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Was ist ein Balance-Kessel? Leitfaden zu Austausch, Renovierung und Kosten

Balance-Kessel in Mietobjekten: Typen, Vor- und Nachteile, Austauschzeitpunkt, Kosten für Austausch oder Renovierung zum Einheitsbadezimmer und Auswahl des richtigen Handwerksbetriebs.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 13 Min. Lesezeit

Wenn von einem „Balance-Kessel" die Rede ist – im Japanischen „baransu-gama" genannt –, können vermutlich nur wenige deutschsprachige Leserinnen und Leser sich sofort etwas darunter vorstellen. Das ist kein Zufall: Dieses Gerät existiert in dieser Form nur in Japan, man sieht es heute nur noch selten, und selbst viele Japanerinnen und Japaner können mit dem Begriff kaum noch etwas anfangen. Dennoch wird der Balance-Kessel in älteren japanischen Mietwohnungen bis heute vereinzelt betrieben.
Dieser Beitrag erklärt, was ein Balance-Kessel überhaupt ist, wann sich ein Austausch lohnt, mit welchen Kosten zu rechnen ist und worauf man bei der Wahl eines Fachbetriebs achten sollte.
Wer selbst mit einem solchen Gerät zu tun hat oder sich für die Eigenheiten der japanischen Wohnungsausstattung interessiert, findet hier eine Orientierung – einschließlich eines Vergleichs mit der Warmwasserbereitung, wie sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz üblich ist.

Was ist ein Balance-Kessel?

Ein Balance-Kessel ist eine Badeinrichtung, bei der ein direkt neben der Badewanne montiertes Heizgerät das Wasser erwärmt.
Die Geräte wurden während der Hochkonjunktur der japanischen Nachkriegswirtschaft vor allem in den großen Wohnsiedlungen (danchi) im Großraum Tokio installiert und verbreiteten sich von dort aus auch in gewöhnlichen Haushalten. Heute sind sie jedoch nur noch äußerst selten anzutreffen.
Zunächst ein Überblick darüber, was einen Balance-Kessel eigentlich ausmacht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es kein direktes Gegenstück: Dort werden Badewannen traditionell über eine zentrale Heizungsanlage, einen Gasdurchlauferhitzer an der Wand oder eine Kombitherme mit Warmwasser versorgt, während beim Balance-Kessel Feuerstätte und Wanne unmittelbar nebeneinander in einem einzigen Gerät zusammengefasst sind.

Die Bauarten des Balance-Kessels

Beim Balance-Kessel werden im Wesentlichen drei Bauarten unterschieden.

Geschlossene Bauart (BF/FF-Typ)
Bei der geschlossenen Bauart wird die Verbrennungsluft von außen angesaugt und die Abluft ebenfalls nach außen abgeführt.
Man unterscheidet den BF-Typ mit natürlichem Zu- und Abluftstrom (auch als eigentlicher „Balance"-Typ bezeichnet) und den FF-Typ mit motorisch unterstützter Zu- und Abluftführung.

Beim BF-Typ wird das Heizgerät im Badezimmer selbst installiert. Da für einen Teil des Geräts eine Öffnung in die Badezimmerwand geschnitten werden muss, ist von außen an der Fassade eine viereckige Wandöffnung mit dem herausragenden Gerät zu erkennen.
Beim FF-Typ lassen sich zusätzlich eine Dusche nutzen und die Temperatur über eine Fernbedienung einstellen, sodass dieser Typ gegenüber dem klassischen Balance-Kessel deutlich komfortabler ist. Das Heizgerät befindet sich im Bad und besitzt einen kleinen Abgaskamin, der nur ein kurzes Stück aus der Wand herausragt.
Wer mit dem deutschen Begriff „raumluftunabhängige Feuerstätte" vertraut ist, erkennt hier ein ähnliches Grundprinzip: Auch dort wird Verbrennungsluft von außen zugeführt, ohne die Raumluft des Badezimmers zu beanspruchen – ein Sicherheitsgedanke, der sich in deutschen technischen Regelwerken ebenso wiederfindet, dort allerdings meist bei Gasthermen im Keller oder Hauswirtschaftsraum und nicht direkt im Bad.

Außenaufstellung (RF-Typ)
Bei der Außenaufstellung wird Zu- und Abluft direkt über ein im Freien stehendes Gehäuse geführt. Diese Variante wird gelegentlich auch als RF-Typ bezeichnet.
Ein Abgaskamin ist hier nicht nötig, wodurch der Betrieb effizienter ausfällt.
Eine Fernbedienung mit Aufheiz-Signalton und Timer-Funktion gehört ebenfalls zu den Besonderheiten dieser Außenaufstellung.

Bei der Außenaufstellung gibt es sowohl wandhängende als auch freistehende Modelle. Das entspricht im Grundsatz der Idee eines außen an der Fassade montierten Gasdurchlauferhitzers, wie er im deutschsprachigen Raum bei Einfamilienhäusern gelegentlich zu finden ist, auch wenn die konkrete Bauform sich unterscheidet.

Halboffene Bauart (FE/CF-Typ)
Bei der halboffenen Bauart wird die Verbrennungsluft aus dem Rauminneren angesaugt, die Abluft jedoch nach außen abgeführt.
Hier gibt es den FE-Typ mit motorisch unterstützter Abluftführung sowie den CF-Typ mit natürlichem Abluftstrom.
Da bei beiden Varianten die Raumluft des Badezimmers für die Verbrennung genutzt wird, ist eine Lüftungsöffnung zwingend erforderlich.

Beim FE-Typ ist der Abgaskamin zwar nach außen geführt, zeigt aber charakteristischerweise nach unten. Beim CF-Typ kann es je nach Witterung zu einem Rückstau der Abgase kommen, wodurch das Risiko einer Kohlenmonoxidvergiftung deutlich erhöht ist.
Aus diesem Grund gilt es als ratsam, einen CF-Typ möglichst gegen eine andere Bauart auszutauschen. Auch beim CF-Typ ist ein Abgaskamin vorhanden, der bis über die Dachtraufe hinausragt.
Dieses Rückstaurisiko ist einer der Gründe, warum offene, raumluftabhängige Gasfeuerstätten im Bad in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit Jahrzehnten aus Sicherheitsgründen strengen Auflagen unterliegen beziehungsweise durch raumluftunabhängige Geräte ersetzt wurden – ein Balance-Kessel des CF-Typs würde nach heutigen mitteleuropäischen Sicherheitsstandards kaum mehr zugelassen.

Die Funktionsweise

Beim Balance-Kessel besitzt das neben der Badewanne installierte Heizgerät eine Zuluft- und eine Abluftöffnung.
Über die Zuluftöffnung wird Luft angesaugt, mit der das Gas verbrannt und dadurch das Wasser erhitzt wird; die bei der Verbrennung entstehende Luft wird über die Abluftöffnung nach außen abgeführt.
Auch die Badewanne selbst besitzt zwei Öffnungen, von denen Rohrleitungen zum Heizgerät führen.
Über die untere Öffnung wird das Wasser aus der Wanne angesaugt und im Heizgerät erwärmt, über die obere Öffnung fließt das erwärmte Wasser zurück in die Wanne.
Durch die ständige Wiederholung dieses Kreislaufs wird das Badewasser erhitzt.
Dieses Funktionsprinzip – Wasser aus der Wanne entnehmen, in einem externen Heizgerät erwärmen und wieder zurückführen – entspricht im Kern dem, was in Deutschland als Umwälz- oder Zirkulationsprinzip aus der Heizungstechnik bekannt ist, nur eben in einem sehr kompakten, direkt neben der Wanne montierten Gerät statt in einem separaten Heizraum.

Die Bedienung des Balance-Kessels

Der Balance-Kessel wirkt auf den ersten Blick kompliziert, doch wer sich einmal an die Bedienung gewöhnt hat, empfindet sie nicht mehr als besonders umständlich.
Da mit Gas gearbeitet wird, ist größte Sorgfalt bei der Sicherheit geboten, doch wer die Grundlagen verstanden hat, muss kaum mit ernsthaften Störungen rechnen.

Zum Erhitzen des Badewassers wird zunächst die Wanne mit Wasser gefüllt und der Gashaupthahn geöffnet.
Anschließend wird der Hebel gegenüber dem Schlauchanschluss senkrecht gestellt und der Drehschalter auf die Position „Zündflamme" gebracht, um das Gerät zu zünden.
Da sich der Schalter zuvor in der Stellung „Aus" befindet, muss er zum Umstellen leicht hineingedrückt werden.
Sobald ein tickendes Zündgeräusch zu hören ist, die Kontrollleuchte der Zündflamme blinkt und die Flamme brennt, wird der Schalter auf die Position „Warmwasser/Dusche" gestellt.
Gelingt die Zündung nicht ordnungsgemäß, kann Gas austreten.

Fehlt eine Kontrollleuchte, die das Brennen der Zündflamme anzeigt, sollte die Flamme durch das Sichtfenster kontrolliert werden.
Außerdem gilt: Nach jeder Nutzung muss der Gashaupthahn wieder geschlossen werden.
Dies sollte zur festen Gewohnheit werden, um ein Austreten von Gas zu verhindern.
Wer aus dem deutschsprachigen Raum an moderne, elektronisch geregelte Gasthermen mit automatischer Zündsicherung gewöhnt ist, wird diese manuelle Zündprozedur mit offener Flamme, Drehschalter und Sichtfenster vermutlich als deutlich altertümlicher empfinden – tatsächlich entspricht sie technisch eher den Gasgeräten, wie sie in Mitteleuropa bis in die 1970er-Jahre verbreitet waren, bevor elektronische Zündautomatik und Fehlersicherungen zum Standard wurden.

Warum der Balance-Kessel immer seltener wird

Der Balance-Kessel ist auf dem Rückzug und heute kaum noch anzutreffen.
Warum nimmt seine Verbreitung so stark ab?
Für den Rückgang des Balance-Kessels werden vor allem die folgenden drei Gründe genannt.

Er muss direkt neben der Wanne aufgestellt werden und beansprucht dadurch wertvollen Platz.
Seine Heizleistung ist gering, sodass ein erneutes Aufheizen viel Zeit braucht und der Wasserdruck der Dusche schwach ausfällt.
Die Bedienung ist komplex, weshalb Zündstörungen und ein Trockenlaufen der Anlage vergleichsweise häufig vorkommen.

Da inzwischen komfortablere und sicherere Warmwassergeräte verfügbar sind, besteht kein Grund mehr, bewusst am Balance-Kessel festzuhalten.
Als Nachfolgegerät setzte sich vor allem der 1983 von Tokyo Gas entwickelte, wandeingebaute Baddurchlauferhitzer durch, der dieselbe Wandöffnung für Zu- und Abluft nutzt wie der Balance-Kessel und zu einem großen kommerziellen Erfolg wurde.
Dass sich dieses wandeingebaute Gerät über eine im Bad montierte Fernbedienung automatisch steuern lässt, gilt als einer der wesentlichen Gründe für den Rückgang des Balance-Kessels.

Anders als beim Balance-Kessel lässt sich die Badewanne dabei vergrößern, sodass ein entspanntes Baden möglich wird und sich mit wenigen Handgriffen zuverlässig eine Wanne mit konstanter Temperatur befüllen lässt – ein klarer Vorteil für die Nutzerinnen und Nutzer.
Da diese Entwicklung mitten in die japanische Wirtschaftsblase der späten 1980er-Jahre fiel, war die Nachfrage nach einem Austausch entsprechend groß.
Allerdings sind, unter anderem weil die für den Austausch nötigen Elektroarbeiten aufwendig sind, viele öffentliche Wohnsiedlungen bis heute mit dem alten Balance-Kessel ausgestattet geblieben.
Ein ganz ähnliches Muster kennt man auch im deutschsprachigen Raum von alten Nachtspeicherheizungen oder Kohleöfen in unsanierten Altbauten: Auch dort bleibt eine überholte Technik oft so lange im Bestand, wie ein vollständiger Austausch mit erheblichem baulichem und finanziellem Aufwand verbunden ist.

Vor- und Nachteile des Balance-Kessels

Auch wenn der Balance-Kessel immer seltener wird, besitzt er durchaus Vorzüge, die es nur bei diesem Gerät gibt.
Deshalb wird er in manchen Haushalten bewusst weiter genutzt.
Wo es Vorteile gibt, gibt es allerdings zwangsläufig auch Nachteile.
Im Folgenden werden Vor- und Nachteile des Balance-Kessels vorgestellt.

Vorteile

Der größte Vorteil des Balance-Kessels besteht darin, dass es Modelle gibt, die auch bei einem Stromausfall funktionieren.
Geräte mit Trockenbatteriezündung erhitzen das Wasser auch dann problemlos, wenn der Strom ausfällt.
Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Geräten, die vollständig auf Netzstrom angewiesen sind.
Manche Balance-Kessel lassen sich zudem per Fernbedienung steuern.

Bei solchen Modellen ist die Bedienung kaum als unpraktisch zu empfinden. Für Regionen im deutschsprachigen Raum, die gelegentlich mit längeren Stromausfällen zu kämpfen haben, ist dieser Punkt durchaus bemerkenswert, da moderne Kombithermen für Zündung, Steuerung und Umwälzpumpe in aller Regel vollständig auf Netzstrom angewiesen sind und bei einem Stromausfall ebenfalls kein warmes Wasser liefern.

Auch die Möglichkeit des Nachheizens (oi-daki) zählt zu den Vorteilen des Balance-Kessels.
Baden Familienmitglieder nacheinander in derselben Wanne, kühlt das Wasser für die zuletzt Badenden häufig ab – mit Nachheizfunktion ist das kein Problem.
Auch bei längeren Bädern, etwa beim Sitzbad bis zur Hüfte, ist diese Funktion hilfreich. Das gemeinsame Nutzen desselben Badewassers durch mehrere Familienmitglieder ist im deutschsprachigen Raum unüblich, wo in aller Regel jede Person frisches Wasser einlässt oder duscht; genau diese kulturelle Besonderheit erklärt, warum die Nachheizfunktion in Japan traditionell so wichtig ist.

Darüber hinaus lässt sich der Balance-Kessel auch ausschließlich als Dusche nutzen, was ebenfalls als Vorteil gilt.
Ohne eine separate Badewanne einzurichten, lässt sich allein der Balance-Kessel nutzen, sodass er sich auch für Menschen eignet, die gar nicht die Gewohnheit haben, in einer Wanne zu baden.
Mietwohnungen mit Balance-Kessel sind zudem im Vergleich zu anderen Wohnungen tendenziell günstiger in der Miete.

Wer keine Badewanne braucht und nach einer preiswerten Wohnung sucht, wird solche Wohnungen daher eher in Betracht ziehen.

Nachteile

Zu den Nachteilen des Balance-Kessels zählt, dass die Badewanne dadurch kleiner ausfällt.
Beim Balance-Kessel muss das Heizgerät direkt neben der Wanne installiert werden.
Da das Gerät rund 30 Zentimeter Platz beansprucht, muss die Wanne entsprechend verkleinert werden, damit sie überhaupt ins Badezimmer passt.
Wer sich eine großzügige, entspannende Badewanne wünscht, dürfte dies als deutliches Manko empfinden – ein Punkt, der im Vergleich zu den in Deutschland und Österreich üblichen, meist größeren freistehenden Badewannen besonders auffällt.

Zudem ist der Brenner des Balance-Kessels bewusst klein dimensioniert.
Dadurch fällt auch der Wasserdruck der Dusche schwächer aus, was ebenfalls als Nachteil gilt.
Dieses Problem lässt sich Berichten zufolge durch den Einbau eines wassersparenden Duschkopfs verbessern, sodass sich ein Versuch lohnen kann, wenn dies stört.

Da der Balance-Kessel zudem stark von der Außentemperatur beeinflusst wird, empfinden manche Nutzerinnen und Nutzer es als störend, wie schnell das Wasser abkühlt.
Auch die Wärmedämmung lässt zu wünschen übrig, was besonders im Winter unangenehm auffällt – ein Bereich, in dem gut isolierte Kombithermen mit separatem Warmwasserspeicher, wie sie im deutschsprachigen Raum verbreitet sind, deutlich im Vorteil sind.

Auch die Reinigung wird von manchen als mühsam empfunden.
Der Grund dafür ist, dass beim Balance-Kessel Wanne und Heizgerät im selben Badezimmer stehen und sich in den Zwischenräumen leicht Feuchtigkeit ansammelt.
Diese Zwischenräume lassen sich nur schwer reinigen, wodurch Schimmelbildung begünstigt wird.
Um ein hygienisches Umfeld zu erhalten, empfiehlt es sich, die Reinigung regelmäßig von einer Fachfirma durchführen zu lassen.

Ausfälle: Was verursacht Störungen am Balance-Kessel?

Wie jede andere technische Anlage kann auch der Balance-Kessel ausfallen.
Im Folgenden werden die wichtigsten Ursachen für Störungen am Balance-Kessel vorgestellt.

