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COLUMN

Zaikei jutaku chochiku: Japans betriebliches Wohnbausparen erklärt

Zaikei jutaku chochiku ist ein japanisches Sozialleistungsmodell, bei dem Beschäftigte über die Lohnbuchhaltung Kapital für den Immobilienkauf ansparen. Beschäftigte unter 55 Jahren sparen mindestens fünf Jahre; zusammen mit dem betrieblichen Rentensparen bleiben Zinsen bis 5,5 Mio. Yen (rund 33.000 Euro) steuerfrei. Wir erklären Voraussetzungen, Vor- und Nachteile, das staatliche Darlehen zaikei mochiie tentai yūshi sowie die Abgrenzung zu NISA, iDeCo und klassischen Einlagen.

Zuletzt aktualisiert: Etwa 12 Min. Lesezeit

Zaikei jutaku chochiku (財形住宅貯蓄, betrieblich vermitteltes Wohnbausparen) ist ein japanisches Sozialleistungsmodell, bei dem Arbeitnehmer über den Arbeitgeber direkt vom Bruttogehalt Kapital für den Kauf oder die Modernisierung einer eigenen Wohnimmobilie ansparen. Voraussetzung ist, dass die Beschäftigten das 55. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und mindestens fünf Jahre lang ansparen; zusammen mit dem zaikei nenkin chochiku (財形年金貯蓄, betriebliches Rentensparen) bleiben die Zinsen bis zu einem Kapital- und Zinsbetrag von 5,5 Mio. Yen (rund 33.000 Euro, Näherungswert 2026) steuerfrei. Wer das Modell mindestens ein Jahr nutzt, kann darüber hinaus ein staatlich getragenes Immobiliendarlehen beantragen: das zaikei mochiie tentai yūshi (財形持家転貸融資制度), begrenzt auf das Zehnfache des Sparguthabens und maximal 40 Mio. Yen (rund 242.000 Euro). Die Verzinsung liegt allerdings nur bei etwa 0,001 bis 0,02 Prozent – zum Vermögensaufbau taugt das Modell nicht.

Man nimmt sich vor, Eigenkapital anzusparen, und gibt das Geld auf dem Konto dann doch für etwas anderes aus. Das ist die Situation, die uns in Beratungsgesprächen zum Immobilienkauf am häufigsten begegnet. Zaikei jutaku chochiku stoppt diesen Griff in die Rücklage nicht durch Disziplin, sondern durch Mechanik – ein Zug, der für den deutschsprachigen Raum vertraut wirkt, denn er erinnert an das Bausparen mit vermögenswirksamen Leistungen, funktioniert aber rechtlich völlig anders. Dieser Beitrag ordnet Inhalt und Zugangsvoraussetzungen des Systems, Vor- und Nachteile, die Frage, für wen es taugt, sowie die Abgrenzung zu NISA, iDeCo und anderen Formen des Vermögensaufbaus so, dass Sie eine Entscheidung treffen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zaikei jutaku chochiku steht Beschäftigten unter 55 Jahren offen, die mindestens fünf Jahre ansparen; zusammen mit dem zaikei nenkin chochiku bleiben die Zinsen auf ein Kapital plus Zinsen von bis zu 5,5 Mio. Yen (rund 33.000 Euro) steuerfrei.
  • Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber das System eingeführt hat. Anspruchsberechtigt sind aber nicht nur Festangestellte, sondern auch befristet Beschäftigte, Zeitarbeitskräfte und Teilzeitkräfte.
  • Der finanziell größere Hebel ist nicht die Steuerfreiheit, sondern der Kreditrahmen: Über das zaikei mochiie tentai yūshi sind bis zum Zehnfachen des Guthabens und höchstens 40 Mio. Yen (rund 242.000 Euro) finanzierbar.
  • Mit 0,001 bis 0,02 Prozent Zins ist das Modell zum Vermehren ungeeignet. Die saubere Rollenteilung lautet: vermehren mit NISA, verwahren im zaikei als Spartopf.
  • Eine Auszahlung ist auch für andere Zwecke als Wohnen möglich. Besteuert werden dann nur die Zinsen der vergangenen fünf Jahre – der Ausstieg ist also deutlich flexibler als beim iDeCo, an das man bis zum 60. Lebensjahr gebunden ist.

Was ist das zaikei-Sparsystem? Gehaltsabzug, getragen von Staat und Arbeitgeber

Das zaikei chochiku seido (財形貯蓄制度, betriebliches Vermögensbildungssparen) ist ein System, bei dem Arbeitnehmer mit Unterstützung ihres Unternehmens unmittelbar vom Gehalt sparen. Rechtsgrundlage ist das 1971 verabschiedete Kinrōsha Zaisan Keisei Sokushin Hō (勤労者財産形成促進法, Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung von Arbeitnehmern); Ziel ist es, dass Staat und Arbeitgeber gemeinsam den Vermögensaufbau der Belegschaft tragen. Anders als bei deutschen vermögenswirksamen Leistungen, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn zahlt, ist der zaikei-Kern zunächst reine Umleitung des eigenen Gehalts – der Arbeitgeber liefert Infrastruktur und Zugang, nicht zwingend Geld. Zaikei jutaku chochiku ist eine von drei Varianten dieses Systems.

Wer darf teilnehmen, und ab welchem Betrag lässt sich ansparen?

Als Arbeitnehmer gilt hier jede Person, die bei einem Arbeitgeber beschäftigt ist – unabhängig von Berufsbild und Beschäftigungsform. Erfasst sind also nicht nur Festangestellte, sondern auch befristet Beschäftigte, Zeitarbeitskräfte sowie Aushilfs- und Teilzeitkräfte. Diese Breite überrascht viele ausländische Beobachter, die den japanischen Arbeitsmarkt vor allem mit lebenslanger Festanstellung verbinden. Nutzen können Sie das System allerdings nur, wenn Ihr Arbeitgeber das zaikei-Sparsystem als Sozialleistung eingeführt hat. Klären Sie deshalb zuerst mit der Personalabteilung, ob es das Angebot gibt und mit welchem Finanzinstitut das Unternehmen kooperiert.

Der Mechanismus ist schlicht. Ein festgelegter Betrag wird vom Gehalt einbehalten, und das Unternehmen überweist ihn monatlich an das für das zaikei-Sparen vorgesehene Finanzinstitut. Die Höhe des Abzugs bestimmen Sie selbst; je nach Produkt sind Sparraten ab 1.000 Yen (rund 6 Euro) im Monat möglich. Auf das angesparte Guthaben fallen Zinsen an, sodass bei der Auszahlung mehr als die eingezahlte Summe herauskommen kann. Für Anlegerinnen und Anleger aus dem DACH-Raum ist dabei wichtig zu verstehen: Der Abzug erfolgt über die Lohnbuchhaltung des Arbeitgebers, nicht über einen Dauerauftrag des Beschäftigten – genau darin liegt die Bindungswirkung.

Welche Finanzprodukte wählbar sind, entscheidet der Arbeitgeber

Im zaikei-Sparsystem ist die Auswahl der nutzbaren Finanzprodukte je nach Unternehmen oder Organisation begrenzt. Sie schließen einen Vertrag über eines der vorgegebenen Produkte ab und sparen es aus dem einbehaltenen Gehalt an. Üblicherweise kommen folgende Produkte infrage:

  • Termineinlagen und Termineinlagen mit regelmäßiger Einzahlung
  • Festbetragseinlagen bei der japanischen Postbank
  • Investmentfonds
  • Staatsanleihen und Unternehmensanleihen
  • Kapitalbildende Lebens- und Schadenversicherungen

Handelt es sich beim gewählten Produkt um eine Versicherung, fließt der Betrag nicht als Sparrate, sondern als Prämie. Auch wenn überall „zaikei“ draufsteht: Ob Sie eine Einlage oder einen Investmentfonds wählen, verändert die Sicherheit des eingesetzten Kapitals vollständig. Diese Entscheidung führt direkt zu dem weiter unten beschriebenen Risiko, weniger zurückzubekommen als eingezahlt – prüfen Sie deshalb vor Vertragsschluss unbedingt den konkreten Produktnamen. Anders als bei einem deutschen Bausparvertrag, dessen Konditionen im Tarif festgeschrieben sind, kann hinter dem gleichen Begriff also ein Sparbuch oder ein Aktienfonds stecken.

Worin sich die drei Varianten – allgemein, Rente, Wohnen – unterscheiden

Das zaikei-Sparsystem gliedert sich je nach Zweck in drei Varianten. Die Unterschiede lassen sich auf zwei Punkte verdichten: die Bindung des Verwendungszwecks und das Vorhandensein einer Steuerbefreiung.

Variante Ansparzeit und Alter Verwendungszweck Steuerbefreiung der Zinsen
Ippan zaikei chochiku (allgemeines zaikei-Sparen) Grundsätzlich ab drei Jahren. Keine Altersgrenze Keine Bindung. Nutzbar für Autokauf, Hochzeit, Krankheitskosten, Umzugskosten und anderes Nicht erfasst
Zaikei nenkin chochiku (betriebliches Rentensparen) Beschäftigte unter 55 Jahren, mindestens fünf Jahre Auszahlung ab dem 60. Lebensjahr als Rente. Auszahlungsdauer mindestens fünf, höchstens 20 Jahre Zusammen mit dem zaikei jutaku chochiku steuerfrei bis zu einem Kapital- und Zinsbetrag von 5,5 Mio. Yen (rund 33.000 Euro)
Zaikei jutaku chochiku (betriebliches Wohnbausparen) Beschäftigte unter 55 Jahren, mindestens fünf Jahre Kaufpreis einer Wohnimmobilie oder Modernisierungskosten Zusammen mit dem zaikei nenkin chochiku steuerfrei bis zu einem Kapital- und Zinsbetrag von 5,5 Mio. Yen (rund 33.000 Euro)

Beim ippan zaikei chochiku ist eine Auszahlung bereits ein Jahr nach Sparbeginn möglich, und eine Person darf mehrere Produkte parallel abschließen. Der größeren Freiheit steht gegenüber, dass die Zinsen versteuert werden. Da sich die drei Varianten kombinieren lassen, ist auch eine Aufteilung denkbar: nicht zweckgebundenes Geld ins allgemeine zaikei, Wohnkapital ins zaikei jutaku.

Das zaikei nenkin chochiku hat den Vorzug, dass die Steuerbefreiung auch nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen bis zum Ende der Rentenauszahlung fortbesteht. Umgekehrt entfällt die Befreiung, wenn Sie das Guthaben für andere Zwecke als die Rente entnehmen; bei Kündigung des Vertrags werden die Zinsen dann besteuert. Beachten Sie, dass sich der steuerfreie Rahmen von 5,5 Mio. Yen nicht auf alle drei Varianten bezieht, sondern nur auf die Summe aus Rentensparen und Wohnbausparen.

Unter welchen Voraussetzungen lässt sich zaikei jutaku chochiku nutzen?

Zaikei jutaku chochiku setzt voraus, dass Beschäftigte unter 55 Jahren mindestens fünf Jahre lang regelmäßig ansparen; Verträge mit mehreren Finanzinstituten sind ausgeschlossen, grundsätzlich gilt ein Vertrag pro Person. Hinzu kommen Anforderungen an die Immobilie selbst, für die ausgezahlt wird – mit unterschiedlichen Inhalten für Neubau, Bestandsimmobilie und Modernisierung. Für Investoren aus dem deutschsprachigen Raum ist das ein zentraler Unterschied zu einem Bausparvertrag: Nicht nur der Sparer, sondern auch das Objekt muss förderfähig sein.

Kategorie Anforderung an die Fläche Anforderung an Baujahr bzw. Kosten Anforderung an die Selbstnutzung
Neubau Wohnfläche mindestens 50 m² Der oder die Beschäftigte wohnt selbst dort (bei tanshin funin, also einer Versetzung ohne Familie, muss es der Lebensmittelpunkt der Familie sein)
Bestandsimmobilie Wohnfläche mindestens 50 m² Nicht älter als 20 Jahre (bei feuerbeständiger Bauweise 25 Jahre) oder Erfüllung bestimmter Erdbebensicherheitsstandards Der oder die Beschäftigte wohnt selbst dort (bei tanshin funin, also einer Versetzung ohne Familie, muss es der Lebensmittelpunkt der Familie sein)
Modernisierung Wohnfläche nach Fertigstellung mindestens 50 m² Die Modernisierungskosten übersteigen 750.000 Yen (rund 4.500 Euro) Der oder die Beschäftigte wohnt nach der Modernisierung selbst dort

Auch für den Zeitpunkt der Auszahlung gibt es Regeln: Sie erfolgt entweder einmal nach dem Erwerb der Immobilie oder in höchstens zwei Schritten vor und nach dem Erwerb. Weil die Ansparzeit auf mindestens fünf Jahre festgelegt ist, müssen Sie bereits bei Vertragsschluss ungefähr wissen, wann Sie kaufen oder modernisieren wollen. Wer in drei Jahren kaufen will, für den fällt dieses Modell von vornherein aus – ein spürbarer Unterschied zu einem Bausparvertrag, den man notfalls auch früher zuteilungsreif stellen oder verkaufen kann.

Hinzu kommt, dass die Anforderungen an Wohnfläche und Baualter zahlenmäßig nah an denen anderer japanischer Wohnbauprogramme liegen und leicht verwechselt werden. Da die Verwaltungspraxis überdies durch Gesetzesänderungen angepasst wird, klären Sie die aktuelle Handhabung vor Vertragsschluss mit der Personalabteilung Ihres Arbeitgebers und dem beteiligten Finanzinstitut. Einen Überblick über die Kosten, die zusätzlich zum Eigenkapital in bar anfallen, finden Sie unter Kaufnebenkosten beim Wohnungskauf in Japan: Aufstellung und Richtwerte.

Welche Vorteile bietet zaikei jutaku chochiku?

Der größte Vorteil besteht darin, dass sich Wohnkapital ohne jeden Aufwand verlässlich aufbaut. Hinzu kommen vier weitere Punkte: die Steuerbefreiung, die Flexibilität bei zweckfremder Auszahlung, das zinsgünstige Darlehen und eine mögliche Arbeitgeberzulage. Wir gehen sie der Reihe nach durch.

Wohnkapital wächst ohne Aufwand und ohne Unterbrechung

Die Grundregel beim Sparen lautet: erst einen festen Betrag zurücklegen, dann vom Rest leben. Das Gehalt eigens auf ein anderes Konto zu überweisen, kostet jedoch Zeit und je nach Bank auch Überweisungsgebühren – in Japan sind Gebühren für Überweisungen zwischen Instituten nach wie vor üblich, anders als im SEPA-Raum. Beim zaikei jutaku chochiku erledigen Sie einmalig die Formalitäten und die Produktauswahl, danach läuft der Abzug monatlich automatisch. Manche Produkte starten schon bei 1.000 Yen (rund 6 Euro) im Monat, sodass Sie es mit einer kaum spürbaren Rate ausprobieren können.

Zinsen sind bis zu einem Kapital von 5,5 Mio. Yen steuerfrei

Anders als beim ippan zaikei chochiku bleiben beim zaikei jutaku chochiku Zinsen und vergleichbare Erträge bis zu einem Kapital von 5,5 Mio. Yen (rund 33.000 Euro) steuerfrei. Verglichen mit dem eigenständigen Ansparen bei einer Bank bleibt genau der Steueranteil zusätzlich erhalten – vergleichbar mit der Wirkung eines Sparer-Pauschbetrags, nur zweckgebunden. Zählt zu den wählbaren Produkten ein Investmentfonds, würden die Erträge normalerweise besteuert; greift die Befreiung, lässt sich ohne diesen Steuerabzug anlegen, sodass am Ende möglicherweise mehr übrig bleibt.

Eine Auszahlung ist auch ohne Wohnzweck möglich

Zaikei jutaku chochiku ist im Grundsatz für Kauf oder Modernisierung einer Wohnimmobilie gedacht. Brauchen Sie aus einem anderen Grund eine größere Summe, ist die Auszahlung als solche dennoch möglich. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zum iDeCo (individueller beitragsorientierter Altersvorsorgeplan) und zu privaten Rentenversicherungen, aus denen sich zweckfremd überhaupt nichts entnehmen lässt.

Besteuert werden bei einer zweckfremden Auszahlung nur die Zinsen der vergangenen fünf Jahre. Deshalb können auch Menschen, die den Immobilienkauf noch nicht konkret entschieden haben, unter Umständen günstiger von der Steuerbefreiung profitieren als beim allgemeinen zaikei-Sparen. Ein noch unklarer Verwendungszweck ist also nicht zwangsläufig ein Grund, das Modell zu verwerfen – auch das unterscheidet es von der starren Bindung deutscher Altersvorsorgeprodukte mit Förderrückzahlung.

Zugang zum staatlichen Wohnbaudarlehen zaikei mochiie tentai yūshi

Wer das zaikei-Sparen mindestens ein Jahr nutzt, kann das zaikei mochiie tentai yūshi (財形持家転貸融資制度) beantragen – ein staatlich getragenes Wohnbaudarlehen für Neubau, Kauf oder Modernisierung, das über den Arbeitgeber weitergereicht wird. Finanziert wird bis zum Zehnfachen des zaikei-Guthabens, höchstens jedoch 40 Mio. Yen (rund 242.000 Euro). Dabei muss es sich nicht um das Wohnbausparen handeln; auch das allgemeine zaikei-Sparen und das Rentensparen zählen.

Die Laufzeit lässt sich beim Kauf auf bis zu 35 Jahre und bei der Modernisierung auf bis zu 20 Jahre festlegen, und in Kombination mit dem zaikei jutaku chochiku liegt der Zinssatz unter dem privater Wohnbaudarlehen. Sind beispielsweise 3 Mio. Yen (rund 18.000 Euro) angespart, sind rechnerisch bis zu 30 Mio. Yen (rund 182.000 Euro) finanzierbar. Es gelten allerdings mehrere Bedingungen – unter anderem der Nachweis eines zaikei-Guthabens von mindestens 500.000 Yen (rund 3.000 Euro) zum Antragstag. Anders als bei einem deutschen Bauspardarlehen ist der Kreditrahmen also nicht an eine Bausparsumme, sondern an ein Vielfaches des tatsächlichen Guthabens gekoppelt.

Wo Sie den Antrag stellen, hängt davon ab, wie Ihr Arbeitgeber das System eingeführt hat. Prüfen Sie in der folgenden Tabelle, welcher Fall auf Ihr Unternehmen zutrifft.

Form der Belastungsentlastung beim Arbeitgeber Anlaufstelle für den Antrag
Entlastungsmaßnahme vorhanden / Darlehensprogramm vorhanden Das zaikei mochiie tentai yūshi ist nutzbar. Antrag über die Personalabteilung
Entlastungsmaßnahme vorhanden / kein Darlehensprogramm Das zaikei-Wohnbaudarlehen der Jūtaku Kin'yū Shien Kikō (住宅金融支援機構, Japan Housing Finance Agency, JHF) prüfen
Beteiligung an der Zaikei Jūtaku Kin'yū Co., Ltd. (財形住宅金融株式会社) Antrag bei der Zaikei Jūtaku Kin'yū Co., Ltd.

Wer Eigenkapital zurücklegt, senkt die Darlehenssumme selbst und damit die Tilgungslast. Wie Sie den Zinstyp wählen und wie sich das zu den Steuerermäßigungen verhält, ordnen wir unter Grundlagen japanischer Immobiliendarlehen und die Zinsbindungstypen. Ob ein privates Darlehen oder das zaikei-Darlehen günstiger ist, hängt von den Konditionen ab – lassen Sie sich deshalb beide Angebote geben und vergleichen Sie sie nebeneinander.

Zulagen des Arbeitgebers aus dem zaikei-Zuschussprogramm

Wer zaikei-Sparen nutzt, fällt je nach Ausgestaltung beim Arbeitgeber unter das zaikei kyūfukin seido (財形給付金制度, betriebliches zaikei-Zulagenprogramm) oder das zaikei kikin seido (財形基金制度, zaikei-Fondsprogramm). In beiden Fällen zahlt das Unternehmen den Beschäftigten, die zaikei-Sparen nutzen, eine Zulage. Die Anlage der Beiträge unterscheidet sich, gemeinsam ist beiden jedoch, dass die Zulage in festen Zeitabständen ausgeschüttet wird.

Beim zaikei-Zulagenprogramm zahlt das Unternehmen je Beschäftigtem bis zu 100.000 Yen (rund 600 Euro) ein; nach Ablauf von sieben Jahren wird die Summe aus Beiträgen und Anlageerträgen ausgeschüttet. Diese Zulage stammt nicht aus dem vom Gehalt einbehaltenen Guthaben, sondern aus Mitteln, die das Unternehmen separat angespart hat – funktional also am ehesten mit dem Arbeitgeberanteil bei vermögenswirksamen Leistungen vergleichbar. Da die Beiträge als Betriebsausgabe abzugsfähig sind, hat auch das Unternehmen einen Grund, das Programm einzuführen. Aus Sicht der Beschäftigten ist es schlicht Geld, das man allein durch die Nutzung des zaikei-Sparens erhält. Ob es das Programm gibt, steht in der Betriebsordnung oder erfahren Sie in der Personalabteilung.

Welche Nachteile hat zaikei jutaku chochiku?

Die Nachteile verdichten sich auf den niedrigen Zins und die daraus abgeleitete Anfälligkeit für Inflation. Das Risiko, weniger als das eingezahlte Kapital zurückzuerhalten, lässt sich dagegen über die Produktwahl vermeiden.

Der Zins liegt unter dem anderer Finanzprodukte

Je nach Finanzinstitut verschieden, bewegt sich der Zins beim zaikei jutaku chochiku nur zwischen etwa 0,001 und 0,02 Prozent. Selbst mit Steuerbefreiung bleibt der Nutzen begrenzt, wenn die Zinsen von vornherein gering ausfallen. Das ist für DACH-Leserinnen und -Leser der wichtigste Realitätscheck: Japan befindet sich seit Jahrzehnten in einem Niedrigzinsumfeld, dessen Ausmaß deutlich unter dem liegt, was in Europa selbst in der Nullzinsphase üblich war.

Rechnen wir es durch. Bei einem Zins von 0,02 Prozent fallen auf ein angespartes Kapital von 5,5 Mio. Yen (rund 33.000 Euro) genau 1.100 Yen (rund 7 Euro) Zinsen an. Diese 1.100 Yen bleiben steuerfrei; würden sie besteuert, wären es bei einem Steuersatz von 20,315 Prozent lediglich 223 Yen (rund 1,35 Euro). Der Betrag, den die Steuerbefreiung schützt, liegt also in der Größenordnung einiger Hundert Yen pro Jahr. Wer allein auf den Klang des Wortes „steuerfrei“ hört, überschätzt die tatsächliche Wirkung erheblich.

Das Zinsniveau bewegt sich zudem mit dem Marktumfeld. Den zum Vertragszeitpunkt geltenden Satz erfragen Sie beim Partnerinstitut Ihres Arbeitgebers.

Je nach Produkt sind Verluste auf das eingesetzte Kapital möglich

Zu den beim zaikei jutaku chochiku wählbaren Produkten zählen auch Versicherungen und Investmentfonds. Da deren Rückkaufswerte und Anteilspreise schwanken, kann die Auszahlung je nach Zeitpunkt unter dem eingezahlten Kapital liegen. Wer zehn Jahre lang in einen Investmentfonds einzahlt, um dann ein Eigenheim zu bauen, erhält im Fall eines Kursrückgangs in genau diesem Jahr weniger, als er eingezahlt hat.

Wählen Sie jedoch Spar- oder Termineinlagen, lässt sich dieses Risiko vermeiden. Beim zaikei jutaku chochiku steht der Verwendungszeitpunkt weitgehend fest. Und für Geld mit nahem Verwendungsdatum gilt der Grundsatz: je näher der Termin, desto größer der Abstand zu schwankenden Anlagen. Diese Regel kennen europäische Anleger aus der Liquiditätsplanung – sie gilt hier unverändert, nur dass die sichere Variante in Japan praktisch keine Rendite abwirft.

Anfälligkeit für Inflation

Ein niedriger Zins bedeutet Schwäche in Phasen steigender Preise. Kostet etwas, das heute 10.000 Yen (rund 60 Euro) kostet, ein Jahr später 11.000 Yen (rund 66 Euro), ist der Geldwert entsprechend gesunken. Bei schwankenden Finanzprodukten lässt sich dieser Wertverlust möglicherweise über Zinsen und Anlageerträge auffangen; beim zaikei jutaku chochiku fällt es wegen des niedrigen Zinses schwer, die inflationsbedingte Entwertung über Zinsen auszugleichen.

Steigen die Immobilienpreise selbst, schlägt diese Schwäche unmittelbar als Planabweichung durch. Während Sie fünf Jahre lang 5 Mio. Yen (rund 30.000 Euro) ansparen, kann der Preis des gewünschten Objekts steigen. Realistischer ist es deshalb, das Sparziel als Anteil am Objektpreis zu definieren statt als absoluten Betrag. Für internationale Käufer kommt eine zweite Ebene hinzu: Wer in Euro denkt, trägt zwischen Sparbeginn und Kauf zusätzlich das Wechselkursrisiko des Yen.

Für wen eignet sich zaikei jutaku chochiku?

Geeignet ist es für Menschen, deren Immobilienkauf mindestens fünf Jahre entfernt liegt und denen verlässliches Ansparen wichtiger ist als Vermehrung. Wer dagegen Rendite sucht oder bei einem Arbeitgeber ohne dieses Programm beschäftigt ist, fährt mit anderen Wegen besser. Prüfen Sie in der folgenden Tabelle, wo Sie sich selbst einordnen.

Entscheidungskriterium Geeignet Nicht geeignet
Spargewohnheiten Übrig gebliebenes Geld wird doch ausgegeben; ein schwer zugänglicher Mechanismus wäre hilfreich Ein monatlicher Sparplan läuft bereits zuverlässig; ein Zugriff auf die Rücklage droht nicht
Zeitpunkt des Immobilienkaufs Mindestens fünf Jahre entfernt Kauf innerhalb von zwei bis drei Jahren geplant (die Ansparzeit von mindestens fünf Jahren ist nicht erfüllbar)
Renditeerwartung Kapital erhalten und verlässlich ansparen Mit Anlagen deutlich vermehren
Haltung zur Finanzierung Einen zinsgünstigen Kreditrahmen sichern wollen Überwiegend Eigenkapital, keine Finanzierung geplant
Andere steuerbefreite Programme NISA und iDeCo noch nicht genutzt, oder Wohnkapital soll getrennt geführt werden NISA und iDeCo werden bereits genutzt und die Steuerfreibeträge reichen aus
Programm des Arbeitgebers Das zaikei-Sparsystem ist eingeführt Nicht eingeführt (Nutzung von vornherein ausgeschlossen)

iDeCo und NISA bieten deutlich größere steuerliche Vorteile als das zaikei jutaku chochiku. Dass Menschen, die diese Programme bereits nutzen, den engen Freibetrag des Wohnbausparens wenig reizvoll finden, ist naheliegend. Der eigentliche Wert des zaikei jutaku chochiku liegt allerdings nicht in der Steuerbefreiung, sondern im Kreditrahmen. Wer sich die Option auf eine zinsgünstige Finanzierung offenhalten will, hat weiterhin gute Gründe, parallel zum NISA ein Guthaben aufzubauen.

Welche anderen Wege des Vermögensaufbaus gibt es, und wie teilt man die Rollen auf?

Zaikei jutaku chochiku ist nicht der einzige Weg, Wohnkapital anzusparen. Zur Auswahl stehen außerdem Sparpläne, Termineinlagen, NISA, Versicherungen, Investmentfonds und der iDeCo. Ordnet man sie nach vier Kriterien – Zweckbindung, Besteuerung, Kapitalsicherheit und Verfügbarkeit –, treten die unterschiedlichen Rollen klar hervor.

Instrument Zweckbindung Steuerliche Behandlung Kapitalsicherheit Verfügbarkeit
Zaikei jutaku chochiku Kauf oder Modernisierung einer Wohnimmobilie Zusammen mit dem zaikei nenkin chochiku Zinsen steuerfrei bis zu einem Kapital- und Zinsbetrag von 5,5 Mio. Yen Bei Einlagenprodukten geschützt. Investmentfonds- und Versicherungsvarianten schwanken Auszahlung auch zweckfremd möglich. Zinsen der vergangenen fünf Jahre werden besteuert
Sparplan mit regelmäßiger Einzahlung Keine Zinsen werden besteuert Geschützt Bei vielen Produkten auch vor Erreichen des Sparziels verfügbar
Termineinlage Keine Zinsen werden besteuert Geschützt Grundsätzlich bis zum Laufzeitende gebunden. Bei vorzeitiger Auflösung sinken die Zinsen
NISA Keine Anlageerträge steuerfrei (sonst rund 20 Prozent Steuer) Schwankend Jederzeit veräußerbar
iDeCo Altersvorsorge Größere Begünstigung als beim zaikei jutaku chochiku Produktabhängig Zweckfremde Auszahlung nicht möglich
Kapitalbildende Versicherung Keine (gekoppelt an Versicherungsschutz) Erfasst vom seimei hokenryō kōjo (生命保険料控除, Abzug für Lebensversicherungsprämien; Höchstbetrag 120.000 Yen) Bei frühzeitiger Kündigung sind Verluste möglich Setzt eine lange Vertragsdauer voraus
Investmentfonds (steuerpflichtiges Depot) Keine Anlageerträge werden besteuert Schwankend Jederzeit veräußerbar

Sparplan und Termineinlage – das Auffangbecken ohne Arbeitgeberprogramm

Ein Sparplan mit regelmäßiger Einzahlung ist eine Einlage, bei der Sie monatlich einen festen Betrag einzahlen, bis das Sparziel erreicht ist. Die Laufzeiten reichen von unbefristet bis zu mehr als 20 Jahren, der Zins liegt etwas über dem Sichteinlagenzins und etwas unter dem der Termineinlage. Da der Zins bis zum Laufzeitende unverändert bleibt und viele Produkte auch vor Erreichen des Ziels eine Entnahme erlauben, eignet sich diese Form für alle, die solide ansparen wollen. Hat Ihr Arbeitgeber das zaikei-Sparsystem nicht eingeführt, ist dieser Sparplan die erste Alternative.

Die Termineinlage ist eine Einlage, bei der Sie Geld für einen vorab bestimmten Zeitraum festlegen. Die Laufzeiten reichen je nach Institut von einem Monat bis zu etwa zehn Jahren, und der Zins liegt über dem von Sicht- und Sparplaneinlagen. Viele Produkte lassen die Wahl zwischen festem und variablem Zins; in Phasen steigender Zinsen kann die variable Variante vorteilhaft sein – ein Punkt, der angesichts der geldpolitischen Wende in Japan wieder an Bedeutung gewinnt. Allerdings ist eine Entnahme vor Ablauf grundsätzlich ausgeschlossen, und bei vollständiger oder teilweiser vorzeitiger Auflösung erhalten Sie unter Umständen nur einen Zins auf Sichteinlagenniveau.

NISA – das steuerbefreite Programm für die Rolle des Vermehrens

NISA (Nippon Individual Savings Account) ist ein Programm, bei dem auf Gewinne aus Kapitalanlagen keine Steuern anfallen. Normalerweise werden Anlageerträge in Japan mit rund 20 Prozent besteuert. Bei einem Gewinn von 1 Mio. Yen (rund 6.000 Euro) entfallen 200.000 Yen (rund 1.200 Euro) auf die Steuer, sodass 800.000 Yen (rund 4.800 Euro) verbleiben. Wer im NISA anlegt, erhält diese 1 Mio. Yen vollständig. Das Konzept ist dem britischen ISA nachempfunden; ein direktes deutsches Gegenstück gibt es nicht, am ehesten vergleichbar ist es mit einem stark erweiterten Sparer-Pauschbetrag.

Das 2014 eingeführte NISA wurde ab 2024 umgestaltet. Bis Ende 2023 war es in „ippan NISA“ (allgemeines NISA) und „tsumitate NISA“ (Sparplan-NISA) unterteilt, mit jeweils unterschiedlichen Jahresvolumina, steuerfreien Haltefristen und Höchstbeträgen. Im neuen NISA von 2024 wurden daraus die beiden Rahmen „Sparplanrahmen“ und „Wachstumsrahmen“; das Jahresvolumen wurde erhöht und die steuerfreie Haltedauer dauerhaft entfristet. Zudem lassen sich die beiden zuvor nicht kombinierbaren Rahmen nun gleichzeitig nutzen.

Im Vergleich zum zaikei jutaku chochiku schwankt beim NISA das eingesetzte Kapital, dafür besteht die Chance auf Zuwachs. Ob Wohnkapital, dessen Verwendung in fünf Jahren feststeht, in schwankenden Produkten liegen sollte, will sorgfältig überlegt sein. Wie sich die Frage je nach Lebensalter beantworten lässt, haben wir unter Tsumitate-NISA, iDeCo und Immobilieninvestment im Vergleich zusammengefasst.

Versicherung und Investmentfonds – wofür man Absicherung und Streuung eintauscht

Eine Versicherung dient ihrem Wesen nach der Absicherung gegen Unfall, Krankheit und den Ernstfall. Allerdings gilt: Verträge, die nicht als reine Risikoversicherung ausgestaltet sind, zahlen bei Ablauf eine Versicherungssumme aus und übernehmen damit zugleich die Rolle einer Geldanlage. Dazu zählen die Kapitallebensversicherung, die Variante mit reduziertem Rückkaufswert, die Ausbildungsversicherung, die gemischte Versicherung, private Rentenversicherungen, Fremdwährungspolicen und fondsgebundene Policen. Je nach Vertrag und Jahresprämie steht Ihnen der seimei hokenryō kōjo (生命保険料控除, Abzug für Lebensversicherungsprämien) mit einem Höchstbetrag von 120.000 Yen (rund 730 Euro) zu, was Einkommen- und Kommunalsteuer mindert. Vorausgesetzt wird jedoch grundsätzlich eine lange Vertragsdauer, und die Prämien liegen höher als bei einer reinen Risikoversicherung.

Beim Investmentfonds legen professionelle Verwalter das von Anlegern eingesammelte Kapital in Aktien, Anleihen und anderen Werten an. Wer selbst Aktien oder Anleihen handeln will, braucht größere Beträge und Einarbeitung; ein Fonds lässt sich dagegen mit kleinen Summen beginnen und senkt das Risiko durch Streuung. Andererseits schwankt der Anteilspreis mit dem Marktgeschehen, und das eingesetzte Kapital ist nicht garantiert. Da Art und Ausmaß der Risiken je nach Produkt verschieden sind, prüfen Sie vor dem Kauf den Verkaufsprospekt.

Was passiert, wenn Elternzeit oder ein Jobwechsel das Ansparen unterbricht?

Beim zaikei nenkin chochiku und beim zaikei jutaku chochiku entfällt die Steuerbefreiung, wenn zwei Jahre lang keine regelmäßige Einzahlung erfolgt. Genau diese Zwei-Jahres-Grenze wird bei Elternzeit und Jobwechsel in der Praxis zum Problem – und für ausländische Beschäftigte in Japan zusätzlich bei längeren Auslandsentsendungen.

Während einer Freistellung wegen Geburt oder Kinderbetreuung lässt sich das zaikei-Sparen aussetzen. Beantragen Sie die Unterbrechung bei der zuständigen Stelle Ihres Arbeitgebers. Zu beachten ist dabei die Dauer: Wer einschließlich Mutterschutz zwei Jahre Elternzeit nimmt und das zaikei-Sparen durchgehend aussetzt, dessen Arbeitgeber muss dem vertragsführenden Finanzinstitut ein chochiku keizoku tekiyō shinkokusho (貯蓄継続適用申告書, Erklärung zur Fortführung des Sparvertrags) vorlegen. Wird dieses eine Formular nicht eingereicht und verstreichen zwei Jahre, bricht die Grundlage der bis dahin aufgebauten Steuerfreiheit weg.

Nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz nehmen Sie das Ansparen zu dem Termin wieder auf, der vertraglich als erster Einzahlungstag vorgesehen ist. Da sich unmittelbar nach der Rückkehr viele Formalitäten überschneiden, ist es sicherer, bereits beim Antrag auf Unterbrechung mit der zuständigen Stelle festzulegen, wann genau wieder eingezahlt wird.

Für den Jobwechsel gilt dasselbe Prinzip. Hat auch der neue Arbeitgeber das zaikei-Sparsystem eingeführt, lässt sich der Vertrag fortführen, sofern Sie die Wiederaufnahme innerhalb von zwei Jahren veranlassen. Fehlt das Programm beim neuen Arbeitgeber, wird der Vertrag aufgelöst und fällt aus der Steuerbefreiung heraus. Wer schon in der Phase der Jobsuche prüft, ob der künftige Arbeitgeber zaikei-Sparen anbietet, muss die Finanzplanung fürs Eigenheim später nicht neu aufsetzen. Im Vergleich zu Europa, wo Bausparverträge vom Arbeitsverhältnis unabhängig sind, ist diese Kopplung an den Arbeitgeber die auffälligste japanische Besonderheit des Modells.

Wie sollte man den „Vermögenscharakter“ des Eigenheims bewerten?

Unter denen, die mit dem zaikei jutaku chochiku Kapital ansparen und irgendwann ein Eigenheim besitzen wollen, verstehen manche den Kauf als Vermögenszuwachs. Diesen Punkt sollte man nüchtern ordnen.

Viele nehmen den „künftigen Vermögenscharakter“ als Auswahlkriterium hinzu und nennen dabei gut erschlossene Lagen, Bahnhofsnähe, einen Grundriss, der weder zu groß noch zu klein ist, oder Eigentumswohnungen mit einem Baualter um 20 Jahre. Je mehr Menschen ein Haus „haben wollen“ und „bewohnen wollen“, desto leichter findet sich beim Verkauf ein Käufer – in diesem Sinne ist der Vermögenscharakter hoch. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings eine japanische Eigenheit: Holzhäuser verlieren hier steuerlich und im Marktverständnis binnen etwa 20 bis 25 Jahren fast ihren gesamten Gebäudewert, während in Deutschland und der Schweiz gepflegte Bestandsbauten über Jahrzehnte Wert halten. Der Bodenwert trägt in Japan entsprechend mehr.

Wer jedoch nur dem Vermögenscharakter nachläuft, wählt am Ende ein Haus, das nicht zur eigenen Lebensweise oder der der Familie passt. Auch ein heute sicheres Viertel lässt keine Aussage über künftige Veränderungen zu. Die Wahrscheinlichkeit fallender Bodenpreise ist genauso real wie die steigender. Der Vermögenscharakter ist ein Entscheidungsfaktor, nicht die gesamte Entscheidung.

Wenn Sie ohnehin noch einmal grundsätzlich zwischen Kaufen und Mieten abwägen wollen, hilft die Perspektive unter Mieten oder kaufen: die Entscheidung von der Zukunft her rückwärts denken. Wer nur die Zielsumme des Sparplans festlegt, bevor die Wohnstrategie steht, muss sie unterwegs meist neu aufsetzen. Wenn Sie die Strategie von Grund auf besprechen möchten, nutzen Sie gern die kostenlose Erstberatung von INA.

Fazit: Zaikei jutaku chochiku ist der Spartopf, nicht die Renditequelle

Zaikei jutaku chochiku ist ein System, mit dem Staat und Arbeitgeber gemeinsam den Vermögensaufbau von Beschäftigten tragen. Seine Säulen sind: Wohnkapital ohne Aufwand aufbauen, zusammen mit dem zaikei nenkin chochiku Zinsen bis zu einem Kapital- und Zinsbetrag von 5,5 Mio. Yen (rund 33.000 Euro) steuerfrei stellen und bis zum Zehnfachen des Guthabens, höchstens 40 Mio. Yen (rund 242.000 Euro), zinsgünstig finanzieren.

Andererseits liegt der Zins nur bei etwa 0,001 bis 0,02 Prozent, sodass das Vermögen in Inflationsphasen real schrumpfen kann. Auch dass bei zweckfremder Auszahlung die Zinsen der vergangenen fünf Jahre besteuert werden, sollten Sie von Anfang an einkalkulieren.

Die Rolle des Vermehrens übernimmt NISA, die Rolle des Ansparens samt Kreditrahmen das zaikei jutaku chochiku. Teilt man die Rollen auf diese Weise auf, stellt sich die Frage nach einem Entweder-oder gar nicht mehr. Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Arbeitgeber das Programm anbietet, und entscheiden Sie dann danach, ob sich der Kaufzeitpunkt mindestens fünf Jahre in die Zukunft legen lässt. Zum Gesamtbild des Immobilienerwerbs in Japan und zur Aufstellung eines Finanzierungsplans beraten wir Sie bei INA gern.

Weiterführende Artikel

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was passiert mit dem zaikei jutaku chochiku bei einem Jobwechsel?

Bietet auch der neue Arbeitgeber das zaikei-Sparsystem an, lässt sich der Vertrag fortführen, sofern Sie die Wiederaufnahme innerhalb von zwei Jahren veranlassen. Fehlt das Programm, wird der Vertrag aufgelöst und fällt aus der Steuerbefreiung heraus. Es beruhigt, die Sozialleistungen des künftigen Arbeitgebers vor der Zusage zu prüfen.

Lassen sich zaikei jutaku chochiku und die Steuerermäßigung für Wohnbaudarlehen kombinieren?

Ja. Wenn Sie mit dem zaikei jutaku chochiku Eigenkapital ansparen und ein Wohnbaudarlehen aufnehmen, können Sie beide Vorteile nutzen, sofern Sie die Voraussetzungen des jūtaku rōn kōjo (住宅ローン控除, Steuerermäßigung für Wohnbaudarlehen) erfüllen. Da die Voraussetzungen durch Gesetzesänderungen angepasst werden, prüfen Sie die Anwendbarkeit anhand des zum Kaufzeitpunkt aktuellen Stands.

Kann ich mit dem zaikei jutaku chochiku eine gebrauchte Eigentumswohnung kaufen?

Sind die Voraussetzungen erfüllt, lässt sich das Guthaben für den Kaufpreis einsetzen. Erforderlich sind eine Wohnfläche von mindestens 50 m² sowie ein Baualter von höchstens 20 Jahren (bei feuerbeständiger Bauweise 25 Jahre) oder die Erfüllung bestimmter Erdbebensicherheitsstandards. Zusätzlich wird verlangt, dass der oder die Beschäftigte selbst dort wohnt.

Was sollte Vorrang haben: zaikei jutaku chochiku oder NISA?

Das entscheidet der Zweck. Liegt ein klares Ziel für einen Immobilienkauf mindestens fünf Jahre in der Zukunft, bietet das zaikei jutaku chochiku die Steuerbefreiung und den zinsgünstigen Kreditrahmen. Wer eine höhere Rendite anstrebt oder sich in der Verwendung nicht festlegen will, fährt mit dem NISA flexibler. Auch eine Kombination beider Wege ist sinnvoll.

Lässt sich der Sparbetrag beim zaikei jutaku chochiku nachträglich ändern?

Ja. Sie melden es der zuständigen Stelle beim Arbeitgeber und durchlaufen das entsprechende Verfahren. Zeitpunkt und Häufigkeit möglicher Änderungen richten sich allerdings nach den Vorgaben des Finanzinstituts und des Unternehmens – klären Sie das deshalb vorab.

Daisuke Inazawa, President & CEO of INA&Associates Inc.

Autor

Präsident und CEOINA&Associates Inc.

Präsident und CEO der INA&Associates Inc. Verantwortet Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai. Spezialisiert auf Investitionsstrategien für Renditeimmobilien und Beratung für ultravermögende Privatanleger.

Daisuke Inazawa ist Präsident und CEO der INA&Associates Inc., eines japanischen Immobilienunternehmens mit Hauptsitz in Osaka und einer Niederlassung in Tokio. Er verantwortet die drei Kerngeschäfte des Unternehmens — Immobilienvermittlung, Mietvermittlung und Property Management — im Großraum Tokio sowie in der Region Kansai.

Seine Expertisefelder umfassen Investitionsstrategien für ertragbringende Immobilien, Ertragsoptimierung im Mietgeschäft, Immobilienberatung für ultravermögende Privatpersonen (UHNWI) und institutionelle Investoren sowie grenzüberschreitende Immobilieninvestments. Er bietet datenbasierte Beratung mit langfristigem Horizont für Investoren in Japan und im Ausland.

Unter dem Leitbild „das wichtigste Vermögen eines Unternehmens sind seine Menschen" positioniert er INA&Associates als „Unternehmen für Investitionen in Humankapital" und engagiert sich für nachhaltige Unternehmenswertschöpfung durch die Entwicklung von Talenten. Als Unternehmer äußert er sich darüber hinaus regelmäßig zu Führung und Unternehmenskultur in Zeiten des Wandels.

Er hat elf japanische Berufsqualifikationen erworben: lizenzierter Immobilienmakler (Takken), zertifizierter Real Estate Consulting Master, lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter, lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung, zertifizierter Mietverwalter, Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist), zertifizierter Datenschutzbeauftragter, Brandschutzbeauftragter Klasse A, zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien, zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen und lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte.

  • Lizenzierter Immobilienmakler (Takken)
  • Zertifizierter Real Estate Consulting Master
  • Lizenzierter Eigentumswohnungsverwalter
  • Lizenzierter Supervisor für Gebäudeverwaltung
  • Zertifizierter Mietverwalter
  • Gyōseishoshi (Verwaltungsjurist)
  • Zertifizierter Datenschutzbeauftragter
  • Brandschutzbeauftragter Klasse A
  • Zertifizierter Spezialist für Zwangsversteigerungsimmobilien
  • Zertifizierter Instandhaltungsingenieur für Eigentumswohnungen
  • Lizenzierter Supervisor für Kreditgeschäfte