Ist es möglich, bei der Suche nach einer Mietwohnung über die Miete zu verhandeln? Die kurze Antwort lautet: Eine Verhandlung über eine Mietsenkung ist grundsätzlich problemlos möglich. Allerdings braucht es für einen erfolgreichen Abschluss eine klare Strategie. In diesem Artikel erläutern wir die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Mietverhandlungen aus Sicht von Immobilieneigentümern, Investoren und Mietern.
Ist eine Verhandlung über eine Mietsenkung möglich?
Eine Verhandlung über eine Mietsenkung ist möglich. Allerdings reicht es nicht aus, einfach nur zu sagen: „Ich möchte eine niedrigere Miete.“ In der Vermietung werden Mieten unter Berücksichtigung von Darlehensrückzahlungen für Grundstück und Gebäude sowie von Instandhaltungskosten festgelegt, sodass eine Senkung eine wirtschaftliche Belastung darstellt. Damit die Verhandlung erfolgreich verläuft, braucht es eine Strategie, die auch für Eigentümer und Hausverwaltung Vorteile bietet.
Fünf Punkte für erfolgreiche Mietverhandlungen
Auf einen verhandlungsfreundlichen Zeitpunkt zielen
Die Monate Juni bis August sowie Oktober bis November gelten in der Immobilienbranche als ruhigere Phase, in der nach dem neuen Geschäftsjahr und nach personellen Wechselzeiten mehr Leerstände entstehen. In dieser Zeit priorisieren Eigentümer und Hausverwaltungen häufig die Gewinnung von Mietern, wodurch Verhandlungsspielraum entsteht. Auch der Zeitpunkt der Vertragsverlängerung der aktuellen Wohnung oder ein Wechsel der Hausverwaltung kann eine gute Gelegenheit für Verhandlungen sein.
Das Mietniveau in der Region kennen
Prüfen Sie die Mietpreise vergleichbarer Objekte in derselben Gegend, und wenn die angesetzte Miete über dem Marktniveau liegt, verhandeln Sie auf Grundlage der ortsüblichen Vergleichsmiete. Da Eigentümer und Hausverwaltungen die umliegenden Marktpreise ebenfalls kennen, haben datenbasierte Verhandlungen eine höhere Überzeugungskraft.
Veränderungen im Umfeld als Verhandlungsgrundlage nutzen
Wenn nach dem Einzug ein großes Gebäude errichtet wurde und dadurch die Sonneneinstrahlung schlechter geworden ist oder wenn Lärm und Sicherheitslage sich verschlechtert haben, dann ist eine Mietsenkungsverhandlung mit Verweis auf solche wertmindernden Veränderungen im Umfeld wirksam.
Die Verhandlung als „Abschluss bei passender Miethöhe“ führen
Wenn Sie in der finalen Phase des Anmietungsprozesses eine Situation schaffen, in der „die Anmietung von der Miethöhe abhängt“, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Eigentümer oder Hausverwaltung einer Mietsenkung zustimmen. Entscheidend ist, dass Sie dabei Ihre ernsthafte Einzugsabsicht klar erkennbar machen.
Den Antrag sorgfältig ausfüllen und sich als „solider Mieter“ präsentieren
Bei Mietverträgen ohne persönliches Gespräch ist der Antrag eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Eigentümer und Hausverwaltung. Wenn alle Punkte sorgfältig ausgefüllt und die erforderlichen Unterlagen vollständig beigefügt werden, lässt sich der Eindruck eines „vertrauenswürdigen Mieters“ stärken.
Alternativen zur Mietverhandlung: Anfangskosten und Freimonate verhandeln
Wenn eine Mietsenkung schwierig ist, sind eine Reduzierung der Schlüsselgeldzahlung oder Verhandlungen über Freimonate (Mietbefreiung für einen bestimmten Zeitraum) wirksame Alternativen. Für Eigentümer und Hausverwaltungen kann dies im Vergleich zu einer direkten Mietsenkung oft leichter akzeptabel sein, auch im Hinblick auf die Balance zu anderen Mietern. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist es, mehrere mögliche Verhandlungsergebnisse vorzubereiten.
Aus Sicht des Eigentümers: Mietfestsetzung und Maßnahmen gegen Leerstand
In der Vermietung ist die Mietfestsetzung die Grundlage der Erträge. Während eine über dem Markt liegende Miete das Risiko eines längeren Leerstands erhöht, wirft eine Senkung zugleich Fragen der Fairness gegenüber anderen Mietern auf. Auch eine Differenzierung durch Mehrwert jenseits der Miethöhe, etwa durch Freimonate oder eine Aufwertung der Ausstattung, kann wirksam sein. Zur Strategie im Mietmanagement siehe auch Maßnahmen gegen Leerstand durch Leasing-Aktivitäten.
Darüber hinaus ist die Einschätzung eines angemessenen Mietniveaus beim Kauf einer Anlageimmobilie auch ein wichtiger Faktor, um einen überteuerten Kauf zu vermeiden.
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- Was sind „Leasing-Aktivitäten“, die über Erfolg oder Misserfolg der Vermietung entscheiden? Strategien gegen Leerstand und zur Ertragsmaximierung
- Vier Grundregeln, um bei Immobilieninvestitionen keinen überhöhten Preis zu zahlen
- Drei Wege, mit einer Differenzierungsstrategie im Mietmanagement die Erträge zu maximieren
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Q1. Ist es unhöflich, über die Miete zu verhandeln?
- Eine Verhandlung mit angemessener Begründung und sachlicher Haltung ist nicht unhöflich. Vermeiden Sie jedoch eine Haltung nach dem Motto „Eine Senkung ist selbstverständlich“, da dies einen negativen Eindruck hinterlässt.
- Q2. Wann ist die Erfolgswahrscheinlichkeit bei Mietverhandlungen am höchsten?
- Die ruhigeren Monate Juni bis August sowie Oktober bis November sind besonders geeignet. In der Hochsaison (Januar bis März) sind Verhandlungen meist schwieriger.
- Q3. Wie lässt sich belegen, dass eine Miete über dem Markt liegt?
- Vergleichen Sie mehrere Objekte mit ähnlichen Bedingungen in derselben Gegend über Portalseiten wie SUUMO oder Homes, um das Marktniveau zu erfassen.
- Q4. Was bedeutet Freimonat?
- Damit ist eine Vereinbarung gemeint, bei der die Miete nach dem Einzug für einen bestimmten Zeitraum (ein bis drei Monate) erlassen wird. In manchen Fällen ist dies für Eigentümer leichter akzeptabel als eine direkte Mietsenkung.
- Q5. Kann man auch während des laufenden Mietverhältnisses über eine Mietsenkung verhandeln?
- Der Zeitpunkt einer Vertragsverlängerung oder eines Wechsels der Hausverwaltung eignet sich besonders gut für Verhandlungen. Als Grundlage sollten Veränderungen des regionalen Mietniveaus oder eine Verschlechterung des Umfelds herangezogen werden.