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Real Estate Intelligence
COLUMN

Strategien für den Verkauf eines Hauses zum Höchstpreis: Objektmerkmale, Preisfestsetzung und Verkaufszeitpunkt in Japan

Strategien für den Verkauf eines Hauses zum Höchstpreis in Japan erklärt: die Merkmale hochwertiger Objekte, die Wahl zwischen Maklervermittlung (chūkai) und Ankauf (kaitori) sowie praxisnahes Know-how zu Besichtigung, Verkaufszeitpunkt und optimaler Preisfestsetzung – aufbereitet für deutschsprachige Investoren.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 3 Min. Lesezeit

Wer beim Verkauf einer Immobilie den größtmöglichen Erlös erzielen will, darf nicht einfach „irgendwie inserieren“, sondern braucht einen strategischen, datengestützten Ansatz. Dieser Beitrag richtet sich an deutschsprachige Investoren im DACH-Raum, die den japanischen Immobilienmarkt verstehen wollen: Er erklärt, welche Objekte in Japan zu hohen Preisen verkauft werden, und welche konkreten Taktiken Verkäufer anwenden sollten. Anders als der weitgehend regulierte Wohnungsmarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz funktioniert der japanische Verkaufsmarkt über andere Mechanismen der Preisbildung, Vermarktung und Maklerbeauftragung – genau diese Unterschiede sind für internationale Käufer die eigentliche Wissensquelle.

Welche Gemeinsamkeiten haben Immobilien, die sich teuer verkaufen lassen?

Objekte, die am Markt hoch bewertet werden, teilen bestimmte Merkmale. Wie viele dieser Kriterien ein Objekt erfüllt, bildet die sachliche Grundlage für die Preisfestsetzung. Für deutschsprachige Leser ist wichtig zu verstehen: In Japan gibt es keinen amtlichen, flächendeckenden „Mietspiegel“ wie in deutschen Städten. Der Wert einer Immobilie ergibt sich stärker aus Marktnachfrage, Lage und Objektzustand – und weniger aus einer behördlich fortgeschriebenen Vergleichsmiete.

Regionale Nachfrage und Verkehrsanbindung

Objekte an beliebten Bahnlinien, in fußläufiger Bahnhofsnähe und in Gebieten mit guter Pendleranbindung weisen eine stabile Nachfrage auf und verlieren seltener an Wert. In Japan wird die Erreichbarkeit typischerweise als „ekichikatsu“ (駅近, Bahnhofsnähe) und in Gehminuten zum nächsten Bahnhof gemessen – ein Kriterium, das den Preis oft stärker beeinflusst als in DACH-Städten, wo Käufer eher auf Stadtviertel als auf konkrete Bahnstationen achten. Zusätzliche Pluspunkte sind das Wohnumfeld: Sicherheit, Schulen, Kliniken und Supermärkte in der Nähe.

Marktgerechte Grundrisse und Ausstattung

Entscheidend ist, dass Größe und Grundriss zur nachgefragten Zielgruppe der jeweiligen Lage passen. Objekte, die deutlich größer sind als der Bedarf, oder überausgestattete Immobilien lassen sich selbst mit höherem Preis schwer verkaufen. In Japan werden Grundrisse mit Kürzeln wie „2LDK“ (zwei Zimmer plus Wohnküche, Living-Dining-Kitchen) beschrieben – anders als die in Deutschland übliche Zählung nach Zimmern und Quadratmetern. Für Investoren heißt das: Ein Grundriss, der die lokale Nachfrage exakt trifft, ist wertvoller als bloße Fläche.

Erhalt des Objektzustands

Objekte, deren Außenwände und Dach regelmäßig gewartet und deren Anlagen fachgerecht gepflegt wurden, hinterlassen auch bei höherem Baualter einen guten Eindruck und erzielen höhere Schätzwerte. Maßnahmen gegen Schimmel und Kondenswasser sind ein wichtiger Verkaufsvorteil – gerade in Japans feuchtem Sommerklima, das anders als das trockenere Kontinentalklima in weiten Teilen des DACH-Raums höhere Anforderungen an Belüftung und Feuchteschutz stellt.

Was verkauft sich teurer – Maklervermittlung oder Ankauf?

Beim Verkauf unterscheidet man in Japan grundsätzlich zwei Wege: die Vermittlung über einen Makler („chūkai“, 仲介) und den direkten Ankauf durch ein Immobilienunternehmen („kaitori“, 買取).

  • Vermittlung (chūkai): Der Angebotspreis kann selbst festgelegt werden, ein Verkauf zum Marktpreis ist möglich. Allerdings kann es bis zum Abschluss mehrere Monate dauern.
  • Ankauf (kaitori): Da das Immobilienunternehmen selbst zum Käufer wird, ist ein sofortiger Verkauf möglich. Dafür liegt der Preis häufig nur bei etwa 60–80 % des Marktwerts.

Wer einen hohen Verkaufspreis anstrebt, sollte grundsätzlich die Vermittlung wählen und mehrere Immobilienunternehmen mit einer Schätzung beauftragen – das ist die Basisstrategie. Anders als in Deutschland, wo Doppeltätigkeit des Maklers rechtlich klar geregelt ist, ist in Japan besondere Vorsicht bei der Risiken der Doppelmaklerschaft (ryōte-chūkai) geboten, bei der ein Makler zugleich Käufer- und Verkäuferseite vertritt.

Konkrete Maßnahmen, mit denen Verkäufer einen höheren Preis erzielen

Besichtigungen konsequent vorbereiten

Vor der Besichtigung durch Kaufinteressenten sollten Sie das Objekt gründlich reinigen und aufräumen. Besonders die Nassbereiche (Küche, Bad, Toilette) sind für den ersten Eindruck entscheidend. Eine professionelle Reinigung („house cleaning“) ist eine Option mit hohem Kosten-Nutzen-Verhältnis. In Japan ist die Besichtigung („naiken“, 内見) oft ein kurzer, terminierter Rundgang – im Unterschied zum DACH-Raum, wo Sammelbesichtigungen und längere Vorlaufzeiten üblicher sind; der erste Eindruck zählt hier entsprechend stark.

Den Verkaufszeitpunkt strategisch wählen

Die Hochsaison am japanischen Immobilienmarkt liegt im September/Oktober und Februar/März. Weil in diesen Monaten die Nachfrage durch Versetzungen und Schulbeginn steigt, lassen sich mehr Kaufinteressenten gewinnen, wenn man den Verkauf zeitlich darauf abstimmt. Hintergrund ist das japanische Geschäfts- und Schuljahr, das im April beginnt – anders als in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo Umzüge sich stärker auf den Sommer konzentrieren. Der optimale Zeitpunkt hängt jedoch von der Zielgruppe des jeweiligen Objekts ab.

Die Preisfestsetzung optimieren

Ein deutlich über dem Marktniveau angesetzter Preis erweckt den Eindruck eines „Ladenhüters“ und zwingt am Ende zu Preisnachlässen. Wer sich an KI-Bewertungstools und den Schätzungen mehrerer Anbieter orientiert und zu einem angemessenen, auf einen zügigen Abschluss ausgerichteten Preis inseriert, erzielt den größten Gewinn. Auch der Einsatz einer KI-gestützten Immobilienbewertung ist wirkungsvoll und gerade für internationale Investoren hilfreich, die den lokalen japanischen Markt nicht aus eigener Anschauung kennen.

Bei Altbauten Abriss oder Verkauf im Ist-Zustand prüfen

In Gebieten mit hoher Nachfrage nach gebrauchten Einfamilienhäusern ist der Verkauf im Ist-Zustand („genjō-watashi“, 現状渡し, Übergabe im bestehenden Zustand) vorteilhaft. In Regionen mit starker Nachfrage nach Neubauten findet sich hingegen manchmal schneller ein Käufer, wenn man das Grundstück abreißt und als Bauland verkauft. Anders als im DACH-Raum, wo Bestandsbauten häufig als werthaltig gelten, verliert ein Wohnhaus in Japan mit dem Alter oft stark an Wert, während das Grundstück den eigentlichen Wert trägt. Prüfen Sie vor der Entscheidung die Baugrenzen (Grundflächenzahl „kenpeiritsu“ und Geschossflächenzahl „yōsekiritsu“).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F. Bei wie vielen Anbietern sollte ich eine Immobilienschätzung einholen?

A. Wir empfehlen, mindestens drei Anbieter zu beauftragen. Indem Sie die Streuung der Schätzwerte prüfen und die Gründe für auffällig hohe oder niedrige Schätzungen hinterfragen, gewinnen Sie eine belastbare Grundlage für die Einschätzung eines angemessenen Preises. Anders als in Deutschland, wo Sachverständigengutachten stärker standardisiert sind, können die Schätzungen japanischer Maklerunternehmen deutlicher auseinanderliegen.

F. Sollte ich vor dem Verkauf renovieren?

A. Das führt nicht zwangsläufig zu einem höheren Verkaufspreis. Eine punktuelle Renovierung der Nassbereiche kann sich in manchen Fällen lohnen, während sich umfangreiche Renovierungen häufig nicht amortisieren. Klären Sie erst den Bedarf der Käuferseite, bevor Sie entscheiden.

F. Was tun, wenn nach dem Inserieren keine Besichtigungen zustande kommen?

A. Bleiben Besichtigungen zwei bis vier Wochen aus, ist das ein Signal, die Preisfestsetzung oder die Fotos und Beschreibungstexte des Objekts zu überarbeiten. Besprechen Sie frühzeitig Gegenmaßnahmen mit dem zuständigen Immobilienunternehmen.

F. Kann ich verkaufen, obwohl noch ein Immobilienkredit läuft?

A. Ja, allerdings muss der Kredit mit dem Verkaufserlös vollständig getilgt werden. Übersteigt die Restschuld den Verkaufspreis („over loan“), müssen Verfahren wie der freiwillige Verkauf mit Zustimmung der Bank („nin'i-baikyaku“, 任意売却) geprüft werden – ein in Japan eigenständig geregeltes Verfahren, das dem im DACH-Raum bekannten freihändigen Verkauf zur Vermeidung der Zwangsversteigerung ähnelt.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte