung ändert sich je nach Investitionsstrategie des Eigentümers und Eigenschaften der Immobilie. Für DACH-Investoren ist das Sublease-Modell besonders interessant, weil es funktional dem aus dem deutschen Hotel- und Gewerbebereich bekannten Pacht- oder Management-Vertrag ähnelt: planbare, aber gedeckelte Erträge im Tausch gegen abgegebenes operatives Risiko.

Praxisschritte bei der Umnutzung ungenutzter Objekte

Wenn eine Gewerbefläche tatsächlich in ein Flexible Office umgewandelt werden soll, geht man die Prüfung grob in der folgenden Reihenfolge an. Keinen Arbeitsschritt zu überspringen und sowohl Rechtsvorschriften als auch Wirtschaftlichkeit früh zu klären, verhindert Fehlschläge.

  1. Nachfrageanalyse: Unternehmensdichte im Umfeld, Verkehrsanbindung und Konkurrenzeinrichtungen prüfen und die erwarteten Nutzer skizzieren.
  2. Wirtschaftlichkeitsrechnung: Aus erwarteter Auslastung, Preisen, Anfangsinvestition und Betriebskosten die Amortisationszeit berechnen.
  3. Prüfung von Recht und Nutzung: Nutzungsänderung sowie Brand- und Feuerschutzanforderungen gemeinsam mit Fachleuten kontrollieren. Ab einer bestimmten Größe kann bei einer Nutzungsänderung ein baurechtlicher Bestätigungsantrag (kakunin-shinsei, das japanische Baugenehmigungsverfahren) erforderlich werden.
  4. Ausstattungsplanung: Einzelräume, Schallschutz, Kommunikation, Mobiliar und Sicherheit auf die Vertraulichkeitsanforderungen der erwarteten Nutzer abstimmen.
  5. Festlegung der Betriebsform: Eigenbetrieb oder Pauschalvermietung entscheiden und Vertrag sowie Betriebsregeln aufsetzen.
  6. Kundengewinnung und Verbesserung: Preise und Layout laufend anpassen und dabei die Auslastung im Blick behalten.

Anzumerken ist, dass die Anforderungen zu Nutzungsänderung und Brandschutz stark einzelfallabhängig sind und grundsätzlich die Rückfrage bei einem Architekten oder der zuständigen Feuerwehrbehörde voraussetzen. An dieser Stelle sollte man nichts pauschal behaupten, sondern unbedingt die Prüfung durch Fachleute einschieben. Für internationale Investoren ist zu beachten, dass die japanische Nutzungskategorisierung von Gebäuden (yōto-chiiki, Flächennutzungszonen nach dem Stadtplanungsgesetz) eigenen Regeln folgt, die sich nicht ohne Weiteres auf das deutsche Bauplanungsrecht übertragen lassen.

Mit der Verfestigung des hybriden Arbeitens schreitet die Verschiebung vom „festen Büro mit täglicher Anwesenheit“ hin zum „Flexible Office, das nach Bedarf genutzt wird“ voran. Während die Nachfrage nach großflächigen festen Büros teilweise schrumpft, entwickelt sich die Nachfrage nach standortverteilten und flexibel nutzbaren Formen robust – diese Polarisierung dürfte noch eine Weile anhalten. Ein ähnliches Muster zeigt sich in den Bürolagen von Frankfurt, München oder Zürich, doch die japanische Besonderheit liegt im Zusammenspiel aus dichter urbaner Bahninfrastruktur und einem eigenständigen Segment gewerblicher Raumvermietung, das diese Zwischenformate besonders schnell hervorbringt.

Wir begreifen diesen Wandel nicht als Bedrohung, sondern als Chance für Immobilieneigentümer. Aus langfristiger Perspektive entscheidet der Gedanke, Raum nicht nur zu „vermieten“, sondern „samt Nutzungsweise anzubieten“, künftig über die Wettbewerbsfähigkeit von Gewerbeimmobilien. Und getragen wird dieser Betrieb weder von Regelwerken noch von Ausstattung, sondern von Menschen, die vor Ort den Nutzern begegnen. Unsere Überzeugung, dass der Mensch das größte Kapital ist – auf Japanisch jinzai (人財, „Menschen als Vermögenswert“, bewusst mit dem Schriftzeichen für „Vermögen“ statt des üblichen „Talent“ geschrieben) –, gewinnt gerade in diesem neuen Bürozeitalter noch weiter an Gewicht.

Die Perspektive von INA&Associates

Wir legen aus den beiden Blickwinkeln von Mietverwaltung und Immobilieninvestment Wert darauf, den Vermögenswert der Eigentümer langfristig zu steigern. Die Umnutzung zum Flexible Office ist eine attraktive Option, doch es ist ebenso Tatsache, dass sie mit Anfangsinvestition und Betriebsrisiko einhergeht. Gerade deshalb wünschen wir uns, dass man nicht allein wegen der kurzfristigen Rendite zugreift, sondern erst nach nüchterner Beurteilung von Lage, Nachfrage und Betriebsorganisation entscheidet.

Ohne Furcht vor dem Scheitern ein neues Modell zu wagen und unbesonnen voranzustürmen, ist zweierlei. Wir benennen ehrlich sowohl die guten als auch die schlechten Seiten und suchen gemeinsam mit dem Eigentümer den optimalen Weg. Breitere Analysen zu Immobilienmarkt, Investment und Verwaltung veröffentlichen wir fortlaufend auch in der Kategorie ina-network.

Häufig gestellte Fragen

Welche Kostengröße gilt für die Nutzung eines Mietkonferenzraums als Satellitenbüro?

Sie unterscheidet sich stark nach Gebiet und Grad der Exklusivität. Bei Nutzung je Bedarf werden häufig einige tausend Yen pro Tag (ca. 18–30 €) genannt, bei Monatstarifen für Gemeinschaftsplätze einige Zehntausend Yen pro Person und Monat (ca. 120–290 €). Charakteristisch ist, dass sich die Anfangskosten gegenüber dem klassischen Büro leichter senken lassen; den tatsächlichen Betrag prüfen Sie jedoch bitte je Einrichtung im Angebot.

Worin unterscheiden sich ein Mietkonferenzraum und ein eigenes Satellitenbüro?

Der Mietkonferenzraum wird grundsätzlich stunden- oder tageweise von mehreren Unternehmen gemeinsam genutzt und punktet weniger mit Vertraulichkeit als mit Unkompliziertheit. Das eigene Satellitenbüro ist ein vom Unternehmen exklusiv belegter Standort und eignet sich für Sicherheit und dauerhafte Nutzung. Als Zwischenform nimmt auch die Option zu, einen Einzelraum mit exklusivem Vertrag zu nutzen.

Was ist nötig, um ein ungenutztes Gewerbeobjekt in ein Büro umzunutzen?

Grundlage sind Kommunikationsleitungen, Ausbau zu Einzelräumen oder Schallschutz, Mobiliar und Sicherheitsausstattung. Hinzu kommt unverzichtbar die Prüfung, ob die Nutzungskategorie des Gebäudes sowie die Anforderungen an Brand- und Feuerschutz erfüllt sind. Da ab einer bestimmten Größe bei einer Nutzungsänderung ein baurechtlicher Bestätigungsantrag (kakunin-shinsei) erforderlich werden kann, empfehlen wir, grundsätzlich Fachleute wie einen Architekten hinzuzuziehen.

Rechnet sich das Flexible Office als Investition?

Das Ergebnis ändert sich stark nach Lage, Tiefe der Nachfrage, Ausstattungsniveau und Betriebsform. In verkehrsgünstigen Innenstadtlagen lässt sich die Auslastung tendenziell leichter sichern, in Randlagen erfordert die Kundengewinnung besondere Anstrengungen. Wichtig ist, die Amortisationszeit der Anfangsinvestition vorab zu berechnen und – einschließlich der Frage nach Eigenbetrieb oder Pauschalvermietung – ganzheitlich zu entscheiden.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEO — INA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte