Wer eine Mietwohnung sucht, stößt unweigerlich auf den Begriff „Reikin“. Was ist Reikin, warum wird es gezahlt und worin unterscheidet es sich von der Kaution? Dieser Beitrag beantwortet alle Fragen, die sich Menschen stellen, die zum ersten Mal einen Mietvertrag abschließen.
Was ist Reikin?
Reikin ist eine nicht erstattungsfähige Zahlung, die der Mieter dem Vermieter als Dank entrichtet. Als Ursprung gilt die Zeit nach dem Großen Kanto-Erdbeben von 1923, als Menschen, die ihr Zuhause verloren hatten, den Vermietern ihre Dankbarkeit dafür zeigten, dass sie ihnen Wohnraum überließen. Einer anderen Theorie zufolge geht der Brauch auf ein „Dankeschön“ zurück, das Eltern an Vermieter zahlten, wenn ihre Kinder zum Studium oder Berufsstart in eine Unterkunft zogen. Diese Gewohnheit hat sich heute als festes System etabliert.
Worin liegt der Unterschied zwischen Kaution und Reikin?
- Kaution: Ein hinterlegter Betrag zur Deckung von Kosten für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands bei Auszug oder bei Mietrückständen. Ein Restbetrag wird zurückgezahlt.
- Reikin: Eine Dankeszahlung an den Vermieter. Sie wird nicht zurückerstattet.
Wie hoch ist der übliche Reikin-Betrag?
Der allgemeine Richtwert für Reikin liegt bei „einer Monatsmiete“. Auch die Kaution beträgt häufig eine Monatsmiete, sodass die anfänglichen Kosten in der Regel auf mehr als zwei Monatsmieten hinauslaufen. Je nach Region gibt es Unterschiede: In Hokkaido gibt es das Reikin-System kaum, und in Teilen Westjapans ist stattdessen das Modell „Hosho-kin / Shikibiki“ verbreitet.
Kann man über eine Reduzierung von Reikin verhandeln?
Bei Wohnungen, die schon länger leer stehen, ist es unter Umständen möglich, über das Immobilienunternehmen eine Reduzierung des Reikin zu verhandeln. Bei beliebten Objekten, etwa in Bahnhofsnähe oder Neubauten, sind Verhandlungen jedoch oft schwierig.
Worauf sollte man bei Wohnungen ohne Reikin achten?
Wohnungen mit dem Hinweis „ohne Reikin“ wirken attraktiv, weil sie die anfänglichen Kosten senken. Dennoch sollten Sie auf die folgenden Punkte achten.
Möglicherweise gibt es Probleme mit dem Wohnumfeld
Eine Wohnung ohne Reikin kann ein Hinweis darauf sein, dass sich nicht leicht ein Mieter finden lässt. Dahinter können Probleme wie ein hohes Gebäudealter, schlechte Lichtverhältnisse oder Schwierigkeiten mit Nachbarn stehen. Deshalb ist eine sorgfältige Prüfung bei der Besichtigung wichtig.
Beim Auszug können Reinigungskosten berechnet werden
Wenn keine Kaution anfällt, besteht das Risiko, dass beim Auszug gesondert Kosten für die Wohnungsreinigung verlangt werden. Klären Sie daher vor dem Einzug mit dem Vermieter oder der Hausverwaltung, mit welchen Kosten zu rechnen ist.
Die monatliche Miete kann höher angesetzt sein
In manchen Fällen werden fehlende Anfangskosten durch einen Aufschlag auf die monatliche Miete ausgeglichen. Prüfen Sie, ob die Miete im Vergleich zu ähnlichen Wohnungen in der Umgebung mit vergleichbaren Bedingungen höher ist. Bei einem langfristigen Mietverhältnis kann sich der Gesamtbetrag dadurch erhöhen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Q. Warum muss Reikin gezahlt werden?
Reikin ist keine gesetzliche Pflicht, sondern beruht auf dem Brauch, dem Vermieter eine Dankeszahlung zu leisten. Ist es jedoch als Bedingung im Mietvertrag festgelegt, muss es gezahlt werden.
Q. Kann Reikin durch Verhandlungen reduziert werden?
Bei Wohnungen, die lange leer stehen, oder bei Objekten mit Verhandlungsspielraum kann eine Reduzierung möglich sein. Am wirkungsvollsten ist in der Regel eine sachliche Verhandlung über das Immobilienunternehmen.
Q. Was bedeutet „Hosho-kin / Shikibiki“ in Westjapan?
In Westjapan wird anstelle von Reikin und Kaution oft ein Betrag in Höhe mehrerer Monatsmieten als „Hosho-kin“ hinterlegt, von dem beim Auszug ein fester Betrag als „Shikibiki“ abgezogen wird. Wie bei Reikin gibt es also einen nicht erstattungsfähigen Anteil.
Q. Was ist der wichtigste Punkt bei der Wahl einer Wohnung ohne Reikin?
Am wichtigsten ist, zu prüfen, ob die monatliche Miete nicht über dem marktüblichen Niveau liegt, und die Reinigungskosten beim Auszug vorab zu bestätigen.