In Bauprojekten hören wir häufig Aussagen wie: „Wir prüfen das Cost-on-Modell“ oder „Wir verstehen den Unterschied zur Generalvergabe nicht“. Das Cost-on-Modell ist in Japan noch nicht flächendeckend verbreitet, zieht aber zunehmend die Aufmerksamkeit von Developern und Auftraggebern auf sich, die Wert auf höhere Qualität und klar definierte Verantwortlichkeiten legen. In diesem Artikel ordnen wir Aufbau, Vorteile und Nachteile des Cost-on-Modells aus professioneller Sicht ein.
Was ist das Cost-on-Modell? Die Grundlagen von Vergabemodellen verstehen
Das Cost-on-Modell ist eine Bauvertragsmethode, bei der der Auftraggeber (Bauherr) nicht über den Generalunternehmer (Hauptauftragnehmer) geht, sondern direkt Verträge mit Fachunternehmen (Subunternehmern) für Elektro-, Klima-, Sanitär- und andere Gewerke schließt.
Bei der herkömmlichen Generalvergabe entsteht eine mehrstufige Struktur aus Bauherr → Generalunternehmer → Subunternehmer. Beim Cost-on-Modell schlägt der Generalunternehmer dagegen seine Managementgebühr auf (Cost On) und bündelt anschließend die Zahlungen an die Subunternehmer. In den USA ist diese Vergabeform weit verbreitet und etabliert.
Vergleich der wichtigsten Vergabemodelle:
- Generalvergabemodell: Bauherr → Generalunternehmer (alles als Gesamtpaket) → Subunternehmer (vom Generalunternehmer ausgewählt)
- Einzelvergabemodell: Der Bauherr schließt mit jedem Fachunternehmen separat einen Direktvertrag
- Cost-on-Modell: Der Bauherr wählt die Subunternehmer aus, der Generalunternehmer schlägt seine Managementgebühr auf und übernimmt die gebündelte Beauftragung und Steuerung
Was sind die vier Vorteile des Cost-on-Modells?
Höhere Qualität
Da Subunternehmer direkt an den Auftraggeber herantreten können, werden technische Anforderungen präzise in der Ausführung umgesetzt. Außerdem lassen sich Bauleistungen realisieren, bei denen Wartung nach Fertigstellung und laufende Betriebskosten stärker berücksichtigt werden. Das macht das Modell besonders geeignet für Projekte mit hohem Qualitätsanspruch.
Nachvollziehbare Vergütung für Nachunternehmer
Da die Managementgebühr ausdrücklich ausgewiesen wird, können Subunternehmer den vollen Auftragswert erhalten. Kürzungen durch Zwischenmargen treten seltener auf, was zur wirtschaftlichen Stabilität der Nachunternehmer beiträgt.
Der Auftraggeber kann die ausführenden Unternehmen auswählen
Weil der Bauherr die Subunternehmer direkt auswählen und mit ihnen verhandeln kann, lassen sich verlässliche Unternehmen beauftragen, denen Detailanforderungen genau vermittelt werden können. Da keine Vermittlungsgebühren anfallen, ist bei gleichem Budget eine höhere Ausführungsqualität zu erwarten.
Klare Abgrenzung der Verantwortung
Wenn Mängel auftreten, ist klar erkennbar, welches Unternehmen die Verantwortung trägt. Bei der Generalvergabe bleibt die Zuständigkeit zwischen Generalunternehmer und Subunternehmern oft unscharf, während im Cost-on-Modell das ausführende Unternehmen die direkte Verantwortung übernimmt.
Was sind die drei Nachteile des Cost-on-Modells?
Die Gesamtkosten des Bauvorhabens können steigen
Da Planungs- und Managementkosten aufgeschlagen werden, besteht das Risiko, dass die endgültigen Gesamtkosten höher ausfallen als ursprünglich angenommen. Hinzu kommt, dass sich Kosten im Verhandlungsprozess verändern können, sodass die Endkosten bis zur Fertigstellung schwer festzulegen sind.
Der Aufwand für den Auftraggeber steigt deutlich
Im Unterschied zur Generalvergabe muss der Bauherr mit mehreren Subunternehmern einzeln verhandeln, Verträge schließen und die Leistungen steuern. Dieses Vergabemodell verlangt Fachwissen und zeitliche Ressourcen und stellt hohe Anforderungen an das Kostenmanagement des Auftraggebers.
Widerstand seitens des Generalunternehmers ist wahrscheinlich
Da die herkömmliche Struktur verdeckter Abschöpfungen aufgebrochen wird, zeigt die Praxis, dass viele Generalunternehmer dem Einsatz des Cost-on-Modells zurückhaltend gegenüberstehen. Es gibt auch Projekte, die am Ende doch auf eine Generalvergabe umgestellt werden müssen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Q. Was ist das Cost-on-Modell?
A. Das Cost-on-Modell ist eine Bauvertragsform, bei der der Bauherr die Subunternehmer (Fachunternehmen) auswählt und der Generalunternehmer seine Managementgebühr aufschlägt und die Gesamtsteuerung übernimmt. Es wird bei Projekten eingesetzt, die Qualität und klare Verantwortlichkeiten in den Vordergrund stellen.
Q. Worin liegt der Unterschied zwischen Generalvergabe und Cost-on-Modell?
A. Bei der Generalvergabe wählt und steuert der Generalunternehmer die Subunternehmer. Beim Cost-on-Modell wählt der Bauherr die Subunternehmer aus, während der Generalunternehmer vor allem die Managementrolle übernimmt. Der Unterschied liegt im Grad der Mitwirkung des Bauherrn und in der Klarheit der Verantwortung.
Q. Kann das Cost-on-Modell auch in Japan eingesetzt werden?
A. Ja, das ist möglich, aber die Verbreitung ist noch gering. In den USA ist es gängig, in der japanischen Bauwirtschaft dominiert jedoch weiterhin die Generalvergabe, weshalb es auch zu Widerstand seitens der Generalunternehmer kommen kann.
Q. Für welche Projekte eignet sich das Cost-on-Modell?
A. Es eignet sich für Projekte, bei denen Qualität und klare Verantwortlichkeiten höchste Priorität haben. Voraussetzung ist, dass der Auftraggeber über Fachwissen und ausreichende Verhandlungsressourcen verfügt.
Q. Werden die Gesamtkosten beim Cost-on-Modell höher?
A. Da die Managementgebühr ausdrücklich aufgeschlagen wird, können die sichtbaren Kosten steigen. Allerdings sollte dies zusammen mit dem Effekt geringerer Zwischenmargen und der Qualitätsverbesserung ganzheitlich bewertet werden.