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Ablauf eines Wohnungskaufs in Japan aus Praxissicht: Objektprüfung, Wohnungsdarlehen, Vertrag und Schritte nach der Übergabe

## Der Ablauf eines Wohnungskaufs beginnt schon „vor der Suche“

Zuletzt aktualisiert: Etwa 8 Min. Lesezeit

Der Ablauf eines Wohnungskaufs beginnt schon „vor der Suche“

Der Kauf einer Eigentumswohnung in Japan ist nicht mit den drei Schritten „Objekt suchen, Vertrag unterschreiben, Übergabe erhalten“ erledigt. In der Praxis hängen viele Punkte zusammen: Finanzierungsplanung vor der Objektsuche, Prüfung des Verwaltungszustands, Kreditprüfung, Jūyō Jikō Setsumei (重要事項説明, Erklärung wichtiger Vertrags- und Objektdetails vor Vertragsabschluss), Kaufvertrag, Zahlung und Übergabe sowie die laufende Belastung durch Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklage nach dem Einzug.

Gerade bei gebrauchten Eigentumswohnungen in Japan beeinflussen nicht nur die Innenausstattung der Einheit, sondern auch die Verwaltung des gesamten Gebäudes und der Instandhaltungsplan den künftigen Wohnkomfort und den Vermögenswert. Auch wenn der Kaufpreis innerhalb des Budgets liegt, können nach dem Kauf zusätzliche Belastungen entstehen, wenn die Instandhaltungsrücklage zu niedrig ist, Zweifel an der Arbeit der Kanri Kumiai (管理組合, Eigentümergemeinschaft beziehungsweise Verwaltungsverband des Gebäudes) bestehen oder größere Sanierungen zeitlich und finanziell schwer einschätzbar sind.

Für Anleger aus der DACH-Region ist wichtig: Der japanische Eigentumswohnungsmarkt funktioniert in vielen Details anders als Deutschland, Österreich oder die Schweiz. Die laufenden Kosten über Kanrihi (管理費, monatliche Verwaltungskosten) und Shūzen Tsumitatekin (修繕積立金, Instandhaltungsrücklage) sind oft klar monatlich ausgewiesen, ersetzen aber keine gründliche Prüfung, ob die Rücklage für kommende Großsanierungen tatsächlich reicht.

Zunächst hilft es, den gesamten Ablauf wie folgt zu erfassen.

Phase Hauptmaßnahmen Prüfpunkte zur Fehlervermeidung
Vorbereitung vor dem Kauf Budget, Wunschkriterien und Kreditstrategie ordnen Nicht vom maximal finanzierbaren Betrag ausgehen, sondern vom tragbaren Rückzahlungsbetrag
Objektprüfung Lage, Preis, Verwaltungszustand und Sanierungshistorie vergleichen Nicht nur die Wohnung, sondern auch Gemeinschaftsflächen und Verwaltungsunterlagen prüfen
Kaufantrag Kaufantrag einreichen und Bedingungen verhandeln Preis, Übergabetermin, zurückbleibende Gegenstände und Kreditklausel prüfen
Kreditprüfung Vorprüfung und Hauptprüfung des Darlehens durchlaufen Zinssatztyp, Gruppenlebensversicherung und Rückzahlung inklusive Nebenkosten betrachten
Vertrag Erklärung wichtiger Punkte und Kaufvertrag prüfen Nicht unterschreiben oder stempeln, solange Fragen offen sind
Zahlung und Übergabe Restkaufpreis zahlen, Grundbucheintragung veranlassen, Schlüssel erhalten Erforderliche Unterlagen und Überweisungsablauf vor dem Termin prüfen
Nach der Übergabe Adressänderung, Verfahren bei der Eigentümergemeinschaft und steuerliche Schritte erledigen Laufende Kosten nach Einzug, Sanierungspläne und mögliche Wohnungsdarlehensabzüge prüfen

Beim Wohnungskauf ist nicht entscheidend, möglichst schnell zu entscheiden. Entscheidend ist, vor schwer rückgängig zu machenden Entscheidungen alle Informationen zusammenzutragen, die geprüft werden müssen.

STEP1: Vor dem Kauf Budget und Prioritäten festlegen

Als Erstes sollte nicht der Objektpreis, sondern das Gesamtbudget festgelegt werden. Beim Kauf einer Eigentumswohnung fallen neben dem Kaufpreis Maklergebühren, Registrierungskosten, Kosten im Zusammenhang mit dem Wohnungsdarlehen, Feuerversicherung, anteilige Abrechnung von Grundsteuer und Stadtplanungssteuer sowie anteilige Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklagen an.

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen können zusätzlich Renovierungskosten erforderlich sein. Auch wenn ein Objekt auf den ersten Blick günstig wirkt, kann sich der Abstand zu Neubauten oder jüngeren Objekten verringern, wenn Austausch von Bad und Küche, Boiler, Reparaturen an Boden und Wänden oder eine Überprüfung der elektrischen Kapazität hinzukommen.

Bei der Budgetplanung sollten die folgenden drei Punkte getrennt betrachtet werden.

  • Barmittel, die als Eigenkapital eingesetzt werden können
  • Barmittel, die für Nebenkosten und Umzug zurückbehalten werden
  • Wohnungsdarlehensbetrag, der monatlich ohne Überlastung zurückgezahlt werden kann

Wichtig ist der Unterschied zwischen dem Betrag, den ein Finanzinstitut theoretisch finanziert, und dem Betrag, der bei stabilem Lebensstandard tatsächlich tragbar ist. Ausbildungskosten, Auto, Pflege der Eltern, Jobwechsel, steigende Zinsen sowie Erhöhungen von Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklagen können dazu führen, dass ein Kauf am maximalen Kreditlimit schnell die finanzielle Flexibilität nimmt.

Vor der Objektsuche sollten auch die Wunschkriterien geordnet werden. Es gibt nicht viele Objekte, die alle Kriterien erfüllen: Entfernung zum Bahnhof, Größe, Baujahr, Etage, Ausrichtung, Schulbezirk, Haustierregelung, Parkplatz, Renovierungsmöglichkeiten. Wenn unverzichtbare Kriterien und preisabhängig verhandelbare Kriterien getrennt werden, bleibt die Entscheidung bei Besichtigungen stabiler.

Wer vorab ein Gefühl für die Darlehensbelastung gewinnen möchte, findet ergänzende Hinweise unter Warum vor dem Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung eine Wohnungsdarlehenssimulation sinnvoll ist.

STEP2: Bei der Objektsuche zuerst den Verwaltungszustand prüfen, nicht den Preis

Eine Eigentumswohnung bedeutet nicht nur den Kauf der Sondereigentumseinheit. Flure, Eingang, Aufzug, Außenwände, Dach, Wasser- und Abwasserleitungen sowie andere gemeinschaftliche Teile müssen gemeinsam mit den übrigen Wohnungseigentümern erhalten werden.

Deshalb bleibt das Kaufrisiko hoch, wenn die Innenausstattung schön ist, die Verwaltung aber schwach. Bei der Besichtigung sollten nicht nur die Räume, sondern auch die Gemeinschaftsflächen geprüft werden. Aushänge, Müllplatz, Fahrradstellplätze, Briefkästen, Eingang und Reinigungszustand der Flure zeigen oft recht deutlich, wie das Gebäude tatsächlich verwaltet wird.

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen ist entscheidend, ob die folgenden Unterlagen geprüft werden können.

Zu prüfende Unterlage Worauf zu achten ist Warnsignale
Chōki Shūzen Keikaku (長期修繕計画, langfristiger Instandhaltungsplan) Geplante Großsanierungen, Entwicklung der Instandhaltungsrücklage Plan ist alt oder wurde nicht aktualisiert
Sanierungshistorie Arbeiten an Außenwand, Dachabdichtung, Wasser-/Abwasserleitungen, Aufzug Notwendige Sanierungen wurden verschoben
Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklage Monatsbetrag, Rückstände, geplante künftige Erhöhungen Rücklage ist zu niedrig, viele Zahlungsrückstände
Verwaltungsordnung und Nutzungsregeln Haustiere, Minpaku (民泊, kurzzeitige Vermietung), Büronutzung, Renovierungsbeschränkungen Passt nicht zum eigenen Nutzungszweck
Protokolle der Eigentümerversammlung Diskussionen, Konflikte, Sanierungspolitik der Eigentümergemeinschaft Größere Probleme bleiben ungelöst

Objekte mit niedriger Instandhaltungsrücklage wirken monatlich günstiger. Wenn die Rücklage für notwendige Sanierungen nicht ausreicht, kann dies jedoch später zu Erhöhungen oder Sonderumlagen führen. Bewertet werden sollte daher nicht, ob die Rücklage „billig“ ist, sondern ob sie zur Gebäudegröße, zum Alter und zum Sanierungsplan passt.

Im Vergleich zu vielen DACH-Märkten sind japanische Verwaltungsunterlagen oft sehr detailliert standardisiert, doch die praktische Durchsetzung hängt stark von der Eigentümergemeinschaft ab. Eine niedrige laufende Rücklage ist daher kein Renditevorteil, wenn sie nur aufgeschobene Instandhaltung verdeckt.

STEP3: Der Kaufantrag ist ein Verfahren, um Bedingungen schriftlich zu ordnen

Wenn das gewünschte Objekt feststeht, wird ein Kōnyū Mōshikomisho (購入申込書, Kaufantrag) eingereicht. Das ist noch nicht der Kaufvertrag selbst, bildet aber den Ausgangspunkt für die Transaktionsbedingungen, darunter Preis, Angeld, Übergabezeitpunkt und Nutzung eines Wohnungsdarlehens.

Beim Antrag sollte nicht nur über den Preis verhandelt werden. Wichtiger ist oft, früh die Bedingungen zu klären, die später zu Streit führen können.

Zu prüfen sind insbesondere die folgenden Bedingungen.

  • Kaufpreis
  • Höhe des Angelds
  • Gewünschter Übergabetermin
  • Ob eine Wohnungsdarlehensklausel besteht und welche Frist gilt
  • Umgang mit zurückbleibenden Gegenständen
  • Erläuterung von Defekten oder Mängeln an Ausstattung
  • Möglicher Baubeginn, falls eine Renovierung geplant ist
  • Ob der Verkäufer noch dort wohnt oder die Einheit leer steht

Die Wohnungsdarlehensklausel ist eine Bestimmung, die es dem Käufer ermöglicht, den Vertrag rückabzuwickeln, wenn die Kreditprüfung nicht erfolgreich ist. Sind jedoch Fristen oder die erfassten Finanzinstitute unklar, können später Auslegungsprobleme entstehen. Bereits in der Antragsphase sollte der Inhalt mit dem Immobilienunternehmen geklärt werden.

Bei beliebten Objekten kann die Geschwindigkeit des Antrags wichtig sein. Wer jedoch aus Eile auf die Prüfung von Unterlagen verzichtet, kann nach Vertragsabschluss auf Probleme stoßen, die sich kaum noch rückgängig machen lassen. Kaufinteresse zu zeigen und trotz unzureichender Prüfung fortzufahren, sind zwei getrennte Dinge.

STEP4: Bei Wohnungsdarlehen unterscheiden sich Vorprüfung und Hauptprüfung

Im Kaufprozess einer Eigentumswohnung ist das Vorgehen beim Wohnungsdarlehen wichtig. Üblicherweise erfolgt rund um den Kaufantrag eine Vorprüfung, nach Abschluss des Kaufvertrags folgt die Hauptprüfung.

In der Vorprüfung werden auf Basis von Einkommen, Arbeitgeber, Beschäftigungsdauer, bestehender Verschuldung und gewünschtem Kreditbetrag die Finanzierungsaussichten geprüft. In der Hauptprüfung werden detailliertere personenbezogene Informationen, Objektinformationen, Kaufvertrag, Erklärung wichtiger Punkte und Angaben zur Dantai Shin’yō Seimei Hoken (団体信用生命保険, Gruppenlebensversicherung zur Absicherung des Darlehens) geprüft. Auch wer die Vorprüfung besteht, hat keine Garantie für die Hauptprüfung.

Beim Vergleich von Wohnungsdarlehen zählt nicht nur der niedrigste Zinssatz. Zu prüfen sind auch Bearbeitungsgebühren, Garantiegebühren, Gebühren für Sondertilgungen, Versicherungsumfang der Gruppenlebensversicherung, Zinssatztyp, Laufzeit und die Flexibilität bei späteren Vertragsänderungen.

Die Zinssatztypen lassen sich grob in variable Zinsen, feste Zinsen und für einen bestimmten Zeitraum festgeschriebene Zinsen einteilen. Variable Zinsen sind anfangs oft niedriger, bringen aber das Risiko künftiger Zinserhöhungen mit sich. Feste Zinsen erleichtern die Rückzahlungsplanung, können zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme aber höher liegen als variable Zinsen. Welche Variante vorteilhaft ist, hängt von Kreditbetrag, Laufzeit, finanzieller Reserve des Haushalts und künftigen Einkommenserwartungen ab.

Für konservative langfristige Investoren aus der DACH-Region ist besonders relevant, dass japanische Wohnungsdarlehen in der Regel auf Selbstnutzung ausgelegt sind. Eine Finanzierung, die zu einer geplanten Vermietung oder späteren Nutzungsänderung passt, muss daher ausdrücklich mit dem Finanzinstitut abgestimmt werden.

Ein detaillierter Vergleich der Zinssatztypen findet sich unter Zinssatztypen beim Wohnungsdarlehen für gebrauchte Eigentumswohnungen in Japan.

STEP5: Die Erklärung wichtiger Punkte ist kein „Vorleseritual“, sondern die letzte Prüfung vor dem Vertrag

Vor dem Kaufvertrag erhalten Käufer eine Jūyō Jikō Setsumei (重要事項説明, Erklärung wichtiger Punkte) durch einen Takuchi Tatemono Torihikishi (宅地建物取引士, lizenzierter Immobilienfachmann nach japanischem Recht). Dieses Verfahren beruht auf dem japanischen Takuchi Tatemono Torihiki Gyōhō (宅地建物取引業法, Gesetz über Immobiliengeschäfte). Es soll sicherstellen, dass Käufer vor Vertragsabschluss die wesentlichen Objekt- und Transaktionsbedingungen verstehen.

Der Inhalt der Erklärung ist breit. Dazu gehören Rechte laut Grundbuch, gesetzliche Beschränkungen, Rechte an Privatwegen und Grundstücken, Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklagen, Verwaltungsordnung, Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum, Vertragsauflösung, Angeld, Wohnungsdarlehensklausel sowie der Umgang mit Mängeln und Ausstattung.

Wichtig ist nicht, dass die Erklärung formal stattgefunden hat, sondern dass der Käufer den Vertrag auf verständlicher Grundlage abschließt. Wegen der vielen Fachbegriffe ist es nicht leicht, alles vor Ort vollständig zu verstehen. Wenn möglich, sollten Entwürfe der Erklärung wichtiger Punkte und des Kaufvertrags vor dem Vertragstermin angefordert und vorab gelesen werden.

Besonders bei gebrauchten Eigentumswohnungen sollten die folgenden Punkte sorgfältig geprüft werden.

  • Höhe der Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklage sowie etwaige Zahlungsrückstände
  • Langfristiger Instandhaltungsplan und geplante Großsanierungen
  • Mängel an der Ausstattung der Sondereigentumseinheit
  • Offenlegungspflichtige Punkte wie Wasserschäden, Wasser-/Abwasserleitungen, Lärm oder Unfallhistorie
  • Beschränkungen für Haustiere, Musikinstrumente, kurzzeitige Vermietung und Büronutzung
  • Beschränkungen für Renovierungsarbeiten
  • Nutzungsrechte an Parkplätzen und Fahrradstellplätzen
  • Umfang der Keiyaku Futekigō Sekinin (契約不適合責任, Haftung des Verkäufers für Vertragswidrigkeit)

In DACH-Verträgen wird vieles über notarielle Beurkundung und Grundbuchabwicklung abgesichert. In Japan hat die Erklärung wichtiger Punkte durch den lizenzierten Immobilienfachmann eine zentrale praktische Funktion, ersetzt aber nicht die eigene Prüfung der Verwaltungsunterlagen und Vertragsanlagen.

Die wichtigsten Prüfpunkte erläutert auch Was ist die Erklärung wichtiger Punkte beim Wohnungskauf? 13 Punkte, die Käufer prüfen sollten.

STEP6: Im Kaufvertrag Auflösungsbedingungen und Angeld prüfen

Nach der Erklärung wichtiger Punkte wird der Kaufvertrag geschlossen, sofern der Inhalt akzeptabel ist. Im Kaufvertrag werden Kaufpreis, Angeld, Zahlungstermin für den Restkaufpreis, Übergabetermin, Vertragsauflösung, Wohnungsdarlehensklausel, Haftung für Vertragswidrigkeit und Übergabezustand der Ausstattung festgelegt.

Das bei Vertragsabschluss gezahlte Tetsukekin (手付金, Angeld) wird in der Regel auf den Kaufpreis angerechnet. Wenn der Käufer nach Vertragsabschluss aus eigenen Gründen zurücktritt, kann die Auflösung durch Verzicht auf das Angeld erfolgen. Bei einem Rücktritt aus Gründen des Verkäufers kann geregelt sein, dass der doppelte Betrag des Angelds zurückzuzahlen ist. Der konkrete Inhalt muss im Vertrag geprüft werden.

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen sind neben dem Vertrag auch die Fuzoku Setsubi Hyō (付帯設備表, Ausstattungsliste) und der Bukken Jōkyō Hōkokusho (物件状況報告書, Objektzustandsbericht) wichtig. Für Boiler, Klimaanlage, Fußbodenheizung, Geschirrspüler, Bad-Trockner, Gegensprechanlage und andere Ausstattung ist zu prüfen, ob Defekte bestehen und ob Gegenstände entfernt werden oder verbleiben.

Wenn vor Vertragsabschluss mündliche Informationen gegeben wurden, sollte geprüft werden, ob sie schriftlich aufgenommen wurden. Reine mündliche Erklärungen lassen sich später schwer beweisen. Gerade Aussagen wie „wird bis zur Übergabe repariert“, „diese Möbel werden entfernt“ oder „die Renovierung ist unproblematisch“ sollten in Vertrag, Zusatzvereinbarung oder Ausstattungsliste festgehalten werden.

STEP7: Zahlung und Übergabe bündeln viele Verfahren an einem Tag

Wenn die Hauptprüfung des Wohnungsdarlehens genehmigt ist, stimmen Finanzinstitut, Verkäufer, Käufer, Immobilienunternehmen und Shiho Shoshi (司法書士, japanischer gerichtlicher Schreiber mit Zuständigkeit für Registrierungsverfahren) den Zahlungstermin ab. Am Zahlungstag erfolgen Zahlung des Restkaufpreises, Auszahlung des Wohnungsdarlehens, Eintragung des Eigentumsübergangs, Eintragung der Hypothek, Schlüsselübergabe sowie Abrechnung von Grundsteuer, Verwaltungskosten und ähnlichen Beträgen.

Da am Zahlungstag viele Vorgänge gleichzeitig ablaufen, ist Vorbereitung entscheidend. Erforderliche Unterlagen wie Identitätsnachweis, registrierter Siegelstempel, Siegelzertifikat, Wohnsitzbescheinigung, Bankbuch, bei der Bank registrierter Stempel und Überweisungsdaten sollten entsprechend den Anweisungen von Finanzinstitut und Registrierungsfachmann geprüft werden. Auch wenn elektronische Verträge oder Online-Verfahren genutzt werden, entfällt die Vorabprüfung nicht.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Zusammensetzung des Überweisungsbetrags. Neben dem Rest des Kaufpreises bewegen sich gleichzeitig anteilige Grundsteuer und Stadtplanungssteuer, anteilige Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklage, Vergütung des Registrierungsfachmanns, Registrierungskosten und Kreditkosten. Bis spätestens zum Vortag sollten Überweisungslimits, Überweisungsablauf und Bestätigung des Zahlungseingangs geklärt sein.

Nach Erhalt der Schlüssel sollte die Wohnung geprüft werden. Zustand der Ausstattung, zurückgelassene Gegenstände, Schäden und Reinigung sollten mit den Erklärungen bei Vertragsschluss verglichen werden. Bei größeren Abweichungen sollte sofort das Immobilienunternehmen kontaktiert werden.

STEP8: Der Kauf ist erst mit den Schritten nach der Übergabe abgeschlossen

Mit dem Erhalt der Schlüssel ist der Kauf noch nicht vollständig abgeschlossen. Nach der Übergabe folgen Adressänderung, Freischaltung von Strom, Gas und Wasser, Internetanschluss, Feuerversicherung, Mitteilungen an die Eigentümergemeinschaft sowie Verfahren für Parkplatz und Fahrradstellplatz.

Wenn die Wohnung mit einem Wohnungsdarlehen zur Eigennutzung gekauft wurde, kann sie bei Erfüllung der Voraussetzungen für einen Jūtaku Loan Kōjo (住宅ローン控除, japanischer Steuerabzug für Wohnungsdarlehen) in Betracht kommen. Die Voraussetzungen hängen jedoch von Kaufzeitpunkt, Objektqualität, Wohnfläche, Einkommen und Einzugszeitpunkt ab. Da steuerliche Regeln geändert werden können, sollten die aktuellen Anforderungen bei der Nationalen Steuerbehörde Japans, einem Steuerberater oder dem Finanzinstitut geprüft werden.

Wer eine gebrauchte Eigentumswohnung kauft und renovieren möchte, muss auch einen Bauantrag bei der Eigentümergemeinschaft stellen. Zulässige Wochentage und Uhrzeiten, Trittschallklasse des Bodenmaterials, Schutzmaßnahmen für Gemeinschaftsflächen, Nachbarschaftsinformation und Transportwege können in Verwaltungsordnung und Nutzungsregeln festgelegt sein. Arbeiten können daher nicht zwingend unmittelbar nach der Übergabe beginnen; eine Prüfung vor Vertragsabschluss erleichtert die Planung.

Nach dem Einzug wird der Käufer Mitglied der Eigentümergemeinschaft. Wer Unterlagen der Eigentümerversammlung und Protokolle prüft und die Lage von Instandhaltungsplan, Verwaltungskostenrechnung und Rücklagenrechnung versteht, erkennt künftige Belastungsveränderungen früher.

Besonders wichtige Punkte beim Kauf gebrauchter Eigentumswohnungen

Ein großer Vorteil gebrauchter Eigentumswohnungen ist, dass das tatsächliche Objekt besichtigt werden kann. Gleichzeitig gibt es andere Prüfpunkte als bei Neubauten: Baujahr, Verwaltungszustand, Sanierungshistorie, Abnutzung der Ausstattung und Umfang der Haftung des Verkäufers für Vertragswidrigkeit.

Zunächst sollte nicht allein nach Baujahr entschieden werden. Auch jüngere Objekte können schwach verwaltet sein, während ältere Gebäude ordentlich instand gehalten wurden und eine funktionierende Eigentümergemeinschaft haben. Entscheidend ist, Gebäudealter und Verwaltungsqualität gemeinsam zu betrachten.

Außerdem sollten Renovierungskosten nicht unterschätzt werden. Reine Innenausstattung lässt sich vergleichsweise gut budgetieren. Wenn jedoch Wasser- und Abwasserleitungen, elektrische Kapazität, Boiler, Bad, Küche oder Bodenunterbau betroffen sind, können die Kosten deutlich steigen. Vor dem Kauf sollte eine grobe Kostenschätzung eines Renovierungsunternehmens eingeholt und die Baugrenzen in der Verwaltungsordnung geprüft werden.

Zudem unterscheiden sich die Prüfpunkte je nach Investitions- oder Eigennutzungszweck. Bei Eigennutzung sind Alltagskomfort, Verwaltungszustand und künftige Wiederverkaufbarkeit wichtig. Bei Investmentzwecken müssen Mietnachfrage, Rendite, Leerstandsrisiko, Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklage und Exit-Preis nüchtern beurteilt werden. Wohnungsdarlehen sind grundsätzlich Darlehen für Selbstnutzer und nicht für Investmentzwecke vorgesehen. Bei abweichender Nutzung müssen die Produktbedingungen des Finanzinstituts geprüft werden.

Für DACH-Anleger ist außerdem zu beachten, dass Renditeberechnungen in Japan oft sehr preissensitiv gegenüber laufenden Gebäudekosten und künftigen Sonderbelastungen sind. Ein scheinbar stabiler Bruttoertrag kann durch steigende Instandhaltungsrücklagen, Leerstand, Renovierungsauflagen oder einen schwächeren Wiederverkaufspreis deutlich sinken.

Checkliste zur Fehlervermeidung

Reue beim Wohnungskauf entsteht häufig nicht, weil Informationen fehlten, sondern weil sie in der falschen Reihenfolge geprüft wurden. Abschließend werden die Prüfpunkte von der Zeit vor dem Kauf bis nach der Übergabe geordnet.

Vor dem Kauf sollte der Haushalt nicht nur anhand der monatlichen Kreditrate betrachtet werden. Einzubeziehen sind Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklage, Grundsteuer, Versicherung, Parkplatzkosten und künftige Erhöhungen der Instandhaltungsrücklage. Wer zu stark mit Bonuszahlungen rechnet, wird anfälliger für Einkommensschwankungen.

