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Immobilieninvestitionen in Japans Ära des Bevölkerungsrückgangs: Städte mit verbleibender Nachfrage, Umnutzung und Exit-Strategien richtig beurteilen

## Bevölkerungsrückgang nicht als „nationalen Durchschnitt“, sondern als „Verschiebung der Nachfrage“ lesen

Zuletzt aktualisiert: Etwa 6 Min. Lesezeit

Bevölkerungsrückgang nicht als „nationalen Durchschnitt“, sondern als „Verschiebung der Nachfrage“ lesen

Wer Immobilieninvestitionen unter Bevölkerungsrückgang in Japan betrachtet, sollte zuerst die pauschale Annahme vermeiden: „Wenn die Bevölkerung sinkt, werden alle Immobilien schlecht.“

Tatsächlich muss jede langfristige Investitionsentscheidung in Japan davon ausgehen, dass die Gesamtbevölkerung weiter abnimmt. Auch die Bevölkerungsprojektionen des National Institute of Population and Social Security Research zeigen, unter verschiedenen Annahmen zu Geburten, Sterbefällen und internationaler Migration, einen langfristigen Rückgang der Gesamtbevölkerung.

Der Wert einer Immobilie wird jedoch nicht vom nationalen Durchschnitt bestimmt. Entscheidend für das tatsächliche Anlageergebnis ist Nachfrage in viel kleineren Einheiten: Einzugsgebiet eines Bahnhofs, täglicher Lebensraum, Pendlerzone, Schulbezirk, medizinisches Versorgungsgebiet, Handelscluster, geplante Stadterneuerung, Katastrophenrisiko und Tiefe der Mietnachfrage. Wo sich diese Faktoren überlagern, kann auch bei sinkender Gesamtbevölkerung stabile Nachfrage bestehen bleiben.

Umgekehrt wird es schwierig, den Vermögenswert zu erhalten, wenn künftige Mieter, Käufer, Nutzer oder Betreiber in einem Gebiet dünner werden, selbst wenn die aktuelle Rendite hoch aussieht. Immobilieninvestitionen in Japans Ära des Bevölkerungsrückgangs sind weniger eine Wette auf Bevölkerungswachstum als eine Analyse der Frage, wo Nachfrage bleibt und wo sie abfließt.

Für DACH-Investoren ist wichtig: Dieses Thema ist spezifisch japanisch geprägt. Anders als in vielen deutschsprachigen Märkten, in denen Knappheit, Regulierung und Bestandswert oft stark im Vordergrund stehen, können in Japan selbst bebaute Grundstücke außerhalb tragfähiger Nachfragezonen schneller an Liquidität verlieren.

Die zuerst zu prüfende Demografie besteht nicht nur aus „Einwohnerzahl“

Wer demografische Daten betrachtet, trifft leicht falsche Entscheidungen, wenn er nur die Gesamtbevölkerung verfolgt. Bei Anlageimmobilien hängt die relevante Bevölkerung von der Nutzung der Immobilie ab.

Bei Mietwohnungen für Singles sind Einpersonenhaushalte, junge Altersgruppen, versetzte Arbeitnehmer, Studierende und ausländische Bewohner wichtiger als die Gesamtbevölkerung. Bei Familienwohnungen zählen Haushalte mit Kindern, Kinderbetreuung, Bildungsumfeld und Zuzug von Haushalten, die Wohneigentum erwerben könnten. Bei Wohnformen für ältere Menschen stützen Nähe zu medizinischer Versorgung, Pflege, Einkaufsmöglichkeiten und öffentlichem Verkehr die Nachfrage.

Auch bei Bevölkerungsrückgang sinkt die Zahl der Haushalte nicht zwingend sofort im gleichen Tempo. Zudem unterscheiden sich selbst innerhalb derselben Gemeinde Innenstadt und Vorort, Bahnhofsnähe und Buslage, Sanierungsgebiet und gewachsenes Wohngebiet deutlich in der Qualität der Nachfrage.

Für die Anlageentscheidung sollten mindestens die folgenden vier Punkte getrennt geprüft werden.

Zu prüfender Indikator Bedeutung für die Investitionsentscheidung Wichtiger Hinweis
Gesamtbevölkerung Zeigt den Schrumpfungsdruck der gesamten Region Nicht allein zur Beurteilung der Objektnachfrage verwenden
Haushaltszahl Zeigt die potenzielle Nachfrage nach Mietwohnungen Kann durch kleinere Haushalte vorübergehend gestützt werden
Altersstruktur Zeigt Nachfrage nach Wohnungstypen und Alltagsdienstleistungen Alterung bedeutet nicht nur Nachfragerückgang, sondern kann auch Grundlage für Umnutzung sein
Zuzug und Wegzug Zeigt Nachfragezufluss von außen Nicht auf kurzfristige Schwankungen, sondern auf mehrjährige Trends schauen

Auch in Städten mit sinkender Bevölkerung gibt es Gebiete, in denen sich das Wohnen bündelt. Umgekehrt gibt es selbst in bevölkerungsreichen Städten Teilmärkte mit Überangebot, fallenden Mieten und schwacher Verwaltung. Investoren sollten Demografie nicht als Begründung nutzen, warum man kaufen darf, sondern als frühes Warnsystem, warum man nicht kaufen sollte.

Die Gebietsauswahl verändert sich durch Compact City und Stadterneuerung

Bei der Gebietsauswahl in einer Ära des Bevölkerungsrückgangs kann die Stadtplanung der Kommune nicht ignoriert werden. Besonders zu prüfen sind der Location Optimization Plan, japanisch 立地適正化計画 (ritchi tekiseika keikaku), also ein kommunaler Plan zur Bündelung von Wohnen und Stadtfunktionen, die Residential Inducement Area 居住誘導区域 (kyoju yudo kuiki), die Urban Function Inducement Area 都市機能誘導区域 (toshi kino yudo kuiki) und die Strategie zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Verkehrs.

Das japanische Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus, MLIT, weist über Stadterneuerung und das Konzept „Compact plus Network“ in Richtung einer nachhaltigeren Stadtstruktur, in der Wohnnutzung und städtische Funktionen in bestimmte Bereiche gelenkt werden. Für Investoren ist das wichtig, weil es Hinweise gibt, wohin sich öffentliche Dienstleistungen, Verkehr, Medizin, Handel und öffentliche Investitionen konzentrieren könnten.

Das bedeutet jedoch nicht: „Innerhalb einer Residential Inducement Area ist alles sicher.“ Auch innerhalb solcher Gebiete sinkt die Attraktivität, wenn die Lage weit vom Bahnhof entfernt ist, viele Steigungen hat, schwache Einkaufswege bietet, bereits zu viel Bestand vorhanden ist oder viele alte Konkurrenzobjekte leer stehen.

Umgekehrt ist nicht jede Lage außerhalb solcher Zonen automatisch ungeeignet. Logistik, Tourismus, Zweitwohnen, gewerbliche Umnutzung oder Werks- und Forschungsstandorte mit Nachfrage nach Mitarbeiterwohnungen können auch außerhalb klassischer Wohnnachfrage funktionieren.

Entscheidend ist, Stadtplanung nicht als Garantie für steigende Preise zu verstehen, sondern als Material zur Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass auch künftig Nachfrage bestehen bleibt. Im Vergleich zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz wirkt japanische Stadtplanung für ausländische Investoren oft weniger wie ein starres Schutzregime für Bestandswerte und stärker wie ein Hinweis darauf, wo knapper werdende öffentliche Infrastruktur künftig gebündelt werden soll.

Praktischer Check für Gebietsauswahl zum Schutz des Vermögenswerts

Bei Bevölkerungsrückgang wird die Nachfragedichte im Umfeld wichtiger als die Spezifikation des Einzelobjekts. Wer nur nach Baujahr, Bruttorendite und Reparaturhistorie entscheidet, übersieht das Risiko, beim Exit keinen Käufer zu finden.

Für die Gebietsauswahl ist die folgende Reihenfolge praxisnah.

Prüfpunkt Was zu prüfen ist Einfluss auf die Investitionsentscheidung
Verkehr Entfernung zum Bahnhof, Taktung, letzte Verbindung, Tragfähigkeit von Buslinien Beeinflusst Mietnachfrage und Käuferkreis beim Verkauf
Alltagskomfort Supermarkt, Medizin, Banken, Verwaltung, Bildungseinrichtungen Beeinflusst Bindung von Senioren, Singles und Familien
Beschäftigung Universität, Krankenhaus, Fabrik, Bürostandorte, Handelscluster Grundlage für Stabilität der Mietnachfrage
Angebot Neue Mietwohnungen, Leerstand alter Gebäude, Bestand an Eigentumswohnungen Misst Risiko von Mietrückgang und Leerstandszeiten
Katastrophen Hochwasser, Erdrutsch, Bodenverflüssigung, Tsunami, Evakuierungswege Beeinflusst Versicherung, Finanzierung und Exit-Preis
Verwaltungspolitik Location Optimization Plan, Sanierung, Neuordnung öffentlicher Einrichtungen Hinweis darauf, wohin sich Stadtfunktionen künftig konzentrieren

Besondere Vorsicht gilt bei Objekten, die „derzeit voll vermietet“ sind. Vollvermietung ist positiv, aber wenn die Mieter sehr alt sind, die Mieten über dem Markt liegen oder in der Umgebung Leerstand zunimmt, kann die Anschlussvermietung zu denselben Konditionen schwierig werden.

Bei Immobilieninvestitionen unter Bevölkerungsrückgang zählt weniger, ob das Objekt heute voll ist, sondern ob es den nächsten Mieter und den nächsten Käufer gibt.

Leerstände sind Risiko und zugleich Rohmaterial für Umnutzung

Leerstehende Häuser werden oft als Symbol des Bevölkerungsrückgangs dargestellt. Für Investoren sind sie aber nicht automatisch negativ. Das Problem ist nicht der Leerstand an sich, sondern dass ein Gebäude in einer Nutzung verbleibt, für die es keine Nachfrage mehr gibt.

Auch Gebäude mit schwacher Wohnnachfrage können je nach Lage und baulichen Bedingungen anders nutzbar sein. Bei kleinen Objekten in Bahnhofsnähe kann ein Laden mit Wohnung funktionieren, in touristischen Lagen Kurzzeitaufenthalt, in Wohngebieten ein lokaler Servicestandort, in gastronomisch nachgefragten Lagen eine Shared Kitchen oder kleine Gewerbeeinheiten.

Wer Leerstand als Ertragsstrategie nutzen will, sollte nicht einfach Renovierungskosten investieren, sondern zuerst festlegen: Wer zahlt wofür wie viel? Wird die Nutzung nicht vor der Innenausstattung entschieden, kann ein Objekt zwar gut aussehen, aber nicht monetarisierbar sein.

Für Umnutzungen wie Shared Kitchens ist auch Was ist eine Shared Kitchen? Ertragsstrategie für Leerstandsnutzung und Immobilieninvestitionen relevant. Leerstand sollte nicht nur als „billig kaufbares Objekt“ gesehen werden, sondern als möglicher Behälter für lokale Kleingewerbe, Nebenerwerb und kleinteilige Nachfrage.

Für DACH-Anleger ist hier ein Unterschied wichtig: In Japan können alte Wohnhäuser durch Baualter, Erdbebenstandards und lokale Nachfrage schneller als reine Gebäude entwerten; der wirtschaftliche Kern liegt dann oft stärker in Lage, Grundstück, Genehmigungsfähigkeit und tragfähiger Nutzung als im Bestand selbst.

Verwaltungsqualität vergrößert den Unterschied im Vermögenswert

In wachsenden Märkten kann Mietnachfrage eine grobe Verwaltung manchmal ausgleichen. Bei Bevölkerungsrückgang wird dieser Spielraum kleiner. Eindruck des Objekts, Reinigung, Reparaturreaktion, Helligkeit der Gemeinschaftsflächen, Lärmmanagement und Anpassung der Vermietungsbedingungen schlagen direkter auf Auslastung und Miete durch.

Selbst bei gleicher Lage und gleichem Baujahr entsteht über einige Jahre ein Unterschied im Vermögenswert zwischen gut verwalteten und vernachlässigten Objekten. Verwaltung in der Ära des Bevölkerungsrückgangs ist keine bloße Instandhaltung, sondern eine Investition, um in einem dünner werdenden Markt weiterhin gewählt zu werden.

Besonders wichtig ist, die Wiederherstellung nach Auszug, japanisch 原状回復 (genjo kaifuku), nicht nur als Rückversetzung in den vorherigen Zustand zu verstehen. Grundriss, Ausstattung, Beleuchtung, Stauraum, Internet, Sicherheit und Paketannahme müssen an den Vergleichspunkten des nächsten Mieters ausgerichtet werden.

Übertriebene Renovierung lässt sich jedoch nicht zurückverdienen. Investitionen oberhalb der Mietobergrenze des Gebiets spiegeln sich kaum im Vermögenswert wider. Die Investitionssumme sollte aus erwarteter Miete, Auslastung, Verkaufsrendite und Haltedauer rückwärts gerechnet werden.

Mietfestsetzung wirkt auch auf den Exit-Preis

Bei Immobilieninvestitionen wird die Miete oft nur als monatlicher Einnahmestrom betrachtet. Der Verkaufspreis von Renditeimmobilien wird jedoch häufig über das Verhältnis von Mieteinnahmen und Rendite bewertet. Deshalb beeinflusst die Miete auch den Exit-Preis.

Wer bei Bevölkerungsrückgang vorschnell die Miete senkt, kann kurzfristig Leerstand füllen, aber die Ertragskraft des gesamten Objekts schwächen. Umgekehrt verlängern zu hohe Mieten, die den Markt ignorieren, die Leerstandszeit und verschlechtern die reale Rendite.

Wichtig ist, Angebotsmiete, tatsächlich abgeschlossene Miete, Leerstandszeit, Vermittlungs- und Werbekosten sowie Wiederherstellungskosten gemeinsam zu betrachten. Der Vergleich der Monatsmiete allein reicht für eine Anlageentscheidung nicht aus.

Den Zusammenhang zwischen Miete und Vermögenswert erläutert Warum die Mietfestsetzung den Verkaufspreis bestimmt: Wie 10.000 Yen, rund 60 EUR, Monatsdifferenz etwa 3 Mio. Yen, rund 18.000 EUR, Vermögenswert schaffen können genauer. Je stärker der Bevölkerungsrückgang, desto weniger sollte Mietfestsetzung aus Gefühl erfolgen; sie muss aus Daten und Exit-Preis rückwärts hergeleitet werden.

Die Exit-Strategie wird vor dem Kauf entschieden

Das größte Risiko bei Immobilieninvestitionen unter Bevölkerungsrückgang ist eine reine Eingangsperspektive: „Die Rendite ist hoch“ oder „Der Preis ist niedrig.“ In schrumpfenden Märkten steigt das Exit-Risiko: Nach dem Kauf lässt sich das Objekt nicht verkaufen, keine Finanzierung wird gewährt oder der Käuferkreis ist sehr begrenzt.

Vor dem Kauf sollten mindestens drei Exits geprüft werden.

Erstens: Kann das Objekt als Renditeimmobilie verkauft werden? Entscheidend sind Nachfrage anderer Investoren im Umfeld, Bewertung durch Finanzinstitute, Baujahr, Reparaturhistorie und Stabilität der Mieterliste.

Zweitens: Kann es an Eigennutzer verkauft werden? Bei Einfamilienhäusern, Eigentumswohnungen und kleinen Apartmenthäusern sind künftige Käufer nicht zwingend nur Investoren. Ob Menschen dort wohnen wollen, beeinflusst den Exit-Preis erheblich.

Drittens: Ist Umnutzung oder Neubau möglich? Zu prüfen sind Grundstückswert, Straßenanbindung, Zoning 用途地域 (yoto chiiki, japanische Nutzungszone), Floor Area Ratio 容積率 (yoseki-ritsu, zulässige Geschossfläche im Verhältnis zum Grundstück), Building Coverage Ratio 建ぺい率 (kenpei-ritsu, zulässige überbaute Grundstücksfläche), Abrisskosten und Wiederbebaubarkeit.

Die Exit-Strategie wird nicht kurz vor dem Verkauf entwickelt. Ob der Kaufpreis angemessen ist, lässt sich erst aus dem Exit rückwärts beurteilen. Für Verkaufszeitpunkt, Steuern und Gewinnmaximierung ist auch Vollständiger Leitfaden zur Exit-Strategie bei Immobilieninvestitionen: Verkaufszeitpunkt und Gewinnmaximierung hilfreich.

In Regionalstädten gilt weder „Zentrum ist sicher“ noch „Vorort ist unmöglich“

Bei Investitionsentscheidungen in Regionalstädten ist es wichtig, Zentrum und Vorort nicht zu schlicht zu trennen. Auch im Zentrum kann es zu wenige Parkplätze, wenig Nachtbevölkerung, viele leerstehende Altbauten und schwache Handelsfrequenz geben. Umgekehrt kann in Vororten rund um Krankenhäuser, Universitäten, Fabriken, Logistikanlagen, Hauptstraßen und Einkaufszentren stabile Wohnnachfrage verbleiben.

Bei Vorortinvestitionen ist die Prüfung jedoch besonders streng, weil die Exit-Optionen oft enger werden. Auch wenn während der Vermietung Ertrag entsteht, können nach Auszug keine Anschlussnutzer gefunden werden, Banken den Verkauf niedriger bewerten oder Reparaturkosten nicht mehr zurückgeholt werden.

In Regionalstädten zählt nicht die Marke der Stadt, sondern die Quelle der Nachfrage. Wer wohnt in diesem Gebiet? Warum muss diese Person dort wohnen? Was ist im Vergleich zu Alternativlagen überlegen? Objekte, auf die sich diese Fragen nicht konkret beantworten lassen, sollten trotz hoher Bruttorendite vorsichtig behandelt werden.

Investitionsentscheidungen über „verbleibende Nachfrage“ und „Ausweichwege“ ordnen

In der Ära des Bevölkerungsrückgangs braucht Immobilieninvestment nicht nur ein optimistisches Wachstumsszenario, sondern auch konservative Downside-Szenarien.

Was passiert, wenn die Miete um 5 % fällt? Was passiert, wenn die Leerstandszeit zwei Monate länger wird? Was passiert, wenn Reparaturkosten höher ausfallen als geplant? Hält der Cashflow steigende Zinsen aus? Kann der Verlust begrenzt werden, wenn der Verkaufspreis niedriger ausfällt als erwartet?

Solche Prüfungen dienen nicht dazu, pessimistisch zu werden. Sie helfen vielmehr, nüchtern zu entscheiden, welche Objekte kaufbar sind.

Objekte, die auch unter Bevölkerungsrückgang investierbar sein können, haben gemeinsame Merkmale: Der Grund der Nachfrage ist erklärbar. Es gibt Spielraum zur Managementverbesserung. Die Miete ist begründbar. Der spätere Käuferkreis ist vorstellbar. Es bestehen Alternativen zur bloßen Veräußerung, etwa Umnutzung.

Zu vermeiden sind dagegen Objekte, deren einziger Reiz der niedrige Preis ist. Wenn der Preis niedrig ist, weil Nachfrage verschwunden ist, Wiederbebauung nicht möglich ist, Reparaturen übermäßig hoch sind, Katastrophenrisiken bestehen, die Verwaltung schlecht ist oder Liquidität fehlt, ist der niedrige Preis keine Sicherheitsmarge, sondern ein Risikosignal.

Die Sicht von INA Media

INA Media versteht Bevölkerungsrückgang nicht als Ende von Immobilieninvestitionen. Zugleich stehen wir übertriebenem Optimismus skeptisch gegenüber.

Künftig wird es bei Immobilieninvestitionen nicht nur darum gehen, in Wachstumsmärkten mitzuschwimmen. Entscheidend wird sein, in schrumpfenden Märkten jene Orte zu wählen, an denen Nachfrage bleibt, Gebäude zu erkennen, die bei veränderter Nutzung gebraucht werden, und Vermögenswerte auszuwählen, die durch Verwaltung wettbewerbsfähig bleiben.

Demografie ist kein Material, um Investitionen aufzugeben. Sie ist eine Voraussetzung, um Zielobjekte einzugrenzen, Preise anzupassen, Verwaltungspläne zu erstellen und Exits zu entwerfen.

Stadterneuerung, Leerstandsnutzung, Umnutzung, Gebietsauswahl und Werterhalt sind keine getrennten Themen. Alles läuft auf eine Frage hinaus: Wird diese Immobilie auch künftig von jemandem gebraucht?

Häufige Fragen

Q1. Sollte man Immobilien in Gebieten mit Bevölkerungsrückgang vollständig meiden?

Nein, nicht vollständig. In Regionen mit sinkender Gesamtbevölkerung wird der Unterschied zwischen Orten mit verbleibender Nachfrage und schwächeren Orten jedoch größer. Bahnhof, medizinische Versorgung, Handel, Beschäftigung, Verwaltungspolitik, Katastrophenrisiken und Mietkonkurrenz müssen geprüft werden. Wichtig ist, sich auf Objekte zu beschränken, deren Nachfragegrund erklärbar ist.

Q2. Ist der Vermögenswert geschützt, wenn ein Objekt innerhalb einer Compact-City-Zone liegt?

Die Lage innerhalb einer solchen Zone ist ein starkes Prüfkriterium, garantiert aber keinen Vermögenswert. Selbst innerhalb derselben Zone hängen die Ergebnisse von Bahnhofsentfernung, Umgebungsangebot, Gebäudemanagement, Mietniveau und Katastrophenrisiko ab. Stadtplanung ist ein Eingangskriterium; die finale Entscheidung braucht lokale Nachfrageprüfung und Cashflow-Analyse.

Q3. Was sollte bei Investitionen in leerstehende Häuser zuerst geprüft werden?

Zuerst ist nicht die Renovierung, sondern die Nutzung zu prüfen. Ob das Objekt als Wohnung, Laden, Betreiberfläche oder Kurzzeitunterkunft genutzt wird, verändert notwendige Umbauten, Genehmigungen, Ertrag und Betriebssystem. Wer kauft, ohne die Nutzung zu klären, riskiert, nach der Sanierung keine Mieter oder Nutzer zu finden.

Q4. Ist langfristiges Halten auch in der Ära des Bevölkerungsrückgangs sinnvoll?

Ja, in bestimmten Fällen. Für langfristiges Halten eignen sich Objekte, bei denen die Nachfragequelle klar ist, ein Reparaturplan besteht und Mietrückgang oder steigender Leerstand verkraftbar sind. Nicht das lange Halten selbst wird belohnt, sondern nur ein Objekt, das langfristig gebraucht wird.

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Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte