Welches Baualter (築年数, chikunensū – die seit der Fertigstellung eines Gebäudes verstrichenen Jahre) bei einer japanischen Mietimmobilie das richtige ist, hängt allein davon ab, worauf Sie den Schwerpunkt legen. Wer moderne Ausstattung sucht, bleibt in der Regel unter 10 Jahren; wer Erdbebensicherheit priorisiert, achtet auf die neue Erdbebennorm (新耐震基準, shin-taishin, gültig ab Juni 1981) beziehungsweise die Holzbau-Norm 2000 (2000年基準, gültig ab Juni 2000); und wer eine niedrige Miete will, zieht auch Objekte ab 20 Jahren in Betracht. Anders als in Deutschland, wo das Baujahr vor allem über Energieeffizienz und Sanierungsstau entscheidet, ist das Baualter in Japan zuallererst ein Erdbeben-Indikator. Die Zahl allein sagt daher wenig – sie muss immer gemeinsam mit Erdbebennorm, Bauweise und Instandhaltungszustand gelesen werden.
„Bis zu welchem Baualter kann man beruhigt wohnen?" ist eine der häufigsten Fragen bei der Wohnungssuche in Japan – und für internationale Investoren eine, deren Antwort sich von den vertrauten Maßstäben des Heimatmarktes deutlich unterscheidet. Dieser Beitrag ordnet das Baualter japanischer Mietobjekte in vier Tabellen – nach Schwerpunkt, nach Erdbebennorm, nach Bauweise und nach Baualtersklasse – und zeigt Ihnen eine Auswahlsystematik, die zu Ihrer persönlichen Priorität passt. Alle Zahlen und Regelungen stützen sich auf Primärquellen des japanischen Bau- und des Finanzministeriums (国土交通省, Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism, MLIT; 国税庁, National Tax Agency).
Die Kernpunkte dieses Beitrags
- Für das Baualter gibt es keine einzige „richtige" Antwort: Ob Ausstattung, Erdbebensicherheit oder Miete im Vordergrund steht, bestimmt den jeweils passenden Richtwert.
- Bei der Auswahl nach Erdbebensicherheit sind die neue Erdbebennorm ab Juni 1981 und – im Holzbau zusätzlich – die Norm 2000 ab Juni 2000 die entscheidenden Wendepunkte; sie definieren, welches Baualter als sicher gilt.
- Die gesetzliche Nutzungsdauer (法定耐用年数, hōtei-taiyō-nensū) beträgt in Japan 22 Jahre für Holzbau, 19–34 Jahre für Stahlbau und 47 Jahre für Stahlbeton (RC/SRC) – dies sind jedoch reine Steuerwerte und nicht die tatsächliche Lebensdauer oder die bewohnbare Zeitspanne.
- Auch ältere, aber kernsanierte und gut verwaltete Objekte bieten hohen Wohnkomfort – und den Vorteil, bei niedriger Miete in guter Lage zu wohnen.
- Wer nicht allein auf das Baualter schaut, sondern Erdbebennorm, Instandhaltungshistorie und Verwaltungsqualität einbezieht, vermeidet Fehlentscheidungen.
Welches Baualter ist bei japanischen Mietobjekten der Richtwert? Schnellübersicht nach Schwerpunkt
Der passende Richtwert für das Baualter verschiebt sich je nachdem, welche Bedingung Sie priorisieren. Als Fazit vorab haben wir die empfohlenen Baualter nach Schwerpunkt in einer Schnellübersicht zusammengefasst. Legen Sie zuerst fest, welche Bedingung Ihnen am wichtigsten ist, und nehmen Sie dann die zugehörige Baualtersklasse als Orientierung – so bleibt Ihre Suchachse stabil. Für internationale Investoren ist das eine bewusst andere Herangehensweise als etwa in Deutschland, wo ein Altbau (Baujahr vor 1949) oft gerade wegen seines Alters als Premiumobjekt gilt: In Japan verläuft die Wertlogik über technische Normen, nicht über den Charme historischer Substanz.
| Schwerpunkt | Empfohlener Richtwert Baualter | Begründung / Denkweise |
|---|---|---|
| Moderne Innenausstattung | Bis 10 Jahre | Paketboxen, automatische Türschlösser (Autolock), Gegensprechanlagen mit Monitor, Nachheizfunktion für die Badewanne und weitere in den letzten Jahren standardisierte Ausstattungsmerkmale sind eher vorhanden |
| Sicherheit bei Erdbeben | Holzbau bis 25 Jahre, Stahlbeton (RC) bis Mitte 40 Jahre | Wendepunkt ist, ob im Holzbau die Norm 2000 (Juni 2000) und im Stahlbau die neue Erdbebennorm (Juni 1981) erfüllt sind |
| Niedrige Miete | Auch ab 20 Jahren eine Option | Je höher das Baualter, desto eher sinkt die Miete; beim selben Budget lassen sich Fläche oder Lage aufwerten |
| Lange Wohndauer geplant | Rückrechnung aus der Nutzungsdauer der Bauweise | Beim Holzbau die verbleibenden Jahre, beim Stahlbeton (RC) den Zeitpunkt von Neubau bzw. Großsanierung bei der Verwaltung erfragen |
| Schöne Ausstattung und niedrige Miete zugleich | Baualter unerheblich (bereits saniert) | Der Rohbau ist alt, das Innere jedoch erneuert; neuwertiger Wohnkomfort bei gedrückter Miete ist gut erreichbar |
Wie die Tabelle zeigt, muss man nicht pauschal annehmen, „je neuer, desto besser". Wer Wert auf Ausstattung legt, und wer Wert auf niedrige Miete legt, sollten ein genau entgegengesetztes Baualter wählen. Genau deshalb empfehlen wir, vor der Besichtigung die eigene Priorität auf einen einzigen Punkt zu verengen. Im Gegensatz zu vielen westlichen Mietmärkten, in denen die Bauweise für Mieter kaum sichtbar ist, prägt sie in Japan das gesamte Auswahlraster – der Beitrag Unterschiede zwischen Flachbau- und Hochhaus-Eigentumswohnungen und wie man auswählt ergänzt die Einordnung nach Gebäudetyp.
Was bedeutet Baualter überhaupt? Definition von Neubau, neuwertig und Altbau
Baualter (築年数) bezeichnet die seit der Fertigstellung eines Gebäudes verstrichenen Jahre. Ausgangspunkt der Zählung ist der Bauzeitpunkt; ein Mieterwechsel verändert das Baualter nicht. Wer zuerst die Bedeutung der Kategorien Neubau (新築, shinchiku), neuwertig (築浅, chikuasa) und Altbau (築古, chikofuru) versteht, liest Objektangaben mit anderen Augen. Für deutschsprachige Leser ist wichtig: Diese Begriffe sind nicht deckungsgleich mit dem deutschen Verständnis von „Altbau" – in Japan ist ein 30 Jahre altes Gebäude bereits ein Altbau, während in Deutschland „Altbau" oft Vorkriegssubstanz mit hoher Wertschätzung meint.
„Neubau" (新築) hat in Japan eine gesetzliche Definition. Nach den Auszeichnungsregeln des Immobilienvermittlungsgesetzes (宅地建物取引業法, Building Lots and Buildings Transaction Business Act) darf nur ein Objekt als „Neubau" beworben werden, das weniger als ein Jahr nach Bauabschluss liegt und in dem noch nie jemand gewohnt hat. Ist seit der Fertigstellung ein Jahr vergangen oder gab es auch nur einmal einen Einzug, wird das Objekt fortan als „unbewohnt" oder „1 Jahr alt" ausgewiesen und darf nicht mehr Neubau heißen. Anders als in Deutschland, wo „Neubau" umgangssprachlich und ohne feste Jahresgrenze verwendet wird, ist die japanische Definition rechtlich streng gefasst.
„Neuwertig" (築浅) und „Altbau" (築古) haben hingegen keinen klaren rechtlichen Maßstab. Üblicherweise wird bis etwa 5 Jahre als neuwertig bezeichnet, während Altbau häufig ab 20 bis 30 Jahren gemeint ist. Diese Abgrenzung schwankt jedoch je nach Objektanzeige und Portal. Verlassen Sie sich nicht zu sehr auf das Wort „neuwertig", sondern beurteilen Sie anhand der tatsächlichen Baualterszahl – ein Punkt, der gerade für aus der Ferne investierende Käufer zentral ist, weil Werbebegriffe je nach Anbieter unterschiedlich gedehnt werden.
Wenn Erdbebensicherheit zählt – welches Baualter? Unterschied zwischen neuer Erdbebennorm und Norm 2000
Wenn Erdbebensicherheit im Vordergrund steht, prüfen Sie weniger das Baualter selbst als vielmehr, „nach welcher Erdbebennorm gebaut wurde". Japans Erdbebennormen wurden nach jedem großen Beben überarbeitet. Besonders wichtig sind die neue Erdbebennorm vom Juni 1981 und die auf den Holzbau zielende Norm 2000 vom Juni 2000. Diese beiden Wendepunkte ordnen wir in einer Übersicht ihrer Entwicklung. Für Investoren aus dem DACH-Raum ist dies ein grundlegend fremdes Konzept: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es außerhalb weniger Zonen keine vergleichbare, epochenscharfe Erdbebennorm, die den Immobilienwert nach Bauzeitpunkt teilt – in Japan ist genau das der wichtigste einzelne Sicherheitsindikator.
| Kategorie | Geltungszeitraum (Baugenehmigung) | Angenommene Erdbebensicherheit | Wesentlicher Inhalt |
|---|---|---|---|
| Alte Erdbebennorm (旧耐震, kyū-taishin) | Bis 31. Mai 1981 | Kein Einsturz bei Beben um Stärke 5+ (japanische Skala shindo) | Schwache Auslegung gegen Großbeben (shindo 6+ bis 7) |
| Neue Erdbebennorm (新耐震, shin-taishin) | Ab 1. Juni 1981 | Kein Einsturz auch bei shindo 6+ bis 7 | Durch Novelle der Ausführungsverordnung zum Baustandardgesetz wurde das Erdbeben-Bemessungskonzept verschärft |
| Norm 2000 (Holzbau) | Ab 1. Juni 2000 | Weitere Verschärfung gegenüber der neuen Norm (traditionelle Holzrahmenbauweise) | Vorgaben für baugrundabhängige Fundamente, festgelegte Metallverbinder an Knotenpunkten und ausgewogene Anordnung tragender Wände |
Entscheidend ist: Die Erdbebennorm richtet sich nach dem „Zeitpunkt der Errichtung". Die neue Erdbebennorm gilt für Gebäude, deren Baugenehmigung (建築確認, kenchiku-kakunin) am oder nach dem 1. Juni 1981 erteilt wurde. Da der Fertigstellungsmonat davon um ein halbes bis ein Jahr abweichen kann, empfiehlt es sich bei Objekten aus der Grenzzeit, das Datum der Baugenehmigung bei der Verwaltung zu erfragen – anders als beim in Deutschland üblichen Abstellen auf das schlichte Baujahr ist in Japan das Genehmigungsdatum die rechtlich maßgebliche Größe.
Beim Holzbau bildet die Norm 2000 ab dem 1. Juni 2000 einen weiteren Wendepunkt. Nachdem das Große Hanshin-Awaji-Erdbeben von 1995 unter Holzhäusern schwere Schäden angerichtet hatte, kamen die baugrundabhängige Fundamentauslegung, die vorgeschriebenen Metallverbinder an den Knotenpunkten von Stützen und Balken sowie die Regel zur ausgewogenen Anordnung tragender Wände hinzu. Das heißt: Selbst bei zwei Holz-Apartmenthäusern gleicher „neuer Erdbebennorm" ist das ab Juni 2000 errichtete Objekt in seiner Erdbebensicherheit besser abgesichert. Für internationale Käufer ist das eine feinere Unterscheidung, als sie im Heimatmarkt üblich ist, und sie kann bei sonst identischen Objekten den Ausschlag geben.
Umgekehrt gilt: Bei Wohnhäusern aus Stahlbeton (RC-Bauweise) oder Stahl-Stahlbeton (SRC-Bauweise) ist eine gewisse Erdbebensicherheit gewährleistet, sofern sie die neue Erdbebennorm ab Juni 1981 erfüllen – selbst bei einem Baualter in den Vierzigern. Zum Stand 2026 fallen darunter Gebäude bis etwa 45 Jahre Baualter. Verwerfen Sie ein Objekt also nicht allein wegen der Zahl mit dem Gedanken „alt und deshalb unsicher", sondern unterscheiden Sie klug nach der Erdbebennorm. Da Schäden bei Beben auch vom Baugrund abhängen, erhöht der Beitrag Grundstücks- und Baugrund-bezogene Probleme und wie man sie prüft die Zahl beruhigender Faktoren.
Wie lange hält welche Bauweise? Gesetzliche Nutzungsdauer und tatsächliche Lebensdauer
Als Orientierung für die Lebensdauer eines Gebäudes sollte man zunächst die „gesetzliche Nutzungsdauer" kennen. Wichtig ist jedoch der Vorbehalt: Die gesetzliche Nutzungsdauer ist eine vom Staat für die steuerliche Abschreibung festgelegte Jahreszahl und bedeutet nicht, dass ein Gebäude „nach dieser Zeit unbewohnbar" wäre. Die gesetzliche Nutzungsdauer nach Bauweise (für Wohnzwecke, Neubau) fassen wir in einer Tabelle zusammen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die steuerliche AfA-Nutzungsdauer für Wohngebäude bei rund 50 Jahren (bzw. bei 33 Jahren nach der 2023 eingeführten 3-Prozent-Regel) – die japanischen Werte wirken auf den ersten Blick sehr kurz, meinen aber genau wie in Deutschland nur die Abschreibung, nicht das reale Bauende.
| Bauweise | Gesetzliche Nutzungsdauer (Wohnzwecke) | Richtwert der tatsächlich bewohnbaren Jahre |
|---|---|---|
| Holzbau / Kunstharzbau | 22 Jahre | Bei sachgerechter Verwaltung und Instandhaltung häufig 50–60 Jahre in Nutzung |
| Holz-Mörtel-Bauweise | 20 Jahre | Ähnlich dem Holzbau; Pflege von Außenwand und Abdichtung bestimmt die Lebensdauer |
| Stahlbau (Rahmenprofil bis 3 mm) | 19 Jahre | Dünner Leichtstahl; Rost- und Knotenpunktpflege entscheidend |
| Stahlbau (Rahmenprofil über 3 mm bis 4 mm) | 27 Jahre | Leichtstahl; breit im Apartmentbau verwendet |
| Stahlbau (Rahmenprofil über 4 mm) | 34 Jahre | Schwerstahl; häufig bei mittelhohen Apartments und Wohnhäusern |
| Stahlbeton (RC) / Stahl-Stahlbeton (SRC) | 47 Jahre | Je nach Instandhaltung teils über 60 Jahre in Nutzung |
Leicht missverstanden wird bei dieser Tabelle, die Zahlen wie 22 Jahre für Holzbau oder 47 Jahre für Stahlbeton (RC) als „Lebensdauer des Gebäudes" aufzufassen. Tatsächlich sind dies nur die für die Abschreibungsberechnung verwendeten Jahre. Bei regelmäßiger Instandhaltung und guter Verwaltung sind selbst Holzbauten, die mehr als das Doppelte der gesetzlichen Nutzungsdauer erreichen, und Stahlbeton (RC), der über 60 Jahre genutzt wird, keine Seltenheit. Das kommt dem in Deutschland vertrauten Denken näher, in dem massive Wohngebäude oft über Generationen bestehen – die kurze japanische Steuerzahl darf nicht mit der Bausubstanz verwechselt werden.
Wer im Mietverhältnis lange wohnen möchte, sollte weniger auf die verbleibende Nutzungsdauer als vielmehr darauf achten, „wie das Objekt bisher verwaltet wurde". Abdichtung von Außenwand und Dach, Erneuerung der Zu- und Ableitungen sowie der Reinigungszustand der Gemeinschaftsbereiche lassen sich bei der Besichtigung mit eigenen Augen prüfen. Bei gleichem Baualter verändert die Verwaltungsqualität den Wohnkomfort erheblich – ein Aspekt, den auswärtige Investoren idealerweise durch eine Vertrauensperson oder Verwaltung vor Ort absichern. Ein Gefühl für die Kosten von Ausstattungserneuerung und Sanierung vermittelt der Beitrag Marktübliche Kosten für Renovierung und Sanierung und liefert Anhaltspunkte, wie weit ein Objekt bereits überarbeitet wurde.
Mietniveau nach Baualtersklasse sowie Vor- und Nachteile
Die Miete tendiert dazu, mit steigendem Baualter zu sinken. Hier teilen wir die Baualtersklassen in vier Gruppen und ordnen das Mietniveau sowie Vor- und Nachteile. Es handelt sich um allgemeine Tendenzen; je nach Lage, Ausstattung und Vorhandensein einer Sanierung kann es nach oben oder unten abweichen. Für Investoren ist gerade dieser Mietabschlag mit dem Baualter interessant – anders als in vielen westeuropäischen Märkten, in denen Altbausubstanz Aufpreise erzielt, öffnet er in Japan die Tür zu höheren Anfangsrenditen in guten Lagen.
| Baualtersklasse | Mietniveau (Richtwert) | Wesentliche Vorteile | Wesentliche Nachteile |
|---|---|---|---|
| Neubau bis 5 Jahre (neuwertig) | Höchstes Niveau | Neueste Ausstattung, schöne Innenräume, abgesicherte Erdbebensicherheit | Hohe Miete; beim selben Budget wird es eher beengt |
| 6 bis 10 Jahre | Etwas höher | Gute Balance aus moderner Ausstattung und Miete | Beliebt und daher umkämpft |
| 10 bis 20 Jahre | Mittleres Niveau | Miete beruhigt sich, große Auswahl | Teile der Ausstattung mitunter älterer Bauart |
| Ab 20 Jahren (Altbau) | Tendenziell niedriger | Niedrige Miete; gute Lage und großzügiger Grundriss erreichbar | Prüfung von Erdbebennorm, Ausstattung und Verwaltungszustand zwingend |
Zwischen neuwertig und Altbau ändert sich der Charakter der erreichbaren Wohnung. Wer das Budget in die Wohnqualität selbst stecken will, ist mit neuwertig gut beraten; wer für Lage oder Fläche zahlen möchte, mit Altbau. Bei gleicher Miete etwa lässt sich neuwertig etwas kleiner in Bahnhofsnähe wählen, mit Altbau hingegen größer und etwas weiter vom Bahnhof entfernt. Was besser ist, hängt vom Lebensstil ab – Pendelzeit, Zeit zu Hause und Ähnliches. Für vermietende Eigentümer spiegelt sich dieselbe Logik in der Zielgruppenansprache wider.
Wer sich für einen Altbau entscheidet, sollte kernsanierte Objekte ins Visier nehmen. Auch wenn Rohbau und Baualter alt sind, bietet ein Objekt mit erneuerten Innenräumen, Sanitärbereichen und Ausstattung neuwertigen Wohnkomfort bei gedrückter Miete. Auch nach unserer Erfahrung in der Mietvermittlung vor Ort zeigen selbst Objekte um die 30 Jahre Baualter, deren Innenraum vollständig saniert wurde, bei der Besichtigung eine tendenziell hohe Zufriedenheit. In der Phase, in der die Wohnwahl noch offen ist, hilft der Beitrag Miete oder Eigentum – ein Vergleich aus langfristiger Perspektive als Fundament der Entscheidung.
Welche Punkte außer dem Baualter sollte man bei der Wahl eines Mietobjekts prüfen?
Das Baualter ist ein wichtiger Indikator, doch der Wohnkomfort entscheidet sich nicht an ihm allein. Selbst bei gleichem Baualter verändern Verwaltungszustand und das Vorhandensein einer Sanierung die Behaglichkeit erheblich. Prüfen Sie vor Besichtigung und Bewerbung ergänzend die folgenden fünf Punkte. Für aus der Ferne agierende Investoren ist diese Checkliste zugleich eine Prüfliste für die beauftragte Hausverwaltung.
- Prüfung der Erdbebennorm: Bei der Verwaltung erfragen, ob die Baugenehmigung ab Juni 1981 – im Holzbau ab Juni 2000 – vorliegt.
- Vorhandensein von Sanierung / Renovierung: Ist der Innenraum erneuert, ist auch bei Altbau der Wohnkomfort hoch.
- Instandhaltungs- und Verwaltungssystem: Erneuerungshistorie von Außenwand, Dach und Zu-/Ableitungen sowie den Reinigungszustand der Gemeinschaftsbereiche ansehen.
- Baujahr der Ausstattung: Klimaanlage, Warmwasserbereiter, Küche – das Baualter und die Neuheit der Ausstattung stimmen nicht zwangsläufig überein.
- Regeln zur Wiederherstellung des Ursprungszustands beim Auszug: Den Umfang der eigenen Kostentragung vor Vertragsschluss klären, um Streit nach dem Einzug zu vermeiden.
Besonders leicht übersehen wird die Kostenregelung beim Auszug. Selbst bei einem beim Einzug makellosen Objekt hängt es vom Vertragsinhalt ab, wie viel beim Auszug selbst zu tragen ist. Wer die Kostenregeln zur Wiederherstellung des Ursprungszustands (原状回復, genjō-kaifuku) und Punkte zur Streitvermeidung vorab kennt, verringert die Unsicherheit nach Vertragsschluss – ein in Japan eigenständig geregeltes Feld, das sich von westlichen Kautionspraktiken unterscheidet. Wer Baualter, Erdbebennorm und Verwaltungszustand gemeinsam betrachtet, erkennt die wahre Leistungsfähigkeit eines Objekts, die sich aus der Zahl allein nicht ergibt. Wenn Sie bei der Entscheidung unsicher sind, wenden Sie sich gern unverbindlich an das Mietvermittlungsteam von INA&Associates.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F. Bis zu welchem Baualter ist ein japanisches Mietobjekt als Richtwert beruhigend?
A. Es gibt keine pauschal richtige Antwort; der Richtwert verschiebt sich mit der priorisierten Bedingung. Bei Ausstattungsfokus bis 10 Jahre, bei Erdbebenfokus im Holzbau ab Juni 2000 und im Stahlbeton (RC) ab Juni 1981, bei Mietfokus auch ab 20 Jahren. Beruhigender als die Baualterszahl ist es, Erdbebennorm und Verwaltungszustand gemeinsam zu betrachten.
F. Was ist der Unterschied zwischen neuer und alter Erdbebennorm?
A. Die angenommene Bebenstärke unterscheidet sich. Die neue Erdbebennorm ab dem 1. Juni 1981 verlangt eine Auslegung, die auch bei Großbeben um shindo 6+ bis 7 keinen Einsturz zulässt. Die alte Erdbebennorm bis Mai 1981 nimmt etwa shindo 5+ an und ist gegen Großbeben schwächer gerüstet. Maßgeblich ist nicht das Fertigstellungsjahr, sondern der Zeitpunkt der Baugenehmigung.
F. Was ist die Holzbau-Norm 2000? Wie unterscheidet sie sich von der neuen Erdbebennorm?
A. Es ist eine Norm, welche die Erdbebensicherheit von Holzhäusern weiter erhöht. Sie gilt für traditionelle Holzrahmenbauweise, deren Baugenehmigung ab dem 1. Juni 2000 erteilt wurde, und schrieb baugrundabhängige Fundamente, festgelegte Metallverbinder an den Knotenpunkten sowie die ausgewogene Anordnung tragender Wände vor. Selbst beim selben Holzbau der neuen Erdbebennorm ist ein Objekt ab Juni 2000 in seiner Erdbebensicherheit besser abgesichert.
F. Kann man in Objekten wohnen, deren gesetzliche Nutzungsdauer überschritten ist?
A. Ja. Die gesetzliche Nutzungsdauer ist eine steuerliche Jahreszahl für die Abschreibung, nicht die Lebensdauer des Gebäudes. Auch nach Überschreiten der 22 Jahre beim Holzbau oder 47 Jahre beim Stahlbeton (RC) ist bei sachgerechter Instandhaltung und Verwaltung langes Wohnen möglich. Praktischer als die verbleibenden Jahre ist es, den bisherigen Verwaltungszustand und die Instandhaltungshistorie zu prüfen.
F. Kann man auch in einem Altbau beruhigt wohnen?
A. Wenn man Verwaltung und Erdbebennorm prüft, ist er durchaus eine Option. Bei einem kernsanierten und gut verwalteten Objekt ist auch im Altbau der Wohnkomfort hoch, und man kann bei gedrückter Miete gute Lagen anpeilen. Wer vor dem Einzug Erdbebennorm, Instandhaltungshistorie, Baujahr der Ausstattung und die Kostenregeln beim Auszug prüft, wohnt beruhigt.
Zitate / Quellen
- Ausführungsverordnung zum Baustandardgesetz (建築基準法施行令, Kabinettsverordnung Nr. 338 von 1950) | e-Gov Rechtssuche (e-Gov Law Search)
- Prüfverfahren zur Erdbebenleistung von Holzhäusern nach neuer Erdbebennorm (新耐震木造住宅検証法) | Bau- und Verkehrsministerium (国土交通省, MLIT)
- Nr. 2100 Grundzüge der Abschreibung (減価償却のあらまし) | Nationale Steuerbehörde (国税庁, National Tax Agency)
- Verordnung über die Nutzungsdauer abschreibbarer Wirtschaftsgüter (減価償却資産の耐用年数等に関する省令, Anlage 1) | e-Gov Rechtssuche (e-Gov Law Search)