Lebensdauer

Die Lebensdauer eines Badeofens beträgt im günstigsten Fall etwa 15 Jahre.
Die durchschnittliche Nutzungsdauer wird mit rund 13 Jahren angegeben.
Bleiben Naturkatastrophen und größere Störungen aus, kann man von dieser Größenordnung ausgehen.
Ein gewisser Alterungsverschleiß lässt sich jedoch nicht vermeiden.
Durch die jahrelange Nutzung verschleißen Bauteile, wodurch Störungen wie eine ausbleibende Zündung wahrscheinlicher werden.

Diese Größenordnung ist durchaus mit der Lebensdauer klassischer Gasthermen im deutschsprachigen Raum vergleichbar, die je nach Wartung und Nutzung ebenfalls nach etwa 15 bis 20 Jahren an ihre Grenzen stoßen.

Undichtigkeiten und Wasseraustritt

Beim Balance-Kessel wird Wasser aus der Wanne in das Heizgerät gezogen, dort erhitzt und wieder in die Wanne zurückgeführt.
Weil das Wasser dabei ständig hin- und herfließt, treten Undichtigkeiten vergleichsweise leicht auf.

Da das Heizgerät unmittelbar neben der Wanne steht, bleibt ein Wasseraustritt häufig lange unbemerkt.
Wenn nach dem Nachheizen der Wasserstand in der Wanne merklich gesunken ist, deutet das mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Undichtigkeit hin.

In einem solchen Fall sollte unbedingt eine Fachfirma mit der Überprüfung beauftragt werden.

Rost und Verschmutzung

Da der Badeofen ständig mit Wasser in Berührung kommt, ist er auch anfällig für Rost.
Zudem lagern sich leicht Kalkablagerungen, Verunreinigungen und Schimmel an.
Auch die Verwendung von Badezusätzen kann das Risiko von Störungen am Gerät erhöhen, weshalb hier Vorsicht geboten ist.

Wer während der Nutzung Störungen bemerkt oder einen ungewöhnlichen Geruch feststellt, sollte das Gerät nicht weiter benutzen.
Stattdessen sollte eine Fachfirma zurate gezogen werden, die eine Überprüfung oder einen Austausch prüft.

Störungen an der Elektrik

Auch an der Elektrik des Geräts können Störungen auftreten.
Zwar erhitzt der Balance-Kessel das Wasser mit Gas, doch die Steuerung übernimmt die Elektronik.
Fällt diese zentrale Steuereinheit aus, kann es dazu kommen, dass die Wassertemperatur nicht mehr konstant gehalten wird.

In einem solchen Fall kann es helfen, den Netzstecker zu ziehen und erneut einzustecken.
Bessert sich das Problem dadurch nicht, liegt eine ernsthaftere elektronische Störung vor, sodass eine Überprüfung oder Reparatur durch eine Fachfirma beauftragt werden sollte.

Je nach Befund kann letztlich auch ein Austausch des gesamten Geräts notwendig werden.

Woran erkennt man, dass ein Austausch fällig ist?

Wer einen Balance-Kessel nutzt, kommt irgendwann an den Punkt, an dem sich aufgrund des erreichten Lebensendes oder auftretender Störungen die Frage nach einem Austausch stellt.
Im Folgenden werden die wichtigsten Anhaltspunkte für den richtigen Zeitpunkt eines Austauschs erläutert.

Das Gerät ist bereits über zehn Jahre in Betrieb

Nach mehr als zehn Jahren Betriebsdauer treten bei einem Balance-Kessel spürbar häufiger Störungen auf.
Je nach Nutzung kann ein Gerät auch länger durchhalten, während andere Geräte bereits früher ausfallen.
Im Durchschnitt gilt eine Nutzungsdauer von zehn Jahren als grober Richtwert, weshalb sich in einem solchen Fall die Prüfung eines Austauschs lohnt.

Je nach Situation kann anstelle eines reinen Austauschs auch eine umfassendere Badsanierung sinnvoller sein, weshalb genau abgewogen werden sollte, welche Lösung besser passt.

Das Gerät zündet nicht mehr

Zündet das Gerät nicht mehr, liegt die Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Zündeinrichtung oder dem Gasmagnetventil.
Wenn auch nach einem Batteriewechsel nur ein klickendes Geräusch zu hören ist, ohne dass eine Zündung erfolgt, deutet dies auf eine Störung in der Steuereinheit oder am Netzstecker hin.
Für eine ausbleibende Zündung kommen zahlreiche Ursachen infrage, doch als Laie ist es kaum möglich, die genaue Ursache zu ermitteln.

Wer das Problem lösen möchte, sollte sich daher an einen Fachbetrieb wenden.

Ungewöhnliche Gerüche oder Geräusche

Auch ungewöhnliche Geräusche oder Gerüche sind ein Anlass, über einen Austausch nachzudenken.
Sobald ein Gasgeruch oder verbrannter Geruch wahrnehmbar ist, sollte die Nutzung sofort eingestellt werden.

Zugleich sollte durch geöffnete Fenster und Türen für Durchzug gesorgt werden.
Das Betätigen von Lüfter- oder Lichtschaltern sollte dabei unterbleiben, da dabei kleine Funken entstehen können, die das Gas entzünden.
Ebenso gilt: Entsteht beim Drehen des Zündhebels ein Knallgeräusch oder ein ungewöhnlich lautes Brenngeräusch, deutet dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Störung des Wärmetauschers hin.
Wer solche Auffälligkeiten bemerkt, sollte umgehend eine Überprüfung oder Reparatur veranlassen. Ein Gasgeruch ist ein Warnsignal, das im deutschsprachigen Raum ebenso ernst genommen werden muss: Auch hier gilt die klare Regel, bei Gasgeruch keine elektrischen Schalter zu betätigen, sofort zu lüften und den zuständigen Netzbetreiber beziehungsweise Notdienst zu verständigen.

Das Wasser wird nicht mehr warm

Wenn sich das Wasser gar nicht mehr oder nur noch unzureichend erwärmt, kommen als Ursache ein defektes Proportionalventil, ein fehlerhafter Temperaturfühler oder eine Störung der Elektrik infrage.
Wird das Gerät trotzdem weiter genutzt, kann es so weit kommen, dass sich überhaupt kein warmes Wasser mehr erzeugen lässt, weshalb frühzeitiges Handeln wichtig ist.
In einem solchen Fall bleibt in der Regel nur eine Badsanierung oder ein vollständiger Austausch.

Austausch oder Sanierung – was ist die bessere Wahl?

Auch wenn Fertigbäder (Unit-Bäder) inzwischen weit verbreitet sind, besitzt der Balance-Kessel Vorzüge, die es sonst nirgendwo gibt.
Doch wenn der Balance-Kessel tatsächlich ausfällt, stellt sich die Frage: Austausch oder Badsanierung?

Eine Sanierung mit Fertigbad ist meist die beste Lösung

Wird der Balance-Kessel alt oder treten zunehmend Störungen auf, empfiehlt sich in der Regel eine Sanierung mit einem Fertigbad (Unit-Bad).
Zwar bietet der Balance-Kessel mit der Nachheizfunktion und der Nutzbarkeit auch bei Stromausfall Vorzüge, die es sonst nicht gibt – dennoch lohnt es sich, einen Ausfall des Geräts als Anlass für eine grundlegende Sanierung zu nehmen.
Grundsätzlich liegt die Lebensdauer eines Balance-Kessels im Durchschnitt bei etwa 13 Jahren, im günstigsten Fall bei rund 15 Jahren.

Ein Fertigbad verfügt über dieselbe Nachheizfunktion wie der Balance-Kessel, bietet darüber hinaus aber auch einen stabileren Wasserdruck.
Zudem gilt: Ein Fertigbad hat in der Regel eine längere Nutzungsdauer und bietet beim Baden mehr Sicherheit.
Die Wassermenge in der Wanne lässt sich einstellen, die Temperatur per Knopfdruck regeln, und mancherorts füllt das System sogar automatisch Wasser nach – Funktionen, die den Komfort beim Baden insgesamt deutlich erhöhen.
Wer also zwischen einem einfachen Austausch und einer umfassenderen Sanierung schwankt, sollte sich in der Regel für die Sanierung mit Fertigbad entscheiden. Ein japanisches Fertigbad ähnelt in seinem Aufbau den vorgefertigten Duschkabinen- und Badmodulen, die auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz beim seriellen Bauen zunehmend eingesetzt werden, auch wenn die typische japanische Badewannen-Nachheizfunktion dort in dieser Form kaum vorkommt.

In Mietwohnungen ist die Wahl oft eingeschränkt

Wer über einen Wechsel vom Balance-Kessel zum Fertigbad nachdenkt, wünscht sich womöglich, da man ohnehin saniert, gleich ein vollwertiges Fertigbad.
In einer Mietwohnung zählt jedoch vor allem der Wille der Vermieterin oder des Vermieters.
Möchte die vermietende Seite lediglich einen Balance-Kessel gegen ein neues Modell desselben Typs austauschen, wird kein Fertigbad eingebaut.
Da es sich um eine Mietwohnung handelt, wurde der Balance-Kessel ursprünglich von der Vermieterseite installiert, und auch Reparatur oder Austausch bei einem Defekt gehen grundsätzlich zu deren Lasten.
Wer auf eigene Kosten ein Fertigbad einbauen lassen möchte, benötigt dafür in jedem Fall die Zustimmung der Vermieterseite.
Darüber hinaus gilt: Beim Auszug muss der ursprüngliche Zustand im Rahmen der sogenannten genjō-kaifuku (Wiederherstellung des Ausgangszustands) hergestellt werden.
Dabei können der ausziehenden Partei sogar die Kosten für den Rückbau vom Fertigbad zum Balance-Kessel in Rechnung gestellt werden.

Da der Austausch der Badewanne mit umfangreichen Bauarbeiten verbunden ist, können davon auch andere Bewohnerinnen und Bewohner desselben Gebäudes betroffen sein.
In einer Mietwohnung gilt also: Man muss sich nach den Anweisungen und Wünschen der Vermieterseite richten. Diese enge Bindung an den Willen der Vermieterseite bei baulichen Veränderungen ähnelt im Grundsatz dem deutschen Mietrecht, wonach bauliche Eingriffe in die Mietsache ebenfalls grundsätzlich der Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters bedürfen und beim Auszug ein vertragsgemäßer Zustand herzustellen ist.

Was ist ein „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer?

Lange Zeit war der Balance-Kessel die vorherrschende Lösung, doch mit der Zeit hat der Umstieg auf das Fertigbad zugenommen.
Zudem führt der Rückgang des Balance-Kessels dazu, dass Ersatzteile zunehmend schwer zu bekommen sind.
Aus diesem Grund hat auch der Austausch gegen einen sogenannten „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer zugenommen.
Beim „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer handelt es sich um einen Gasdurchlauferhitzer, der auch als wanddurchführender Durchlauferhitzer bezeichnet wird.

Wird in einer Wohnsiedlung noch ein Balance-Kessel betrieben, kommt gelegentlich auch ein Austausch gegen einen solchen „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer infrage.
Der „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer wird direkt in die für den Balance-Kessel vorgesehene Wandöffnung für Zu- und Abluft eingesetzt.
Auf diese Weise entsteht an der Stelle, an der zuvor der Balance-Kessel stand, zusätzlicher Platz, sodass sich eine größere Badewanne installieren lässt.

Durch den Einbau eines „Hole-in-One"-Durchlauferhitzers lässt sich der Austausch vergleichsweise schnell und zugleich kostengünstig durchführen.
Da der vom Balance-Kessel beanspruchte Platz wegfällt, steigen zudem Entspannung und Zufriedenheit beim Baden.

Kosten und Bauzeit für Austausch und Sanierung

Grundsätzlich liegt die Lebensdauer eines Balance-Kessels im Durchschnitt bei etwa 13 Jahren, im günstigsten Fall bei rund 15 Jahren, doch da die Ausstattung vieler Bestandswohnungen älter ist, kommt es vor, dass seit mehr als zehn Jahren kein Austausch stattgefunden hat.
Wie hoch fallen Kosten und Bauzeit aus, wenn ein Austausch oder eine Sanierung des Balance-Kessels ansteht?
Im Folgenden werden Kosten und Bauzeit für verschiedene Varianten vorgestellt. Die genannten Beträge sind japanische Yen-Preise und lassen sich nicht unmittelbar auf das Preisniveau von Handwerksleistungen im deutschsprachigen Raum übertragen; sie dienen hier ausschließlich der Einordnung innerhalb des japanischen Markts.

Austausch gegen einen neuen Balance-Kessel

Ein Austausch von einem Balance-Kessel gegen ein neues Gerät desselben Typs ist vor allem in Wohnsiedlungen (danchi) verbreitet.
Wurde bereits zuvor ein Balance-Kessel betrieben, ist ein erneuter Austausch gegen ein Gerät gleicher Bauart keine Seltenheit.
Auch wenn es sich weiterhin um einen Balance-Kessel handelt, sind gegenüber älteren Modellen viele Verbesserungen zu verzeichnen, etwa ein geringerer Energieverbrauch oder eine geringere Kalkablagerung.

Zudem gilt: Der Austausch von einem Balance-Kessel zum nächsten fällt kostenmäßig günstig aus und liegt inklusive Montage bei etwa 150.000 Yen.
Die Bauzeit lässt sich in manchen Fällen sogar innerhalb eines einzigen Tages abschließen.
Insbesondere in älteren Mietwohnungen mit Balance-Kessel entscheidet sich die Vermieterseite häufig ausschließlich für einen Austausch gegen dasselbe Gerätemodell.

Austausch gegen einen „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer

Der „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer lässt sich in genau der Wandöffnung installieren, die zuvor für Zu- und Abluft des Balance-Kessels genutzt wurde.
Da das Heizgerät in dieser Wandöffnung untergebracht wird, lässt sich der zuvor vom Balance-Kessel belegte Platz zusätzlich nutzen.
Die Badewanne kann dadurch vergrößert werden, und die Bauzeit beträgt etwa einen Tag.
Inklusive Montage ist mit Kosten von rund 200.000 bis 250.000 Yen zu rechnen.

Austausch gegen einen frei aufgestellten Gasdurchlauferhitzer

Bei freistehenden Häusern ist häufiger ein außerhalb des Bades installierter Gasdurchlauferhitzer anzutreffen.
Ein solcher Gasdurchlauferhitzer lässt sich überall dort nachrüsten, wo außerhalb des Badezimmers Platz für das Gerät vorhanden ist.

Da das Heizgerät im Außenbereich montiert wird, muss im Badezimmer selbst kein zusätzlicher Platz dafür vorgesehen werden.
Auch bei der Verrohrung lässt sich die bereits vorhandene Wandöffnung für Zu- und Abluft weiterverwenden, sodass in der Regel keine umfangreichen Bauarbeiten anfallen.
Ein solcher Gasdurchlauferhitzer versorgt nicht nur die Badewanne mit Warmwasser, sondern erlaubt auch das Nachheizen per Knopfdruck.

Wer vom Balance-Kessel auf einen solchen Gasdurchlauferhitzer wechselt, dürfte über den gestiegenen Bedienkomfort überrascht sein.
Wer sich für die Umrüstung auf einen frei aufgestellten Gasdurchlauferhitzer entscheidet, sollte inklusive Montage mit etwa 200.000 bis 300.000 Yen rechnen. Ein solches Gerät kommt in seiner Funktionsweise einer klassischen, außen am Haus montierten Gastherme im deutschsprachigen Raum bereits recht nahe.

Sanierung mit einem Fertigbad

Wem das Budget keine Grenzen setzt, dem sei eine Sanierung mit einem Fertigbad empfohlen.
Dabei lässt sich der Balance-Kessel vollständig entfernen und das gesamte Badezimmer grundlegend neu gestalten.
Da der Balance-Kessel in einem herkömmlichen Bad installiert ist, sind in alten Mietwohnungen und Wohnsiedlungen die Badezimmerwände oft noch gefliest.
Beim Umstieg auf ein Fertigbad wird alles aus einem Guss gefertigt.
Dadurch lassen sich eine bessere Reinigung, weniger Sorgen um Wasseraustritt sowie ein gleichmäßiger gehaltenes Raumklima im Bad erwarten.
Da ein Fertigbad weniger von der Außentemperatur beeinflusst wird, lässt sich auch in der kalten Jahreszeit angenehm darin baden.
In Mietwohnungen ist ein Umstieg auf ein Fertigbad mit vorheriger Zustimmung der Vermieterseite grundsätzlich möglich, jedoch nicht in jedem Fall garantiert.
Da sich darüber jedoch verhandeln lässt, lohnt es sich, genau im Moment eines Defekts am Balance-Kessel bei der Vermieterseite nachzufragen.

Worauf bei Reparatur, Austausch und Sanierung zu achten ist

Fällt der genutzte Balance-Kessel aus, stellt sich die Frage: Reparatur, Austausch oder Sanierung – welcher Weg ist der richtige?
Im Folgenden werden wichtige Punkte vorgestellt, auf die dabei zu achten ist.

In Mietwohnungen ist die Rücksprache mit der Vermieterseite unerlässlich

Treten an einem älter gewordenen Balance-Kessel Störungen auf, sollte in einer Mietwohnung zunächst die Vermieterseite kontaktiert werden.
In einer Mietwohnung liegt das Eigentum bei der Vermieterin, dem Vermieter oder der Hausverwaltung, und auch die Entscheidung, ob repariert oder saniert wird, liegt in deren Ermessen.
Welches Warmwassergerät letztlich zum Einsatz kommt, lässt sich nicht vorhersagen – da aber die Entscheidungsgewalt bei der Vermieterseite liegt, sollte diese als Erstes kontaktiert werden.
Wie bereits erwähnt, entspricht dieses Vorgehen im Kern dem, was auch im deutschen Mietrecht gilt: Auch dort ist bei technischen Mängeln zunächst die Vermieterseite zu informieren, bevor eigenmächtig gehandelt wird.

Manchmal ist ein Austausch günstiger als eine Reparatur

Störungen am Balance-Kessel äußern sich unter anderem durch eine schlecht zündende Flamme, eine schwankende Temperatur, ein Knallgeräusch beim Zünden oder ungewöhnliche Gerüche und Geräusche.
Eine Fachfirma prüft die Ursache, doch stellt sich dabei ein grundlegender Defekt heraus, kann ein Austausch mitunter günstiger sein als eine Reparatur.
Manchmal lässt sich ein Problem bereits durch den Austausch eines kleinen Bauteils beheben, doch wenn das Lebensende naht und mehrere Störungen gleichzeitig auftreten, lassen sich durch einen kompletten Austausch sämtliche Probleme auf einmal lösen – oft günstiger, als jede einzelne Störung separat zu reparieren.

Es lohnt sich daher, sowohl das Alter des Geräts als auch die grundsätzliche Reparierbarkeit zu berücksichtigen, bevor über einen Austausch entschieden wird.

Reparatur oder Austausch in Eigenregie: unbedingt vermeiden

Wer handwerklich geschickt ist, könnte auf die Idee kommen, Austausch oder Reparatur eines Balance-Kessels selbst vorzunehmen. Für Arbeiten am Balance-Kessel sind jedoch Qualifikationen wie die eines zertifizierten Gasinstallateurs oder eines Spezialisten für die Installation von Gasgeräten erforderlich.
Insbesondere die Qualifikation als Gasinstallateur ist in Japan ein staatlich anerkannter Abschluss, und Arbeiten ohne diese Qualifikation sind mit erheblicher Gefahr verbunden.

In Mietwohnungen führen häufige Störungen an der Ausstattung ohnehin dazu, dass Hausverwaltung oder Vermieterseite die Beauftragung sowie die Kosten für Reparatur oder Austausch übernehmen müssen.
Da der Balance-Kessel rechtlich als Gasgerät gilt, ist zudem die Qualifikation für die Verlegung flexibler Gasanschlussleitungen erforderlich, und auch Techniken zum fachgerechten Verschließen von Wandöffnungen gegen Feuchtigkeit werden verlangt.
Ein unbedachter Eigenversuch kann zu schwerwiegenden Störungen oder Unfällen führen, weshalb Reparatur oder Austausch in Eigenregie unter keinen Umständen erfolgen sollten.
Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt für Arbeiten an gasführenden Leitungen und Feuerstätten eine strikte Bindung an konzessionierte Fachbetriebe – hier übernimmt in aller Regel der Installateur- beziehungsweise Heizungsbaubetrieb diese Rolle, während Eigenarbeiten an der Gasleitung ebenso wie in Japan grundsätzlich untersagt sind.

Wie wählt man den richtigen Sanierungsbetrieb aus?

Wer aufgrund eines Defekts am Balance-Kessel über eine Sanierung nachdenkt, steht oft vor der Frage, welchem Betrieb die Arbeiten anvertraut werden sollen.
Im Folgenden wird erläutert, worauf bei der Wahl eines Sanierungsbetriebs zu achten ist.

Fachlich qualifiziertes Personal

Wer eine Reparatur oder Sanierung des Balance-Kessels plant, weiß oft nicht genau, an wen man sich wenden sollte oder wer die Arbeiten überhaupt übernehmen kann.
Der erste Punkt, den es zu prüfen gilt, ist, ob im Betrieb fachlich qualifiziertes Personal beschäftigt ist.

Für Sanierungsarbeiten am Balance-Kessel gilt gesetzlich, dass Installation und Austausch von Geräten für Warmwasser, Gas und Wasserversorgung nur durch entsprechend qualifiziertes Fachpersonal erfolgen dürfen.
Führt ein Laie eigenmächtig Reparaturen durch, kann dies gegen geltendes Recht verstoßen und Risiken wie Explosionen oder Gasaustritt nach sich ziehen.

Da ein Unfall auch für die Umgebung erhebliche Schäden verursachen kann, sollte unbedingt ein Betrieb beauftragt werden, in dem die folgenden Fachqualifikationen vorhanden sind.

Fachqualifikationen in Japan:
Flüssiggas-Anlagentechniker (staatlich anerkannter Abschluss)
Aufsichtsperson für Gas-Flexrohranschlüsse
Aufsichtsperson für die Installation von Gasverbrauchsgeräten
Spezialist für die Installation von Gasgeräten
Verantwortlicher Techniker für Wasserversorgungsanlagen
Fachkraft für einfache Rohrinstallationen
TES-Installationstechniker
Im deutschsprachigen Raum entspricht dem am ehesten der Nachweis einer gültigen Meister- oder Gesellenqualifikation im Installateur- beziehungsweise Gas-Wasser-Installateurhandwerk sowie gegebenenfalls einer zusätzlichen Berechtigung des zuständigen Gasnetzbetreibers.

Mehrere Betriebe miteinander vergleichen

Beim Vergleich mehrerer Sanierungsbetriebe sollte darauf geachtet werden, welche Leistung zu welchem Umfang angeboten wird.
Gerade bei einer Sanierung lohnt es sich, neben den Kosten auch die ungefähre Bauzeit zu erfragen.

Bei einer Sanierung vom Balance-Kessel zu einem „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer etwa wird das Gerät in die Badezimmerwand eingelassen, sodass sich Bad und Wanne gegenüber dem Balance-Kessel vergrößern lassen.
Zudem lassen sich Temperaturregelung und Wannenbefüllung, die es beim Balance-Kessel nicht gab, über ein Bedienfeld steuern, was den Komfort gegenüber dem Balance-Kessel deutlich erhöht.
Da die bereits vorhandene Wandöffnung für Zu- und Abluft weiterverwendet wird, muss keine neue Öffnung geschaffen werden.
Für eine Sanierung vom Balance-Kessel zum „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer gilt inklusive Badeofen, Wanne, Armaturen und Montage ein Richtwert von etwa 320.000 bis 350.000 Yen.
Wählt man ein Gerät, das der ausführende Installationsbetrieb selbst vertreibt, kann sich der Preis unter Umständen weiter senken lassen, weshalb sich ein Vergleich einschließlich möglicher Gerätekäufe lohnt.

Zudem gilt: Beim Vergleich mehrerer Betriebe ist besondere Vorsicht geboten, wenn ein Umstieg auf ein Fertigbad ansteht.
Bei einem Fertigbad lässt sich die Sanierung nicht so einfach durchführen wie beim Austausch vom Balance-Kessel zum „Hole-in-One"-Durchlauferhitzer.
Ein Fertigbad wird aus einzelnen Elementen – von der Decke über Boden und Wände bis zur Wanne – direkt vor Ort zusammengesetzt.
Zudem gibt es Fertigbäder mit integriertem Waschbecken sowie Drei-in-eins-Varianten mit zusätzlicher Toilette, sodass beim Vergleich auch der jeweilige Ausstattungstyp berücksichtigt werden sollte.
Moderne Fertigbäder bieten häufig eine bessere Reinigungsfreundlichkeit sowie eine höhere Luft- und Wärmedichtigkeit.
Auch barrierefreie Ausführungen sowie Modelle mit noch umfangreicherer Ausstattung sind erhältlich.
Daher gilt: Beim Vergleich sollte geklärt werden, welche Ausstattungsklasse des Fertigbads infrage kommt, wie lange die Bauzeit dauert und aus wie vielen Elementen das gewählte Fertigbad besteht.
Für eine Sanierung mit Fertigbad ist mit Kosten ab etwa 500.000 Yen zu rechnen, wobei allein die Bauleistung ab etwa 300.000 Yen beginnt.

Ein unverbindliches Angebot einholen

Beim Vergleich mehrerer Betriebe empfiehlt es sich, die Entscheidung anhand unverbindlicher Kostenvoranschläge zu treffen.
Kosten und Vorgehen bei Reparatur oder Sanierung unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb zum Teil erheblich.
Manche Anbieter verlangen Preise über dem üblichen Marktniveau, andere verfügen nicht über die erforderlichen Qualifikationen oder haben zu wenig Erfahrung.
In solchen Fällen kann es zu unsachgemäßer Ausführung und in der Folge zu Problemen kommen.
Ein unverbindlicher Kostenvoranschlag hilft jedoch dabei, neben Bauumfang und Bauzeit auch zu erkennen, ob qualifiziertes Personal beteiligt ist, ob der Preis angemessen ausfällt und wie der Leistungsumfang konkret aussieht.
Vor Baubeginn lohnt sich daher ein Vergleich der Angebote mehrerer Betriebe – ein Vorgehen, das sich im Grundsatz nicht von der Einholung mehrerer Kostenvoranschläge bei Handwerksbetrieben im deutschsprachigen Raum unterscheidet.

Zusammenfassung

Der Balance-Kessel ist ein Warmwassergerät, das vor allem in japanischen Wohnsiedlungen verbreitet war.
Er verfügt über eine Zuluft- und eine Abluftöffnung und funktioniert, indem er das Badewasser ansaugt und erwärmt.
Früher war der Balance-Kessel die vorherrschende Lösung, heute nimmt seine Verbreitung jedoch ab, während immer mehr Wohnungen im Zuge einer Sanierung auf ein Fertigbad umgestellt werden.
Der Balance-Kessel bietet zwar Vorteile wie die Warmwasserversorgung auch bei Stromausfall, doch werden die geringe Wassermenge und die aufwendige Reinigung häufig als störend empfunden, und seine Lebensdauer liegt im Durchschnitt bei etwa 13 Jahren, im günstigsten Fall bei rund 15 Jahren.
Vor diesem Hintergrund stellt sich häufig die Frage nach Austausch oder Sanierung, wobei es in Mietwohnungen mitunter nur beim Austausch von einem Balance-Kessel zum nächsten bleibt.
Moderne Fertigbäder verfügen heute über zahlreiche Zusatzfunktionen und ermöglichen eine großzügigere Nutzung des Badezimmers.
Wer zu Hause die Badewanne austauschen möchte, sollte vor Baubeginn Kostenvoranschläge mehrerer Betriebe einholen und Preise, Bauzeit sowie das Vorhandensein qualifizierten Fachpersonals miteinander vergleichen. Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum liegt der wichtigste Unterschied darin, dass eine vergleichbare, in Wanne und Wand integrierte Feuerstätte hierzulande praktisch nicht existiert – wohl aber dieselben Grundprinzipien: begrenzte Lebensdauer von Warmwassergeräten, die Pflicht zur Beauftragung qualifizierter Fachbetriebe und, in Mietverhältnissen, die Notwendigkeit, bauliche Veränderungen mit der Vermieterseite abzustimmen.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte