Nordseitige Zimmer werden oft gemieden, weil sie als „dunkel“ und „kalt“ gelten. Tatsächlich bieten sie jedoch viele Vorteile, etwa eine niedrigere Miete und angenehm kühle Temperaturen im Sommer. In diesem Artikel erläutern wir im Detail die Vor- und Nachteile je nach Himmelsrichtung sowie die Merkmale von Personen, für die ein nordseitiges Zimmer geeignet ist, und wichtige Punkte bei der Wohnungswahl.
Welche Eigenschaften haben Zimmer je nach Himmelsrichtung? Vor- und Nachteile im Vergleich
Je nach Ausrichtung unterscheiden sich Sonneneinstrahlung und Raumtemperatur deutlich. Ordnen wir die Merkmale der einzelnen Himmelsrichtungen.
Südlage: Beste Sonneneinstrahlung, aber Einschränkungen bei der Einrichtung
Sie ist die beliebteste Ausrichtung, weil das Zimmer unabhängig von der Jahreszeit helles Licht erhält. Im Winter ist es warm und die Energiekosten lassen sich senken, allerdings bleichen Möbel und Bücher leichter aus, und die Möblierung ist eingeschränkter.
Nordlage: Konstante Raumtemperatur und günstige Miete sind attraktiv
Da keine starke direkte Sonneneinstrahlung hereinfällt, bleibt die Raumtemperatur das ganze Jahr über stabil. Möbel und Wände bleichen zudem weniger aus, und wenn nichts die Fenster verdeckt, etwa in oberen Etagen eines Mehrfamilienhauses, lässt sich ausreichend Helligkeit sichern.
Ostlage: Mit der Morgensonne angenehm aufwachen
Sie ist nach der Südlage besonders beliebt und hat den Vorteil, dass sich der Biorhythmus leichter regulieren lässt. Für Menschen im Nachtdienst kann das Morgenlicht jedoch als zu grell empfunden werden.
Westlage: Im Winter warm, aber Vorsicht vor der Abendsonne im Sommer
Wenn Sie eher nachmittags aktiv sind, kann diese Lage angenehm sein. Im Hochsommer sollten Sie jedoch beachten, dass es bis zum Abend leicht heiß bleibt.
Die Vorteile eines nordseitigen Zimmers im Detail
Nordseitige Zimmer werden zwar oft gemieden, können aber je nach Lebensstil erhebliche Vorteile bieten.
Die Innentemperatur bleibt stabil
Selbst im Hochsommer dringt starke Sonne nur schwer ein, sodass es so angenehm sein kann, dass in manchen Fällen keine Klimaanlage nötig ist. Das ist ideal für Menschen, die Sommerhitze nicht mögen.
Wände und Möbel bleichen weniger aus
Daten zeigen, dass sich die Dauer direkter Sonneneinstrahlung zwischen Süd- und Nordlage um mehr als zehn Stunden pro Monat unterscheiden kann. Daher ist diese Lage empfehlenswert für alle, die ihre Einrichtung lange erhalten möchten.
Die Miete ist günstiger
Selbst in beliebten Gegenden lassen sich nordseitige Wohnungen oft zu einem erschwinglichen Preis finden, und bei leer stehenden Objekten ist mitunter sogar zusätzlicher Verhandlungsspielraum bei der Miete vorhanden.
Je nach Grundriss lassen sich Nachteile ausgleichen
Wenn der Grundriss mehrere Fenster vorsieht, kann auch bei Nordlage ausreichend Tageslicht vorhanden sein. In manchen Fällen ist das Zimmer sogar heller als eine südseitige Wohnung mit nur einem Fenster.
Welche Nachteile hat ein nordseitiges Zimmer?
Es bildet sich leichter Kondenswasser
Wenn Sonneneinstrahlung und Luftzirkulation schwach sind, entsteht durch den Temperaturunterschied zwischen außen und innen leichter Kondenswasser. Zur Vorbeugung von Schimmel sind regelmäßiges Lüften und Entfeuchten wichtig.
Beim Verkauf kann es nachteilig sein
Der Vermögenswert fällt oft geringer aus. Wenn jedoch das Umfeld oder die Ausstattung zusätzlichen Wert bieten, muss das kein großer Nachteil sein.
Im Winter sind Maßnahmen gegen Kälte nötig
Prüfen Sie dicke Vorhänge oder eine Renovierung zur Verbesserung der Wärmedämmung, um kalte Zugluft vom Fenster zu reduzieren.
Für diese Menschen ist ein nordseitiges Zimmer ideal
- Menschen, die die Miete niedrig halten möchten:Im Vergleich zu einer südseitigen Wohnung mit gleichen Bedingungen ist ein günstigerer Vertrag möglich
- Berufstätige und Doppelverdiener, die tagsüber nicht zu Hause sind:Sie sind weniger von der Sonneneinstrahlung abhängig
- Menschen im Nachtdienst:Die Dunkelheit am Tag kann den Schlaf begünstigen
- Menschen im Homeoffice:Das weiche Licht kann die Konzentration fördern
- Menschen mit hohem Anspruch an ihre Einrichtung:Das Ausbleichen von Möbeln lässt sich auf ein Minimum begrenzen
5 Prüfpunkte bei der Wahl eines nordseitigen Zimmers
- Ausreichend große Fenster:Prüfen Sie, ob hohe Gebäude das Licht abschirmen
- Gute Luftzirkulation:Ideal ist ein Grundriss mit einer geraden Linie vom Eingang bis zum Fenster
- Maßnahmen gegen Kälte:Gibt es doppelte Fensterrahmen, Isolierglas oder Fußbodenheizung?
- 24-Stunden-Lüftungssystem:Hilft, auch bei schlechtem Wetter Schimmel zu vermeiden
- Etage und Lage im Gebäude:Im Erdgeschoss steigt die Kälte leichter vom Boden auf, Dachwohnungen und Eckzimmer sind stärker der Außenluft ausgesetzt
5 Maßnahmen für ein angenehmes Wohngefühl
- Mit leistungsstarken Vorhängen (Wärmedämmung und Verdunkelung) kalte Luft vom Fenster fernhalten
- Mehrere Lichtquellen in einem Raum nutzen und mit warmen Farbtönen Behaglichkeit schaffen
- Mit Zimmerpflanzen oder Kunstgrün eine lebendige Atmosphäre schaffen
- Mit abziehbarer Tapetenfolie auf helle Farben umstellen
- Mit regelmäßigem Lüften und Entfeuchten konsequent gegen Feuchtigkeit vorgehen
Häufige Fragen (FAQ)
Q. Sind nordseitige Zimmer wirklich dunkel?
Das hängt von Größe und Anzahl der Fenster sowie von der Etage ab. In oberen Stockwerken ohne Hindernisse lässt sich ausreichend Helligkeit sichern.
Q. Braucht man in einem nordseitigen Zimmer auch im Sommer eine Klimaanlage?
Bei Wohnungen mit guter Dämmung ist das nicht immer nötig. Im Vergleich zu Südlage lassen sich die Kühlkosten im Sommer deutlich senken.
Q. Welche Maßnahmen gegen Kondenswasser sind empfehlenswert?
Wirksam ist es, täglich für 5 bis 10 Minuten zwei oder mehr diagonal gegenüberliegende Fenster zu öffnen. Zusätzlich sollten Entfeuchtungsprodukte genutzt werden.
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