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COLUMN

Renovierungskosten in Japan im Überblick|Kostentabelle für Komplett-, Teil- und Nassbereichssanierung

Vom Unterschied zwischen „reform“ und „renovation“ bis zu den Kosten für Komplett-, Teil- und Nassbereichssanierung. Mit Kostentabelle nach Bereich: Küche 2.940–8.800 €, Bad 2.350–7.650 € – inklusive Vergleich zum DACH-Markt.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 2 Min. Lesezeit

„Ich möchte renovieren, weiß aber nicht, welche Kosten auf mich zukommen“ – so geht es vielen Eigentümern in Japan. Die Kosten einer Renovierung (jap. „reform“, リフォーム) hängen stark vom Umfang der Arbeiten, vom Alter und vom Zustand des Gebäudes ab: Eine Komplettsanierung liegt bei 2,5–15 Mio. Yen (ca. 14.700–88.200 €), eine Sanierung der Nassbereiche bei 200.000–1,5 Mio. Yen (ca. 1.180–8.800 €). Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum ist dabei wichtig: Der japanische Renovierungsmarkt funktioniert anders als der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – schon der Begriff „reform“ meint etwas anderes als das deutsche „Sanierung“. Dieser Artikel erklärt die Grundlagen und die typischen Kosten von Grund auf.

Was ist der Unterschied zwischen „Reform“ und „Renovierung“?

Die im Japanischen häufig verwechselten Begriffe „reform“ (リフォーム) und „renovation“ (リノベーション) haben innerhalb der Branche keine feste Definition und werden von Fall zu Fall unterschiedlich gebraucht. Die übliche Abgrenzung sieht so aus:

  • Reform (リフォーム): Wiederherstellung des ursprünglichen Werts (etwa Erneuerung der Tapeten oder Austausch von Sanitärobjekten)
  • Renovation (リノベーション): Hinzufügen von Wert über den Ausgangszustand hinaus (etwa Änderung des Grundrisses oder Einbau einer System-Küche)

Anders als im deutschsprachigen Raum, wo man zwischen „Instandhaltung“, „Modernisierung“ und „Sanierung“ mit teils rechtlich relevanten Bedeutungen unterscheidet, ist die japanische Trennung von „reform“ und „renovation“ eher ein umgangssprachliches Marketing-Vokabular als eine normierte Kategorie – ein erster wichtiger Unterschied für DACH-Investoren, die japanische Angebote lesen.

Kostenrahmen für eine Komplettsanierung

Art der ArbeitenKostenrichtwertHinweis
Anbau (Erdgeschoss)ab 600.000 Yen/tsubo (ca. 3.500 €/tsubo, ~3,3 m²)Erweiterung von Wohnräumen
Anbau (Obergeschoss)ab 1,2 Mio. Yen/tsubo (ca. 7.100 €/tsubo)Verstärkungsarbeiten erforderlich
Komplette Rundum-Sanierung2,5–15 Mio. Yen (ca. 14.700–88.200 €)variiert je nach Gebäudealter und Nassbereichen
Umbau zum Zweifamilienhaus (nisetai)5–20 Mio. Yen (ca. 29.400–117.600 €)vollständig getrennte Ausführung ist am teuersten

Ein japanisches Detail, das DACH-Leser überraschen dürfte: Baukosten werden in Japan traditionell pro tsubo (坪, eine japanische Flächeneinheit von etwa 3,3 m² bzw. zwei Tatami-Matten) kalkuliert, nicht pro Quadratmeter wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Wer japanische Kostenvoranschläge liest, muss die Angaben also erst umrechnen. Der nisetai-Umbau (二世帯, „Zwei-Haushalte“) wiederum spiegelt das in Japan verbreitete Mehrgenerationenwohnen wider – ein Konzept, das im DACH-Raum als „Einliegerwohnung“ zwar existiert, dort aber weit seltener eine komplette bauliche Trennung von Küche, Bad und Eingang bedeutet.

Kostenrahmen für Teilsanierungen

Wohnräume

Teilsanierungen von Wohnräumen – etwa der Einbau von Doppelfenstern (eine in Japan wegen der langen Tradition von Einfachverglasung noch keineswegs selbstverständliche Maßnahme) oder die Einrichtung eines begehbaren Kleiderschranks – liegen bei 50.000–600.000 Yen (ca. 290–3.500 €).

Nassbereiche

Da Nassbereiche zu den täglich genutzten Einrichtungen gehören, steigert ein Austausch den Wohnkomfort erheblich.

BereichKostenrichtwert
Küche500.000–1,5 Mio. Yen (ca. 2.940–8.800 €)
Bad400.000–1,3 Mio. Yen (ca. 2.350–7.650 €)
Toilette200.000–400.000 Yen (ca. 1.180–2.350 €)
Waschtisch100.000–300.000 Yen (ca. 590–1.760 €)

Für Nassbereiche empfiehlt es sich, nicht nur den Katalog zu studieren, sondern die Produkte tatsächlich in einem Showroom in Augenschein zu nehmen. Anders als in vielen DACH-Ländern, wo Bad und WC oft in einem Raum liegen, wird die Toilette in japanischen Wohnungen fast immer als eigener, vom Bad getrennter Raum ausgeführt – weshalb hier vier statt zwei bis drei getrennte Positionen anfallen.

Fassade und Dach

Der Kostenrahmen für Fassaden- und Dachsanierungen liegt bei 700.000–1,5 Mio. Yen (ca. 4.120–8.800 €). Werden Fassade und Dach gleichzeitig ausgeführt, fällt das Gerüst nur einmal an, was die Kosten senkt. Auch die Beauftragung ein und desselben Betriebs für beide Arbeiten ist ein Hebel zur Kostenersparnis.

Mietniveau sanierter Mietwohnungen

Für eine Einzimmerwohnung bis 1DK von 25–40 ㎡ im Stadtgebiet von Osaka liegt das Mietniveau sanierter Mietobjekte bei etwa 60.000–80.000 Yen pro Monat (ca. 350–470 €). Der Reiz besteht darin, dass man günstiger mietet als bei Neubauten oder Objekten mit geringem Baualter (80.000–100.000 Yen, ca. 470–590 €). Zu beachten ist allerdings die Alterung nicht sichtbarer Bereiche wie der Nassinstallation oder der Erdbebensicherheit. Für DACH-Investoren ist der Bezugspunkt „1DK“ erklärungsbedürftig: Die japanische Grundriss-Notation (Zahl der Zimmer plus D für „dining“ und K für „kitchen“) ersetzt die im deutschsprachigen Raum übliche Angabe „2-Zimmer-Wohnung“ – und die absoluten Mietpreise wirken im Vergleich zu Wien, Zürich oder München niedrig, was zusammen mit der Yen-Schwäche einen Teil des Investitionsinteresses an japanischem Wohnraum erklärt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F. Was ist teurer – „Reform“ oder „Renovierung“?

In der Regel ist die Renovierung („renovation“) teurer. Umfangreiche Renovierungen mit Grundrissänderung oder Rückbau bis auf den Rohbau (Skelett) können mehrere Millionen bis über 10 Mio. Yen (ca. 58.800 €) erreichen.

F. Sollte ich Angebote von mehreren Betrieben einholen?

Ja, es empfiehlt sich, Angebote von mindestens drei Betrieben einzuholen. Auch die Sorgfalt bei der Erläuterung des Arbeitsumfangs und die Detailtiefe der Kostenaufstellung sind Beurteilungskriterien.

F. Worin liegt der Unterschied zwischen einem Reform-Kredit und einem Renovierungs-Kredit?

Der grundlegende Mechanismus ist derselbe. In manchen Fällen lassen sich eine Kombination mit dem Immobilienkredit oder spezielle Renovierungs-Kreditprodukte nutzen (etwa „Flat 35 Renovation“, フラット35リノベ, ein staatlich gestütztes japanisches Festzins-Hypothekenprogramm).

F. Kann man auch in einer Mietwohnung renovieren?

Grundsätzlich darf der Mieter nicht eigenmächtig renovieren. Es ist erforderlich, mit dem Eigentümer oder der Verwaltungsgesellschaft zu verhandeln und die Erlaubnis einzuholen. Auch die Handhabung der Rückbaupflicht (genjō-kaifuku, 原状回復, die japanische Pflicht zur Wiederherstellung des Ursprungszustands bei Auszug) sollte vorab geklärt werden – sie ist in Japan deutlich strenger geregelt als die im deutschsprachigen Mietrecht übliche Behandlung normaler Abnutzung.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte