Ein „gesundes Wohnhaus“ ist ein Haus, das so geplant wurde, dass Bewohner das ganze Jahr über gesund und komfortabel leben können, wobei Maßnahmen gegen das Sick-Building-Syndrom und Hausstaub berücksichtigt werden. Es richtet den Blick nicht nur auf die Gesundheit der Menschen, sondern auch auf die Langlebigkeit des Gebäudes selbst und auf die Umwelt und gewinnt deshalb als Wohnkonzept zunehmend an Aufmerksamkeit.
Was ist ein gesundes Wohnhaus? Definition und grundlegender Ansatz
Ein gesundes Wohnhaus ist ein Haus, das die körperliche und psychische Gesundheit der Bewohner schützt, indem Baustoffe mit reduziertem Chemikalieneinsatz sowie eine hohe Dämm- und Lüftungsleistung eingesetzt werden. Eine strenge gesetzliche Definition gibt es nicht, doch geplant wird es aus den folgenden drei Perspektiven.
- Gesundheit der Bewohner (Maßnahmen gegen das Sick-Building-Syndrom und weniger Stress)
- Gesundheit des Hauses selbst (längere Lebensdauer und höhere Beständigkeit)
- Gesundheit der Umwelt (Energieeinsparung und Energiekreislauf)
Wie schützt es die Gesundheit der Bewohner?
Ein gesundes Wohnhaus verwendet Baustoffe, die keine Stoffe enthalten, die das Sick-Building-Syndrom verursachen, etwa Formaldehyd. Dank der hohen Dämmleistung und der feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften natürlicher Materialien entsteht das ganze Jahr über ein angenehmes Raumklima. Ein dauerhaft arbeitendes Lüftungssystem sorgt zudem jederzeit für saubere Luft.
Die hohe Dämmleistung ist direkt mit Energieeinsparungen verbunden, wodurch sich die laufenden Energiekosten senken lassen und auch wirtschaftliche Vorteile entstehen.
Warum ist ein gesundes Wohnhaus langlebiger?
Herkömmliche Häuser werden aus Holz gebaut, bei dem chemisch-synthetische Klebstoffe verwendet werden. Die Lebensdauer dieser Klebstoffe (20 bis 30 Jahre) beeinflusst die Lebensdauer des Hauses maßgeblich. In gesunden Wohnhäusern wird dagegen viel Massivholz verwendet, was die Nutzungsdauer verlängert und eine Bauweise ermöglicht, die eher Strukturen wie Schreinen und Tempeln ähnelt, die über Hunderte von Jahren bestehen können.
Wie trägt ein gesundes Wohnhaus zur Umwelt bei?
Viele gesunde Wohnhäuser sind energieeffizient geplant, und einige erfüllen auch die Standards für ZEH (Net Zero Energy House). Dabei handelt es sich um ein Haus, bei dem die Differenz zwischen dem in einem Jahr verbrauchten und dem im Haus erzeugten Energievolumen null oder kleiner ist, sodass die Umweltbelastung auf ein Minimum begrenzt wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F. Ist ein gesundes Wohnhaus teurer als ein gewöhnliches Haus?
Die Anfangskosten fallen tendenziell etwas höher aus. Berücksichtigt man jedoch die langfristige Senkung der Energiekosten und die hohe Beständigkeit, ist es in vielen Fällen bei den Gesamtkosten vorteilhafter.
F. Kann ein bestehendes Haus zu einem gesunden Wohnhaus umgebaut werden?
Ja, das ist möglich. Durch schrittweise Renovierungen, etwa den Wechsel zu natürlichen Baustoffen oder die Einführung eines Lüftungssystems, lässt sich ein Haus an das Konzept eines gesunden Wohnhauses annähern.
F. Gibt es Zertifizierungssysteme für gesunde Wohnhäuser?
Es gibt Zertifizierungen für Energieeinsparung und Wärmedämmung wie „ZEH-Zertifizierung“ und „HEAT20“. Sprechen Sie mit Ihrem Bauunternehmen, um die passende Zertifizierung anzustreben.