Beim Objektvergleich sollten nicht nur Preis, Entfernung zum Bahnhof und Größe geprüft werden, sondern auch Verwaltungszustand, Sanierungshistorie, Verwaltungsordnung und Protokolle der Eigentümerversammlung. Gerade bei gebrauchten Eigentumswohnungen ist Vorsicht geboten, wenn Verwaltungsunterlagen nur zögerlich herausgegeben werden, Antworten auf Fragen vage bleiben oder die Instandhaltungsrücklage extrem niedrig ist.

Vor Vertragsabschluss sollten Erklärung wichtiger Punkte, Kaufvertrag, Ausstattungsliste und Objektzustandsbericht gelesen werden. Unklare Punkte sollten nicht einfach hingenommen, sondern gefragt werden. Es besteht keine Notwendigkeit, bei unzureichender Erklärung zu unterschreiben.

Vor der Übergabe sollten Zahlungsbetrag, erforderliche Unterlagen, Überweisungsmethode, Registrierungsverfahren, Anzahl der Schlüssel und Zustand der Ausstattung geprüft werden. Nach der Übergabe sollten Verfahren bei der Eigentümergemeinschaft, Adressänderung, steuerliche Schritte und Renovierungsanträge nicht vergessen werden.

Der Ablauf eines Wohnungskaufs besteht nicht darin, Verfahren der Reihe nach abzuarbeiten. Entscheidend ist, alle erforderlichen Prüfungen abzuschließen, bevor eine wesentliche Entscheidung getroffen wird.

Häufige Fragen

Wie lange dauern die Verfahren beim Kauf einer Eigentumswohnung?

Einschließlich Objektsuche sollte man üblicherweise in Monaten denken. Wenn ein passendes Objekt schnell gefunden wird und Kreditprüfung sowie Abstimmung der Vertragsbedingungen glatt laufen, kann der Zeitraum vom Antrag bis zur Übergabe etwa ein bis zwei Monate betragen. Werden jedoch Wunschkriterien, Objektvergleich, Darlehensauswahl und Renovierungsplanung einbezogen, nehmen sich viele Käufer drei bis sechs Monate oder länger. Wichtig ist nicht die Kürze der Zeit, sondern ob alle erforderlichen Prüfungen vor Vertragsabschluss erledigt sind.

Bedeutet eine bestandene Vorprüfung des Wohnungsdarlehens, dass auch die Hauptprüfung bestanden wird?

Nein. Auch nach bestandener Vorprüfung ist die Hauptprüfung nicht garantiert. In der Hauptprüfung werden Kreditinformationen, Einkommen, Gesundheitszustand, Gruppenlebensversicherung, Sicherheitenbewertung des Objekts und Inhalt des Kaufvertrags genauer geprüft. Neue Kredite nach der Vorprüfung, ein Jobwechsel oder Probleme in den Objektinformationen können die Hauptprüfung beeinflussen.

Darf man unterschreiben, wenn bei der Erklärung wichtiger Punkte noch etwas unklar ist?

Unklare Punkte sollten vor Vertragsabschluss geklärt werden. Die Erklärung wichtiger Punkte dient dazu, wesentliche Inhalte des Objekts und der Transaktionsbedingungen vor dem Vertrag zu verstehen. Wegen der vielen Fachbegriffe sind Fragen normal. Wer vor dem Vertragstermin Entwurfsunterlagen erhält und offene Punkte notiert, kann gezielter prüfen. Bei vagen Erklärungen ist es wichtig, schriftliche Antworten oder eine Aufnahme in den Vertrag zu verlangen.

Sollte man gebrauchte Eigentumswohnungen mit höherem Baualter grundsätzlich meiden?

Eine Entscheidung allein nach Baujahr ist nicht erforderlich. Auch ältere Gebäude können einen geordneten langfristigen Instandhaltungsplan, sachgerecht durchgeführte Großsanierungen und eine funktionierende Eigentümergemeinschaft haben. Umgekehrt gibt es jüngere Objekte, bei denen Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklage zu optimistisch angesetzt sind und künftige Mehrbelastungen schwer erkennbar bleiben. Wichtig ist, Baujahr, Sanierungshistorie, Rücklagenhöhe, Verwaltungsordnung und Protokolle der Eigentümerversammlung gemeinsam zu prüfen.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte